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Logischer Sachverstand – Scheer, Mahr, Castor - Fehlt der Serie heute ein Themen – Koordinator?

1Logischer Sachverstand – Scheer, Mahr, Castor
Fehlt der Serie heute ein Themen – Koordinator?

Manchmal fragt man sich das schon beim Lesen der Hefte … siehe Überschrift.ich möchte jetzt auch nicht despektierlich klingen und Niemandem auf den Schlips treten, bitte nicht falsch verstehen als persönliche Kritik,wir wollen uns nur objektiv mit der Serie beschäftigen (so objektiv wie möglich) aber heute wird die Reihe von einem Germanisten und einem Niederlandisten gemanagt, früher gab es, so schien es zumindest, mehr technisch-logischen Sachverstand in einer Serie, wo ja immerhin Science Fiction drauf steht.

Na klar, auch Jack Vance ist Science Fiction oder Zimmer-Bradleys Darkover. Allerdings eine andere Art. Aber der Perry besaß früher eine technische Dimension, nicht nur in den Schilderungen der Hefte, sondern auch im Hintergrund, der heute nicht mehr so zu existieren scheint außer in den Diskussionen der Risszeichner oder bei Leuten, die Drei-Dee-Modelle erstellen. Aber das sind meist alles Fans, nicht die Profis und Macher im Hintergrund der Serie.

Klaus Mahn alias Kurt Mahr oder Rainer Castor, die Macher der technischen und pseudowissenschaftlichen Details, die für mich einen großen Reiz an der Rhodan-Serie ausmachten, fehlen an allen Ecken und Enden. Die Reihe verkommt für mich zu einer Art erzählender Welraum-Fantasy ohne logischen Hintergrund mit kleinen Einsprengseln von bizarren Steampunk-Erzählungen auf unterentwickelten Planeten von wirklich unwichtigen Nebenschauplätzen.

Diese sind nicht schlecht erzählt, durchaus phantasievoll, aber das ist eben nicht alles. Pralle Buntheit gibt es auch anderswo und der vielgepriesene Sense of Wonder sollte techno-logisch unterfüttert und ausgebaut werden, damit wieder SF herauskommt und nicht bloß eine reine Märchenerzählung (die es auf technischer Ebene natürlich ist). So war es nämlich immer beim Perry, beide Schienen liefen nebeneinander her und ergänzten sich so gegenseitig.Natürlich war Scheer damals der erste Technik-Fan mit seinen großen Raumschiffen, die immer gewaltiger wurden (von der STARDUST II über die TITAN bis zur CREST III) oder später immerhin durch andere Autoren ausgebaut: die BASIS.

Aber diese blieb ein Einzelstück und wurde auch nicht immer pfleglich behandelt.Ultraschlachtschiffe hingegen gingen in Serie. Scheer haben wir auch OLD MAN zu verdanken, den Monsterroboter mit seinen rund  300 km Durchmesser.Auch Schiffe wie die MARCO POLOn werden wohl noch aus seiner Phantasie entsprungen sein  mit dem legendären Dimesextatriebwerk von Waringer und den Pralitzschen Wandeltastern. Diese Technikbeschreibung  und Begeisterung nahm unter Voltz dann naturgemäß ab, denn dieser war anders orientiert.Immerhin haben wir seiner Expokration noch die vielgerühmte SOL zu verdanken, die jüngst in zwei Miniserien à la 12 Heften wieder aufgetaucht ist.

Große Einzelschiffe als Rhodans oder Bulls Flaggschiffe gab es natürlich auch später bis heute. Das soll hier nicht geleugnet werden. Aber Einzelstücke sind keine große Flotte und das Abfrühstücken technischer Beschreibungen in festen Lexikon-Blöcken eines einzelnen Text-Abschnittes ist keine erzählerische Integration in die Handlung der Serie.Das liest sich dann nur wie eine Pflichtübung des jeweiligen Autors, der dann auftragsgemäß ein wenig „Technik“ eingebaut hat.Nein, nicht wirklich.Zwanzig Zeilen eines Block-Abschnittes sind keine  Verzahnung oder Einbeziehung in die Rahmenhandlungen der Zyklen  oder Einzelgeschehnisse der Hefte.Auch die als handelnde Personen eingebauten Wissenschaftler konnten früher mehr überzeugen und besaßen klarere Konturen mit ihren Erfindungen, von Kalup über van Moders, Leyden, Bysiphere, Waringer, Goshmo-Khan bis zu Hamiller und Kantor et.al.Dorksteiger hingegen konnte mich noch nie erzählerisch als Wissenschaftlerin oder vom Charakter her überzeugen.Sie blieb immer seltsam spröde und farblos, blass - ob nun im Hinter-oder Vordergrund erzählt.

