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Raumfahrt-Traumfahrt - Über Flottenfernfahrten in Zeiten der Hyperimpedanz

1Raumfahrt-Traumfahrt
Über Flottenfernfahrten in Zeiten der Hyperimpedanz

Einzelne Fernraumschiffe haben auch die Terraner, im aktuellen Zyklus ist es die RAS TSCHUBAI.Aber ganze Flotten kann immer nur der Gegner verschieben. Wie auch immer der das dann macht. Die Cairaner haben eine Million Schiffe in der Milchstraße wie einst die Laren mit ihren SVE-Raumern zu Zeiten des Konzils. Aber das war lange vor der kosmischen Transportbeschränkung durch die expokratischen, höheren Mächte.

Seit dieser Zeit beschränkt sich die Handlung auf die Milchstraße oder nur im Kleinen auf das Weite, Ferne.Einzelabenteuer von Perry&Co sind ja immerhin  dort möglich. Ausnahme ist jetzt die verschwundene und wiedergefundene Erde samt Luna im esoterischen Dyoversum, weit weg und doch so nah wie einst das Parresum.Hier gibt es natürlich der Handlung wegen ein paar mehr Terraner. Aber ist die Situation etwa besser? Nein, eher noch schlechter d.h. konservativer aufgestellt. Die Bewegungen im fremden Kosmos sind noch stärker eingeschränkt als im normalen Raum; die Technik funktioniert noch schlechter. Raumfahrt ist ein mühsames Geschäft dort und kann nicht unbeschränkt oder in kürzerer  Zeit durchgeführt werden.

Das mag zunächst interessant klingen, weil ja Schwierigkeiten erneut zu überwinden sind. Auf Dauer ist diese überstarke Einschränkung aber nicht nur langweilig, sondern auch ein Armutszeugnis der Erzählenden, die sich wohl freiwillig einschränken, weil sie nicht in der Lage zu sein scheinen, elaborierte Handlungsstränge mit größeren, freundlichen , auch terranischen Flottenmanövern über größere kosmische Entfernungen  beschreiben zu wollen.Bleibe also im Lande der hiesigen Galaxis und nähre dich redlich,anstatt auf weite Wanderung zu gehen wie der Peregrinus, der Wanderfalke,Dieser muss als Perry, um hier im Bild der Metapher zu bleiben, dies immer solo tun, während Bull die Probleme zuhause aussitzt und Däumchen hinter überdimensionalen  Schutzschirmen dreht.Aber was soll‘s:auch er hat ja nicht alles falsch gemacht. Irgendeiner musste ja in den letzten fünfhundert Jahren das terranisch-galaktische Haus aufräumen und instand halten.Das hat der Bull immerhin ganz gut hinbekommen nach dem Motto des Hauses von Oranien:J‘ai mentandrai!(Ich habe es bewahrt!).


Perry himself hingegen kann sich mit seinem Musterstück des einzelnen Fernschiffes zwar in fremden Galaxien bewegen, die sogenannte Vecuia anfliegen, ein Galaxiengeviert in einigen zweihundert Millionen Lichtjahren Entfernung ungefähr, hat aber jedenfalls keine Flotte mehr zur Verfügung für derlei kosmische  Dinge wie größere Handlungsprozesse. Überhaupt braucht man für Ferntransporte in größerem Ausmaß heutzutage die Technologie mindestens einer Superintelligenz oder darüber. Nur deshalb konnten die Cairaner in die Milchstraße vorstoßen in größerem Maßstab. Vor einem Zyklus benötigte der damalige Feind dafür noch aktivierte Sonnentransmitter. Perry und die Terraner hingegen scheinen momentan überhaupt gar keine Möglichkeit zu haben, mit größeren Flottenverbänden in die weite Ferne vorzustoßen.Dabei fällt den Autoren es meist doch gar nicht so schwer, derlei Manöver zu beschreiben, wie man in den Romanen rund um das ehemalige Arkonsystem sehen kann, die sogenannte Bleisphäre. Auch hier agierten ja diverse Flotten diverser Gruppen und Gegner in fleißigem, wenn auch mitunter hilflos wirkendem Herummanövrieren und in einigen Kämpfen zwischen Naats, deren außergalaktischen Verbündeten, den Lhadonen und den Arkoniden.

