Die Maske des Zorro - Rächer des Volkes
Die Maske des Zorro
Rächer des Volkes
Die Ursprünge des maskierten Rächers Zorro reichen bis ins Jahr 1919 zurück, als Johnston McCulley erstmals eine Fortsetzungsgeschichte über ihn im Groschenmagazin „All-Story Weekly“ veröffentlichte. Die erste Verfilmung ließ nicht lange auf sich warten, denn bereits im Jahr darauf erblickte der Degenheld im Stummfilm „Das Zeichen des Zorro“ erstmals in Gestalt des Superstars Douglas Fairbanks das Licht der Leinwand. Danach gab es kein Jahrzehnt mehr, in dem nicht die eine oder andere Neuauflage der klassischen Heldengeschichte aufs Publikum losgelassen wurde, später natürlich auch fürs Fernsehen oder für den Videospielmarkt. Teilweise auch mit ungewöhnlichen bis fragwürdigen Abwandlungen wie in der Genreparodie „Zorro mit der heißen Klinge“ mit George Hamilton in der Titelrolle oder im Softporno „Zorro und seine lüsternen Mädchen“ aus dem Jahr 1972, in dem Douglas Frey seinen Mann stand. Die mit Abstand aufwändigste und finanziell erfolgreichste Version drehte Martin Campbell dann im Jahr 1998 unter dem Titel „Die Maske des Zorro“. Der Regisseur hatte kurz zuvor mit „GoldenEye“ den James-Bond-Einstand von Pierce Brosnan inszeniert (und sollte acht Jahre später auch den ersten 007-Auftritt von Daniel Craig, „Casino Royale“, verantworten) und ist fraglos ein Meister des großen Eventkinos. Das kann man auch an seinem „Zorro“-Film erkennen, der nahezu atemlos durch die Handlung fliegt und ein Action-Highlight an das nächste reiht. Darüber hinaus ist der Film erstklassig ausgestattet und mit wahren Statistenheeren besetzt, so dass er wesentlich realistischer und eben auch ein Stückweit glaubwürdiger wirkt als vorangegangene Verfilmungen.
Anno 1821 legt sich Don Diego de la Vega (Sir Anthony Hopkins) mit dem kalifornischen Gouverneur Don Rafael Montero (Stuart Wilson) an, der das einstmals mexikanische Land unter spanische Kolonialherrschaft bringt und unter einer Reihe anderer Dons aufteilt. Don Diego hat das Alter Ego „Zorro“, mit dem er sich für die Unterdrückten und Entrechteten einsetzt und diese vor Hinrichtungen bewahrt. Bei einer seiner Befreiungsaktionen fällt er Don Rafael in die Hände, der Diegos Ehefrau ermorden lässt und seinen Widersacher in den Kerker wirft. Dessen gerade erst geborene Tochter Elena zieht er wie seine eigene Tochter groß. Zwanzig Jahre verbringt Don Diego in Gefangenschaft, bis ihm die Flucht gelingt. Just zur selben Zeit kehrt Don Rafael mit der mittlerweile erwachsenen Elena (Catherine Zeta-Jones) aus Spanien nach Kalifornien zurück. Don Diego sinnt auf Rache, genau wie der junge Heißsporn Alejandro (Antonio Banderas), dessen Bruder von Don Rafaels Armeekommandant Love (Matt Letscher) ermordet worden ist. Don Diego überredet Alejandro, seinen Zorn noch zu zügeln und sich penibel auf den richtigen Moment vorzubereiten, um an den Verbrechern Rache zu üben. Er trainiert Alejandro, als „Zorro“ in seine Fußstapfen zu treten. Dazu gehört auch, mit Charme und Eleganz zu überzeugen und sich unerkannt hinter die feindlichen Linien zu schmuggeln. Auf diese Weise begegnet Alejandro zum ersten Mal Elena, die von seiner wilden Männlichkeit fasziniert ist und sich wider besseren Wissens in den Gerechtigkeitskämpfer verliebt.
Man muss kein ausgesprochener Zorro-Fan sein, um an diesem Film seinen Gefallen zu finden. Martin Campbells Inszenierung ist an Tempo kaum zu überbieten, munter reiht er gekonnt choreografierte Fechtszenen an spektakuläre Reitstunts und brennt im Finale ein Feuerwerk beeindruckender Explosionen ab. Auch seine Darsteller verschmelzen wunderbar mit ihren Rollen und lassen keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich darin sehr wohl fühlen. Ein modernes Genrehighlight, das die Vorzüge einer klassischen Story mit den tricktechnischen Möglichkeiten des späten 20. Jahrhunderts kombiniert. Die im Juli 2025 erstmals erschienene 4KUHD-Veröffentlichung im limitierten Steelbook bietet ein exzellentes Bild (im Widescreen-Format 2,40:1), das keine Wünsche mehr offenlässt. Der Ton liegt zwar lediglich in der englischen Originalfassung in Dolby Atmos vor, aber auch die anderen Tonformate (Deutsch, Tschechisch, Ungarisch, Portugiesisch, Spanisch und Thailändisch in Dolby Digital 5.1; weiteres Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch für Lateinamerika im DTS HD Master Audio 5.1; optional mit 29 verschiedenen Untertiteln, darunter auch auf Englisch für Hörgeschädigte) gehen in Ordnung. Auf der UHD-Disc finden sich zehn geschnittene Szenen (zusammen 9 Minuten) sowie englische Teaser und Trailer, auf der BluRay-Scheibe sind darüber hinaus ein Audiokommentar mit Campbell, die Dokumentation „Zorros Demaskierung“ (45 Minuten), zwei geschnittene Szenen (zusammen fünf Minuten) und das Musikvideo „I Want to Spend My Lifetime Loving You“ von Marc Anthony und Tina Arena abrufbar.




Kommentare
Ich hätte ihn mit "SEHR GUT" eingeschätzt, aber der Film ist stellenweise recht albern.
Tolle Besetzung!