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Derrick und seine Fälle: Folge 200 - Offener Fall

Derrick und seine FälleFolge 200
Offener Fall

Oberinspektor Derrick wird von der jungen Journalistin Manuela Bolitz über einen heimtückischen Mordplan informiert. Gegen eine hohe Geldsumme soll ihr Vater seinem alten Bekannten Kurt Kubian Beihilfe zu einem Mord leisten. Den Auftraggeber habe Kubian nicht verraten. Doch bevor Kubian von Derrick gestellt werden kann, wird er selbst tot in seiner Wohnung aufgefunden. Wurde ihm der geheimnisvolle Mordauftrag zum Verhängnis?


Gemeinsam mit seinem Kollegen Harry Klein begibt sich Derrick auf die Suche nach dem mysteriösen Urheber des geplanten Komplottes. (1)

Die 200er-Marke
Für einen Jubiläumsfilm ist die Handlung recht mager. Wenn man bedenkt, dass es der 200. Fall ist, dann ist das fast beschämend. 200 ist schon eine besondere Marke. Zumindest aus damaliger Sicht. Nicht mal einen 90-minütigen Film hat man sich zu diesem Ehren-Fall gegönnt. Jeder Derrick soll 60 Minuten lang sein. Das war wohl ein eher ehrgeiziges Ziel der Macher. Dabei vergisst man aber, dass selbst die 61. Folge über 70 Minuten lang war - die einzige mit Überlänge. Tatsächlich gibt es Parallelen zu Ein Ein Kongress in Berlin. Es geht auch hier um Wissenschaftler, geheime Dokumente und Wirtschaftsinteressen.

Zur Handlung
Hier nun geht es um einen Mann, der den Auftrag bekommt jemanden umzubringen. Er verweigert sich jedoch. Am nächsten Tag ist er selbst tot. Der Verdacht liegt nahe, dass die Auftraggeber den Mitwisser ins Jenseits beförderten. Doch die Tochter des Opfers forscht ein wenig nach und hilft Derrick eine Spur aufzunehmen, die eine ganz andere Lösung des Falles nahe legen. Auf der anderen Seite der Auftraggeber gab es noch eine Interessengruppe, die den Mordauftrag verhindern wollte, und deshalb den vermeintlichen Killer erschoss. damit wollte man das Objekt der Begierde, Der Geßler schützen. Die Mörder sind auch bald gefunden, doch beweisen kann Derrick den beiden Franzosen nichts. Er muss sie ziehen lassen.


Fall gelöst, aber Täter entkommen
Damit bleibt der Fall ungelöst. Der Titel "Offener Fall" suggeriert dem Zuschauer, dass dies der erste offene Fall für Derrick ist. Dies stimmt auch soweit, wenn man ein paar andere Fälle weglässt, die im juristischen Nachspiel, welches nie gezeigt wird, ebenfalls wohl zu einer nicht befriedigenden Lösung kommen würden. Der nächste ungelöste Fall zumindest erwartet uns erst im nächsten Jubiläum, zur 250.


Ein müder Derrick, wenn auch mit gut aufgelegten Gaststars. Ein überzeugendes Gastspiel liefert Maja Maranow ab, die man gerne noch einmal in der Reihe gesehen hätte. Thomas Holtzmann, erstmals in der Folge Via Bangkok dabei, feiert ihr seinen Ausstand nach vier beeindruckenden Einsätzen. 

Derricks Outfit
Derrick trägt in der Folge in einigen Szenen eine Brille, in anderen nicht. Das zeigt ganz deutlich, dass ihn die Brille wesentlich älter erscheinen lässt. Ab Folge 203, Tod auf dem Hinterhof ist die Brille dann im Dauer-Einsatz. 


Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Maja Maranow, Günter Mack, Daniel Friedrich, Siegfried Kernen. Thomas Holtzmann, Edwin Noel, Werner Schulenberg, Torsten Münchow, Günter Gräwert und andere
Stab: Musik: Frank Duval Titelmusik: Les Humphries, Regie: Zbynek Brynych, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film- und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Erstsendung: 28.06.1991

(1) ZDF

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Kommentare  

#1 Jens Gonser 2020-12-22 01:40
Ein kleines Problem ist, dass die Lösung doch einige Logik-Schlaglöcher beinhaltet. Professor Gessler sagt, er habe erst von Derrick erfahren, dass jemand einen Killer auf ihn angesetzt habe. Da stellt sich die Frage, wer hat beiden französischen Männer informiert und auf Kubian angesetzt, der ja kein professioneller Killer ist, sondern der Gärtner von Dr. Bloss. Und der Auftraggeber '(Bloss junior)wird die Sache ja nicht brühwarm dem potenziellen Opfer verraten haben, was er plant. Irggendwie hat sich da Reinecker in seinem eigenen Konstrukt verheddert, wie mir scheint.
#2 G. Walt 2020-12-22 11:32
...was ja nicht selten war @Jens Gonser. Ich meine das mit dem Verheddern. So einige Geschichten wirken doch aus heutiger Sicht recht flach und einfach. Wenn man bedenkt, dass dies einmal das Aushängeschild des ZDF war.

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