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Ein Ende mit (tatsächlich unerwarteten) Opfern - PR, Bände 2498 und 2499, sowie PRA, Band 34

Perry Rhodan ... das Universum und ichEin Ende mit
(tatsächlich unerwarteten)
Opfern
Eindrücke vom und Anmerkungen zum
Finale des »Negasphären«-Zyklus

PR, Bände 2498 und 2499, sowie PRA, Band 34
 
»Die Duale Metropole« und »Das Opfer«. PR, Band 2498 und Band 2499.
Das Finale des »Negasphären«-Zyklus, mehr noch, das Finale eines Handlungsbogens, der sich über 200 Bände und Millionen von Jahren (handlungstechnisch gesehen) erstreckte.

Spoileralarm!!!

Viel ist darüber gemutmaßt worden. Spekulationen gab es reichlich, bezüglich der Handlung an sich, aber auch bezüglich der möglichen Opfer, die der Endkampf gegen KOLTOROC Perry und Co abverlangen würde. Ich selbst habe mir im Vorfeld viele Gedanken über den abschließenden Zweiteiler der aktuellen PR-Staffel gemacht, habe mir Storylines überlegt, die mich zufriedenstellen würden und mir Handlungsbögen ausgemalt, von denen ich inständig hoffte, sie auf keinen Fall lesen zu müssen.

Uwe AntonDie Zeit des wilden Spekulierens und des Herumgestochers im Dunkeln sind (endlich) vorbei. Mit dem gerade erschienenen Band 2499, »Das Opfer«, schließt Uwe Anton die Akte „Negasphäre“ und beendet (vorläufig?) die Handlungsschiene um TRAITOR und die Terminale Kolonne.

Eine Ära geht zu Ende. PR macht sich bereit, in neue Gefilde vorzustoßen. Neue Abenteuer und neue Gegner, aber auch neue Freunde und neue Verbündete warten auf Perry und seine Gefährten.

Aber halt! Immer langsam mit den jungen Pferden! Lassen wir die Zukunft erst einmal ruhen und wenden und lieber Themen zu, die näher liegen. Was in diesem Fall das Finale des aktuellen Zyklus ist und die alles entscheidende Frage: Konnte das Ende den durchaus recht hohen Erwartungen gerecht werden?

Bevor ich mich detailliert mit dem Finale auseinandersetze, möchte ich noch zwei Anmerkungen loswerden.

Nummer 1: Das Ende des »Negasphären«-Zyklus ist das erste Zyklusfinale, das ich als PR-Leser erlebe. Insofern sind die folgenden Ausführungen vollkommen unbeeinflusst von den bisherigen Staffel-Enden im Rahmen der Serie. Inwiefern Uwes Doppelband also besser oder schlechter ist als die früheren finalen Romane, kann und will ich an dieser Stelle nicht erörtern.

Wenn einige von Euch, die schon etwas länger PR lesen als ich, hierzu etwas sagen möchten, sind sie herzlich aufgefordert, entsprechende Kommentare zu verfassen.

Nummer 2: SPOILERALARM!!! Wer einen oder beide Teile des Finales noch nicht kennt und sich die Spannung nicht nehmen lassen möchte, der sollte nun mit dem Lesen dieses Beitrags aufhören. Die folgenden Zeilen werden vielleicht nicht jedes Detail der Story verraten, das Gros allerdings schon.

Dass mir nun nachher keiner sagt, ich hätte ihn nicht gewarnt ...

Soviel zu meinen Anmerkungen. Kommen wir zum eigentlichen Thema dieses Beitrags, der Rekapitulation des großen Finales des »Negasphären«-Zyklus ...

Das Finale – Der Inhalt: Kurzübersicht

Besonders viel sagen muss ich hierzu wohl nicht. Im Wesentlichen geht es in Uwes Doppelband um den Kampf Perrys gegen KOLTOROC. Endlich offenbart sich, warum die Superintelligenz den Terraner und seine Verbündeten nicht schon längst in die Ewigen Jagdgründe befördert hat. KOLTOROC will Rhodans Aura als Ritter der Tiefe, die er nur dann bekommen kann, wenn der Unsterbliche sie ihm freiwillig überlässt. Ein gutes Druckmittel hat der Chaopressor auf jeden Fall in der Hand: Der Chaotender VULTAPHER hat das Solsystem erreicht und beginnt mit dem Beschuss der Terranova-Schirms, wodurch dieser rapide an Integrität verliert und zu kollabieren droht ...

Aber der Reihe nach.

