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Perry für alle!!! - Gedanken zum Weltcon 2011

Zauberwort - Der Leit(d)artikel Perry für alle!!!
Gedanken zum Weltcon 2011

Am 8. September 2011 wird der Welt größte Science-Fiction-Serie, Perry Rhodan, fünfzig Jahre alt. Grund genug für die Macher der weltgrößten SF-Serie ein bisschen zu feiern. Aus diesem Anlass wird es (nach 1980, 1986, 1991 und 1999) am letzten Septemberwochenende 2011 den nunmehr 5. Welt-Con geben. Ein Spaß für Fans der Serie, quasi eine Belohnung für ihre Treue. Autoren, Illustratoren, Redaktion und Ehemalige werden sich ein Stelldichein für die Fans geben, ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Das Übliche. Viel Spaß!
Aber nur ein Fest für Fans? Eine geschlossene Gesellschaft? Schmoren im eigenen Saft? Das kanns doch nicht gewesen sein! Da sollte mehr kommen, eben: Perry für alle.

Was soll das denn wohl heißen? Sind die Fans das Fest nicht wert? Haben die sich die Veranstaltung durch ihren unermüdlichen Einsatz für die Serie nicht verdient? Natürlich haben sie das. Der Weltcon muss auch – und vielleicht sogar in erster Linie – ein Fest für die treuen Leser und Fans der Serie sein. Frage- und Signierstunden sowie das ganze Standardprogramm für Fans gehören dazu. Keine Frage. Das darf in keiner Weise fehlen.

Aber: Sollte man ein derartiges Ereignis (neudeutsch: Event) nicht nutzen, um mehr als nur die zu erreichen, die ohnehin schon erreicht sind? Eine solch große Veranstaltung (es dürfte wie immer bis zu 3.000 Besucher aus aller Welt sein) muss doch mehr sein, als ein Leckerli für Fans. Immerhin kostet so ein Weltcon viel Zeit, Arbeit und Geld. Dies sollte dann auch in  dem Versuch angelegt werden, dem Erben des Universums noch bekannter zu machen und mehr und neue Leser zu gewinnen.

Der Weltcon und das 50. Jubiläum werden naturgemäß Presse, Funk und Fernsehen anlocken. Für einen Moment wird Perry Rhodan in Feuilletons, TV-Magazinen und Radio-Features zu finden sein. Es wird zahlreiche Berichte geben, egal mit welchem Tenor. Das wird Aufmerksamkeit weit über die Grenzen der Leser, Freunde und Fans der weltgrößten Science Fiction Serie erregen. Sollte man diese nicht nutzen, um Neugierige anzulocken, die Perry Rhodan bislang bestenfalls dem Namen nach kennen? Wäre das nicht kluges Marketing, kluge Public Relation und natürlich auch Werbung? Eine tolle Chance, die die Macher aus Rastatt nicht einfach verstreichen lassen dürfen, denn allzuoft finden solche Jubiläen nicht statt.

Klaus Bollghöfener - organisiert den Welt-ConSoviel kostenlose Werbung für den Erben des Universums wäre verschwendet, wenn der Weltcon dann ‚nur’ eine Veranstaltung für die wäre, die Perry Rhodan ohnehin lesen. Oder? Da muss mehr passieren als Diskussionen um Details, die nur Leser und Fans verstehen. Das dürfen nicht nur Frage- und Signierstunden sein, die den Interessierten ansprechen. Da dürfen nicht nur Diskussionen um die Raumschiffe Rhodans geführt werden. Der Blick muss (und ich sage ganz bewusst ‚muss’)  über den Tellerrand der eigenen Serie hinausgehen. Das ist für Klaus Bollhöfener  (der den Con hauptverantwortlich organisieren wird) und seine Mannen Pflicht.

Ich will mich da allerdings nicht mit Lorbeeren schmücken, die mir nicht gebüren. Um im Bild zu bleiben: Ich bedenke, dass ich sterblich bin. Wenn ich auf den Gedanken gekommen bin, dass ein Weltcon eine großartige Gelegenheit ist, um die Marke Perry Rhodan bekannter zu machen, dann dürfte dieser Gedanke in Rastatt auch nicht neu sein. Ich denke Frick, Bollhöfener & Co. haben sich schon längst mit einer solchen Idee befasst. Da dürfte man längst erkannt haben, dass ein Welt-Con mit einem solchen Jubiläum  eine wunderbare Chance ist. Schließlich demonstrieren sie seit Jahren wie man eine Heftserie erfolgreich führt, so dass es absurd erscheint, die Macher auf den Trichter bringen zu müssen. Dieser Artikel richtet sich vielmehr an Leser und Fans, die begreifen müssen, dass der Weltcon keine Exklusivveranstaltung für sie sein kann/sein darf.

