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Hans Kneifel: Die strahlenden Gletscher von Asgaard - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 49

1Hans Kneifel: Die strahlenden Gletscher von Asgaard
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 49

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Die strahlenden Gletscher von AsgaardHandlung:
Der Tefroder-Duplo Skania Velder erhält bei einem Treffen im Leerraum von einem der Meister der Insel den Auftrag, die terranische Kolonie auf dem Planeten Asgaard in den Plejaden zu sabotieren. Velder soll mit seinem Spezialraumschiff ungesehen auf Asgaard landen und im Rahmen eines auf zwei Jahre angelegten Plans die Polkappen zum Schmelzen bringen und damit eine erhebliche Umweltveränderung auslösen. Damit soll zum einen ein Schlag gegen die Solare Flotte erfolgen, denn diese unterhält auf Asgaard eine Niederlassung der Raumakademie, in der 3000 Kadetten ausgebildet werden. Zum anderen soll Asgaard als Brückenkopf für eine Invasion der Milchstraße dienen. Velder fliegt wie vorgesehen nach Asgaard, wo er sein Schiff versteckt und mit der Umsetzung seiner Befehle beginnt.

Doc Andoveer Tarmac ist ein terranischer Wissenschaftler, der auf Asgaard lebt. Er leidet an der seltenen und unheilbaren Coudenhoveschen Krankheit und erwartet den Tod, will aber vorher noch beweisen, dass es auf Asgaard intelligente Eingeborene gibt. Bei seinen Messungen und Beobachtungen wundert sich Doc Tarmac über eine leicht gestiegene planetare Durchschnittstemperatur, abweichende Strömungen und ähnliche Dinge. Als bei einem Überlebenstraining der Akademie 40 Kadetten vermisst werden, unterstützt Tarmac die Rettungsmission, und es gelingt ihm, eine Gruppe ausfindig zu machen.

Schließlich kann Doc Tarmac tatsächlich intelligente Wesen, die an aufrecht gehende Frösche erinnern und offenbar einem Wanderungszyklus folgen, entdecken und sie beobachten. Er erlebt eine Art Paarungstanz mit, dann fällt ihm eine Kamerasonde auf, die er aus einem Reflex heraus zerstört. Die Sonde stammte nicht aus terranischer Technologie, so dass sich Tarmac fragt, welche Macht noch auf Asgaard aktiv ist.

Tarmac kann mit den Fröschen kommunizieren. Diese berichten ihm, ein Wesen, das wie ein Terraner aussah und einen Gleiter flog, hätte mehrere von ihnen getötet. Sie hätten gesehen, wie es in einem Höhleneingang verschwunden ist. Da zudem die Beobachtungen auf eine unerwartet drohende Polschmelze hindeuten, informiert Tarmac den Stützpunktkommandanten, Major Basil Praynshaelter. Ein Trupp mit neuartigen Kampfanzügen bricht zum Nordpol auf, um die von den Froschwesen beobachtete Höhle zu untersuchen. Tatsächlich findet sich eine Art Steuerzentrale aus nicht terranischer Technologie, und große Strahlgeschütze, die unter dem Eispanzer angebracht sind und ihn schmelzen. Es gelingt den Terranern, die Anlage zu sabotieren. Die Geschütze überhitzen sich und explodieren.

Leider zeigen aber Monitore, dass sich unter dem Südpol eine gleichartige Anlage befindet, und dass dort ein 150 Meter durchmessender Kugelraumer verborgen ist. Mit einer Space-Jet fliegt die Gruppe, zu der neben Tarmac auch der Major gehört, zum Südpol von Asgaard. Es kommt zu harten Kämpfen gegen Abwehranlagen und Roboter, doch die Terraner können die Steuerzentrale stürmen. Im Kampf gegen Skania Velder werden die meisten Terraner außer Gefecht gesetzt, es gibt auch Verluste, doch mit letzter Kraft kann Doc Tarmac, der ebenfalls schon getroffen wurde, den Tefroder töten, als dieser denkt, dass Doc im Todeskampf liegt.Dieser hat aber nur einen Anfall der Coudenhovschen Krankheit, wovon der Tefroder nichts weiß, der ihn wegen der Schüttelanfälle  im Todeskampf wähnt.Nach der schnellen Überwindung des Anfalles erschießt er den Tefroder mit seinem Jagdgewehr (von hinten!). Die Gefahr für Asgaard ist gebannt.

