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H. G. Ewers: Phantom-Station - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 16

1H. G. Ewers: Phantom-Station
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 16

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Phantom-StationZur Handlung:
Perry Rhodan und Reginald Bull halten sich im Wega-System auf, um die Handelsbeziehungen mit den Ferronen zu erweitern. Sie sind mit zwei Raumjägern der STARDUST II auf einem Erkundungsflug, als plötzlich ein 43. Planet im System erscheint. Sie landen aus Neugier.

Dabei geraten die beiden in die Gewalt dreier Psi-Roboter, die Bull und Rhodan in diverse Fiktivwelten versetzen, um ihre Reaktionen zu testen. So erlebt Rhodan einen Absturz seines Raumjägers, gefolgt von einem Marsch durch eine lebensfeindliche Wüste im Raumanzug. Er trifft auf eine angebliche menschliche Kolonie und wird mit immer neuen Extremsituationen konfrontiert. Ähnliches erlebt auch Bull, wobei sich die beiden in den Fiktivwelten begegnen und Rhodan Bull umbringt! Aber auch Rhodan muss schließlich seinen eigenen Tod erleben. Er erkennt jedoch auch, dass es sich um Fiktivwelten handelt, wobei ihm vor allem hilft, dass seine Narbe am Nasenflügel nicht mehr vorhanden ist.

Die Roboter stellen im Verlauf ihres Testprogramms fest, dass sie Rhodan nicht mit psychischen Mitteln besiegen können. Der Einsatz physischer Mittel ist ihnen jedoch verboten, da sie vernunftbegabtes Leben nicht antasten dürfen. Sie beschließen daher, Rhodan in die Andromeda-Galaxie zu verbannen, während sie Bull wieder in seinen Raumjäger setzen. Rhodan wird von ihnen aufgeweckt, glaubt aber zunächst an eine neue Fiktivwelt, bis ihn der Anblick seines Raumjägers und die Tatsache, dass seine Narbe wieder da ist, eines besseren belehren.

Auch Bull erkennt inzwischen die Wahrheit, und er fürchtet um Rhodans Leben, so dass er den Planeten erneut anfliegt. Er kann Rhodan wiederfinden, und beide besteigen gerade ihre Raumjäger, als unter ihnen der Planet verschwindet. Daraufhin kehren sie an Bord der STARDUST II zurück, wo eine besorgte Thora sie bereits erwartet.

Phantom-StationAnmerkung:
Im Dezember 1975 waren Perry Rhodan und Reginald Bull zwischen Tramp und Tuglan unterwegs. Die Jahre 1976 bis 1979 haben die Protagonisten bei ihrem Aufenthalt auf Wanderer übersprungen. Frühestmöglicher Zeitpunkt ist also Dezember 1980. Die Archiv-CD1 gibt dazu passend das Jahr 1980 an.

Nun zur Kritik:
Die grundlegenden Handlungsmuster der Story sind einfach gestrickt und es kommen wenige Personen in der Geschichte vor.Das macht der inneren Handlung des Romans aber keinen Abbruch, denn was Perry und Bully hier erleben, ist nicht nur erzähltechnisch gut umgesetzt, sondern spielt sich ja (fast) immer nur in ihren Köpfen ab, ist also eigentlich gar nicht real … wird aber selbstverständlich für den Leser so beschrieben. Dieser Roman macht für mich innerhalb der PLR-TBs das aus, was ich „wahre“  SF nenne bzw. von einem guten Autor aus dieser Sparte erwarte. Auch dieser Roman kann nämlich nicht nur für sich allein ganz prächtig dastehen, auch außerhalb des Bezugs zum Perryversum. Sondern hier ist außerdem das beschrieben, was aus der Fantasy als „Sense of Wonder“ bekannt ist: die Begegnung im Kosmos mit dem Unbekannten, dem Unerwarteten, der überlegenen (Psycho)-Technologie aber auch der überlegenen Moral, die nicht töten darf.

Phantom-StationDass Perry und Bull sich diesem Gegner, der ja eigentlich  gar keiner ist, gewachsen zeigen, ist von vornherein klar, denn sie sind die Helden. Aber wie das passiert, das ist die Erzählschiene der Handlung, die dem Leser gefällt. Die beiden sind nur zur falschen zeit am falschen Ort und werden daher geschnappt. Da die Psychoboter sie nicht laufen lassen dürfen, auf dass sie draußen im Kosmos von dem intergalaktischen  Verteilplaneten künden (dessen Erklärungs-Horizont die beiden Terraner momentan auch noch im bestehenden Handlungsrahmen  kosmisch überfordern dürfte), müssen sie psychsich indoktriniert werden.Dank arkonidischer Hypnoschulung und eigenem Terranerwillen gelingt dies letztlich bei Beiden nicht.Bei also prinzipiell einfacher Gesamthandlung, ist die innere Handlung dennoch gut ausgefüllt und macht die Geschichte auch heute noch spannend. Es handelt sich um einen meiner Lieblingsromane aus dem Perry-PLR-Kosmos der Taschenbücher, weil er klare Konturen als unabhängiger SF-Roman zeigt, bei dessen Erzählung die Phantasie nicht zu kurz kommt.Außerdem gefiel mir damals der Schreibstil, in dem HGE seine Bücher verfasste.Gerade in den Taschenbüchern konnte er ja nach Herzenslust fabulieren und seine Anklänge zu spüren.Außerdem faszinierte mich bereits damals in der Erstauflage  das gute SF-Titelbild (J.B.), das den Inhalt wirklich sinngemäß wiedergeben kann.Ein Roman, der also auch heute noch immanent lesenswert ist, denn immerhin kann das Perryversum selbst noch nicht allzuviel an Hintergrund beisteuern.Das muss es bei dieser Geschichte, die aus dem allgemeinen Handlungsrahmen der Serie hinausfällt, aber auch nicht.Dieses Buch kann nämlich sehr gut für sich selbst stehen.

Phantom-StationPhantom-Station
Perry Rhodan Planetenroane Bd. 16
von H. G. Ewers
Titelbild von Johnny Bruck
(5. Auflage) Alfred Kelsner
Erscheinung: 1965
Handlungszeitraum: Ende 1980
Handlungsort: Wega-System
Bezug: PR 21. PR 22
Untertitel:
Wer den Planeten betrat, der jäh aus dem Nichts entstanden war, musste viele Tode sterben

(5.Auflage)
Ein neuer Planet im Wega-System – wer ihn betritt, muss sterben

© 2020 by H. Döring

Kommentare  

#1 Heiko Langhans 2020-12-22 07:53
Spekulation: Ich habe mich immer gefragt, ob diese seltsamen Roboter - rückwirkend betrachtet - nicht zu einem (erfolgreicheren) Splitterreich des Tba gehört haben. Allerdings hat Ewers diese Ereignisse nie wieder aufgegriffen.

Auf Anfrage hatte mir H.G. Ewers ca. 1995 mal mitgeteilt, dass er für sich keinen Unterschied zwischen seinen Beiträgen für die Hauptserie und denen für die Taschenbücher machen würde. Beide wären für ihn gleichermaßen kanonisch und daher würde er zwischen seinen Heften und TBs auch immer wieder Bezüge herstellen.
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