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Derrick und seine Fälle: Folge 7 - Madeira

Derrick und seine FälleFolge 7
Madeira

Für den allein stehenden Paul Bubach, einem sympathischen Herrn, ist es ein Leichtes, die Bekanntschaft älterer vermögender Damen zu machen. Vor allem, wenn er von der herrlichen Insel Madeira schwärmt, wo er seinen Lebensabend zu verleben gedenkt, hat er das Herz seiner Begleiterinnen schon gewonnen. Oberinspektor Derrick findet, dass die Sache nur einen Haken hat: Die Damen kommen niemals auf Madeira an, sondern verschwinden spurlos. Aber dem gütigen Herrn Bubach Morde zuzutrauen, scheint absurd. Auch Kläre, Bubachs Nichte, weist jeden Verdacht gegen ihren geliebten Onkel weit von sich. Da muss sich Derrick schon etwas einfallen lassen. (1)

Eiskalter Mörder: Bubach (Curd Jürgens)"Lady-Killer" Curd Jügens
Eine sehr schöne und spannende Folge, die sich fabelhaft in das Schema der ersten Folgen einreiht. Zuschauer und Derrick kennen den Mörder - es geht nur noch darum ihn zu überführen. Wie bei Columbo. Curd Jürgens spielt den Frauenmörder genial. Genauso genial wie in dem TATORT "Rot-rot-tot", in dem er einige Jahre darauf eine ganz ähnliche Rolle innehatte. Dort tötete er vornehmlich rothaarige Damen.

Der vornehme Herr Bubach sucht den Kontakt zu reichen älteren Damen, die sich nur allzu gern von ihm betören lassen. Er schwärmt Ihnen von der Atlantikinsel Madeira vor, und schon sind sie ihm verfallen. Sein letztes Opfer hinterlässt einen Hund. Dieser Hund ist für Derrick die einzige Spur, und so entpuppt sich das Tier als wichtiger Tippgeber für den Oberinspektor. Zum ersten und einzigen spielt ein Tier in einem Derrick eine Rolle. Später kamen Haustiere in der Kriminalreihe merkwürdigerweise nur noch selten bis gar nicht mehr vor.

Die Tochter folgt dem Vater
Klar, dass Curd Jürgens hier als Giftmörder die besondere Rolle spielt. Doch auch die junge Susanne Uhlen fällt auf, nachdem ihr Vater Wolfgang Kieling bereits in Folge 1 den Mörder mimte. Uhlens Einstand beim Derrick ist sehr gelungen. Die Nichte von Herrn Bubach bekommt schnell spitz, dass mit ihrem Onkel etwas nicht stimmt und beginnt eigenständig zu ermitteln. In einer der letzten Derrick-Folgen (280) wird Susanne Uhlen dann selbst eine Mörderin spielen, während sie in anderen Folgen immer zwielichtige Charaktere mimte.

Diese Folge wurde als sechste Folge produziert und war der zweite Beitrag von Regisseur Theodor Grädler, der insgesamt 50 Derrick-Folgen inszenierte.

Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Curd Jürgens, Susanne Uhlen, Elfriede Kuzmany, Inge Birkmann, Paula Denk, Werner Pochath und andere
Musik: Erich Ferstl, Titelmusik: Les Humphries, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film- und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Theodor Grädler. Erstsendung: 06.04.1975
 
(1)= Text Inhaltsangabe
(c) by author
 
Nächster Fall. Derrick und seine Fälle: Folge 8 - Zeichen der Gewalt
Voriger Fall: Derrick und seine Fälle: Folge 6 - Nur Aufregungen für Rohn
 

Kommentare  

#1 Robert 2021-02-14 10:55
Für mich persönlich die Nummer 1 unter allen Derrick Folgen. Nicht nur die Darsteller, auch die filmische Umsetzung ist überdurchschnittlich.

Beim ersten Mord schaut man noch zu und hört Charles Trenet La Mer von der Platte. Beim zweiten Mord reicht schon das Lied um zu wissen was passiert, und beim Finale hört man das Lied und weiß, bis die Nichte aus dem Haus läuft, einen Augenblick nicht was gerade passiert. Dramaturgisch hervorragend umgesetzt.

Madeira gehört neben Tod am Bahngleis und Das leere Zimmer, zu den Folgen, aus denen man auch einen abendfüllenden Kinofilm hätte machen können.
#2 G. Walt 2021-02-14 12:50
Es waren allgemein sehr starke Folgen, wenn Reinecker sein Howcathem-Prinzip anwendete. Du hast Recht @Robert: Wenn Madeira das Paradebeispiel für einen guten Krimi in der Derrick-Frühzeit darstellt, dann gilt das für Das leere Zimmer in der Spätzeit. Mit abendfüllenden Spielfilm würde ich mich da aber zurückhalten. Das 60 Minuten- Format war für derlei Krimis ideal.
#3 Frank Reichelt 2021-02-15 19:22
Warum vergiftet Herr Bubach die Damen eigentlich mit Sekt? Ein Glas Madeira wäre doch viel passender gewesen! :o

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