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Mehr Fingerzeige - Was Verlage lernen können

Zauberwort - Der Leit(d)artikelMehr Fingerzeige
Was Verlage lernen sollten

Aus der Einstellung der 5. Auflage der »Perry Rhodan«-Serie und der aktuellen Verlagspolitik von VPM können andere Verlage, insbesondere jene, die sich auf im Wortsinne triviale Unterhaltung spezialisiert haben, lernen. Erste Signale haben wir schon behandelt. Aber da passiert noch so manch Bemerkenswertes in Rastatt, doch auch in Köln werden Ansätze verfolgt, die in die Zukunft weisen. Aber wie sagt der Kaiser Franz immer: »Schau’n mer mal …«


Rekapitulieren wir noch kurz. VPMs Verlagspolitik abseits der 1. Auflage der »Perry Rhodan«-Serie weist daraufhin, dass man nicht mehr an den Erfolg des klassischen Romanheftes glaubt. »Perry Rhodan-Action« dürfte – so scheint es – der letzte Versuch der Rastätter in Sachen klassisches Heftformat gewesen sein. Seither starten dort nur noch Serien im Taschenheftformat. So weit waren wir …

Dazu sei eben noch die These wiederholt, dass VPM sich so positioniert, dass letztlich auch die Erstauflage irgendwann in der Zukunft das Format wechseln und auch als Taschenheft erschinen kann. VPM, denke ich, denkt hier auch langfristig und bereitet sich auf die Zukunft vor.

Doch das ist längst noch nicht alles. VPM reicht seine Publikationen nicht nur in gedruckter Form dar. Der Verlag richtet seine Publikationen für die Konsumenten – wie auf einem Buffet – an. Jeder kann sich herauspicken was er will. Diejenigen, die nicht auf das Erlebnis eines gedruckten Werkes verzichten wollen, können die beschriebenen Taschenhefte oder die Erstauflage in Heftform kaufen.

Und sonst? Der geneigte Konsument kann auch seinen e-Reader mit Perry Rhodan auftanken und von diversen Produkten gibt es auch Audioversionen. Da kann sich jeder das heraussuchen, was er will. Ein multimediales Weltraumbuffet.

VPM ist hier Vorreiter, aber nicht allein auf dem Feld. Auch Bastei Entertainment greift nicht nur auf eBooks zurück, sondern liefert auch Hörbücher. So auch von der in Kürze startenden »Horror-Factory« (einer von Uwe Vöhl herausgegebenen Horror-Reihe – mehr dazu in den nächsten Tagen). Doch das gedruckte Element fehlt (noch). Wer weiß, ob es noch kommt.

Aber nicht nur große Verlage gehen den Weg. Atlantis macht zwar keine Hörbücher, dafür kann man unter unterschiedlichen Druckvarianten und eBooks wählen.

Überall werden Buffets angerichtet. Allerdings spielt der klassische Heftroman dabei keine Rolle, weil man überall glaubt, dass dieses Format überholt ist. Das Ganze stützt meine These, dass nach wie vor großes Interesse an trivialer Unterhaltung (im Wortsinn) besteht. Eher heute noch mehr als früher, aber nicht mehr in den klassischen Heftromanen. Dafür deutet sich an, dass man sich mehr als nur einer Publikationsform bedienen muss, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein. Der Konsument der Zukunft könnte einer sein, der nicht nur in gedruckter Form bedient sein will. Die Möglichkeiten, Medien zu präsentieren werden vielfältiger.

Jetzt gilt es Erzählformen zu finden, die auch zeitgemäß sind, die nicht mehr den ›ewigen Helden‹ präsentieren, der seit den Siebzigern abseits des Heftromans obsolet ist, ders ich erledigt hat.

Triviale Unterhaltungsliteratur muss, um erfolgreich zu sein, den aktuellen Stand der Unterhaltung spiegeln. Daher gilt es immer vieles im Auge zu behalten, aber zugleich nicht nur auf die großen Formate von HBO zu schielen. Es gilt ›den‹ Massengeschmack zu bedienen. Dazu gehört es denn auch mal, eine Serie zu renovieren. Das ist bisher immer nur den Leuten von VPM gelungen, wenn auch einige Altfans davon einen dicken Hals bekommen. Aber das darf einen Verlag nicht kümmern, denn der einzige Maßstab darf und muss der Erfolg sein, nicht das zufriedene Lächeln von fünf Fans auf einem Con.

Denn jeder Verlag (egal ob groß oder klein), der sich auf moderne, triviale (im Wortsinn) Unterhaltung stürzt und damit das Erbe dessen, was wir Altvorderen als Heftroman kennen, in anderer Form (bzw. in mehreren Formen) fortführen will, darf sich niemals auf einer ›Formel X‹ ausruhen, die einmal in der Vergangenheit gefunden wurde. Zulange hat sich Bastei auf Klone von ›Jerry Cotton‹ verlassen. Im Gegensatz zu den Machern von ›Perry Rhodan‹ hat sich dieses Rezept totgelaufen, zumal sich die von VPM dann rechtzeitig das ›Medienbuffet‹ angerichtet haben.