Perry Rhodan Bd. 2498 - Die Duale MetropoleDas Finale – Auftakt: Aufbruch ins Ungewisse
Uwes Doppelband beginnt damit, dass sich Rhodan bereit macht, KOLTOROC in der Dualen Metropole aufzusuchen. Noch weiß der Terraner nicht, wo sich diese befindet, doch er hat die Hoffnung, sie mit Hilfe des Kontaktwalds aufzuspüren.

Eigentlich will Perry den schweren Gang alleine wagen, doch daraus wird nichts. Sowohl Mondra Diamond als auch die Sogorin Inkadye haben erstklassige Argumente, ihn zu begleiten. Inkadye weiß mehr über KOLTOROC als irgendwer sonst, und Mondra schaltet einfach auf stur; ob Perry es ihr erlaubt oder nicht, sie wird auf jeden Fall mit ihm kommen.

Der Auftakt des Finales ist kurzweilig und unterhaltsam, es mangelt ihm aber noch an wahrhaft fesselnden Momenten. Ein wenig mitreißender hätte das Ganze schon ablaufen können. Aber wirklich beschweren kann man sich nicht. Noch haben Perry und Co die Duale Metropole immerhin nicht gefunden. Da kann man nicht erwarten, dass es gleich showdownmäßig zur Sache geht.

Dass Inkadye Rhodan begleitet, ist logisch. Mondras Beteiligung an der Expedition mag nicht ganz so sinnvoll sein, doch da Perry die Liebe ihres Lebens zu sein scheint, kann man die Beweggründe für ihre Beharrlichkeit durchaus nachvollziehen. Was mich hingegen verwundert hat, ist die Tatsache, dass außer den beiden Frauen niemand sonst Rhodan begleitet. Perrys andere Begleiter lassen sich alle deutlich zu schnell überreden, ihren Freund und seine beiden Begleiterinnen alleine ziehen zu lassen. Zumindest von Gucky und Icho Tolot hätte ich mir mehr Sturheit erwartet.

Aber gut, es hat der weiteren Handlung nicht geschadet. Von daher kann man diese Ungereimtheit (zumindest ist sie das in meinen Augen) ruhig mal durchgehen lassen.

Als äußerst gelungen empfand ich übrigens die Zwischenspiele, die zeigen, wie Rhodan in der Nacht vor dem Treffen mit KOLTOROC Gedanken über sich und seine Prioritäten wälzt. Viel zu selten erlebt man den unsterblichen Terraner derart menschlich und, ja, auch verletzlich. Hier hat Uwe einige sehr schöne und gleichzeitig erhellende Momente geschaffen, die den Leser den ganzen ersten Teil hindurch begleiten.

Das Finale – Auf dem Weg zur Dualen Metropole
Nach einigem Hin und Her machen sich Rhodan, Mondra und Inkadye endlich auf den Weg zu KOLTOROCS Festung. Massen von String-Legaten, virtuelle Städte, gewaltige liftähnliche Gondeln – noch ehe die drei auf KOLTOROC treffen, werden sie Zeuge von so manch bizarrer Gegebenheit.

Der Weg zur Dualen Metropole – das war der Moment des Finales, an dem ich gedacht habe: Oh Gott, das war's jetzt. Statt Rhodan in Action zu erleben (damit sind nicht zwangsläufig Schießereien und ähnliches gemeint!), musste ich mitansehen, wie der Terraner und seine Begleiterinnen durch eine bizarre Mischung aus realer und von KOLTOROC initialisierter Traumwelt rennen. „Psychologische Kriegsführung“, so umschreibt Rhodan die Erlebnisse während seines Fußmarschs zur Dualen Metropole. Mag ja sein, langweilig war es trotzdem.

Einziger Lichtblick: Das Zwischenspiel im Solsystem. Aus der Sicht Bullys wird die aussichtslose Lage Terras beschrieben. Trotz Verstärkung der verteidigenden Truppen und trotz Terranova-Schirm scheint das Solsystem dem Untergang geweiht. Diese Szene geht unter die Haut!

Das Finale – KOLTOROC, die Erste: Gespräche unter Unsterblichen
Dann, endlich, ist es soweit: KOLTOROC, in Gestalt eines Duals, dessen zwei Körperhälften die beiden Völker repräsentieren, die zu seiner Entstehung beigetragen haben, und Perry stehen sich gegenüber.