Es darf also keine Frage sein, ob man dergleichen versucht. Die Frage muss lauten: Was kann man machen, um mehr als ‚nur’ Leser und Fans mit einer solchen Veranstaltung zu erreichen? Mach ich doch mal ein kleines Brainstorming... Nur so, ganz spontan. Was kann man alles machen, wenn man in Mannheim ist. Ohne Rücksicht auf Finanzen, Personen und Marketing, nur mal so ins Unreine gesprochen. Also los geht’s...

Das nahe liegende ist in den Tagen vor und nach dem eigentlichen Event in Buchhandlungen, (Studenten-)Kneipen, vielleicht auch im öffentlichen Nahverkehr und in Schulen die Autoren lesen zu lassen. Das können teils Romane, teils spezielle abgeschlossene Geschichten sein, die aber den Rhodan-Kosmos erhellen. Damit werden Personen vor Ort angesprochen. Zugleich wäre es gut, eine Wanderaussstellung, die in Mannheim beginnt und das Artwork der Rhodan-Romane zum Thema hat, zu starten. Diese Wanderausstellung sollte auch von Autoren, Zeichnern und Machern bei jedem Ortswechsel mit einer Lesung und Vorträgen begleitet werden. Dazu vielleicht auch Teile des Hörspielcasts, die live auftreten oder Hörspiele, die im Bus und Bahn laufen und die Fahrgäste unterhalten. Das ist nahe liegend und kann den eigenen Reihen bestückt werden.

Ergänzt werden können die Lesung der hauseigenen Autoren durch Gastbeiträge prominenter deutscher Autoren wie der neuen (SF-affinen) Thrillergrößen (Eschbach Thiemeyer und Co.) oder aus der Fantasyecke mit (Heitz, Meyer, Pesch - mit einer PR-Story auf Sindarin -, Plischke. und andere) Aber auch mit Autoren aus der literarischen Ecke (wie Grass und Co.) oder gar Leuten wie Hera Lind (um mal völlig abstrus zu werden). Aber wenn Hera Lind oder Grass (als Nobelpreisträger) eine Geschichte aus dem Rhodan-Universum verfassen würden, das gäbe doch Stoff und der Blätterwald von BILD bis FAZ würde rauschen. Und Aspekte im ZDF würde den Untergang des Abendlandes beschwören oder alternativ den Schulterschluss zwischen Hoch- und Massenkultur feiern und in den Boulevard-Journalen gäbe es Berichte und Kommentare.

Dabei könnte man versuchen den Betreiber des ÖPNV und Teile der Gastronomie (vielleicht auch die Systemgastronomie mit dem "Tripple-Rhodan-Whopper mit Bully-Bacon", dem "McAtlan mit Stardustsauce" oder  der "Arkon-Pizza mit Kristallprinzzwiebeln"  - dazu ausliegende Leseproben oder in der Juniortüte  bzw. zum Menü ein Hörspiel, ein Roman oder Comic) als Sponsor und Partner zu gewinnen, wie – natürlich - auch die Buchhändler potentielle Kooperationspartner sind (vielleicht sollte man gar mit einer dieser großen Ketten wie Thalia, Hugendubel oder Weltbild eine bundesweite Marketing- bzw. PR-Aktion zu starten, um vielleicht auch der Heftserie den Weg dahin zu ebnen). Dazu sollte man vielleicht auch an andere Verkaufsstellen wie Kioske, Supermärkte und Bahnhofsbuchhandlungen denken. Man stelle sich vor, Christian Montillon liest eine Geschichte über ESCHER, während die Kundschaft auf das Kotelett oder an der Kasse wartet.

Und weil natürlich auch Besucher mit der Bahn anreisen. Wieso sollte nicht ein ICE "Stardust" (bevorzugt einer, der auch die Route über Mannheim fährt) genannt werden und in Bahnen Richtung Mannheim Perry-Rhodan-Lesungen stattfinden oder zumindest über die Lautsprecher laufen. Die Info-Broschüre „Die Welt des Perry Rhodan“ ist Beilage im Bahn-Magazin. Kurzum die Bahn ist ein potentieller Partner rund um den Weltcon.

Des Weiteren sollte es in den Tagen vor dem Con ein Filmfestival unter dem Motto „Perry Rhodans Kollegen“ in einem örtlichen Kino laufen. Man sollte eine Auswahl interessanter und spannender SF-Filme vorführen, die in ihrer Vielfalt auch die Rhodan-Serie spiegelt. Das ganze mit Moderation und Diskussion. Vielleicht stellen sich Autoren und Chefredaktion als Pate eines Films zur Verfügung. Aber vielleicht kann es im TV auch heißen: „Der folgende Spielfilm wird Ihnen präsentiert vom Erben des Universums“.

Davon kann einiges auch schon Wochen und Monate vor dem Weltcon anlaufen. Insbesondere die Aktion in der Bahn, der Systemgastronomie und dem Buchhandel. Damit sich der Name Perry Rhodan ins Bewusstsein auch der Nicht-Leser schiebt. Dies alles natürlich verbunden mit dem Welt-Con, den man auch ein Fest nennen könnte. - Ein Abschluss- oder Eröffnungsball mit prominenten Gästen wäre da auch eine Idee, um dann noch in die Society-Nachrichten und Boulevard-Journale zu kommen.

