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Ein Russe, ein Besuch und Kassel

Teestunde mit RolfMoin Rolf, die Reise führt uns zurück in die Siebziger. Du bekamst Besuch von einem ›Russen‹. Dann erzähl mal.  Der Tee ist serviert ...

Ein Russe, ein Besuch und Kassel

Wie ihr sicher aus den Kommentaren zur letzten Teestunde wisst, ist der Zamorra-Con in Wetzlar ziemlich in der Schwebe. Der eigentliche Veranstalter, einer von Werners Freunden nach meiner Zeit, obwohl damals auch mit bekannt und Werners Inspiration für die Figur des Captain Sparks musste aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichten, eine solche Veranstaltung durchzuführen.


Ein anderer Fan mit Namen ›Holmes‹ teilte mir jedoch per Mail mit, dass er versuchen wolle, den Con durchzuführen und die Einladung für meine Person auch bestehen bleibe.

›Holmes‹ schrieb, dass er verschiedene Dinge noch zu klären habe, dann aber in einem Leserbrief zur Teestunde anzeigen wolle, ob es den Con in Wetzlar nun gibt oder nicht. Vielleicht macht er ja auch einen kurzen Artikel draus. Hermann wartet auf solche Sachen.

Wir gehen aber zurück in eine Zeit, wo die Cons noch anders abliefen. Auch ein Treffen von Gleichgesinnten konnte man ohne Weiteres als ›Convent‹ (Abkürzung Con) bezeichnen.

Denn genau genommen kann man das erste Treffen der Lippstädter und der Kasseler Gruppe auch als ›Con‹ betrachten. Obwohl damals niemand von uns ahnte, welche Auswirkungen dieser Tag und diese zwei oder drei Stunden an einem Samstagnachmittag haben würden.

Wobei schon einige Jahre vorher in Kassel - speziell in meinem Appartement, zwei offizielle FOLLOW-Cons des Bären-Clans stattgefunden hatten. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich darüber schon mal erzählt.

Wie ich schon berichtet habe, war Antares 1 erschienen und hatte für die Storys gute Kritiken erhalten. Über den Rest schweigt des Sängers Höflichkeit. Bezüglich meiner kreativen Gestaltungsergüsse mit dem Zeichenstift habe ich mich ja schon mit besonderer Selbstkritik ausgelassen. Und auch die anderen Zeichnungen und Beiträge außer den Storys wurden von den Leserbrief-Schreibern wohl eher mit verhaltenem Höflichkeits-Applaus bedacht.

Was mich jedoch wunderte, war dass die Stories von Hans und mir so gut angekommen waren. Der uns damals nur dem Namen nach aus Fanzines bekannte Christian Worch verglich die ›Gunnar-Episode‹ gar mit dem leuchtenden Vorbild Robert E. Howard. Was mich einerseits verwunderte, denn ehrlich gestanden fand ich das ganze Ding nach einigen Malen selbstkritischen Lesens gar nicht mehr ›so dolle‹. Andererseits stärkte so ein Lob natürlich mein ruhmsüchtiges Ego.

Wäre die Reaktion auf Antares so vernichtend gewesen wie sie wahrscheinlich heute wäre, weil die Ansprüche heute nun mal sehr viel höher geschraubt sind, dann hätte es keine zweite Ausgabe gegeben. Es gab in jener Zeit ja noch so viele Dinge, die Hans und ich, jeder für sich oder zusammen, machten - und der ›Science Fiction und Fantasy-Club Kassel‹ war wirklich nur ein kleiner Teil davon.

Aber als die ersten positiven Reaktionen eintrudelten, war klar, dass wir mit Antares weiter machten. Und im Gegensatz zu anderen Zines sollte es ein reines Story-Zine werden, das einem Autor die Möglichkeit bot, einmal einen richtig langen Text zu veröffentlichen. Die Nummer Drei von Antares war die erste ›Autoren-Nummer‹ - und von niemandem geringeren gestaltet als von Werner Kurt Giesa, der eine Horror-Story mit den passenden Zeichnungen liefert.

