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Die Essenz des Grauens - Midnight Tales (1) Eiskalt

Midnight TalesDie Essenz des Grauens
Midnight Tales (1) Eiskalt

Wir haben uns daran gewöhnt, alles mit den Regeln der Wissenschaft erklären zu können. Doch was, wenn diese Regeln versagen und wir uns vor dem Unerklärlichen nicht hinter dieser zerbrechlichen Sicherheit verstecken können?

Sobald wir einer Welt gegenüberstehen, die nicht ganz der unseren entspricht, ist es Zeit, sich dem zu stellen, was uns anfallen könnte, wie ein Raubtier seine Beute.

EiskaltMIDNIGHT TALES – Angst um Mitternacht
Als der exzentrische Musiker Simon Strong, der in einer eiskalten Wohnung über seinem Club lebt, unter seltsamen Umständen verschwindet, scheint nur Amber Licht ins Dunkel bringen zu können. Doch das Verhör mit der jungen Frau hatten sich die beiden Polizisten ganz anders vorgestellt. (1)

Mit Midnight Tales bricht Contendo Media in andere Hörspielgefilde auf. Die Mystery-Reihe soll einen bunten Mix aus unheimlichen und spannenden Geschichten bieten, die fast alle Genres streifen und mit einbeziehen kann. Die Grundidee sind in aller Regel, kurze und prägnante Geschichten, die beim Hörer hängenbleiben. Ohne Füllszenen und zusätzliche Dialoge ist die Geschichte damit auf seine Essenz heruntergebrochen, was im Wesentlichen die Struktur von klassischen, kommerziellen Hörspielen ausmacht. Deshalb ist die Spielzeit (hier bei 36 Minuten) kein Qualitätsmerkmal. Obgleich es für mich selbst schon eines ist. Denn Hörspiele sollten nicht zu lang sein. Sind sie zu lang, verliert man manchmal die Aufmerksamkeit und sie langweilen. Nicht immer. Aber doch ziemlich oft. Kürzere Hörspiele, in denen die Dramaturgie stimmt, können viel besser fesseln. Sie nehmen den Hörer mit und es bleibt einiges von dem Gehörten bei Ihnen hängen. Dazu braucht man aber die passenden Geschichten, denn nicht alles lässt sich einfach in 40 Minuten abhandeln. Christoph Piasecki von Contendo Media hat die richtigen Autoren um sich, die derartige Geschichten schreiben können. Die haben die Manuskripte für Midnight Tales verfasst. Ein unglaublich umfangreiches Produktions-Output liegt bereits vor.

In diesem Fall geht es um ein Verhör. Zunächst beginnt es scheinbar belanglos und die Polizisten sind gelangweilt. Zum Ende wird es jedoch immer ungewöhnlicher. Am Schluss zeichnet etwas Grauenhaftes ab.

Zuviel kann man da gar nicht verraten, ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Das Ende wirkt etwas nach, wirkt fast wie ein Cliffhanger, ist aber keiner. Genau dies ist Teil des Konzeptes dieser kleinen, aber feinen Serie. Contendo vertreibt sie ausschließlich digital. Zumindest vorerst. Das ist sehr klug. Eine Reihe mit mehreren Folgen am Markt zu platzieren ist recht schwierig. Auch mag die Kürze der Geschichten vielleicht einige Käufer davon abhalten, wenn sie bisher 70-80 Minuten-Blockbuster-Hörspiele gewohnt waren. Am digitalen Markt kann man die Stücke zunächst sicher besser präsentieren und auch gleichzeitig werben. Außerdem hört man dann wohl eher mal rein, als wenn man die ganze Serie gleich kaufen wollte. Nicht ausgeschlossen ist, laut Contendo eine Gesamtbox mit mehreren Folgen. Doch erstmal muss der Erfolg abgewartet werden. Der würde mich persönlich freuen. Ich mag solche Geschichten, die in keine bestimme Richtung gehen, die aber unheimlich sind.

Auch die Cover wissen zu gefallen. Da weiß man gleich, woran man ist.

Die Vorlage zu Folge 1 lieferte übrigens H.P. Lovecraft, der aber nicht die ganze Reihe dominieren wird, denn es gibt ja schon eine Lovecraft-Reihe bei selbigen Label. Allerdings handelt es sich um eine sehr eigene Interpretation von Lovecrafts Story in moderner Variante.

Eiskalt
Midnight Tales (1)
Sprecher:
Amber Sorensen – Rieke Werner · Simon Strong – Martin Keßler · Detective Upton – Thomas Balou Martin · Detective Jermyn – Eva Thärichen · Türsteher – Dietmar Wunder, Johannes Berenz · Host – Peter Flechtner · Credits – Alex Bolte
Dramaturgie, Regisseur, Produzent & Schnitt: Christoph Piasecki · Buch: Julie Hoverson, nach der Geschichte
„Kühle Luft“ von H.P. Lovecraft · Übersetzung: Thomas Rippert · Musik: Michael Donner, Scott Lyle Sambora, Alexander Schiborr und Konrad Dornfels · Sounddesign: Erik Albrodt · Design & Illustration: Alexander von Wieding · Produktion & Vertrieb: Contendo Media GmbH


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