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Irrungen-Wirrungen – Fünfhundert Jahre in der Zukunft – eine neue Welt

1Irrungen-Wirrungen
Fünfhundert Jahre in der Zukunft – eine neue Welt

Langsam nimmt der neue Zyklus Konturen an. Darauf hat der Leser ja lange warten müssen. Das schwarze Tuch der Nichtwissenheit wurde jetzt nach etwa einem Viertel des Zyklus ein wenig gelüftet. Am  Anfang standen ja sowohl Perry als auch Atlan unter dem Fünfhundertjahres-Kulturschock; sie gurkten auf völlig unwichtigen Planeten herum, schlugen sich auf mehr oder weniger irrelevanten Nebenschauplätzen mit den Gegnern oder zumindest dem Begriff des „Posizid“ und der „Datensintflut“.

Die Erde wurde wieder einmal verschwunden. Bull sitzt auf Rudyn im ehemaligen System der Zentralgalaktischen Union hinter einem Schutzschirm.Immerhin tauchte auch Tolot wieder auf. Der Leser lernte die Cairaner kennen, mit ihren Dharkschen Ringraumern, die Lhadonen, die sich vornehmlich als Piraten betätigen und einem Kriegerkult huldigen, ähnlich wie die Tiuphoren oder die ewigen Krieger.Die RAS TSCHUBAI  wird von ängstlichen Posbis  repariert. Der Weltenbrand ist lange her, diese Hypererschütterung der Emotionen, Gemüter und Übersensibilisierung der Wahrnehmung. Den hat Perry erfolgreich löschen können, auch wenn, wie es hieß, die Nachwirkungen noch einige Jahrhunderte anhielten. Die Erinnerung an Rhodan wurde in der Galaxis  allerdings auch meist  gelöscht.Dann wurden nach fünfhundert Jahren Starre endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Perry hat die Ersatzerde erforscht, deren Bewohner Angst davor haben, von den „Teanern“ genichtet zu werden. Eine weitere Legende taucht also auf. Auch  Bull wird nun mitgerissen und endlich aktiv nach einem halben Jahrtausend sitzender Passivität.

Aber nach fünfhundert Jahren Stillstand oder Rückzug geht es nun wieder voran. Inzwischen weiß man auch mehr über Cairaner und Konsorten. Sie stammen, genau wie die Lhadonen auch, aus einem weit entfernten „Galaxien-Geviert“, und hatten einst im Auftrag einer Kosmokratin unter ihrer eigenen Superintelligenz die Hinterlassenschaften anderer SIs in diversen Galaxien  weggeräumt, damit keine zusätzlichen Gefahren für den Kosmos entstehen.Dann wurde, wie genau, ist noch nicht bekannt, ihre eigene SI angegriffen und die Cairaner sind nun entweder auf der Flucht oder suchen in der Milchstraße irgend etwas. Genaueres ist noch nicht bekannt, wird aber sicher demnächst mitgeteilt. Denn Perry ist jetzt mit der aufgemotzten, runderneuerten RAS TSCHUBAI, dem momentan einzigen Fernraumschiff der Menschheit bzw. LFT/LFG, auf dem Weg in das cairanische Heimatgebiet.Getreu nach seinem alten Motto: hinfliegen und nachsehen. Und eventuell eingreifen natürlich, so weit die eigenen Mittel das erlauben und einige Dinge geraderücken.Militärische Eingriffe sind sicher nicht möglich, da hierfür die Ressourcen der RT zu schwach sind.

Andere Erkundungseinsätze, um mehr an Informationen herauszuholen, sollten  aber möglich sein. Immerhin hat man dank eines Gehirnfragmentes  bereits erfahren, dass die Waffe, die den Posizid in der Milchstraße erzeugt hatte, von den Cairanern illegal als Hinerlassenschaft einer toten SI erbeutet wurde. Also scheinen zumindest einige führende Cairaner an dem Datenchaos in der Galaxis beteiligt zu sein. Ob dies ein offizieller Angriff der Caitaner auf die Völker der Milchstraße war oder die Attacke einer Splittergruppe, ist noch nicht bekannt. Auch bei den Cairanern weiß nämlich nicht jeder führende Kopf alles.Genausowenig wie der Leser.Während Atlan sich inzwischen um das noch immer verschlossene Arkon-System kümmert, das als „Bleiwolke“ dahinvegetiert, muss Rhodan also demnächst wieder einmal Fernerkundung betreiben.Empfanden einige Leser den Teil über die Ersatzerde, als zu langgezogen, waren gelangweilt über die Langsamkeit, mit der der Zyklus begann, so scheint sich jetzt jedoch wirklich neuer Schwung aufzutun. Atlan will Genaues über das verborgen Arkon wissen, das der Realität zu entgleiten scheint.