Lange schon war wohl jedem Leser klar, dass es schlussendlich zu dieser Konfrontation kommen wird. Auch ich selbst habe mir diese Passage in diversen Variationen ausgemalt. Verblüfft hat mich das Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten dann aber dennoch, und das nicht zu knapp. Mit so einigem habe ich gerechnet, aber nicht mit dem gesitteten Gespräch zwischen Rhodan und KOLTOROC, das Uwe zum Besten gibt. Ein Gespräch, wohlgemerkt, das zudem noch in einem künstlichen Garten stattfindet.

So was liest man auch nicht alle Tage ...

Keine Frage, die Diskussion zwischen der Superintelligenz und dem Terraner wird mir so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und das nicht alleine wegen der bizarren Umgebung. Auch das Gespräch selbst ist denkwürdig. Zunächst einmal wirkt KOLTOROC viel vernünftiger, als ich es ihm zugetraut hätte. Was aber auch Sinn macht – es ist nicht anzunehmen, dass die Chaotarchen die Genese einer Negasphäre einem vollkommen unfähigen Wesen überlassen hätten.

Dann die Gesprächsthemen selbst. Erst versucht KOLTOROC, Perry auf seine Seite zu ziehen, dann bietet er ihm an, die Erde zu verschonen, sofern Rhodan ihm die Ritteraura überlässt. Gerade letzteres hat mich überrascht. Das also ist der Grund, warum KOLTOROC Perry und Co längst noch nicht vernichtet hat – er will Perrys Aura, die er aber nur haben kann, wenn der Terraner sie ihm freiwillig überlässt.

Nicht minder interessant sind Rhodans Gedankengänge und seine Reaktionen auf die Angebote der Superintelligenz. Man merkt dem Terraner an, wie er verzweifelt versucht, die drohende Vernichtung Terras zu verhindern, letztendlich aber weder KOLTOROCS Worten vertraut noch einen Weg sieht, das Überwesen tatsächlich zu besiegen.

Kein Zweifel – dieser Moment geht unter die Haut! Und das ganz ohne riesige Raumschlachten oder abstrakte Duelle auf Existenzebenen, die dem Leser in ebenso abstrakten Bildern beschrieben werden müssen. Der ein oder andere Leser wird enttäuscht sein von dem, was er hier zu lesen bekommt, da bin ich mir sicher. KOLTOROCS Auftritt wird die Leserschaft spalten. Garantiert. Mich aber hat die Sequenz bis zum bitteren Ende in Atem gehalten. Warum genau? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht. Mitgerissen hat sie mich aber so oder so.

Bravo, Uwe! Eine klasse Szene!

Das Finale – KOLTOROC 2: Eskalation
Rhodan schlägt KOLTOROCS Angebote aus – und die Lage eskaliert! Erst befiehlt die Superintelligenz dem Chaotender VULTAPHER den Angriff auf den Terranova-Schirm. Dann attackiert Inkadye das Überwesen. Ihr Vorstoß scheitert allerdings, und sie bezahlt für ihre Tat mit ihrem Leben. Entsetzt von den Geschehnissen fliehen Rhodan und Mondra, wohl wissend, dass sie sich nicht vor KOLTOROC verstecken können.

Auf Terra blickt Bully unterdessen dem Untergang ins Auge ...

Und dann, auf den letzten Seiten von Band 2498, wird es doch noch so richtig dramatisch. Inkadyes Tod kommt nicht besonders überraschend, ist aber dennoch irgendwie schockierend. Vielleicht schlicht und ergreifend deshalb, weil ich nicht damit gerechnet hatte, dass KOLTOROC die Person, die für ihn einem Elternteil am Nächsten kommt, so rasch und ohne zu zögern töten würde.
Nach diesem Ende war ich froh, mit dem Lesen des Romans gewartet zu haben, bis ich mir Band 2499 besorgt hatte. So konnte ich mich, hochgespannt wie ich war, gleich auf die Fortsetzung stürzen.

Ein Glück, dass der Roman nach dem mäßigen Anfang doch noch mal die Kurve gekriegt hat ...

Perry Rhodan Bd. 2499 - Das OpferDas Finale – KOLTOROC 3: Wie bekämpft man eine Superintelligenz?
Besonders lange können sie sich nicht vor KOLTOROC verbergen. Allzu bald schon müssen sich Mondra und Perry erneut der Superintelligenz stellen. Der finale Kampf ums Überleben (nicht nur ihr eigenes, sondern auch das des Solsytems) hat begonnen. Doch gegen KOLTOROC scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Als die Lage aussichtslos erscheint, fasst Rhodan einen gewagten Plan: Er überlässt der mächtigen Wesenheit seine Ritteraura ...

