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Der Alte - Erwin Kösters Fälle: Folge 40 Das letzte Wort hat die Tote

Der Alte - Erwin Kösters FälleFolge 40
Das letzte Wort hat die Tote

Zwei Ereignisse, die auf den ersten Blick scheinbar nichts miteinander zu tun haben: einmal der Ausbruch des Häftlings Rudi Gunkel, der bei Bahnarbeiten fliehen kann. Bei seiner Freundin Vera Ohlsen findet er keinen Unterschlupf, die hat sich inzwischen anderweitig getröstet. Sein Kumpel Gerd Winzer bringt ihn in einer verlassenen Baubaracke in einem Steinbruch unter ...

 

SzenenfotoZur selben Zeit kommt es im Haus des Fabrikanten Moland zu einer tödlichen Auseinandersetzung: Frau Moland hat mit der Geliebten ihres Mannes, Jutta Klasen, eine emotionale Aussprache, in deren Verlauf es zu Tätlichkeiten kommt, Brigitte Moland stürzt unglücklich und bricht sich das Genick. Um den Totschlag zu vertuschen, arrangieren Jutta Klasen und Hanno Moland einen Unfall: Sie stürzen den Wagen mit der Toten in den Steinbruch, in dem Rudi Gunkel seinen Unterschlupf hat. Als Gunkel Winzer informiert und der feststellt, wer die Tote ist, kommt ihm eine Idee. Kurz darauf landet bei Hanno Moland ein Brief: Seine Frau sei in der Gewalt von Kidnappern, für die Feilassung fordert man 1,5 Millionen Mark Lösegeld. Kommissar Köster und seine Leute werden eingeschaltet …

Moland, der ja nun weiß dass seine Frau tot ist, es aber nicht sagen kann, besorgt das Lösegeld und es kommt zu einer Übergabe. Währenddessen alarmiert eine gewisse Vera Ohlsen (Karin Baal) die Polizei, weil sie von ihrem Exfreund belästigt wird, der Rudi Gunkel ist. Während Winzer mit dem Geld in einem Gasthof auf Gunkel wartet, wird dieser wiederum im Haus von Vera Ohlsen erwartet und dort gestellt. Beide Männer geraten in den ausweichlichen Verdacht Frau Moland ermordet zu haben.

Damit scheinen Herr Moland und seine Geliebte aus dem Schneider. Doch das letzte Wort hat die Tote, und im letzten Moment wird Köster ein Beweisstück zugespielt, welches keiner auf der Rechnung hatte.

Ein wirklich spannender und sehr schön erzählter Krimi aus dem Jahr 1980, der auf unterscheidlichste Art Punkte sammeln kann. Da ist die Erzählweise, die zunächst zwei Handlungsebenen schafft, die nach einigen Minuten zusammenlaufen. Dadurch, dass beide Parteieen nichts von einander wissen, Gunkel und Winzer ebensowenig von Moland und seiner Geliebten wie umgekehrt, entwickelt die Handlung eine Eigendynamik in der sich die Spannung praktisch wie von selbst entwickelt. Diese Strickweise ist dem Buch von Detlef Müller zu verdanken, der es stets verstand, recht raffinierte Geschichten zu spinnen.

Auch die hochkarätigen Darsteller machen diese Folge zu einer Perle deutscher Krimiunterhaltung. Dieter Schidor (Der Seewolf) spielt den entflohenen Häftling Rudi Gunkel. Karl-Walter Diess (Sprecher in vielen EUROPA-Hörspielen und bekannt aus Die Schwarzwaldklinik) ist sein verbrecherischer Freund. Udo Vioff, ein häufiger Gast in den Krimis der 70er und 80er Jahre spielt hier den untreuen Ehemann, während seine Geliebte von Ute Christensen dargestellt wird. Ferner spielen Karin Baal und Barbara Rütting.

Das Spiel von Siegfried Lowitz ist wieder genial. Von einfühlsam bis hartnäckig sturr beliefert er alle Charaktereigenschaften des Erwin Köster in Perfektion. Auch seine Wortspiele und Frotzeleien mit seinem Chef, der bis Folge 72 von Henning Schlüter dargestellt wird sind als Glanzstücke zu bezeichnen.

Theodor Grädler inszenierte die Krimiballade. Die hervorragende Schlussmusik stammt erneut von Frank Duval und hinterlässt am Ende den verstärkten Eindruck einen tollen Krimi gesehen zu haben.

Nicht unerwähnt bleiben darf die Titelmelodie, die Edgar Wallace-Spezialist Peter Thomas beisteuerte und am Beginn von insgesamt 99 der 100 Folgen zu hören ist.

Stab: Siegfried Lowitz (Erwin Köster), Michael Ande (Gerd Heymann), Wolfgang Zerlett (Meyer Zwo), Udo Vioff (Moland), Barbara Rütting (Frau Moland), Ute Christensen (Jutta Klasen), Dieter Schidor (Gunkel), Karl-Walter Diess, Karin Baal, Henning Schlüter und andere

Buch: Detlef Müller, Musik: Frank Duval, Titelmusik: Peter Thomas, Kamera: Rolf Kästel, Szenenbild: Wolf Englert, Herstellungsleitung: Gustl Gotzler, Redaktion: Peter Renfrantz, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Theodor Grädler. Erstausstrahlung: 09.05.1980 (ZDF)

Kommentare  

#1 joe p. 2009-09-06 23:57
Ein Fall, der von der jüngsten 3sat-Wiederholung her in bester Erinnerung ist. Qualitätsfolge.
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#2 G. Walt 2009-09-07 09:33
In der Tat Joe p. Die Story ist klasse.
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