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Mystery-Krimi-Mix mit Roger Moore - Ein Mann jagt sich selbst

Ein Mann jagt sich selbstMystery-Krimi-Mix mit Roger Moore
»Ein Mann jagt sich selbst«

Nach einem schweren Verkehrsunfall liegt der Manager Harold Pelham (Roger Moore) im Koma. Er wird wieder gesund, merkt aber zunehmend, dass etwas nicht stimmt. Leute behaupten, dass er Dinge gesagt oder getan habe, an die er sich jedoch nicht erinnern kann. Man unterstellt ihm auch eine außereheliche Affäre mit einer attraktiven Frau, aber auch davon weiß Harold nichts mehr. Für den Familienvater stellt sich schließlich die Frage: Wahn oder Verschwörung? (1)

Ein Mann jagt sich selbstMoore selbst bezeichnete seine Arbeit zu diesem Film im Ergebnis als seine beste. Klammert man einige seiner Bond-Filme aus könnte er vielleicht Recht behalten haben. Man erlebt Moore tatsächlich mal ungewohnt in einer Rolle als geplagter und emotional immer weiter sinkenden Antihelden. Er ist seinem unheimlichen Gegner immer einen Schritt hinterher. Das zermürbt mit der Zeit und er merkt auch bald, dass er auf sich gestellt ist. Sein Arzt hält ihn für krank. irgendwer ist seinem Namen und mit seinem Aussehen in sein Leben eingedrungen. Er selbst zweifelt alsbald an dieser These und auch der Zuschauer weiß nicht so recht was in dem Film nun wahr und was nicht. Die Inszenierung ist befremdlich, da man mit dem Leidtragenden leidet und gleichzeitig die Beklemmung spürt die sich in dieser Figur ausbreitet.

Das man es hier statt mit einem Krimi, mit einem waschechten phantastischen Vertreter zutun, offenbart sich dem Zuschauer erst am Schluss. Man kann diesen Film aber leider nicht rezensieren ohne zu spoilern. Die Grundaussage des Ganzen bleibt sonst auf der Strecke. Also aufgepasst.

Ein Mann jagt sich selbstPelham ist nach seinem Unfall ins Koma gefallen und wieder erwacht. In der Zeit dazwischen ist etwas geschehen was in die Welt der Mystery- und Gruselthriller gehört.

Am Ende steht seinem anderen Ich gegenüber. Aug in Aug. Siegen tut der Stärkere, der Schwache muss weichen.

Ein genial gestrickter Thriller, der allerdings unter dem Alter etwas leidet. Es fehlt etwas an Spannung und besonders das erste Drittel des Films bietet nicht soviel. Auch die Umstände, die zum Unfall Pelhams führten sind rätselhaft und nicht nachvollziehbar. Warum ist er nur so gerast?

„Subtiler Horror in guter London-Szenerie“ titelte TV Spielfilm über diesen Psychothriller, den Hauptdarsteller Roger Moore selbst als seine beste Arbeit bezeichnete. Das Lexikon des Internationalen Films schrieb: „Unterhaltsamer Kriminalfilm“. Mit Regisseur Basil Dearden arbeitete der spätere James-Bond-Darsteller im selben Jahr auch an der legendären Serie „Die 2“.

Ein Mann jagt sich selbstBonusmaterial:
Zwei dt. Synchronfassungen (Kino & TV), Audiokommentar von Roger Moore und Bryan Forbes, Kinotrailer & Pressehefte (PDF)

HANS SCHAFFNER PRÄSENTIERT „Ein Mann jagt sich selbst“ MIT Roger Moore, Hildegard Neil, Anton Rodgers, Olga Georges-Picot, Thorley Walters, Freddie Jones, John Welsh, Edward Chapman, Laurence Hardy, Charles Lloyd-Pack, Gerald Sim, John Carson
Drehbuch: Basil Dearden, Bryan Forbes, Michael Relph
nach dem Roman "The Case of Mr Pelham" von Anthony Armstrong
Kamera: Tony Spratling
Musik: Michael J. Lewis
Regie: Basil Dearden

1 DVD in einem Amaray-Case mit Wende-Inlay (inwendig ohne FSK-Logo)
Laufzeit: ca. 90 Min.
Bildformat: PAL 16:9, 1.85:1
Sprache: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Ländercode: 2 (Europa)
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Produktion: Großbritannien 1970

(1) Pidax
(c) by author

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-09-17 10:18
Naja - mit Roger Moore bin ich nie richtig "warm geworden". Es gibt da schon ein paar Filme, in denen er dann doch mal aus seinem "üblichen Schema-F-Rahmen fällt". Und diesen hier habe ich irgendwann einmal im TV gesehen - fand ich auch nicht schlecht.