Auch die das Heft  ergänzenden Texte von einer Seite am Ende  der Einzelerzählung fehlen nach wie vor und wurden durch Werbung des Verlages ersetzt. Hier war früher der Text von Rainer Castor oder der PR-Computer von Mahr. Diese Texte rundeten erläuternd und dadurch sehr stark verdichtend die Geschehnisse, die Technologie oder auch die Beschreibungen intergalaktischer Völker ab. Zusätzlich stützend  gab es das auch heute immerhin noch existierende Glossar hinten, dass allerdings sehr kurz gefasst ist, nicht oder selten vollständig und durchaus auch mal fehlerhaft.Außerdem erscheint es nicht in jedem hHft als ständige Begleitung.

Eine ständige Unterstützung durch eine technisch oder naturwissenschaftlich orientierte Person scheint heutzutage zu fehlen. Verena Themsen, die dafür ja  beruflich prädestiniert ist, scheint das nicht leisten zu können (subjektiver Eindruck). Immerhin ist das Archiv von Castor ja wohl  noch vorhanden; es scheint aber so, als würden die Inhalte nicht oder nur selten in die Handlungen einfließen oder als kämen keine neuen unterstützenden  Daten mehr hinzu, welche  die Handlung verdichten.

Das ist schade, denn der Eindruck mag natürlich subjektiv sein als Verklärung der Vergangenheit durch die romantische Brille des Langlesers, der seit rund 2700 Heften dabei ist, aber dennoch ist bei mir der Eindruck entstanden, als verkomme die Serie immer mehr zu einer Art Fantasy im Weltraum, bei der es keine Erklärungen  mehr nötig hat über die Technologie neuer Völker oder der Feinde. Immer können die terranischen Messgeräte nichts feststellen, nur Rauschen -  oder die Effekte der Gegner  liegen außerhalb ihrer technischen Messmöglichkeiten, wenn der Kantor-Sextant mal wieder versagt Ich sage mal ganz salopp aber herausfordernd, wer nichts von Technik oder Naturwissenschaft im Weltraum versteht oder verstehen will, sollte nicht versuchen, Science Fiction zu schreiben.Man kann dann ja zu politischen Anti-Utopien übergehen oder zu Familien-und Generationsgeschichten wie Darkover oder Dune.

Dafür braucht man weder technischen  Sachverstand noch logische Zusammenhänge.Aber so war der Perry eben nie wirklich orientiert; er hatte immer seine Pseudoerklärungen parat, die natürlich in der Realität 0.1. auch nur sinnloses Gebrabbel waren. Aber sie lieferten eine pseudowissenschaftliche Begründung, warum die Technologie der Gegner so funktionierte (oder die eigene oder die ganz eben von den Terranern dem Gegner  frisch geklaute …).

Dieses WARUM ? scheint heutzutage einfach zu fehlen ...

© 2020 by H. Döring

Kommentare  

#1 Mainstream 2020-09-01 08:01
-
Im Ernst?!
In jedem Satz ein Flüchtigkeitsfehler. Ab dem zweiten Absatz wird der Inhalt vollkommen irrelevant, man zählt nur noch die Schreibfehler. Nicht weil es Spaß macht, sondern ablenkt.
Bei aller Liebe zur Imperfektion, das hier erklärt sich überhaupt nicht.
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#2 AARN MUNRO 2020-09-01 08:20
Tippfehler werden immer am Morgen danach nachträglich korrigiert. So wie jetzt.
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#3 Mainstream 2020-09-01 10:51
-
Wow. Das ist wirklich ein starkes Konzept.
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#4 AARN MUNRO 2020-09-01 11:54
zitiere Mainstream:
-
Wow. Das ist wirklich ein starkes Konzept.


Das ist so, wie ich Zeit habe.Schließlich geschieht alles neben dem Beruf ... und es ist umsonst, ohne Geld.Dafür beklagst Du Dich ?Ich bekomme nichts und du zahlst nichts.Sei doch froh.
Habe übrigens eben selbst einen Tippfehler in einem Kommentar von Dir gefunden.Lies Dir noch mal die Kommentare vom "Boseman-Artikel" durch.
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#5 Cartwing 2020-09-01 17:47
wieder ein interessanter, gut geschriebener Beitrag, Fehler hin oder her... :-)
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#6 Mainstream 2020-09-01 18:09
-
Ja, darüber beklage ich mich.
Oder gibt Dir die Beitragshexe nur 15 Minuten zum schreiben, bevor sie Dich mit einem Fluch belegt?
Ich als Nichtleser von Perry Rhodan finde das trotzdem sehr informativ. Nur will ich es auch bis zum Ende lesen können, ohne ständig aus dem Fluss gerissen zu werden. Da hätte mir der Beitrag auch morgen gereicht.
Aber ich verstehe, dass Du das anders siehst, und merke mir das für die Zukunft.
Apropos Zukunft: Der Tippfehler stört bei meinem Kommentar? Also, ich finde eher meinen Satzbau unter aller Sau.
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