Auf dem Con selbst sollte man vor dem eigentlichen Ort des Geschehens ein Areal schaffen, das Passanten anlockt und natürlich frei zugänglich ist. Neudeutsch könnte man es Meeting Center nennen, das unter dem Motto steht "Perry Rhodan an Erde" steht. Eben einen Ort, der neugierig macht. Eine Art Speakers Corner. Auch hier sind Autoren gefragt, die lesen. Oder  auch Künstler, die ein Titelbild entstehen lassen. Dazu Modelle, eine Videowand und auch eine Livehörspiel auf offener Straße. Wie wäre es da mit der Wuppertaler Truppe und ihre Vollplayback-Hörspiele? Alles, was Publikumsinteresse erregen könnte und Passanten zum Verweilen

Dazu dann auch Leute, die Fragen an Infoständen (die über die Stadt verteilt sind) beantworten. Diese Leute sollten allerdings nicht vom Hunderste ins Tausendste kommen, was meint: Nicht in Details verlieren... Also scheidet eine gewisse Art Fan aus. Aber Rhodan-Kenner sollten dabei sein. Hier kann der Verlag Freiwillige aus den Reihen der Leserschaft rekrutieren.

Das sind erste Ideen und ich bin sicher, es ist noch viel mehr möglich. Und längst nicht alles, was die Veranstalter von VPM anbieten, muss auch direkt mit der Serie zu tun haben. Kann man vielleicht ein Orchester gewinnen, dass ein Platzkonzert mit Filmmusiken gibt. Vielleicht auch einfach nur mal die Rodgau Monotones engagieren. Immerhin hatten die einmal die Textzeile: „Ich und Perry Rhodan mitten in Bad Sooden“. Klaus Bollhöfener ist Zirkusfan. Vielleicht findet sich ein Zirkus, der sich als Weltraumzirkus generiert und ein Gastspiel in Mannheim unter dem Motto: Weltraumzirkus gibt. Wer weiß, es gibt da Möglichkeiten. Einfach unter dem Motto: Spaß mit Perry... Denn, wer Leute anlocken will, darf eben nicht nur Spezialmaterial anbieten. Der muss auch mal einfach Dinge tun, die überraschen und die im Grunde mit Perry eher wenig zu tun haben.

Wie gesagt, der Möglichkeiten sind viele. Die Frage ist nur, was finanzierbar, was umzusetzen, was gewollt und was machbar ist. Diese Frage können nur die Organisatoren um Klaus Bollhöfener beantworten. Und es gilt einfach abzuwarten, was dann letztlich an Aktionen und Programm auf und um den Con herum angeboten wird. Ich habe einfach nur mal meine Gedanken spielen lassen. Aber ich denke, dass auch einiges stattfinden wird, was nur bedingt den Fan interessiert, sondern einfach als Werbung begriffen werden kann. Da gilt es für den Fan Toleranz zu üben und sich nicht als Mittelpunkt der Welt zu sehen.

Im Gegenteil: Der Fan sollte ein solches Konzept mittragen und als Kommunikator fungieren, sollte die Faszination Rhodan darstellen, die frohe Botschaft verkünden Wink, ohne dabei mit zuviel Spezialwissen zu glänzen, sondern Möglichkeiten aufzeigen, in die Serie einzusteigen. Auch in laufende Zyklen, wie es Jochen Adam vorgemacht hat. Da gilt es für den Fan nicht das Mysterium Rhodan herauszustellen, soindern die Faszination Perry. Das Abenteuer im Weltraum. Die Serie sit lesbar, ohne gleich jeden Rückgriff auf die ersten (fast) 50 Jahre. So kann der Fan dann auch der Serie an sich dienlich sein.

Ich bin jedenfalls gespannt, was auf diesem 5. Perry-Rhodan-Weltcon passieren wird. Ich werde mir diese Veranstaltung mit Sicherheit nicht entgehen lassen, egal was die Veranstalter präsentieren. Aber es steht zu hoffen, dass es bunt, vielfältig und auf mannigfaltige Weise interessant wird – und das nicht nur für den Fan.

Kommentare  

#1 a3kHH 2009-05-31 15:31
Optimist
Der PR-Weltcon wird eine reine Insider-Veranstaltung werden, ein Schmoren im eigenen Saft.
Ansonsten hätte ich bei uns in der U-Bahn schon lange Werbeplakate für PR2500 und den Garching-Con gesehen. Aber ich lese wie in den letzten Jahren auch die übliche Werbung von "Andere Welten", aber nix von Perry Rhodan.
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#2 Klaus N. Frick 2011-11-22 15:49
Das sehe ich ja jetzt erst. Für »ein Schmoren im eigenen Saft« finde ich 2800 Besucher ganz ordentlich ...
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