Ja, die Zeichnungen. Das war er Aufhänger. Ob Werner oder wer auch immer Hans Klipp anrief oder anschrieb - der ›Chef‹ kam irgendwann freudestrahlend zu mir in mein Appartement im ›Turm des Schrecken‹ und verkündete, dass wir für Antares den besten Zeichner der AGSF und des uns bekannten Fandoms bekommen würden.

Muss ich jetzt noch den Namen nennen? Sicher nicht.

Ich stand persönlich der ganzen Sache innerlich immer noch nicht so gegenüber, dass ich mich da zugehörig fühlte. Im ganzen Helleböhner Freundeskreis (die Urform des Fürstentums Helleb) war es üblich, wenn einer irgendeine Sache plante und durchführte, zogen alle mit, die angesprochen wurden oder sich angesprochen fühlten, weil man eben ›dabei‹ sein musste.

Besonders gravierend war das einige Jahre später, als Hans Klipp, inzwischen durch diverse Volksläufe Langstreckenläufer aus Passion geworden, in einen Sportverein im Kasseler Stadtteil Wehlheiden eintrat. Warum nicht in Nieder- oder Oberzwehren, die ja viel näher gelegen hätten? Französisch gesagt ›Cherchez la femme‹. Kurze Zeit nach dem Eintritt in den Verein hatte sich das mit der ›femme‹ erledigt - dennoch blieb Hans einige Jahre in diesem Verein und nicht nur ich, sondern teilweise bis zu dreißig Frau und Mann der ›Alten Garde‹.

Über einige große und spektakuläre Aktionen, die Hans und ich neben der ganzen anderen Meute im Verlauf dieser Jahre durchgezogen haben, wurde in der Teestunde teilweise schon berichtet. Auch Werner war bei den meisten Aktionen mit dabei - allerdings ist er nie dem Verein beigetreten. Von W. K. Giesa, nicht von meiner PZ-Romanfigur Carsten Möbius, kommt der Spruch: »Laufen ist gesundheitsschädlich!« Aber das gehört jetzt alles nicht hierher. Auch wenn ich nicht vergessen will zu erwähnen, dass auch W. K. Giesa samstags, wenn er in Kassel war, beim Training mitgelaufen ist - und auch mindestens 5 km geschafft hat. Vielleicht auch mehr - aber das weiß ich nicht mehr so genau. Dennoch, W.K.G war immer dabei,

Ich will mit diesem Beispiel vom Sportverein zur anzeigen, das bei uns ›alten Helleböhnern‹ viele Aktionen aus ›Gefolgschafts-Treue‹ und nicht aus ›innerer Überzeugung‹ mitgemacht wurden.

Als Hans dann wegen einiger hier belanglosen Dingen mit dem Vereins - Vorstand in ernsthaften Streit geriet, passierte Folgendes: Die ganze Langlauf-Truppe saß wie üblich zusammen in der Kneipe, als Hans ein Blatt Papier hervor zog, das an den Vorstand des Sportvereins adressiert war. Hans hatte nur einen Satz drauf geschrieben. »Hiermit trete ich aus dem (Name des Vereins) aus!« Dann unterschrieb er vor allen Augen.

Und dann zeigte es sich, dass wir alle, die wir über Jahre für diesen Verein die verrücktesten Dinge getan hatten, dies eigentlich nur wegen ›dem Chef‹ gemacht hatten - so eine Art altgermanische Gefolgschaftstreue. Ich nahm Hans nämlich den Papierbogen ab und setzte meine Namen sofort darunter. Mehr als zwanzig weitere Unterschriften folgten. Damit war die Sparte ›Langlauf‹ des Vereins auf wenige Leute, die eben in diesem Stadtteil wohnten, zusammen geschmolzen. Die ›Landskechte‹ aus Helleböhn waren weg.

