Wieder ein 12. Mai
Wieder ein 12. Mai
N
icht nur ich als seine Frau habe sowohl die guten als auch die schwierigen Seiten von ihm erlebt. Auch viele seiner langjährigen Freunde, Leser, Autoren und Partner haben sich gelegentlich über ihn geärgert oder waren von ihm enttäuscht.
Horst hat polarisiert – mit seinen Meinungen ebenso wie mit seinem Verhalten.
Als der Zauberspiegel in der digitalen Welt startete, wurden am 31. Mai 2007 gegen 14 Uhr die ersten Beiträge hochgeladen. In seinem ersten Leitartikel beschrieb Horst das Ziel des Projekts so:
Ein beliebter Vergleich von ihm war der eines Sandkastens, in den man mit Eimer und Schäufelchen kommen kann, um mitzuspielen.
Im Grunde gilt das bis heute: Wer sich für Fantastik in ihren unterschiedlichen Ausprägungen interessiert, ist willkommen.
Er schrieb weiter:
Das können wir als heutige Mitschreibende nur unterstreichen.
Der Zauberspiegel ist in den Jahren seit Horsts Tod ein anderer geworden. Seine Kontakte, sein Wissen und sein Engagement lassen sich von uns nur unvollkommen ersetzen. Und dabei denke ich auch an all jene, die im Laufe der Jahre ihre Spuren hinterlassen haben und heute nicht mehr dabei sind. Sei es, weil sie selbst verstorben sind oder aus den unterschiedlichsten Gründen den Zauberspiegel verlassen haben.
W
ir versuchen den Zauberspiegel in zweifacher Hinsicht weiterzuführen: indem wir bewahren, was Horst gemeinsam mit vielen Menschen aufgebaut hat, und indem wir akzeptieren, dass sich der Zauberspiegel verändert hat und weiter verändern wird - und muss.
Der Zauberspiegel war nie ein klassisches Nachrichtenportal mit Redaktion wie bei Zeitungen. Er war immer ein Community-Projekt von Genre-Fans – und genau das wollen wir auch bleiben. Bewusst sind wir non-profit, mit allen Vor- und Nachteilen. Wir bezahlen unsere Autoren nicht, und wir werden auch künftig keine Inhalte hinter Bezahlschranken verstecken.
Dafür brauchen wir euch: eure Rückmeldungen, eure Ideen und Artikel, euer Wissen über das Fandom, eure Erinnerungen und eure Perspektiven.
Der Zauberspiegel war immer ein Ort zum Mitmachen – und genau das soll er bleiben.




Kommentare
Aber vielleicht muß man das sein, um so ein Projekt durchziehen zu können.
Teilweise hätte mich auch interessiert, WORAUF er überhaupt so reagiert hat wie er eben reagiert hat, weil ich manchmal keine entsprechenden Kommentare anderer finden konnte.
Wenn ich jetzt in diesem Beitrag so lese, was eigentlich seine Vorstellung von einem Mitarbeiter war wäre ich bei ihm wahrscheinlich durchgefallen. Ich weiss nämlich immer noch nicht, was mir richtig liegen würde, außer gerade laienhafte Kommentare zu schreiben die ansich schon keine große Aufmerksamkeit erregen.
Möglicherweise klappt es mit ein paar Kurzgeschichten, aber das ist ein anderes Thema. Man fängt etwas an und findet es nicht gut genug, also ab in den Papierkorb.
Jedenfalls werde ich den Zauberspiegel noch weiter durchforsten, weil mich der Mensch Horst von Allvörden interessiert. Und ich bin der Meinung dass man ihn tatsächlich nachträglich am besten durch seine Art zu kommentieren kennenlernen kann.
PN für dich
Ich habe die letzten Tage hin und her überlegt, was ich dir antworten soll auf deine Aussage "der wohl sehr streng und unnachgiebig war und wohlmöglich (nicht böse sein) irgendwie eine schräge, ziemlich bissige Natur".
Nein, er war nicht streng und unnachgiebig im Allgemeinen, da war er eher verbindend und es gelang ihm, Leute zusammen zu bringen und zusammen zu halten... wie eben beim Zauberspiegel.
In (verbalen) Auseinandersetzungen vertrat er seine Meinung nachdrücklich. Bissig konnte er werden, Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er wirklich ausfällig wurde ... er war stur, wenn er der Meinung war, dass er Recht hatte.
Vielleicht gibt es noch andere, die etwas dazu schreiben wollen ...
Gruß, Bettina
Ich wollte ihm natürlich nicht nachreden, kannte ihn ja so gar nicht. Es ist natürlich schade, dass jemand, der ein solches Projekt auf die Beine gestellt hat nicht mehr da ist.