So überlegen ist die cairanische Technologie gar nicht; sie haben eben nur viele Schiffe in der Milchstraße. Aber zum Glück wollen sie nicht bleiben, wie einst die Laren, sondern wollen wieder abziehen in das Dyoversum, das sie dann unwiederbringlich hinter sich verschließen wollen, weil sie schmollen und sich in die dunkelste Ecke des Multiversums zurückziehen müssen. Aber das Thema hier ist ja nicht der Feind mit seinen Flotten, sondern die Terraner unter Perry, mir ihrer hypothetischen Fern-Kampfflotte.Diese müssten einmal wieder mutig aufbrechen in fernste Fernen oder tiefste Tiefen des Weltalls, um sich mit den dortigen Gefahren herumzuschlagen und diese zu lösen.So einen Fall hatten wir lange nicht mehr … aber das war ja auch eine andere Expokratie, weniger weinerlich, weniger defensiv, mehr die „Hoppla, jetzt-komm-ich-wohin-mit dem-Klavier“-Partei.

Diese alte Frische, die uns an Sturm und Drang erinnert, würde dem lahmen Perry (und dem herumsitzenden Bull erst recht) heute ganz gut tun; es käme wieder etwas Pfiff in die breit gebauten Erzählungen, etwas mehr Rasanz, wenn man weniger Zeit in Nebenschauplätze investieren wüdre und gleich zu Beginn eines Zyklus in medias res käme, ohne erst rund vierzig Bände für unwichtige Handlungsorte am Rande der bekannten Galaxis  auf einigen Hillbilly-Welten zu verschwenden, die nur einmal in der Handlung vorkommen und dann nie wieder.(Star Wars hat ja Tatooine für so etwas, den Rand-Sandplaneten).Meist zwar gut entworfen, aber nur einmal im ganzen Zyklus, also in einem oder eventuell zwei Folgeheften erwähnt, nützen diese Randerzählungen Niemandem, weder dem Leser noch dem Zyklus.Nur der Autor macht sich einen Spaß.Entscheidend ist: es muss vorwärts gehen im Großen … und das ganz wörtlich: Perry benötigt eine Fernflotte, nicht nur ein einziges Schiff. Terra war immer stark, wenn es eine starke Flotte hatte.

Wie sagte Rhodan doch in einem der ertsen Bände, als es galt, eine Weltregierung zu schmieden: „und noch etwas, meine Herren! Die Erde benötigt eine Flotte, eine Raumflotte!“

Nachzulesen irgendwo zwischen Band 3 und 9.Oder im ersten Silberband.

© 2020 by H. Döring

Kommentare  

#1 Larandil 2020-08-21 14:30
In der Anfangszeit der Serie hatten die Terraner kaum eine andere Wahl, wenn sie nicht zwischen den anderen Mächten in der Milchstraße unter die Räder kommen wollten. Aber spätestens nach den Laren, der Liga Freier Terraner und der GAlaktschen VÖlkerwürde-Koalition haben sie sich zu Teamplayern entwickelt. Und dieses "Team Milchstraße" wäre schon fröh und glücklich, wenn es im eigenen Viertel und in der unmittelbaren Nachbarschaft den Frieden wahren kann. Da braucht man jetzt keine hunderttausend Fernraumschiffe.
Statt dessen mag man sich überlegen, ob der Wall um die Milchstraße zu Monos' Zeiten wirklich so eine schlechte Sache war, und nach Möglichkeiten suchen, sich abzuschotten. Andromeda hat ja vorgemacht, dass so etwas geht - auch unter der neuen Hyperimpedanz.
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