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40 Jahre Tatort-Haferkamps Fälle: Ein Schuß zuviel

40 Jahre Tatort (und mehr)EIN SCHUSS ZUVIEL

Zwei Untersuchungshäftlinge nehmen einen Vollzugsbeamten als Geisel und brechen aus der Haftanstalt aus. Vor dem Haupttor erschießt Wachtmeister Jakobs einen der Ausbrecher, den Türken Suk. Kommissar Haferkamp sieht sich einer schwierigen Situation gegenüber, denn Wachtmeister Wörlemann wirft seinem Kollegen Jakobs vor, er habe voreilig und unnötig geschossen. Da Jakobs den Wahrheitsgehalt dieser Aussage bestreitet, wäre der flüchtige Tomi Selzer ein wichtiger Zeuge, aber Tomi stellt sich nicht, weil er keinesfalls ins Gefängnis zurück will.

Friedrich g. Beckahus als Geisel Er war unschuldig in Haft, durch die Geiselnahme jedoch muß er mit einigen Jahren Strafe rechnen. Haferkamp setzt alle Mittel ein, seines mißtrauischen Zeugen habhaft zu werden. Beinahe zwangsläufig führen diese Verwicklungen zur Katastrophe...

Ein Schuß zuviel ist ein eher ungewöhnlicher Haferkamp. Stellenweise hat der Krimi Leerlauf, stellenweise ist Tempo und Action drin. Zum zweiten Mal kommt Haferkamp ohne seine Exfrau Ingrid aus. Einen größeren Part hat in dieser Folge sein Assistent Kreutzer, der phasenweise auch mal allein ermitteln darf.

Es gilt hier keinen klassischen Mord aufzuklären, wie schon eine Folge zuvor in Die Kugel im Leib. Es geht nur um die Frage Schuldig oder nicht schuldig. Hat der Wachmann fahrlässig gehandelt oder nicht? Leider wird ausgerechnet diese Frage am Ende nicht befriedigend beantwortet. Auch der besagte Schuß zuviel wird nicht näher definiert.
 
Am spannendsten ist wohl die Verfolgungsjagd am Ende. Und wieder geschieht das selbe wie schon in den Folgen Das Mädchen von gegenüber und Die Kugel im Leib. Haferkamp treibt einen Verdächtigen mit seinen Verfolgungen und Verhören derart in die Enge, dass er am Ende stirbt - bei eben einer dieser Verfolgungen.

Dies ist der dritte Fall, der derartig angelegt ist. Und Haferkamp steht am Ende da und sagt: "Was haben wir falsch gemacht? Eigentlich gar nichts. Man kann auch alles richtig machen, und doch Bockmist bauen."

Nebenher wird im Krimi die Geschichte des Häftlings Tommi erzählt, der zwischen zwei Frauen steht. Biggi und Sisi. Beide buhlen um den Kriminellen auf ihre eigene Art. Bei der Flucht des jungen Mannes entstehen schöne Bilder von alten Zechen in Essen. Besonders toll die Verfolgungsjagd auf einem stillgelegten Zechengelände.
 
In Nebenrollen spielen hier u.a. Horst Pinnow mit, der als Hörspielsprecher genauso bekannt ist, wie als Darsteller. Man kennt ihn auch aus der Sesamstraße und aus vielen Hörspielfolgen von Benjamin Blümchen. Ein anderer Gast ist Helmut Krauss. Bestens bekannt als Hörspielerzähler (z.B. bei Offenbarung 23) und als Nachbar Paschulke bei Löwenzahn. Hier sieht man ihn noch recht jung mit schwarzer Tolle.

Diese Folge stellt ein Jubiläum dar. Es ist der 100. TATORT insgesamt. Die Einschaltqoute betrug 36%, wurde aber schon nach Marktanteilen berechnet. Insofern ein beachtliches Ergebnis.

 
Kommissar Haferkamp - Hansjörg Felmy
Kreutzer - Willy Semmelrogge
Tomi Selzer - Thomas Ahrens
Birgit Illich - Michaela May
Sisi Feldmann - Nora Barner
Rudi Jakobs - Herbert Stass
Frau Jakobs - Vera Kluth
Günther Wörlemann - Friedrich-Georg Beckhaus
Autor - Wolfgang Mühlbauer
Regie - Hartmut Griesmayr
Erstsendung:  04.06.1979
 

 

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