Sei noch bemerkt, dass die Zeit der ›großen Aktionen‹ wie der ›Weltrekord-Treppenlauf am Herkules‹, der ›Weltrekord im Sänftetragen‹ und die ›Blumenstafette Bonn-Kassel‹, wovon ich bereits berichtet habe, vorbei war. Die tauchen in keiner Festschrift auf und sind aus den Annalen des Vereins sicherlich entfernt worden. Die Vereinsvorstands-Leute und die Dinge, die da unter der Hand gelaufen waren, mussten nämlich sauber gehalten bzw. vertuscht werden. Im Sinne Shakespeares alles ›ehrenwerte Männer‹. Und das ist heute weit über 30 Jahre her. Crom mag wissen, ob die Betreffenden noch leben.

Diese ›Gefolgschaftstreue‹ war also meine Situation und auch die von Michael Müller, der dritte im Bunde des ›SF & F-Clubs Kassel‹. Eigentlich waren wir beide nicht mit Leib und Seele dabei, machten aber weiter mit - weil die Angelegenheit unserem Freund Hans Klipp so viel bedeutete. Die Kontakt-Verhandlungen mit der Lippstädter Gruppe machte Hans Klipp alleine. Und mir waren eigentlich nur zwei Namen bekannt, von denen ich Storys gelesen hatte, die mich, bei all meiner Neigung zur Kritik, in Hochachtung erstarren ließen.

Das eine war eben jener W. K. Giesa, der ein ›fannisches Multi-Super-Talent‹ war und ein Russe namens Gregor Stephanowitsch Illjuschyn. Für Soldaten waren damals Russen natürlich der Feind. Einer unserer Feldwebel konnte einige Sätze Russisch und erklärte und dann: ›Wenn ihr solche Töne hört, Jungs, dann rotzt voll in diese Richtung. Denn da steckt dann der Iwan!‹ Worte, die heute bei der Bundeswehr Degradierung und Entlassung zur Folge hätten. Damals aber wurde so eine Bemerkung durchaus nicht so eng gesehen wurden.

Für die ›Nachgeborenen‹ sei bemerkt, dass wir tatsächlich jeden Tag damit rechnen mussten, dass der ›Genosse Abrassimov‹ kam. Damals beim ›Prager Frühling‹ waren wir tagelang in Alarmbereitschaft und kurzfristig war auch scharfe Munition ausgegeben worden. Da habe ich mir echt Gedanken gemacht, ob mein 20ster Geburtstag, der in die Alarmzeit fiel, nicht vielleicht auch mein letzter sein konnte. Immerhin gab es jede Menge ›Scheißhaus-Parolen‹, dass die Bundeswehr den Tschechen helfen müsse. Also, für uns, die wir damals den ›harten Hut‹ trugen, war die Gefahr eines Angriffs aus dem Osten durchaus realistisch. Und die ersten feindlichen Vorstöße erwartete man vom Gelände her in Fulda und bei uns in der Kassler Gegend. Kein so angenehmer Gedanke damals.

Ich habe zu meiner Zeit (68/69) noch Männer in Uniform gekannt, die mit der Wehrmacht in Russland waren. Als ich dann von unseren 60km-Marsch erzählte und wir uns mächtig hart vorkamen, wurde erklärt, dass in Russland ohne Feindberührung die Tagesleistung bei 90 km lag. Und als wir in einem Wintermanöver bei 28 Grad minus meinten, dass wir in den drei Tagen - noch mehr Nächten - in denen wir das ›mitgemacht hatten‹ was Besonderes geleistet hätten, wurde uns von 45 Grad Minus in Russland erzählt ... nicht drei Tage, sondern drei bis vier Monate.