Mondra versucht KOLTOROC dadurch zu stoppen, dass sie die Eier der Tarnii KOLTOROC als eine Art Schutzschild gegen die Angriffe der Superintelligenz verwendet – ein interessanter Ansatz! Der Auftakt zum zweiten Teil des Doppelbandes kommt wesentlich dynamischer und dramatischer daher als der zum ersten Heft und besitzt dementsprechend einen deutlich höheren Unterhaltungswert. Zwar muss ich gestehen, dass der Kampf „Terraner vs. Superintelligenz“ weit mehr als nur ein wenig skurril anmutet (auf die Idee, ein Überwesen wie KOLTOROC mit Eiern zu bombardieren, wäre ich im Leben nicht gekommen; damit habe ich nun wahrlich nicht gerechnet, als ich mir den Endkampf gegen die Superintelligenz ausmalte; andererseits – wie bekämpft man eine Superintelligenz? Wenn konventionelle Methoden ohnehin keinen Erfolg haben werden, warum dann nicht mal zu außergewöhnlichen Maßnahmen greifen? Und wenn es eben ein Eierbombardement ist ...). Die einzelnen Szenen sind aber packend geschrieben, und vom Perryversum ist man ohnehin so manche Absonderlichkeit gewohnt – warum sich also die Freude an der Lektüre durch Kleinigkeiten vermiesen lassen?

Wer sich einfach zurücklehnt und die Szene nimmt, wie sie kommt, der wird sie genießen.

Das Finale – KOLTOROC 4 – Showdown
Und dann endlich ist es gekommen, das Ende der Superintelligenz! Überwältigt von den Eindrücken, die ihm die Ritteraura vermittelt, ist KOLTOROC unfähig, sich zu wehren, als Rhodan ihn mit On- und Noon-Quanten attackiert und dadurch vernichtet!

Fakt 1: Ich hatte ja keine Ahnung, wie bedeutend die Ritteraura für Rhodan war (er selbst immerhin auch nicht, wie es aussieht). Seit meinem Einstieg in PR hat dieses Geschenk der Kosmokraten nur im Handlungsbogen um Evolux eine größere Rolle gespielt. Nun ist sie weg, und wie es scheint, hat Rhodan mehr verloren als bloß einen besseren Passierschein, der es ihm erlaubte, diverse Kosmokratentechnologien zu verwenden. Ich bin mal gespannt, welche Folgen das für die Zukunft haben wird. Dass es welche haben wird, und dass diese Folgen alles andere als erfreulich sein werden, davon bin ich felsenfest überzeugt.

Fakt 2: Wow. Was für ein Abgang. Der ein oder andere von Euch mag nun vielleicht denken: „Wie bitte? Das soll alles gewesen sein?“ Ich kann das nur zu gut nachvollziehen; ein schockierendes Ende sieht definitiv anders aus Und doch muss ich gestehen, dass mich KOLTOROCS Ende schlichtweg begeistert hat. Gerade die Tatsache, dass dieses Ende eben reichlich unspektakulär daherkommt, ohne großes Drumrum, ohne langes Gerede, ohne endloses Ringen, sondern überraschend zackig und gradlinig, gerade das fand ich überzeugend. Die Lesermeinungen werden zweifelsohne auseinandergehen (wie schon beim Gespräch zwischen Rhodan und der Superintelligenz zuvor), doch meiner Ansicht nach ist KOLTOROCS Abgang brillant in Szene gesetzt worden.

Das Finale – Endspiel: Terra wird gerettet
Indem Rhodan sich kurzzeitig mit den Überresten KOLTOROCS vereint, gelingt es ihm, den Angriff auf das Solsystem abzubrechen und den Chaotender auf einen Kurs zu schicken, der ihn weg von der Milchstraße führt. Die Erde ist gerettet. Doch ganz ungetrübt ist diese Freude nicht: Rhodans Ritteraura ist verloren – für immer!

Genial: Die Szenen auf Terra, wenn Bullys Einsatz als Energiequelle für den Terranova-Schirm geschildert wird. Intensiv erlebt der Leser hier den verzweifelten Kampf gegen die Einheiten der Terminalen Kolonne mit.

Die Idee, dass Rhodan den Tag dadurch rettet, dass er mit KOLTOROCS Überresten verschmilzt, wirkt zwar an den Haaren herbeigezogen, doch nachdem ich schon beim Eierbombardement ein Auge zugedrückt habe, lasse ich den Verantwortlichen in der PR-Redaktion für diese Storyline auch dies ohne großes Gemecker durchgehen. Warum? Nun, das Ganze mag zwar eindeutigen Deus Ex Machina-Charakter haben, ist aber originell, geschieht unvorhergesehen und wurde von Uwe spitzenmäßig umgesetzt. Da mag es bei genauerem darüber Nachdenken noch so zum Haare raufen sein – im Moment des Lesens hat es einfach Spaß gemacht!

