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Kurt Mahr: Der Mann aus dem Nichts - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 157

1Kurt Mahr: Der Mann aus dem Nichts
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 157

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Der Mann aus dem NichtsHandlung:
Im Jahr 3583 erwacht auf Gäa in der Provcon-Faust, Hauptwelt des NEI, ein Mann nach einem Zechgelage in einer Gastwirtschaft. Er stellt fest, dass er sich an gar nichts erinnern kann, nicht einmal an seinen Namen. Der Wirt sagt ihm, er wäre am Abend vorher mit Sanssouq angesprochen worden. Dann fordern der Wirt und dessen Büttel von Sanssouq Geld. Dieser stellt überrascht fest, dass er über die Fähigkeit verfügt, beide Männer geistig zu übernehmen und ihm gehorchen zu lassen. Er nutzt diese Fähigkeit, um sich Geld zu verschaffen und unerkannt zu entkommen, bevor er sich in einem Hotel einmietet.

Einen Tag darauf hat Sanssouq plötzlich das Gefühl, er müsse nach Informationen über einen »Punkt der Umkehr« suchen. Er beginnt, in öffentlichen Datenbanken nachzuforschen, aber diese Suche führt zu nichts. Daher beschließt Sanssouq, sich Zugang zu den Systemen der Regierung zu verschaffen. Seine Kontrollfähigkeit soll ihm dabei helfen. Leider ist ein Mitarbeiter in der Datenzentrale extrem aufmerksam und stellt Sanssouq eine Falle. Roboter setzen ihn außer Gefecht, und er landet im Gefängnis.

Da die Sicherheitsorgane seine Identität nicht feststellen können und er sich zugleich als starker Mutant erwiesen hat, bietet Julian Tifflor, Prätendent des NEIs, Sanssouq ein Geschäft an: Er wird ihn begnadigen und ihn bei der Suche nach dem Punkt der Umkehr unterstützen, vorausgesetzt, Sanssouq arbeitet vorher für den Geheimdienst des NEIs und übernimmt eine Mission im Hauptquartier des Überschweren Maylpancer, des Ersten Hetran der Milchstraße. Sanssouq nimmt nach Bedenkzeit an, da er keine Wahl hat und Tifflor außerdem Andeutungen machte, er wisse wirklich etwas über den Punkt der Umkehr.

Mit Geldmitteln und einer falschen Identität als zwielichtiger Händler versehen, reist Sanssouq nach Selengi, einem ehemaligen Planeten des Solaren Imperiums, auf dem sich Maylpancer niedergelassen hat. Dort wird er aber in das Terranerghetto verfrachtet. Sanssouq rettet bei einer Schlägerei den Terraner Ochmar, der als eine Art Zuhälter arbeitet und dem Laren Senghor-Laa, Maylpancers Adjutanten, terranische Mädchen zuführt. Als Gegenleistung fordert Sanssouq, dass Ochmar ihn bei dem Laren einführt, und stellt ihm seine Hilfe bei der Beschaffung von Frauen in Aussicht. Tatsächlich nutzt Sanssouq – wenn auch mit schlechtem Gewissen – seine Begabung, um die junge Sanijah mitzunehmen.

Wie geplant, stellt Ochmar Sanssouq dem Laren vor. Sanssouq tritt selbstbewusst und provokant auf und kann den Laren überzeugen, dass er in der Lage ist, ihm jede Frau zu beschaffen, die dieser begehrt, selbst Maylpancers Geliebte Ingro. Der Mutant erhält Zugang zum »Hofstaat« in Maylpancers Festung. Er begegnet der Überschweren Mamma, einer Verwandten Maylpancers, und kann seine Kräfte einsetzen, um, wenn auch nach unerwarteter Gegenwehr, den Laren unter Kontrolle zu bringen und in seiner Begleitung nachts Zugang zu Maylpancer zu erhalten. Da der Überschwere wahrscheinlich gegen eine Übernahme immunisiert wurde, folgt Sanssouq dem vom Geheimdienst entwickelten Plan. Er übernimmt einen älteren Überschweren und lässt diesen ein Attentat auf Maylpancer verüben, das wie geplant scheitert. Sanssouq wird festgenommen und als Mutant erkannt, gibt aber Maylpancer zu verstehen, dass er der Sohn eines ermordeten Administrators vom Planeten Teringhe Khan ist, der dessen Tod rächen wollte. Maylpancer will den Mutanten in seinem Dienst sehen und teilt Sanssouq mit, nicht er sei der Mörder, er kenne aber sehr wohl dessen Identität. Senghor-Laa hat keine Erinnerung an die Fremdkontrolle.