Und nun würde eben dieser Russe mitkommen und W. K.Giesa zu Hause bleiben, weil er bedauerlicherweise verhindert war. Schön, dann musste ich mich eben mit dem ›Feind‹ verbrüdern. Denn ich war damals der einzige, der eine ›eigene Hütte‹ hatte - also konnte das Treffen nur bei mir stattfinden. Also wurden Bier und Cola beschafft - und für den Russen eine Flasche Wodka aus dem Angebot. Von den ›alten Russland-Kämpfern‹ wusste ich ja, dass der ›Iwan‹ notfalls Thermometer leer trinkt, wenn sie Alkohol enthalten. Der beschaffte Wodka würde dem ›Herrn der sibirischen Wälder und Wölfe‹, als was sich diese G.S. Illjuschyn bezeichnete, sicher gut schmecken.

Wenn ich mich recht erinnere begann das Treffen an jenem Samstagnachmittag mit einer Verzögerung, weil etwas auf dem Weg passiert war. Von den Leuten, die sich dann vorstellten, waren mir vom Fanzine-Lesen eigentlich nur Ernst Albrecht und ein gewisser Karl-Heinz-Friedhoff ein Begriff. Damals hinter vorgehaltener Hand ›Friedhof-Charly‹ genannt ist er inzwischen als ›Kaffee-Charly‹ ein Begriff. Ich gestehe auch freimütig, die anderen Jungs heute vom Namen her total vergessen zu haben. Das ist alles ungefähr 35 Jahre her. Da kann man nicht alles im Großhirn speichern.

Ja, und dann eben jener Gregor Stephanowitsch Illjuschyn, der so gar keinen Akzent hatte, wie man ihn von einem ›aus dem Osten‹ erwarten kann. Ganz im Gegenteil. Er sprach lupenreines Hochdeutsch - mit leichtem westfälischem Klang. Natürlich, Lippstadt liegt ja in Westfalen und Werner sah es stets als eine Art "Gotteslästerung" an wenn man von ›Klipp-Stadt‹ oder gar von ›Scham-Lippstadt‹ redete.

Bierflaschen wurden entkorkt und für den Autofahrer gab es was Alkoholfreies. Und für den ›Russen‹ gab es natürlich Wodka. Und der schmeckte ihm, so dass ich ihn überhaupt nicht zu nötigen brauchte.

Was alles geredet wurde bei diesem ersten Treffen, das weiß ich nicht mehr. Hans schwamm jedenfalls in höheren Regionen. Durch dieses Treffen mit der ›Prominenz des SF‹, einem richtigen ›SF - Club von Rang und Namen‹ waren wir aus Kassel nun anerkannt und gehörten zur ›Szene‹. G. S. Illjuschyn und ich becherten Wodka und tranken anschließend den Rest aus meiner Whiskyflasche. Dann musste die Lippstädter Gruppe aufbrechen - und wenn eben jener Russe hätte fahren müssen, wäre der alte Witz Realität geworden: »Tragt mich zum Auto. Ich fahre euch alle nach Hause!«

Also, einer der fünf Gäste (wenn ich die Zahl Recht in Erinnerung habe) musste getragen werden. Ich rief dann noch nach, man sollte auch ja schön W. K. Giesa grüßen und beim nächsten Mal sollte er mitkommen.

Das war dann der Zeitpunkt, wo ich durch Hans Klipp ›aufgeklärt‹ wurde.

Dieser ›Russe‹ war nichts anderes als der legendäre W. K. Giesa gewesen, der unter mehr als einem Dutzend Pseudonymen beim eigenen Fan-Verlag der Lippstädter Gruppe Storys schrieb. Einige davon hat Werner nie zugegeben.

Sicher mag jener ominöse ›Kurt Carstens‹ existiert haben. Werner erzählte immer, dass er noch in Hamm wohnte und sie zusammen zur Schule gegangen wären und beide für Weltraum-Abenteuer schwärmten.

Wie bekannt, ist W. K. Giesa ja in der Stadt Hamm geboren - also ein Hammer. Und so wundert es mich eigentlich, warum er sich nie das Pseudonym ›Martell‹ genommen hat - es hätte schön gepasst.