Und was ist mit dem Abzug der Raumeinheiten TRAITORS? Wäre es nicht irgendwie befriedigender gewesen, sie wären in einer gewaltigen Raumschlacht vernichtet worden? Finde ich, ehrlich gesagt, nicht. Die terranischen Truppen waren hilflos unterlegen. Sie hätten keine Chance gegen die Angreifer gehabt. Der stillschweigende Abzug ist wohl die einzig vernünftige Auflösung der Geschichte gewesen. Außerdem passt er wunderbar zu dem Bild, das ich im Laufe vieler Hefte von der Terminalen Kolonne bekommen habe: der Heerwurm als gnadenloser, aber eben auch emotionsloser Zug, der schlichtweg das tut, was man ihm sagt, und dem Gedanken wie Rache fremd sind.

Das Finale – Negasphäre:  Ausklang
Das eigentliche Ende des »Negasphären«-Zyklus umfasst knapp die Hälfte von Band 2499. Manch einem mag das zu viel sein. KOLTOROC ist geschlagen, die Terminale Kolonne weg . Warum also noch viele Worte darüber hinaus verlieren? Mir hingegen kommt das Ende eher zu kurz vor als zu lang. So viele Handlungsbögen bleiben offen ...

Jetzt rächt sich die Unmenge an Protagonisten, die im Laufe des aktuellen Zyklus von Bedeutung waren. Viel zu viele von ihnen erfahren keine Beachtung, obwohl es ihnen durchaus zugestanden hätte. Man nehme nur mal Atlan oder Roi Danton, die im finalen Doppelband gar keine Rolle spielen.

Auch sonst bleiben viele Storylines offen. Was etwa wird aus all den Welten, die von den Truppen der Terminalen Kolonne verheert wurden? Welches Schicksal steht den Völkern aus Hangay bevor, und wie haben die Posbis den Kampf gegen VULTAPHER überstanden? Und was ist mit den Truppen TRAITORS? Sind die tatsächlich allesamt so mir nichts, dir nichts abgezogen?
Nein, zu lang ist das Ende wahrlich nicht. So viel mehr gibt es, was noch hätte erzählt werden müssen!

Immerhin, ganz im Regen stehen gelassen wird der Leser nicht. Man erfährt

  • dass die Terminale Kolonne vertrieben, Terra gerettet und das Entstehen der Negasphäre endgültig verhindert wurde;
  • vom Schicksal der Friedensfahrer, die unter der geteilten Führung von Kamuko und Kantiran gemeinsam mit dem WELTENWEISEN und Ekatus Atimoss zukünftig gegen TRAITOR kämpfen wollen;
  • dass Norman von KOLTOROC getötet wurde; auch das dürfte unter PR-Lesern wieder für heftige Diskussionen sorgen;
  • dass der Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Stätten begonnen hat;
  • dass der GESETZ-Geber sich zurück auf den Weg nach Evolux macht und mit ihm auch die gesamte vorhandene Technologie der Kosmokraten;
  • dass die Laosoor auf der Erde verbleiben;
  • dass dem Kontaktwald in der Milchstraße eine neue Heimat angeboten wurde;
  • dass die Auswirkungen der Hyperimpedanz noch immer bestehen;
  • und dass Rhodan und Mondra beide schwere Opfer im Kampf gegen KOLTOROC bringen mussten, aber dennoch voll Hoffnung in die gemeinsame Zukunft sehen.

Ganz ehrlich? Ich mag das Ende. Nicht übertrieben fröhlich, aber auch nicht zu deprimiert. Ein wenig ausführlicher hätte es gerne sein können, doch im Endeffekt rundet es sowohl Uwes Doppelband als auch den Zyklus im Ganzen gelungen ab.

Und was das „Opfer“ angeht (bzw. die beiden, wie Christian Montillon hier im Zauberspiegel ja schon im Voraus angekündigt hatte): Dass damit Norman und die Ritteraura gemeint sein könnten, damit habe ich nicht gerechnet. Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Um Norman finde ich es nicht besonders schade. Ich habe den Zwergelefanten ohnehin so gut wie nie zu Gesicht bekommen. Daher nimmt mich sein Tod auch nicht besonders mit.