Einige Tage vergehen. Zu Sanssouqs großem Entsetzen begeht Sanijah Selbstmord, nachdem sie dem Laren Senghor-Laa zugeführt wurde. Die wütende Mamma tötet daraufhin Ochmar und lässt dessen Leiche mumifizieren. Sanssouq hat inzwischen eine gewisse Vertrauensposition erhalten und findet heraus, dass sich unter der Festung eine riesige larische Computeranlage befindet, mit deren Hilfe die Überschweren versuchen, den Standort des Verstecks des NEIs zu lokalisieren. Es gelingt ihm, einen Wissenschaftler namens Machraq, der eine wichtige Rolle hat, zu kontrollieren.

In den Folgetagen setzt Sanssouq einen komplexen Plan um. Er gaukelt Maylpancer, auch mithilfe von dessen Verwandter Mamma, vor, es gebe einen Verräter in dessen Großprojekt. Dazu lässt er Machraq ungenehmigte Datenzugriffe ausführen und manipuliert zudem unbemerkt die Daten, so dass das Projekt unweigerlich zum falschen Ergebnis führen muss. Unter dem Vorwand, ein Treffen mit Ingro zu arrangieren, lockt Sanssouq den Laren Senghor-Laa in die Computerzentrale, wo er sowohl ihn als auch Machraq psionisch übernimmt. Zugleich hat er Maylpancer mitgeteilt, dass die Verräter vor Ort seien. Es kommt zur Konfrontation der Parteien, bei der Maylpancer und dessen Begleiter die beiden anderen töten, was zugleich die Spuren von Sanssouqs Eingreifen verwischt und den Tod Sanijahs rächt.

Sanssouq kann aus der Anlage fliehen und in ein Springerraumschiff entkommen. Er kehrt nach Gäa zurück, wo er von Tifflor für seinen Einsatz und die Abwendung einer großen Bedrohung der Menschheit belobigt wird. Tifflor erklärt ihm, dass sich Hinweise auf den Punkt der Umkehr in einem alten Datenspeicher des Imperiums auf Olymp befinden. Sanssouq soll intensiv geschult werden. Dann wird Tifflor ihn nach Olymp einschleusen.

Anmerkung:
Kurt Mahr legte die Vorüberlegungen zu diesem Roman im Perry Rhodan-Computer von PR 738 nieder.

Kritik:
Mit diesem Band legt Kurt Mahr den ersten Teil einer Trilogie vor.Sie spielt zeitlich in der von den  Laren übernommenen Milchstraße, nachdem Willi Voltz das Solare Imperium zerschlagen hatte, also etwa zwischen den Bänden  PR 650-750. Da aber Maylpancer bereits Leticron abgelöst hatte als erster Hetran der Milchstraße, ist der Roman eher dem späteren Teil des Zyklus zuzuordnen.Die Laren waren ja rund 120 Jahre die Beherrscher der Galaxis mit ihren SVE-Raumern.

Hier legt Kurt Mahr ein nettes Abenteuer vor, dass für ihn typisch ist. Eine Art Spionageroman im Rahmen größerer, kosmischer Ereignisse.Witzig vor allen Dingen ist der typische Beginn der Geschichte,indem sich der Protagonist nach einem Besäufnis in einer Kneipe  am nächsten Morgen an nichts erinnern kann  - der sicher nicht zum erstenmal so auftritt, sondern von vielen anderen Autoren ebenso gehandhabt wurde (genannt sei nur Ken Follets Raketenroman).Was Mahr jedenfalls hier dem Leser klarmachen möchte, ist die Verdeutlichung der Macht, die die Laren über die Völker der Galaxis haben mit Hilfe ihrer überschweren Knechte - und wie die Milchstraßenvölker darunter leiden.Das kommt überzeugend herüber, wobei allerdings Sanssouq, der Mutant, nicht immer moralisch hasenrein auftritt.Das ist eben die Anpassung an die geschilderte Wirklichkeit, denn letzten Endes arbeitet er ja dennoch für die NEI-Menschheit – und sich selbst natürlich.

Was dieser ominöse „Punkt der Umkehr“ ist, wird in den beiden Folgebänden noch geklärt werden.Insbesondere der dritte Band legt hier letztlich Klarheit vor.Jedenfalls handelt es sich um eine spannend geschriebene Intrige zur Endzeit der Larenherrschaft in der Milchstra0e, bei der auch der Protagonist nicht immer  moralisch ganz sauber herauskommt -  und auch die Folgebände werden noch besprochen.Dann wird man auch sehen, was hinter dieser ganzen Geschichte vom „Punkt der Umkehr“ steckt.

Der Mann aus dem NichtsDer Mann aus dem Nichts
Perry Rhodan Planetenromane Bd. 157
von Kurt Mahr
Titelbild von Johnny Bruck
Erscheinung: 1976

Handlungszeitraum: 3583
Handlungsort: Gäa, Selengi
Zusätzliche Formate: Autorenbibliothek 30
Untertitel:
Niemand kennt seine Herkunft – als Fremder kämpft er für die Menschheit

© 2022 by H. Döring 

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