Nun ja, Gregor Stephanowitsch Illjuschyn war also in Wirklichkeit Werner Kurz Giesa - und wir hatten und eigentlich bei den Worten, die wir gewechselt haben, auf Anhieb gut verstanden.

Dennoch dauerte es eine Zeit, bis wir wieder zusammentrafen. Doch an die späteren Treffen, wann und wo, erinnere ich mich nicht mehr so genau und will dann in der oder den nächsten Teestunden noch mal meine Erinnerungen schweifen lassen - von diesem ersten Treffen bis zu dem Tag, an dem Werner uns verkündete, er habe mit dem berühmten Dan Shocker einen Agentur-Vertrag und die Zusicherung, dass seine Romane professionell gedruckt in Heftform erscheinen würden.

Mal sehen, was mir alles noch so an markanten Sachen über die Zeit damals einfällt - wobei eben die Gefahr besteht, dass ich vor zwei oder drei Jahren berichtete Dinge noch mal erzählte. Wen es langweilt, der kann ja drüber weg lesen.

Bis in einer Woche also ... 

Kommentare  

#1 Holmes 2012-06-21 00:06
Hallo Rolf,

so ist es, es soll weitergehen mit der Con-Planung.

Der aktuelle Stand hier: www.bastei.de/forum/thread.html?bwthreadid=2420&bwpage=42

Bald mehr...

Holmes
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#2 Kaffee-Charly 2012-06-22 02:22
Kleine Ergänzung zu Rolfs Erzählung.

Die Lippstädter SF-Fans waren: Ernst Albert (nicht Albrecht), Werner Kurt Giesa (alias G.S.Iljuschin), Manfred Prinzke und meine Wenigkeit. "Friedhof(f)-Charly" wurde ich übrigens nicht "unter der Hand" genannt - ich hatte mich (wegen meines Nachnamens) SELBST so vorgestellt - hihi...

Ach ja - der "Russe" war allerdings nicht ganz so trinkfest wie beschrieben, denn ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich auf der Rückfahrt mit meinem Kugelporsche mehrere Male anhalten musste, damit der "Russe" den überschüssigen Inhalt seines Magens loswerden konnte.
(Aufgrund meiner Betreuungsbemühungen hat Werner später immer behauptet, dass ich besser ein Zivildienstleistender geworden wäre und bei den Soldaten meine Zeit verschwenden würde.)
Mein getunter VW-Käfer 1302-S schaffte übrigens mit Stoppuhr gemessene 174,3km/h, was in den 1970ern schnell genug war, um sogar einem BMW das Überholen schwer zu machen (hähä). Leider hat das Tuning am Ende dazu geführt, dass es den Motor geschrottet hat. Kolbenfresser... Heul...
(Das Tunen von luftgekühlten Motoren ist nicht zu empfehlen.) :(

Aber hatte denn die Antares-Crew nicht einen hervorragenden Zeichner namens Hans Wegener?
Der hat meiner Meinung nach immer die besten Antares-Cover gemacht.
Hier sind zwei Beispiele:
www.charlys-phantastik-cafe.de/fandom/das-fandom/fanzines/antares-005.jpg
www.charlys-phantastik-cafe.de/fandom/das-fandom/fanzines/antares-009.jpg

Grüße vom Kaffee-Pott
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#3 Alter Hahn 2012-06-22 10:41
Danke für die Ergänzung, Charly. Ich erinnere mich nur, dass ihr Werner bei mir aus der Wohnung rausgetragen habt - dann gings mit dem Fahrstuhl nach unten. Die "technischen Halte" aus Gründen der Entleerung hatte ich auch schon vergessen - sie aber vielleicht auch nicht erwähnt, wenn ich mich dran erinnert hätte.

Es gibt ja jede Menge Leute, die dann sofort wieder schreien, ich würde Werner schlecht machen und als Alkoholiker diffamieren. Blos, es war tatsächlich so bei unsere ersten "Kassel-Lippstadt-Con" - und Werner war schließlich nicht der Einzige, dem so was passiert ist. Mir fehlen auch so durch Alkohol bedingt verschiedene Stunden meines Lebens.