Was hingegen die Ritteraura angeht: Deren Bedeutung habe ich, wie gesagt, offensichtlich immer unterschätzt. Ich bin daher ziemlich neugierig, welche Konsequenzen dieser Verlust im kommenden Zyklus nach sich ziehen wird.

Fazit zum Finale
Perfekt ist das Finale des »Negasphären«-Zyklus nicht. Dafür war der Auftakt zu lahm und das Ende zu kurz; zu viel bleibt rein aufgrund der Fülle an Storylines, die auf so engem Raum, wie ihn das Heftformat vorgibt, gar nicht alle abgearbeitet werden können, offen.

Das ändert aber alles nichts daran, dass ich die Bände 2498 und 2499 regelrecht verschlungen habe. Uwe hat dem Zyklus ein großartiges, würdiges Finale verpasst und die Geschichte um TRAITOR zu einem vernünftigen, wenn auch, aller Wahrscheinlichkeit nach jedenfalls, zu einem allenfalls vorläufigen Ende gebracht.

Mir fehlen, wie zu Beginn erwähnt, echte Vergleichsmöglichkeiten, da ich die früheren Staffelabschlüsse nicht kenne. Doch unabhängig von PR habe ich schon so manche Staffel und so manche Serie enden sehen. Ausgehend von den Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, kann ich nur sagen: Der Abschluss des »Negasphären«-Zyklus ist rundum gelungen!

So, und damit soll's für diesmal genug sein. Wenn Ihr eigene Ansichten habt, mir beipflichten oder doch lieber Gegenmeinungen äußern wollt, fühlt Euch frei, dies zu tun! Über Kommentare Eurerseits würde ich mich freuen.

Ich bin gespannt, was andere PR-Leser von diesem Finale halten ...

Und nächste Woche gehts dann auf in den nächsten Zyklus mit...
Perry Rhodan Bd. 2500 "Projekt Saturn"
Perry Rhodan Bd. 2500 »Projekt Saturn«

Kurzbesprechung PRA Band 34 (Der Wega-Zyklus 10)
PRA Band 34, »Kind des Asteroiden«, von Marc A. HerrenPRA Band 34, »Kind des Asteroiden«, von Marc A. Herren
In seinem neusten Beitrag zum Perryversum gibt Autor Marc A. Herren Einblicke in die Vergangenheit von Saquola, dem Schurken der dritten Staffel PRA. Endlich erfährt der Leser, was den Divestor antreibt, wie er zu dem geworden ist, der er heute ist, und was ihn mit dem geheimnisvollen Wanderer-Backup verbindet.

»Kind des Asteroiden« verfügt, wie so viele PRA-Romane, über zwei Handlungsebenen. Im Zentrum von Ebene Nummer eins stehen die beiden Mutanten Betty Toufry und Iwan Iwanowitsch Goratschin, die im Auftrag Bullys herauszufinden versuchen, ob mit Perry Rhodan alles in Ordnung ist. Die Mission bringt die beiden verdeckten Ermittler in so manch brenzlige Situation, die  spannende und dramatische Actionsequenzen nach sich ziehen.

Den weitaus größeren Raum allerdings nimmt die zweite Handlungsebene ein, in der Rhodan von Homunk, dem mysteriösen Boten der Superintelligenz ES, die Lebensgeschichte Saquolas geschildert bekommt. So mitreißend die zuvor erwähnten Actionszenen auch sein mögen: Es ist die Storyline um Saquolas Erwachsenwerden, in der Marc sein Können einmal mehr voll und ganz unter Beweis stellt. Ebenso eindringlich wie überzeugend schildert er die Kindheit des Divestors sowie dessen allmähliche Entwicklung von einem hochbegabten Jugendlichen zu einem brillanten Taktiker mit finsteren Plänen. Saquola entpuppt sich dabei sogar als deutlich vielschichtiger, als es bislang den Anschein hatte. Großes Lob an Marc und die Macher von PRA: Mit dem außergewöhnlichen Ferronen haben sie einen wirklich beeindruckenden Gegenspieler für Rhodan erschaffen.

»Kind des Asteroiden« ist ein SF-Roman, wie man ihn aus der Feder von Marc kennt und liebt: gut geschrieben, voller starker Charaktermomente und bis zur letzten Zeile fesselnd. An sich bin ich ja kein Freund von Romanen, die allzu ausführlich auf die Vergangenheit einzelner Figuren eingehen. Der neuste PRA zeigt allerdings, dass mich auch solche Geschichten begeistern können.

