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Derrick und seine Fälle: Folge 171 - Wie kriegen wir Bodetzky?

Derrick und seine FälleFolge 171
Wie kriegen wir Bodetzki

Von einem Ärztekongreß aus Zürich kommend, sieht sich Dr. Heimhaus in der Hochgarage des Flughafens München-Riem gezwungen, einem offensichtlich Ohnmächtigen Erste Hilfe zu leisten. Aufmerksam geworden auf die kritische Situation ist der Arzt durch zwei junge Männer, die versuchten, die leblos wirkende Person in ein Auto zu schleppen. Für ärztliche Hilfe aber ist es, so das Ergebnis der kurzen Untersuchung, schon zu spät. Heimhaus meldet der Flughafen-Polizei den tragischen Vorfall...

Jagd auf Bodetzky (Gerd Haucke)Ins Parkhaus zurückgekehrt, sehen er und die Polizei mit Verwunderung zwar den Toten an derselben Stelle liegen, die beiden Männer aber sind inzwischen spurlos verschwunden. Am anderen Tag liegt der Autopsiebericht vor - Todesursache: Mord durch Zyankali und ein deutlicher Nadeleinstich in der Schulter des Toten. Der vermutlich im Parkhaus ermordete Harald Loss, ein freiberuflich tätiger Journalist, hinterläßt als einzigen Angehörigen seinen Vater, der in einem Altersheim außerhalb Münchens lebt. Ein Anrufer, der sich als Freund des toten Sohnes ausgibt, verabredet mit Walter Loss ein Treffen. Das platzt jedoch im letzten Moment, da der alte Mann infolge der Aufregungen um seinen Sohn einen Herzinfarkt erleidet und stirbt. Für Derrick eine herbe Enttäuschung, denn die Chance scheint vertan, diesen Unbekannten kennenzulernen, von dem man nicht weiß, ob er tatsächlich ein Freund des Journalisten ist - oder vielleicht dessen Mörder. (1)


Ost-Westspionage. Ein Thema wie es 1989 schon fast veraltet war. Doch in diesem Derrick spielt es erstmalig und zwangsläufig dann auch letztmalig eine Rolle. Ein Ostspion soll im Westen entführt werden, um dadurch einen im Osten im Gefängnis sitzenden Wissenschaftler frei zu pressen. Leider ist der Ostspion nicht so leicht zu fassen. Bodetzky erweist sich als schwieriger Gegner, so dass es bald einen Toten auf Seiten der Entführer gibt. Hier tritt Derrick auf den Plan, und das Vorhaben der Entführer droht zu platzen. Bodetzky hat seinen Gegner getötet, indem er ihm mit Hilfe eines Siegelringes, aus dem eine Nadel hervorragt, Gift in den Körper injizierte. Eine sehr raffinierte Mordmethode, die später in der Reihe noch einmal eine Rolle spielen wird, und zwar in der Folge "Gib dem Mörder nicht die Hand" (236). Raffiniert findet Derrick diese Methode jedoch nicht, er kennt sie aus alten Kriminalakten und weiß, dass schon im Altertum so gemordet wurde.

Eigentlich ist hier ein recht spannender Krimi entstanden, der jedoch ein wenig unter fehlender Logik leidet. Warum zum Beispiel, wollen die Entführer unbedingt, dass Ihnen der Vater ihres ermordeten Freundes hilft? Dafür ist kein Grund erkennbar. Auch kann der Mord höchstens als Notwehr gewertet werden, so ungewöhnlich und raffiniert er auch ausgeführt wurde. Klassisch gesehen, hebt sich diese Folge etwas ab, denn das Thema und die Figuren waren schon etwas einmalig im Derrick-Kosmos.

Regie führte wieder einmal (nach längerer Pause) Horst Tappert. Wieder zeigt sich dabei seine Vorliebe für langsame Kamerafahrten durch den Raum, und für abruppte Szenenwechsel.

Gerd Haucke spielt nach Folge 15 zum zweiten und letzten Mal in einem Derrick mit. 2008 verstarb der Schauspieler, der sich privat sehr für den Tierschutz eingesetzt hat. Hier spielt er den Bodetzky.



Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Willy Schäfer, Volker Lechtenbrink, Gert Haucke, Claus Ringer, Hans-Georg Panczak, Wolfried Lier, Paul Hoffmann, Reinhild Solf und andere

Musik: Eberhard Schoener, Titelmusik: Les Humphries, Regie: Horst Tappert, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film- und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Erstsendung: 06.01.1989

(1) Quelle: ZDF

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