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Das ewige Leid mit den Heftromanen

In (Multi-)Medias Res - Die Multimedia-Kolumne
 

 

Kommentare

#136 Sarkana 2011-11-08 19:25
Ach, auch bei Kelter sind ab und an ganz gute Dingen zu lesen. Jan Gardemanns magisches Amulett ist sicher keine Hochliteratur, aber fast durchweg gut lesbar. Und Irrlicht/Gaslicht ist, gelegentlich sogar mit neuen Romanen, moderner als alles was Bastei in den Jahren nach dem Mitternachtsroman da so verbrochen hat. Romantic-Thriller muß man nicht toll finden (ich kann mit den meisten Mystery-Thiller-Heften noch weniger anfangen als mit Gaslicht), aber im Rahmen des Genres ist das durchaus vorbildhaft. Ich wollte damit nicht Kelter loben, die lästerliche Bezeichnung "Verlag mit dem grünen Punkt" haben sie sich redlich verdient. Und oftmals zeigt Kelter immerhin, was ohne Geld alles machbar ist. Basteis Bemühungen sehe ich im Übrigen äußerst skeptisch Die neuen Taschenhefte sind eine Nachauflage von Zeug aus den 80'ern. Neue Serien sind noch nicht mal auf der Homepage, die im übrigen in Teilen noch übler als die von Kelter ist (was gar nicht so einfach ist). Bastei lebt im Wesentlichen von , längst vergangenen, besseren Zeiten. Ob das ebook nun die Rettung sein wird, sei mal dahingestellt. Was Werbung angeht, hat sich Kelter jedenfalls als flexibler erwiesen.
#137 Rüdiger 2016-10-13 11:57
In meiner Stadt & Region ist das Angebot eigentlich noch recht umfangreich. (Auch der einigen Kreisen unerwünschte 'Landser' stand als 'Weltkrieg' wieder auf und feiert sozusagen fröhliche Urständ' ...)
#138 Christian B. 2016-10-23 16:24
Fraglich an diesem Artikel ist vor Allem, woher der Autor seine Infos nimmt. Bestes Beispiel folgendes Zitat: "[...] Heute überschreiten den Durchschnitt von etwa 11.000 Exemplaren nur noch 'Schlachtschiffe' wie „JERRY COTTON“, „JOHN SINCLAIR“ sowie „G. F. UNGER“. Arzt- und Frauenromane lassen wir dabei mal außer Acht." Alleine dieses Zitat zeigt mir, dass der Autor dieses Artikels nur sehr beschränkte Kenntnis über die derzeitige Marktsituation des Heftromans allgemein hat.

FAKT IST: Heftromane sind nach wie vor gefragt. Das beste Beispiel dafür liefert derzeit die Serie "Perry Rhodan", von deren Publikationen allein in der Standard-Ausführung ohne die zusätzlichen Sonderveröffentlichungen bis zu 80.000 Exemplaren pro Woche beträgt. Eine beachtliche Auflage. Direkt dahinter folgt "John Sinclair" mit derzeit knapp 35.000 Exemplaren pro Woche (auch hier sind Sonderveröffentlichungen ausgenommen). Die Zahlen stammen aus Anfragen, die ich selbst an die jeweiligen Redaktionen geschickt habe.

Alleine das zeigt die nach wie vor wichtige Stellung des Heftromans in zumindest zwei bestimmten Genres.

Aber auch hier gilt: Problemfrei ist der Heftroman nicht. Ja, die Lesergemeinde beginnt an vielen Ecken zu schwinden. Oft höre ich immer wieder von beherzten Leser/innen der Heftromane Klagen über abnehmende Qualität in ihren Lieblingsreihen, über plumpe Handlungsabläufe, lachhaft simple Charaktere und Settings oder einfach nur über das Bedauern, dass es die eine oder andere Lieblingsreihe einfach nicht mehr gibt. Grund dafür ist der Generationswechsel im Heftroman-Geschäft. Bestes Beispiel: DER LANDSER. zeit seines Bestehens immer schon umstritten, hatte er doch seine Fangemeinde und wurde vermehrt von Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten gelesen und abonniert. Doch nach der Einstellung gab es eine Art Schockstarre. Die Fans der LANDSER-Heftromane waren enttäuscht und traurig über das Ende ihrer Lieblingsreihe. Selbst die neu gegründete WELTKRIEG-Heftromanreihe konnte die Lücke, die DER LANDSER hinterließ, offenbar bei vielen Menschen nicht mehr füllen. Nun wissen wir ja, welch Geistes Kind diese Heftromane liest und wollen diese Reihe auch nicht schönreden. Bei Weitem nicht. Dennoch zeigt DER LANDSER, dass Heftromane durchaus ihren Stellenwert haben, wenn sie denn ein beständiges Publikum ansprechen können.

