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Derrick und seine Fälle: Folge 28 - Pecko

Derrick und seine FälleFolge 28
Pecko

Jacob Lange, den seine Freunde Pecko rufen, spielt für sein Leben gern Radball. Täglich üben die vier Jungen auf einem alten Hinterhof. Zu Hause gibt es deswegen Schwierigkeiten, denn Mutter und Bruder nehmen Peckos Eifer nicht ernst. Pecko hat sich in den Kopf gesetzt, einmal ein großer Radballspieler zu werden. Im Grunde genommen sind die vier Freunde Unverständnis gewöhnt, nämlich den Anwohnern ist ihr Treiben schon lange ein tägliches Ärgernis.

Voller Unmut schießt dann auch ein erboster Autobesitzer den Ball über die Hofmauer ins Nachbargrundstück.

Als Pecko sich über die Mauer schwingt, um den Ball zu holen, erschreckt alle der plötzliche Aufschrei eines Mädchens - nur wenige Meter von Pecko entfernt, wird es in einem Hausflur ermordet! Oberinspektor Derrick nimmt Pecko nicht ab, dass sich für ihn die Welt nur um Radball dreht. Warum schweigt der Junge so beharrlich, kennt er am Ende gar den Mörder persönlich? (1)

Fehlbesetzt aber mittelmäßig spannend
"Pecko" hätte von der Thematik und dem Stil her auch leicht in die späten 90er Jahre von Derrick gepasst. Der Täter ist nicht gleich von Anfang an bekannt, obwohl die Handlung den Verdacht sehr schnell auf Peckos Bruder lenkt und auch fokussiert. Schweigt Pecko, weil er seinen Bruder schützen will?
Für den Zuschauer scheint die Sache klar. Doch so einfach ist es nicht. Der Mörder ist ein ganz anderer, der komischerweise gar nicht so sehr auf Derricks Rechnung steht. und das obwohl es der naheliegendste Verdacht ist. Und Pecko geht es gar nicht so um den Schutz seines Bruders, sondern um etwas ganz anderes, etwas ganz und gar Profanes - um Aufmerksamkeit. Doch das wird dem Zuschauer erst am Schluss klar. Ein halbgarer Whodunit also und im Grunde der zweite Krimi dieser Art innerhalb der Reihe.
"Pecko" scheint dabei als Paraderolle für Pierre Franckh zu gelten. Dabei hatte Frankh seinen Derrick-Einstand bereits in Folge 10 "Hoffmanns Höllenfahrt". Er wird die Reihe "Derrick" noch sehr oft beehren. Er speilt den Pecko recht glaubhaft, auch wenn er zum Drehzeitpunkt schon etwas zu alt war, um einen Achtzehnjährigen darzustellen. Noch dicker kommt es aber für Karl-Walter Diess in seinem ersten Derrick-Auftritt. Er muss mit 48 Jahren einen 26jährigen darstellen. Eine sehr undankbare und unglaubwürdige Rolle für den großartigen Mimen. Einen einmaligen Gastauftritt hat Harald Juhnke, der gleich einen Mörder spielen darf. Er ist der eigentliche Star der Folge und nicht fehlbesetzt.

Aus Berger wird Weber
Alles in allem eine durchwachsene Folge mit einem fehlbesetzten Diess und einer etwas unlogischen Story in der nur Juhnke glänzt.
Im Abspann wird Assistent Berger dann plötzlich in Weber umgetauft. Zudem ist die Täterfrage nicht ganz klar, was den zweiten Mord angeht. Die wird etwas übergangen. Evelyn Palek spielt ihre Paraderolle: Junges Mädchen = Mordopfer. Regisseur Brynych hat einen Cameo-Auftritt in der Folge.

Neben internationalen Pop und Klassik gibt diesmal auch wieder deutschen Schlager im Soundtrack, der in den 70er-Jahren besonders beliebt war.

Darsteller: Horst Tappert (Stephan Derrick), Fritz Wepper (Inspektor Klein), Pierre Frankh, Jane Tilden, Evelyn Palek, Karl-Walter Diess, Harald Juhnke, Stefan Behrens und andere
Stab: Musik:  Musik: LES HUMPHRIES Titelmusik / Abspann, MICHAEL HOLM Tränen lügen nicht, LUDWIG VAN BEETHOVEN Für Elise, GLADYS KNIGHT AND THE PIPS The Only Time You Love, Regie: Zbynek Brynych, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film- und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Erstsendung: 03.10.1976

(1) ZDF
(c) by author

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