Sofern sie überzeugend in Szene gesetzt wurden, heißt das. Und das ist hier zweifellos der Fall.


Und bei Perry Rhodan Action geht es 14 Tagen in die vorletzte Runde mit
Perry Rhodan Action Bd. 35 »Zielpunkt Phyiotron« von Timothy Stahl
Perry Rhodan Action Bd. 35 »Zielpunkt Phyiotron« von Timothy Stahl

 

Kommentare  

#1 Laurin 2009-07-11 14:45
Zumindest kann ich mich auf ein weiteres Abenteuer mit meinen Lieblingsmutanten I. I. Goratschin und Betty Toufry freuen, da ich noch nicht dazu gekommen bin, mir PRA 34 vor zu nehmen. Dies liegt leider daran, das ich ungerne ein Buch stoppe um einen anderen Roman zu lesen und
Christian Montillons Hintergrundbuch zu Dan Shockers Serie "Larry Brant" ist einfach eine Fundgrube, die man gelesen haben muß. Aber so habe ich am Sonntag ja etwas, worauf ich mich freuen kann!
Zum Abschluß des Zyklus der PR-Erstauflage sag ich mal nix, weil ich sie eh nicht gelesen habe und somit kaum darauf eingehen kann. Neugierde kam bei mir nur mit dem Titel "Das Opfer" auf, irgendwie hat es aber dann doch nicht dafür gereicht, mir Band 2499 zu kaufen. Da es sich hierbei um besagten kleinen "Dumbo", Pardon, "Norman" und eine Art "Ritteraura" gehandelt hat, ist meine Neugierde mit diesem Bericht auch schon befriedigt.
Sehen wir also, was uns PR ab Band 2500 beschert, denn da will ich definitiv wieder mal einsteigen!
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#2 AltesEisen 2009-07-12 13:50
Nun, jetzt ist also das Ende gekommen. Ich persönlich bin da eher zwiegespalten. Ich bin ein sehr großer Fan von TRAITOR und dem Negasphären Zyklus. Aber das Ende von KOLTOROC kann mich kaum bis gar nicht begeistern. Und das Eier werfen war da dann noch der Höhepunkt, im negativen Sinne.

Das dann noch Rhodan mit den Überresten der Superintelligenz den Chaotender wieder zurückpfeift kommt mir auch etwas überhastet und wenig durchdacht vor. Das Problem an der ganzen Sache ist meiner Meinung nach das TRAITOR ein unbezwingbarer Gegner ist, und somit jedes Ende auf die ein oder andere Art und Weise unbefriedigend wirkt. Das sie einfach so abziehen, ohne die Terraner zur Rechenschaft zu ziehen kommt mir auch weit hergeholt vor, aber der alles nüchtern betrachtende Wurm TRAITOR paßt natürlich wunderbar in das Ende.

Diesen Ausgang hatte ich den ganzen Zyklus über befürchtet. Man erschafft einen Unbesiegbaren Gegner, der sich dann am Ende um nichts mehr kümmert. Vielleicht wäre da eine Stufe kleiner besser gewesen. Trotzdem bleibt für mich ein toller Zyklus übrig. Das es jetzt eine Nummer "kleiner" wird sehe ich aber durchaus positiv. Das die Terraner den Chaosmächten ständig in die Suppe spuckten, ohne schwerwiegende Konsequenzen, bzw. sie diese immer wieder abgewendet haben, wurde für mich langsam albern. Irgendwann schafft es eine Ameise nicht mehr dem Stiefel des Wanderers auszuweichen.
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#3 Gabriel Adams 2009-07-12 16:56
@ Laurin

Viel Vergnügen bei dem Neueinstieg! Schreib unbedingt deine Meinung hierzu.

@ AltesEisen

Dass die Meinungen zu dem Finale auseinandergehen, war klar. Die Erwartungen waren allerdings auch sehr hoch - teilweise vielleicht sogar zu hoch (was nun kein Vorwurf sein soll, sondern nur eine allgemeine Feststellung).
Bzgl. des ersten Bands des neuen Zyklus dürfte die Messlatte wohl ähnlich hochliegen. Insofern bin ich gespannt, wie die Reaktionen hierzu ausfallen werden.
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#4 Erainner 2009-07-13 13:56
Ein Zyklusende ist zwar immer etwas Besonderes, aber diesmal eher mit mehr Schatten als Licht (das musste wohl so sein, von wegen Dualität und so...; der schönste Satz in 2498, dem Lektor völlig entfleucht: "Die Dualität war einmalig"...). Uwe Anton ist ja seit Band 1999 auf solche Abschlüsse abonniert und kriegt das immer wieder halbwegs hin (besagter 1999 wie auch 2199 waren allerdings erheblich besser wie spektukulärer).