Perry Rhodan, John Sinclair und die neue WELTKRIEG-Heftromanreihe schaffen eben genau das. Sie haben über Jahrzehnte hinweg in den verschiedensten Generationen sich ihre treue Fangemeinde geschaffen, indem sie interessierten Leser/innen genau das boten, was diese suchten: Spannung, Abwechslung, halbwegs anspruchsvolle, aber durchaus verständliche Inhalte, etwas fürs Auge und ein Gefühl von Beständigkeit. Werte, die ein typischer Roman im klassischen Sinne nur selten aufbringen kann.

Der Autor sollte dem Heftroman nicht seinen Rang absprechen. Das wäre wider den bestehenden Tatsachen. Vielmehr sollte dieser Artikel sich mit der Frage befassen, wie man den Heftroman endgültig ins 21. Jahrhundert holen kann. In den Zeiten von E-Book, Tablet, High-End-Spielekonsolen, Online-Streaming medialer Inhalte sowie Internet-Blogs ist es für Heftromane zunehmend schwieriger, sich zu behaupten. Seit dem Aufkommen von Wattpad ist nun auch Jeder gleich Leser & Autor in einer Person, kann seine eigenen kleinen literarischen Meisterwerke verfassen, ohne am Ende auch nur einen Cent zahlen zu müssen. Ein Umstand, der für eine massive Konkurrenzvergrößerung sorgt.

Da würden selbst die beständigen Fangemeinden wenig helfen. Was also lässt sich zum Schluss sagen? Der Heftroman ist weder tot, noch vom Aussterben bedroht. Aber er neigt dazu, immer weniger zeitgemäß zu sein. Wenn der Heftroman als Publikation weiterhin Bestand haben soll, muss er sein Potenzial zu 200% auf das E-Book und die Online-Publikationen übertragen. Nur so lässt sich der Stellenwert des Heftromans bewahren und weiterhin fortführen.
#139 Harantor 2016-10-23 17:30
Ich frage woher der Kommentator seine Infos hat. Die Durchschnittswerte der Bastei-Serien sind nach Angaben des Verlages aus den Geschäftsberichten errechnet, angereichert durch Zusatzinfos aus Hintergrundgespräch mit Verlagsmitarbeitern. Und amn bekommt immer wieder zuh hören, dass das erfolgreichste Produkta us Basteis Produktion nicht etwa Sinclair ist, auch nicht Cotton, sondern G.F. Unger. Dieses flammende Plädoyer ist zwar hübsch, träfe aber letztlich die Verhältnisse der Neunziger. Eben mit Ausnahme von PR ist die Lage des Heftromans nicht so berauschend. Im aktuellen Geschäftsbericht von Bastei kann man lesen, dass das Segment von 10,5 auf 9,8 Mio gefallen ist (bei tausend Titel p.a.) kommen keine gewaltigen Auflagen mehr heraus.

Und digital kommt, aber mit den bestehenden altbackenen Inhalten ist das Potenzial nicht bei 200 %, zumal ein Großteil der Digital-Umsätze weder vom Heft noch von originär digitalen Inhalten stammt, sondern vom erfolgreichen Hardcover/Taschenbuchprogramm herrührt.
#140 Rüdiger 2016-10-23 17:36
"Nun wissen wir ja, welch Geistes Kind diese Heftromane liest und wollen diese Reihe auch nicht schönreden." Unpassend. Die Hefte die ich gelesen habe waren weder kriegsverherrlichend noch NS-sympathisierend.

"Wenn der Heftroman als Publikation weiterhin Bestand haben soll, muss er sein Potenzial zu 200% auf das E-Book und die Online-Publikationen übertragen."

Ich möchte wenn ich lese ein Buch oder Heft in der Hand haben und kein elektronisches Gerät ...
#141 Kari Sulhanen 2017-03-20 16:31
Den Satz "Eigentlich kein Wunder, wenn man sich Abends und am Wochenende auf den Straßen das besoffene und lärmende Schüler- und Studentengesindel anschaut. Die anscheinend wirklich nur noch feiern und saufen im Kopf haben. " ist nicht nur falsch geschrieben, sondern auch noch starker Tobak und eine dümmliche Verallgemeinerung!
#142 Kari Sulhanen 2017-03-20 16:33
Der Satz "Auch die Intelligenz scheint in Deuschland rapide zu sinken. So besagt eine neue Studie, dass der Durchschnitts-IQ von 107 auf 98 gesunken ist. Tendenz weiter sinkend. Eigentlich kein Wunder, wenn man sich Abends und am Wochenende auf den Straßen das besoffene und lärmende Schüler- und Studentengesindel anschaut. " ist starker Tobak und nicht wahr. Wo ist denn die genannte Studie veröffentlicht worden?

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