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Der Patriot - Mann gegen Mann

Der Patriot

Mann gegen Mann

 

Pünktlich zum 250. Geburtstag der USA, den das Land anlässlich der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung 2026 mit aufwändigen Feierlichkeiten beging, ist der im Jahr 2000 entstandene Film „Der Patriot“ von Roland Emmerich nun erstmals in der um zehn Minuten längeren Extended Version auf 4KUHD im Steelbook erschienen und lässt für Fans kaum mehr Wünsche offen.

Ausgerechnet der Exil-Deutsche Roland Emmerich begann im September 1999 mit den Dreharbeiten zu einem Film, der auf den Nationalstolz und den Freiheitsgedanken der US-Amerikaner abzielte und damit den Idealen der ganzen US-Bevölkerung schmeichelte. Einerseits ist es nur logisch, dass der Filmemacher, der vier Jahre zuvor mit „Independence Day“ den erfolgreichsten Film des Jahres gedreht hatte, mit dieser Aufgabe betraut wurde. Denn auch schon sein Alien-Invasionsfilm war ein Musterbeispiel für Patriotismus und den Mut und die Entschlossenheit der US-Amerikaner, denen es spielend gelang, eine globale Bedrohung abzuwehren, die der gesamten Menschheit ein Ende hätte setzen können. In anderer Hinsicht war „Der Patriot“ aber dennoch ungewöhnlich, denn seit seinem Langfilmdebüt „Das Arche-Noah-Prinzip“ aus dem Jahr 1984 hatte Emmerich noch keinen Film gedreht, der nicht den Genres Science-Fiction oder Horror zuzuordnen gewesen wäre. 2000 bewies er dann erstmals, dass er auch historische Stoffe perfekt in Szene setzen kann, wovon man sich dann auch in den kommenden Jahrzehnten immer mal wieder überzeugen konnte. Sowohl „Anonymous“, das Drama um die Shakespeare-Urheberschaft, als auch „Stonewall“ um die Aufstände der LGBTIQ-Community in der New Yorker Christopher Street kommen ohne Monster, Aliens oder Naturkatastrophen aus und konnten dennoch gut unterhalten.

Im Jahr 1776 spitzt sich in den Staaten im Osten der USA die Lage immer weiter zu. Britische Truppen wurden in die Kolonie geholt, um die im Unabhängigkeitsvertrag erlangte Selbständigkeit des Landes mit Waffengewalt wieder rückgängig zu machen. Der Kriegsveteran Benjamin Martin (Mel Gibson), Witwer und Vater von sieben Kindern, ist des Kämpfens müde und votiert dafür, nicht gegen die Briten in den Kampf zu ziehen. Doch er wird überstimmt, und auch sein ältester Sohn Gabriel (Heath Ledger) hat dieselbe ungestüme Begeisterungsfähigkeit, die auch Benjamin früher auszeichnete. Gabriel zieht in den Krieg und kommt eines Tages schwer verwundet mit einer Depesche an seine Einheit wieder auf dem Familiensitz an. Die Rotröcke sind ihm aber auf den Fersen, und Colonel William Tavington (Jason Isaacs) nimmt Gabriel gefangen und will ihn hängen lassen. Gabriels jüngeren Bruder Thomas erschießt er vor den Augen der ganzen Familie. Benjamin Martin sieht rot, bewaffnet die beiden mittleren Söhne und macht sich daran, Gabriel aus den Klauen der Briten zu befreien.

Roland Emmerich beweist hier eindrucksvoll, dass er auch historische Stoffe detailgetreu und durchweg spannend auf der Leinwand zum Leben erwecken kann. Beeindruckende Statistenheere, liebevolle Ausstattung und Kostüme sowie eine stargespickte Besetzungsriege sorgen trotz der imposanten Länge von 175 Minuten (die Kinofassung dauert 165 Minuten) für abwechslungsreiche und spannende Unterhaltung. Mel Gibson ist gut gecastet in einer Heldenrolle ganz in der Tradition seines William Wallace aus „Braveheart“, bekommt aber auch dankbare Unterstützung durch Newcomer Heath Ledger (1979-2008; „The Dark Knight“) und den überaus sinistren Jason Isaacs (Lucius Malfoy in den „Harry Potter“-Filmen), der den Widersacher mit verabscheuungswürdiger Durchtriebenheit anlegt. Nicht nur für Historienfans ist dieser Film zu empfehlen, da seine mitreißende Art auch Geschichtsmuffel begeistern und ihnen die Gründerjahre der USA näherbringen kann.

Im Jahr 2018 hatte Sony „Der Patriot“ auch hierzulande erstmals auf 4KUHD veröffentlicht. In dieser Neuauflage ist nun erstmals auch die zehn Minuten längere Extended Version des Films mit aufgespielt. Das Bild (im Widescreen-Format 2,40:1) ist von einer bestechenden Schärfe und Detailgenauigkeit. Der Ton liegt leider mal wieder nur in der englischen Originalfassung in Dolby Atmos (True HD 7.1) vor. Deutsch, Französisch und eine englische Alternativtonspur gibt es im DTS HD Master Audio 5.1, Italienisch, Spanisch und Thailändisch sind in Dolby Digital 5.1 aufgespielt. Optional gibt es Untertitel in achtzehn verschiedenen Sprachen sowie auf Englisch für Hörgeschädigte. Aus der Erstveröffentlichung sind bereits alle Extras bekannt: der Audiokommentar mit Emmerich und seinem Produzenten Dean Devlin sowie die Features „Die Kunst des Krieges“ (10 Minuten), „Die wahren Patrioten“ (10 Minuten), „Zu den visuellen Effekten“ (9 Minuten), sechs entfallene Szenen (zusammen 13 Minuten, auch optional mit Kommentar von Emmerich und Devlin), Vergleiche von Konzeptentwurf zu Film (5 Minuten), eine kleine Fotogalerie und der englische Kinotrailer zum Film.

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