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Die 80iger - Die Filme: Witness (Der einzige Zeuge)

Die 80igerWitness
(Der einzige Zeuge)

Der Amish-Junge Samuel (Lukas Haas), der zusammen mit seiner Mutter Rachel (Kelly McGilles) Verwandte besuchen will, wird  auf der Bahnhofstoilette des Bahnhofs von Philadelphia Zeuge eines brutalen Mordes. Der Polizist John Book (Harrison Ford), der den Fall übernimmt, findet durch den Jungen heraus, dass die Mörder Polizisten sind, die auch im Drogenhandel verwickelt zu sein scheinen.


Samuel (Lukas Haas)Books Kollegen setzen alles daran, sowohl den kleinen Samuel als auch John Book als Mitwisser für immer mundtot zu machen. Bei der ersten Konfrontation zwischen Book und seinen kriminellen Kollegen wird der Polizist verletzt und flieht zum Dorf der Amish, wo er Gesund gepflegt wird und sich vor seinen Verfolgern verstecken kann.

Doch der Polizist steckt in einer Zwickmühle. Die Anonymität des Dorfes bietet ihm einerseits Zuflucht, andererseits wissen seine Verfolger, dass er sich irgendwo unter den Amish versteckt hat. Gleichzeitig wird der Schutz, die er durch die Amish hat, zur Bedrohung für Samuel und seine Mutter Rachel, denn seine Anwesenheit führt die Mörder direkt zu den beiden Zeugen, die schuldlos in die Sache hineingeschlittert sind. Und als die korrupten Polizisten Book bei den Amish aufgespürt haben, kommt es zum Showdown.

Jiohn Book (Harrison Ford)Für den australischen Regisseur PETER WEIR war „DER EINZIGE ZEUGE“ sein erster Hollywood-Film, mit dem er nicht nur mit der Auswahl von HARRISON FORD und KELLY McGILLES ein sehr glückliches Händchen bewies. Zudem zeigt der Regisseur deutlich die Unterschieden zwischen den Amish (ohne sie zu karikieren) und den ‚normalen‘ Bürgern der USA. Und der Kinozuschauer muss erkennen, dass die Amish - sowohl körperlich als auch geistig - viel gesünder leben als sie selbst, auch wenn diese Bevölkerungsgruppe ganz auf Technik und auf den so genannten Fortschritt verzichten.

„Im Drehbuch wurde das Melodramatische der Story mehr betont: der Polizist, der bei den Amischen Zuflucht nimmt. Es hatte Humor, beschrieb aber nicht den Zusammenprall zweier Kulturen. Dann gewinnt das Ganze natürlich ungeheuer durch die Besetzung: die Amisch habe ich zum Beispiel ausschließlich von Ausländern, Nicht-Amerikanern, spielen lassen. Durch solches Verzerren komme ich der Wahrheit eher näher. Sie sprechen so zwar mit amerikanischem Akzent, sehen aber nicht wie Amerikaner aus.“ (1)

Rachel (Kelly McGillis) und Book (Harrison Ford„DER EINZIGE ZEUGE“ kostete 12 Millionen US-Dollar, spielte aber mit über 68 Millionen US-Dollar mehr als das Fünffache wieder ein. Der Film erhielt 1986 den Oscar für das „BESTE DREHBUCH“ sowie für den „BESTEN SCHNITT“ und war in den Kategorien „BESTER FILM“, die „BESTE REGIE“, den „BESTER HAUPTDARSTELLER“, das „BESTES SZENENBILD“, die „BESTE KAMERA“ sowie „BESTE FILMMUSIK“ nominiert.

Der Schauspieler HARRISON FORD bewies mit seiner Rolle in  „DER EINZIGE ZEUGE“, dass er auch jenseits der Star Wars- und Indiana Jones-Filme sehr wohl in der Lage war, schauspielerische Glanzleistungen zu präsentieren.

Zudem ist der Polizist John Book im Gegensatz zu Han Solo und Indiana Jones ein Mensch aus Fleisch und Blut, der Angst zeigt und dem schon mal der Kragen platzt, wenn sich ein paar Rabauken über die Amish lustig machen und sie versuchen zu provozieren.

„Bei allem, was davor lag, habe ich so wenig wie möglich zum Presserummel beigetragen. Alles, was ich sage, wird ja sofort zu einem Han-Solo-Zitat umgemünzt. Doch an diesem Film liegt mir persönlich sehr viel. Schon das Skript las sich ganz anders. Ich „sah" den Film sofort. Das war kein Film für Kinder, war das genaue Gegenteil von „Ein Offizier und Gentleman" und hatte dazu noch einiges zu sagen. Ich meine hier den moralischen Kontext des Films — so etwas ist selten genug.
Der Film hat einen moralischen Standpunkt, nimmt eine moralische Stellung ein, hat den Mut dazu. Aus dieser Perspektive gewinnt der Film seine Kraft, seine Impulse — und läßt die Zuschauer daran teilhaben. Im gleichen Maß, wie das die Protagonisten der Story tun. Ich meine: Hier wird ein ganz persönliches Verhältnis zu dem angesprochen, was „gut" ist, was „das Gute" ausmacht. Es wird eben nicht nur Emotion, und unbewußte Reaktion, mit Horror und Gewalt erzeugt
(2)

Samuel (Lukas Haas) und John Book (Harrison Ford)In Westdeutschland, wo „DER EINZIGE ZEUGE“  am 24. Mai 1985 in die Kinos kam, blieb er etwas hinter den Erwartungen zurück. Den Film besuchten leider nur 1.030.542 Kinozuschauer und erreichte Platz 18 in den deutschen Kino-Charts.

„Einmal mehr eine Paraderolle für Hollywoods Top-Star Harrison Ford, diesmal als Polizist in dieser spannenden Mischung aus Thriller und Liebesgeschichte von Regisseur Peter Weir. Der Australier, mit dem Ford ein Jahr später in "Mosquito Coast" erneut zusammenarbeitete, drehte einen der wenigen Filme, der sich einfühlsam und atmosphärisch dicht mit den Lebensgewohnheiten der Religionsgemeinschaft der Amish auseinandersetzt. Oscars für das beste Originaldrehbuch und für den Film-Editor Terry Thom Noble, Nominierungen für Ford, Weir und Komponist Maurice Jarre.“  (3)

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Der einzige Zeuge
Witness
(Der einzige Zeuge)

USA 1984

Regie: Peter Weir

DARSTELLER
Harrison Ford als John Book
Kelly McGillis als Rachel
Lukas Haas als Samuel
Danny Glover als Detective Lt. James McFee
Alexander Godunov als Daniel Hochleitner
Josef Sommer als Paul Schaeffer
Patti LuPone als Elaine
Viggo Mortensen als Moses Hochleitner

(1) Peter Weir
(2) Harrison Ford
(3) Prisma Online

© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Pisanelli 2011-01-06 07:59
Ich bin mir nicht ganz sicher, aber kam dieser Artikel nicht schon mal? Egal, der Film ist einer der besten von H. Ford. Ein Krimi der etwas anderen Art. Er thematisiert das Thema "Gewalt" auf eine unorthodoxe Weise und die Schauspieler setzen die Story toll um. Auch wenn der Film inzwischen älter ist und wahrscheinlich modernen Maßstäben nicht mehr gerecht würde - ich sehe ihn mir immer wieder gerne an.
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