Positiv empfunden habe ich eher den vorletzten Band, wo KOLTOROC tatsächlich (dahingestellt, ob man solch ein "fast humanes" Verhalten so in Einklang mit dem Bild einer angeblichen Super-Intelligenz brinmgen kann) glaubwürdig, nämlich logisch und "sanft" daherkommtm, aber unterschwellig ihre "negative Gesinnung" sehr gut zu spüren war.

Am ziemlich abrupten Ende des Ganzen ändert es nicht. Das Kind war schon vorher in den Zeitbrunnen gefallen. Bis 11 Bände vor Ende konnte man noch rätseln, wie's denn ausgeht (meine Variante bis zuletzt war das letztliche Auftauchen vom guten alten ES), aber dann tauchten, wie weiland die 7. Kavallerie, eben drei Messenger und "sorgen für Ordnung". Perry räumt da nur noch auf; neu insofern, als er diesmal selbst machen muß/darf, gar gegen eine Superintelligenz, und die ultimate Waffe anwenden darf (eher lustig, als er die Phiolen öffnet und so rein gar nichts sehen ist; gefolgt von dem Satz, daß die Biophoren ja unsichtbar sind...). Normalerweise machen das Kosmokraten (die Devolution von Seth Apophis bzw. vom Herrn der Elemente; wenn ich mich noch recht erinnere) oder mindestens andere Deus-Ex-Machina-Wesen (die Urmutter bei den Cappins in 499 und, am schlimmsten aller Zyklusabbrüche bislang, der "Nostradamus-Cyno" beim Schwarm-Ende 569...).

Aber verglichen mit der vorher 200 Bände lang über-aufgebauschten Gefahr war es dann doch enttäuschend. In einem Mebensatz erfährt man, daß "nur eine von 1000 Vesuchen, eine Negsphäre zu schaffen, erfolgreich ist"...kein Beispiel für Effizienz, aber man weiß ja aus der Realität: je größer der Apparat desto geringer die Ergebnisse...
Das mächtige TRAITOR kreißt...und gebiert als "Opfer" den Verlust der Ritteraura und einen geklonten Minielefamten. Über letzteres kann man ja noch froh sein, bleiben die unglaublich verkrampften Versuche, Humor bei PR einzuführen, wenigstens damit nun aus (außer Voltz und Mahr konnte das ohnehin keiner, und die sind ja leider...). Ein noch besserer Fortschritt wäre es gewesen, das andere Kuscheltier, nämlich die unsägliche Mondra D., hinzuzugeben. Dann hätte Perry auch einen viel besseren Grund gehabt, so pseudophilosphisch und weinerlich aufzutreten, wie Uwe ihm und den Lesern hier zumutet. Und um die Ritteraura hat er sich ohnehin seit 1000 Heften nicht mehr gekümmert; wo war da der Verlust? Schuld ist sowieso George Lucas...nachdem die Idee mit den "Rittern der Sterne" damals ein (m.M. total mißlungener) Versuch war, sich an die Jedi anzuhängen.

Aber: neuer Zyklus, neues Spiel
Und wenn noch irgendjemand Sven Papenbrock mal sagen könnte, daß a) "Miami Vice" keine besonders gute Serie war, b) Don Johnson genausowenig ein guter Schauspieler und vor allem c) Perry nicht blond und wie Don J. aussehen sollte...dann wird alles besser.
Irgendwie.
Sogar mit Mondra D.
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#5 Cartwing 2009-07-15 08:43
Die "Opfer" waren ja dann wohl doch eher Ballast, den man loswerden wollte. Dazu darf man auch Kantiran und die beiden Algorrian zählen. Mir solls recht sein. Besser wäre allerdings gewesen, man hätte die Friedensfahrer gleich mit abgestoßen. Aber mit denen werden wir wohl noch zu tun bekommen.

Eierwurf: Der ganze Kampf erinnerte mich an ein schlechtes Adventure: Man steht vor einem schwierigen oder fast unlösbaren Rätsel, hat aber eh nur noch einen oder zwei Gegenstände im Inventar, um es zu lösen. Was tut man also? Man wendet sie an, mag es auch noch so unlogisch erscheinen. Und voila... das Rätsel ist gelöst. :lol:

Alles in allem war es aber dennoch ein gelungener Doppelband.
Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal so auf einen neuen Zyklus gefreut habe.
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