Rhodan hingegen sollte es wohl gelingen, anstatt auf unwichtigen Randplaneten herumzugurken wie einst im Cappin-Zyklus (Wesakenos) gleich in medias res zu springen … und die Verhältnisse in der Cairanischen Galaxis zu erkunden, indem er gleich zupackend zur Sache kommt, wie es seine Charaktereigenschaft  ja eigentlich ist.Dazu ist die RT ja auch ein Trägerschiff mit vielen Beibooten, die zur Fernerkundung ausgeschickt werden können.Wir werden als Leser sehen, was da demnächst auf uns zukommt. Es ist jedenfalls gut zu sehen, dass nach dem so langsamen Beginn des Zyklus nun wieder Schwung in die Serie hinein rückt.Einzige Enttäuschung war und ist noch immer die Erwartungshaltung des Lesers, also von mir. Hatte man mit den Hintergründen der Cairanischen Invasion nun über zwanzig Bände hinter dem Berg gehalten, so dass der Leser wer weiß was an phantastischen Hintergründen vermutet, die sich die Expokraten ausdachten, so ist man doch nun wieder enttäuscht, weil man auf alte Pfade zurüclgebracht wurde: „Nur“ eine weitere Superintelligenz und eine Kosmokratin … also alles, wie weiland bisher. Gebrauchte Begriffe, nicht wirklich begriffliches Neuland.Die Variation der Begrenztheit expokratischer Vorstellungen also als ästhetische Aufgabe. Als Leser hätte und habe ich nach den zwanzig „schwarzen“ Bänden eigentlich ein Mehr an neuer Phantasie erwartet.Die Erwartungshaltung wurde dann aber auf die bekannten Begriffe heruntergebrochen. Schade, denn hier hat die Expokratur meines Erachtens eine Chance vertan, die Phantasie im Kosmos mal wieder richtig spielen zu lassen.

Andererseits ist das Bekannte und Vertraute begrifflich gut für den Stammleser als Wiedererkennungswert. Viele Leser werden sich wohl zufrieden geben, mit dem Angebotenen.Sie sind es ja nicht anders gewöhnt.Die  „Lehre von Thez“ wirkt eben noch nach, als neue Ideen nicht wirklich von vielen Lesern akzeptiert nachvollzogen wurden.Immerhin verdanken wir  diesem Thez-Tyklus nun, dass zumindest in der Milchstraße, das Zwiebelschalenmodell zeitweilig ausgehebelt wurde. Das hindert aber eben auch Hilfsvölker anderer Galaxien und Mächtigkeitsballungen wie die Cairaner nicht daran, sich in der Milchstraße militärisch besetzend zu betätigen.Man wird sehen, wie das weitergeht und welche Auswirkungen noch auftreten.Welche Invasionen von wem und wie aus welchem Grunde vorgenommen wurden.Spannend, wenn auch leider konventionell, bleibt es allemal.

© 2019 by H. Döring

Kommentare  

#1 Cartwing 2019-09-10 18:04
schöner Beitrag...
verschafft einem einen guten Überblick über das bisherige Geschehen.
Ich selbst komme leider momentan nicht dazu, die Hefte zu lesen, von daher lass ich mich hier gern auf dem Laufenden halten...
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#2 Des Romero 2019-09-10 21:25
500 Jahre scheint mir ein wahnwitzig kleiner Zeitraum zu sein, um die Erde zu einem Mythos werden zu lassen.
Ach, wie gern lese ich die Zyklen um die "Kaiserin von Therm" oder "Laire". An der Faszination dieser Geschichten können die Jahrzehnte nicht rütteln. Auch nicht an der schriftstellerischen Qualität.
Ich trauere um William Voltz und darum, dass Band 1000 nicht das Ende der Serie markiert hat. Würdiger hätte Perry Rhodan nicht abtreten können.
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#3 Estrangain 2019-09-11 17:49
"Kaiserin von Therm" und "PAN-THAU-RA" gehören auch zu meinen absoluten Lieblingszyklen. "Die Kosmischen Burgen" wären ein würdiger Schwanengesang geworden, aber leider hat man dann weitergemacht. Ich stimme dem 1000er als Abschlußband - zumindest als einem, der Serie würdigen, - vollkommen zu. Aber vielleicht gibt es ja in ferner Zukunft einen 10.000er Jubiläumsband mit dem Titel "Der Terraner II". Und dann ist Schluß.
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#4 Laurin 2019-09-11 20:41
Ihr wollt doch jetzt nicht dem Erbschleicher des Universums den Hahn zudrehen, bevor er das Universum völlig zu seinem Hinterhof gemacht hat. :-* :lol:
Für ein paar weitere Invasionen auf die Milchstraße und ab und an mal Erde verstecken reicht es doch noch. :P
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#5 Cartwing 2019-09-12 06:49
auch wenn mir nach Band 1000 erst wieder der "Cantaro" - Zyklus und später dann der Thoregon - Großzyklus und "Tradom" wirklich gefallen haben, denke ich, dass es auch nach diesem großen Jubiband noch viele für die Serie wichtige, große Ereignisse und Entwicklungen, Figuren, Schauplätze etc. gab, die ich persönlich nicht missen möchte, bzw. die ebenso feste Bestandteile der Serie wurden, wie etwa die Kosmokraten. zumal die Personifizierung der letztgenannten auch damals bei vielen Lesern überhaupt nicht ankam.
Und auch sonst gab es (meiner Meinung nach) zwischen 500 und 1000 durchaus schwächere Abschnitte. Etwa die "Aphiliker" und der ganze dazugehörige Zyklus.
Willi Voltz hätte die Serie zu einem guten Abschluss bringen, aber dann hätte ein Robert Feldhoff sie nicht zu neuen Ufern führen können.
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