Bis heute ist mir freilich ein Rätsel warum ausgerechnet der ansonsten stocksteife Roger Moore 1973 James Bond wurde. Wenn man bedenkt, dass die Fans noch 1969 Anfänger George Lazenby ablehnten, der den 007 nun wirklich um einiges besser gab, als vier Jahre später Moore. Mir fehlt für die Verpflichtung
seiner Person bis heute jedes Verständnis.
Albert R. Broccoli soll das damals damit begründet haben, dass die Bond-Freunde ihren Helden angeblich "leichter gewünscht" hätten. So hat Moore den Charakter ja auch "gespielt" - und den Agenten zur kalauernden Witzfigur degradiert.

Was Filme wie den hier besprochenen betrifft, ist man dann schon wirklich überrascht - zumal Moore eigentlich als eh Mime sehr eingeschränkt war.
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#2 Laurin 2019-09-17 20:32
Ach, ich mochte Roger Moore eigentlich in fasst jedem seiner Filme. Was George Lazenby meiner bescheidenen Meinung als Bond nämlich gegenüber Moore nicht hatte, war Ausstrahlung. Dabei war Lazenby nicht schlecht in der Rolle, allerdings vergisst man bei ihm schon das Gesicht nach kurzer Zeit wieder, weil ihm die markante Ausstrahlung und der unvergleichliche Widererkennungswert schlicht fehlte. Kann es einfach nicht anders ausdrücken. Als Bond war Moore zwar eher der lockere Typ (war Connery auch irgendwie), allerdings hatte ich in seiner Darstellung des Agenten nie eine "Witzfigur" gesehen.

In dem Punkt bleibt Roger Moore für mich persönlich auf gleicher Höhe mit Sean Connery der beste Bond-Darsteller. George Lazenby war nicht schlecht und was danach kam ... na ja, Schwamm drüber was 007 angeht.
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#3 Friedhelm 2019-09-17 21:26
Einen habe ich noch zum BOnd: Sooo ausstrahlunsarm war Lazenby nun auch nicht. Für mich ist sein Bond-Film immer noch einer der besseren - man sollte hatl nichr übersehen, dass der Mann damals ja erst noch lernen musste. Seine physische Präsenz war schon mal besser als die Connerys - und Moore war halt nur schön.

Naja, wenn jetzt vom oben genannten Mystery-Krimi einmal absieht hat Moore in seinen anderen, späteren Filmen auch nicht anders agiert als in seinen Bond-Filmen. Ich denke da an Filme wie Die Wildgänse kommen" oder "Die Seewölfe kommen"

Und dann würde ich allerdings nicht soweit gehen, Moore und Connery auf die gleiche Höhe zu stellen. Immerhin brachte es der Schotte dann später auch noch zum Charaktermimen - etwas, dass Moore nie schafft hat.
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#4 Laurin 2019-09-18 16:21
@ Friedhelm:
Ich setzte ja auch nicht Connery mit Moore generell auf eine Stufe. Aber ich bleibe dabei das beide die wohl besten Bond-Darsteller waren.

Lazenby fand ich in der Rolle wie gesagt nicht mal schlecht (jedenfalls um Ecken besser als Daniel Graig heute). Allerdings scheint Lazenby noch heute zu "lernen", denn danach hat es bei ihm nur noch für Low-Budget-Filme oder Filme mit Sylvia Kristel in EMMANUELLE und weitere Werbefilmchen gereicht. Nun ja, und recht klug hat er sich kurz nach seinem Bond-Film vor Reportern ja auch nicht verhalten. :oops: In gewisser Weise kann man sich auch selber aus dem Rampenlicht schießen. Wirklich aufgefallen ist er mir nur nochmal im Film LANCE - STIRB NIEMALS JUNG (1986), allerdings auch nur, weil mir der Name zu der Zeit (wegen seinem Bond-Film) irgendwie bekannt vor kam.
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#5 Friedhelm 2019-09-18 16:54
Zitat:
Allerdings scheint Lazenby noch heute zu "lernen", denn danach hat es bei ihm nur noch für Low-Budget-Filme oder Filme mit Sylvia Kristel in EMMANUELLE und weitere Werbefilmchen gereicht. Nun ja, und recht klug hat er sich kurz nach seinem Bond-Film vor Reportern ja auch nicht verhalten.
Lazenby selber hat sich nach seinem "Bond-Dreh" einmal darüber beklagt, dass man ihn wohl so ziemlich "alleine gelassen habe". Ich denke auch, dass seine Karriere anders verlaufen wäre, wenn er ein richtiges "Schauspiel-Coaching" bekommen hätte. Zuvor war er zwar Model - und wußte sich dementsprechend vor einer Kamera zu bewegen. Aber das hat ' dann auch wohl doch nicht ausgereicht. Ich bin außerdem schon immer der Meinung gewesen, dass Lazenby zudem einfach nur am damaligen "Connery-Syndrom" gescheitert ist. Offensichtlich war das Publikum dann in den Siebzigern nachgiebiger und hat Roger Moore akzeptiert . Wie bereits erwähnt - für mich bis heute ein Rätsel :P :-*
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