Und am peinlichsten ist es, wenn man dir sagt: "Wir erzählen dir lieber nicht, was du im Suff wieder alles angestellt hast - sonst schämst du dich!" Was sicherlich stimmt - denn bei einem Dia-Abend fast 20 Jahre später wurde ich mit Bildern konfrontiert, an die ich mich nicht erinnere. Vermutlich stand ich unter hypnotischen Zwang - ahem...

Ja, Hans Wegner hat uns später einige Zeichnung geliefert. Das Titelbild mit dem Einhorn war für seine eigene Antares-Nummer, wo er richtig lange Stories und seine besten Bilder prästentieren konnte.

Ich erinnere mich auch an Antares 7 - geschrieben von unserem "Hausvampir", das du uns zerrissen zurück geschickt hast. Darauf hin haben Hans und ich nicht weiter ausgeliefert und die restliche Antares-Auflage der Nummer 7 eingestampft.

Es war wirklich mehr als harter Tobak - für die damalige Zeit. Heute würden garantiert einige Hard-Core und Splatter-Fans Henry M. Harpulas abartige Phantasien bejubeln. Aber - diese "Leiche" lassen wir mal schön vergraben.
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#4 Kaffee-Charly 2012-06-22 14:58
zitiere Alter Hahn:

...
Ja, Hans Wegner hat uns später einige Zeichnung geliefert. Das Titelbild mit dem Einhorn war für seine eigene Antares-Nummer, wo er richtig lange Stories und seine besten Bilder prästentieren konnte.

Berichtigung!
Das war die Ausgabe mit MEINEN Stories!

zitiere Alter Hahn:

Ich erinnere mich auch an Antares 7 - geschrieben von unserem "Hausvampir", das du uns zerrissen zurück geschickt hast. Darauf hin haben Hans und ich nicht weiter ausgeliefert und die restliche Antares-Auflage der Nummer 7 eingestampft.
Es war wirklich mehr als harter Tobak - für die damalige Zeit. Heute würden garantiert einige Hard-Core und Splatter-Fans Henry M. Harpulas abartige Phantasien bejubeln. Aber - diese "Leiche" lassen wir mal schön vergraben.

Au ja - stimmt. Das war wirklich 'ne echt eklige Nummer. Die ist mir damals ziemlich sauer aufgestoßen, denn so was Abartiges wollte ich nicht haben.
Aber du hast recht: Diese "Leiche" sollte besser auch weiterhin ganz tief vergraben bleiben.

Grüße vom Kaffeelöffel
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#5 Alter Hahn 2012-06-22 18:41
Charly -

Ich glaube ich sollte mir wirklich die alten Antares-Ausgaben mal wieder vornehmen und gucken, wer alles was gemacht hat. Dank Gustav Gaisbauer habe ich sie ja komplett in Kopie - nur auf
A 5 verkleinert. Auch die berüchtigte Nummer Sieben.

Auch wenn Hapulas Geschichten "ihrer Zeit weit voraus waren" - heute gibt es noch ganz anderen "Blutmatsch" zu lesen oder im Film zu sehen, es ist nicht nötig, sie im Netz "für die Ewigkeit" aufzubewahren. Zumal mein Kontakt mit Harry seit fast einen Jahrzehnt abgebrochen ist.

Ein grandioser Musiker und Komponist(ich war in seiner Band "Les Copains" Drumer), ein exzentrischer Bohemian, fortschreitender Alkoholiker - und zum Schluss Rechts-Extremist.

Ich habe ihm zwar nie offiziell die Freundschaft gekündigt - aber es gab nach seiner Rechtswende keine Berührungspunkte mehr. Crom mag wissen, was aus ihm geworden ist - und ob es ihn bei seinem verschärften Leben auf der Überholspur - überhaupt noch gibt.
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