Doc Tarmac kehrt zu seinem Haus und seiner Lebenspartnerin Decaree Redgrave zurück.Einer der anderen Terraner ist tot, die übrigen, auch Major Praynshaelter, werden medizinisch behandelt und kommen wieder auf die Beine.

Tunnel in die UnendlichkeitKritik:
Hier legt HK ein spannendes Planetenabenteuer vor, bei dem die Hauptfigur ein interessanter Antiheld ist. Doc Tarmac ist nicht nur Wissenschaftler, also Zivilist, kein Angehöriger der Solaren Flotte, sondern auch schwer krank.Er arbeitet immerhin mit den lokalen Flottenbehörden zusammen und Major Praynshaelter, der dortige Kommandant der Kadettenzuchtanstalt, vertraut ihm.

Der Roman stammt aus der MDI-Zeit, etwa vom Ende des Zyklus her, denn als der Tefroder auf Asgaard  Erfolg zu haben glaubt, sind die Meister der Insel  längst besiegt, auch Faktor I und ihre Identität dem Leser bereits bekannt.Dies wird auch kurz zu Beginn des Romans thematisiert.Dennoch handelt es sich bei dem Band um eine gute Auskopplung des ersten langen PR-Zyklus, die diesen, wie einige andere PLR-TBs anderer Autoren (HGE,Voltz) auch, noch einmal mit Extrahandlung unterfüttert und dadurch ausbaut.

Von einigen Logikfehlern der Biologie angesehen, ist der Roman gut durchdacht. (Frösche sind r-orientiert und kümmern sich daher nicht um ihren Nachwuchs, weil sie auf Vielzahl setzen, nicht auf Individuen.Im Roman holen die Froschmenschen aber ihre Kaulquappen aus Docs Haus heraus.Leider wird im Roman nicht beschrieben, warum die Frösche als r-Wesen Abstraktintelligenz entwickelt haben/evolutiv entwickeln sollten.)Immerhin wissen die MDI interessanterweise  von den Froschmenschen früher als die Terraner, denn der Tefroder Velder wird hinreichend bei seiner Einweisung  darauf hingewiesen … obwohl die Terraner auf Asgaard leben, die MDI nicht!Aber der Planet ist ja auch noch fast unbekannt, es gibt nur die eine Kadettenausbildungssiedlung, insofern vielleicht verständlich.Man sollte allerdings polare Satelliten haben mit guter Gesamtkartographierung. Na ja, lassen wir das.Der Planet kommt gut beschrieben herüber und auch die Personen sind charakterlich durchkonzipiert.Die Handlung ist zwar nicht sehr dicht, aber eben eine typisch Kneifelsche Randepisode im Solaren Imperium.Immerhin spannend zu lesen, wie sich der Aufbau entwickelt und erst die Kommunikation mit den Froschmenschgen die Terraner auf die richtige Spur gegen den Tefroder bringt.Man verachte eben die primitiven Eingeborenen nicht; auch diese können eben zur Rettung des Planeten etwas beitragen.Nebenbemerkung: Doc Tarmac ist einundfünfzig, seine Freundin Decaree, die Logistikerin für die Flotte ist, siebenundzwanzig.Ob das klappt?

Der Band ist auch heute noch als unabhängige SF lesenswert und ich habe damit geliebäugelt, eine Fortsetzung zu schreiben … bin aber über eine grundlegende Plotplanung, die immerhin bereits fertig ist,  bisher noch nicht hinausgekommen.

Fazit:
Ein spannender, guter überzeugender Band mit einem sympathischen,ambivalenten Protagonisten, der sein Päckchen mit mühsamem Grinsen (er)trägt und dennoch seiner Umwelt, so weit wie möglich seinen Stempel aufdrückt..

Die strahlenden Gletscher von AsgaardDie strahlenden Gletscher von Asgaard
Perry Rhodan Planetenromane Bd. 49
von Hans Kneifel
Titelbild von Johnny Bruck
Erscheinung: 1967
Handlungszeitraum: 2406
Handlungsort: Asgaard
Zusätzliche Formate: Autoren-Bibliothek 15, Weltbild Sammler-Edition 14
Untertitel:
Ein Planet des Imperiums wird bedroht – die Herren Andromedas befehlen das Attentat auf die Welt der Gletscher.
Untertitel:
Das vollautomatische Schiff schwebte im Leeraum zwischen den Galaxien ...

© 2021 by H. Döring 

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