Jetzt versucht Bastei allerdings aufzuholen. Man darf gespannt sein, ob das gelingt oder ob VPM Anregungen aufgreift und sich weiter nach vorn bringt. Es bleibt spannend. Und wie das Beispiel Atlantis zeigt, darf man die Kleinen dabei auch nicht so ganz aus den Augen verlieren.


Kommentare  

#106 Reader 2013-05-24 22:36
@Pisanelli
Momentan gehöre ich noch zu den Printkäufern. Liegt aber hauptsächlich daran, daß es noch zu selten möglich ist einfach in den Laden reinzugehen, dort ohne mich registrieren zu müssen, einfach parallel Print und Digital einzukaufen. Denn komplett auf Digital werde ich derzeit garantiert nicht umsteigen.
Um grad mal bei Perry Rhodan zu bleiben: Wäre es möglich im Zeitschriftenhandel Print und Digital einzukaufen, hätte ich jetzt beide Ausgaben. So bleibt es eben bei Print.
Beim Übergang von Langspielplatte auf CD war es auch so. Da habe ich mir das was mir gut gefallen hat auch in beiden Varianten gekauft, da ich zu dem Zeitpunkt noch überwiegend Langspielplatten hörte, aber auf die CD nicht verzichten wollte.
Erst später habe ich dann mehr und mehr nur noch CDs gekauft.
Und bei Perry Rhodan ist die magische Schwelle aus heutiger Perspektive Band 3000.
Für mich ist der aktuelle Zyklus noch reiner Print-Zyklus, aber er könnte der erste gemischte Zyklus werden.
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#107 Lefti 2013-05-31 10:52
zitiere Andreas Decker:
zitiere Cassandra:
An der spärlichen Bekleidung stört sich sicher kein Mädchen oder junge (oder meinetwegen auch ältere) Frau. Eine begehrenswerte, starke Heldin zu verkörpern die ordentlich austeilen kann, und beim Monster oder "böse Buben" verdreschen noch sexy aussieht? Ein Traum :D
Und Kerrigan Ghost-Anzug lässt doch nun wahrhaftig keine Wünsche offen oder? ;-)

Da muss ich dich leider enttäuschen. :D Vor allem im amerikanischen Comic- und Video-Fandom gibt es ein unablässiges Geschrei über vermeintlichen Sexismus. Das neue Lara Croft-Spiel ist eine "Vergewaltigungsphantasie" - habe ich öfters gelesen - und wehe es gibt Pin-up-art oder gar die von dir angesprochenen sexy-Heldinnen. Die Diskussion nimmt schon bizarre Züge an. Dagegen ist das Genöle über die frühen Aruula-Cover bei Maddrax ein laues Lüftchen.

Ich habe mir jetzt mal die 'neue' Lara ganz genau angesehen und 'unter die Lupe genommen'. Aber sowas von!

Ersteinmal ihr 'neues' Aussehen.
Ich seh' da keinen 'nennenswerten' Unterschied zu vorher. Es ist nicht so, dass ihre Milchfabriken kleiner geworden sind, sondern vielmehr so, dass ihre Hüften breiter und das, was 'hinten' dranne ist 'mehr' geworden sind. Man(n) bekommt also 'mehr' Lara zu sehen - ja, fast schon zum Anfassen.
Wieso trägt Lara eigentlich so enge Hosen? :-*

Das Spiel an sich (ich habe mir die ersten 1 bis 1 1/2 Std. angesehen:
Das neue Tomb Raider (2013) ist kein Prequel oder 'Origins', wie das neuerdings heißt, sondern eine Neuauflage, ein Reboot, quasi; angesiedelt in unserer Zeit und nicht in den 1990ern. Young Lara sitzt in ihrer Koje und hört über ein Smartphone Musik...
Am Anfang des Spiels werden sofort Eindrücke wach, die an Filme wie TexCSM, Descent (Abgrund) und Saw erinnern. In dem Spiel wird eine Geschichte erzählt, die durch zahlreiche Quicktime-Sequenzen voranschreitet. Quicktime-Sequenzen sind Sequenzen, in denen man durch div. Button-Kombinationen zu gegebener Zeit Lara vor dem Ableben bewahrt. Sonst wird Lara u.a. von einem Fels zerquetscht, während ein schmieriger Kerl sie am Wegkriechen hindert, stürzt einem Abhang hinab oder wird vergewaltigt.
Yepp, vergewaltigt. So hat der Sex nun doch Einzug ins Viedeospiel gehalten.
Der Vergewaltigung entgeht Lara, indem sie ihr Knie einsetzt und dem Typen anschließend eine Kugel durch den Kopf jagd. Natürlich ist der Kerl noch nicht sofort tot und zuckt erst noch ein bißchen, bevor er ganz krepiert. :-?

Kein Wunder, dass die 'neue' Lara erst 'ab 18' ist.

Insofern verstehe ich die US-Diskussion bzgl. Vergewaltigungsphantasien (der Entwickler? :sigh: ); doch denke ich eher, dass es hier um die Gewaltdarstellung geht, statt um die sexy Darstellung der Heldin.
So wäre die US-Diskussion 'aus der Art geschlagen', wird in den USA doch eher über Sex gestritten, während Gewalt völlig legetim zu sein scheint. :eek:
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