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Die Gefahr der Nähe

Zauberwort - Der LeitartikelDie Gefahr der Nähe
Simpler Erfüllungsgehilfe oder kritischer Berichterstatter?

In letzter Zeit verfolgte ich immer mal wieder das Medienmagazin „zapp“ im NDR-Fernsehen (eine wirklich empfehlenswerte Sendung, die Mittwochs nach 23:00 Uhr läuft).Ein zentrales Thema ist immer wieder die zu große Nähe von Journalisten und den Ob- und Subjekten seiner Berichterstattung und den daraus resultierenden Folgen. 
Diese Nähe äußert sich dann in journalistischen Unterlassungssünden, wie Gefälligkeitsberichterstattung und anderen Vergehen an objektivem und kritischem Journalismus.

Das ist nicht nur beim Sportjournalismus ein Problem - warum im Sport? Weil gerade dort Journalisten gern zur Kumpanei und völlig distanzloser Berichterstattung neigen. Kritischer Sportjournalismus ist so selten wie Schnee in Neapel. Sport wird als emotionales Ereignis verkauft. Da ist kein Platz für den Blick hinter die Kulissen.


Nein Hofberichterstattung geht weit über den Sport hinaus: VW z. B. bezahlte Journalisten (keineswegs Sportjournalisten) einen Tripp zu den Olympischen Spielen in Peking. Nun haben diejenigen, die dieser Einladung folgten, ein Problem: Das Finanzamt betrachtet diese Reisen keineswegs als solche dienstlicher Natur, sondern viel mehr als "geldwerten Vorteil", der zu versteuern ist... Das stimmt mich glücklich, und die allzu oft gescholtenen Finanzbehörden vollbringen eine gute Tat.
 
Alle Autohersteller laden gerne Automobil-Journalisten zu Testfahrten ein. Zumeist geht die Reise in Gegenden, wo andere Urlaub machen. Dabei werden die Vertreter der Fachpresse dann in Hotels untergebracht, wo sich der Normalverdiener nicht mal die Tagessuppe leisten kann. Da arbeitet man doch gern, fährt ein Auto durch die Landschaft und abends - auf der zum Sonnenuntergang ausgerichteten Veranda - schreibt sich der Testbericht bei einem Drink (Single Malt oder Schampus) und Kaviar, Shrimps und Wildlachs vom Buffet doch fast von allein....

Die Liste ließe sich lang und breit fortsetzen. Es gibt Journalisten, die sich vereinnahmen lassen, instrumentalisieren bzw. instrumentalisieren sich (in ihrem eigenen Interesse) selbst oder neigen zur Verbrüderung - um zu irgendwelchen informellen Kreisen zu gehören, oder um Kohle, Moos oder Mammon (vulgo Euro) zu kasssieren.

Aber was hat denn das mit dem Zauberspiegel zu tun? Wir sind doch keine Zeitung oder Zeitschrift, sondern ‚nur’ ein Fanzine. Das hat noch nur eingeschränkt etwas mit Journalismus zu tun?

Widerspruch!: Es hat eine ganze Menge mit uns zu tun – denn auch wir sind Journalisten (wenn auch nur lupenreine Amateure) - und haben – zumindest – eine ideele Verantwortung. Für unser Online-Magazin, gegenüber dem Leser und uns selbst. Wirklich, die haben wir. Schließlich benehmen und geben wir uns auf Buchmessen und anderen Anlässen wie sich Gerd Meisenkaiser und Fritz Lakritz Journalisten vorstellen. Und wir haben Ansprüche an uns. Wir wollen kritische Beobachter sein. Ich nannte als unser Ziel einmal das „Sturmgeschütz des Fandom“ zu sein, und nicht der willige Erfüllungsgehilfe von Verlagen, Labeln und Autoren.

Beim Zauberspiegel sind wir alle – auf die ein oder andere Weise – Fans. Sprich: Wir haben ohnehin eine gewisse Nähe zu den Ob- und Subjekten unserer Berichterstattung. Eben eine positive Grundhaltung, die uns gewissermaßen in eine freundliche Stimmung versetzt. Wir empfinden Zuneigung zu den Spannungsgenres und ihren Publikationsformen. Wir lieben, Bücher, Filme, Comics, Hörspiele, etc. Damit sind wir ständig in Gefahr unsere kritische Distanz zu verlieren, die rosarote Fanbrille aufzusetzen und über Unzulänglichkeiten hinwegzusehen und aus Gefälligkeit alles positiver zu zeichnen, als es tatsächlich ist. In gewisser Hinsicht ist der Fanjournalist gefährdeter als der Profi. Der ist oft genug Söldner und gerät wegen monetärer Köder in die Falle ein wenig positiver als nötig zu schreiben (um es ‚nett’ zu formulieren).

Das gilt aber nicht nur für den Zauberspiegel, sondern für alle anderen Fanpublikationen ebenso, egal ob sie als gedrucktes Medium, online oder sonstiger Form erscheinen. Nähe gefährdet Objektivität und die Kritikfähigkeit. Arbeite ich eng mit Verlagen, Labels, Autoren und anderen zusammen, besteht mehr als nur die Gefahr zum verlängerten Arm des Marketings zu werden. Wobei es zu sagen gilt, dass es keine Angebote über Zuwendungen oder netten Reisen von Seiten irgendwelcher Presseabteilungen oder so an uns gab. Dies nur um Mißverständnissen rechtzeitig vorzubeugen!
 
Arbeite ich gar für die, über die ich berichten soll und will, ist die Gefahr alles schön zu färben und zu reden besonders groß. – Kann man denn einer Rezension oder einem euphorischen Bericht noch glauben, die Bilder wie aus dem Urlaubskatalog malt, wenn das berichtende Organ an dessen Entstehung nahe dran bzw. gar beteiligt war? Man darf auch nie vergessen, dass es im Fanjournalismus auch gern mal um persönliche Freundschaften geht. Da stellt sich die Frage: Ist es illoyal, wenn ich das Buch/Film/Hörspiel eines Kumpels in aller Öffentlichkeit verreiße. Dies führt ganz schnell in sehr schwierige Fragen und Konflikte.

Im Zauberspiegel gibt es Beispiele für große Nähe. Aber ist die Nähe zu groß, so dass wir unseren klaren Blick, die nötige kritische Distanz zu verlieren drohen oder gar schon verloren haben?
 
Das sollte wir jetzt einmal näher in Augenschein nehmen. Ich möchte das Beispiel der Gordon Black-Hörspiele anführen. Um überspitzt zu fragen: Ist der Zauberspiegel die Hauspostille von Nochturna Audio? Ich selbst habe, nachdem Nocturna Audio den Dämonenkiller verlor (weil Zaubermond das Projekt in die eigenen Hände nehmen wollte – und inzwischen auch Vollzug in Form von Hörspielen meldet), Sven Schreivogel die Gordon Black Romane zur Umsetzung als Hörspiel empfohlen. Als Sven überzeugt war und den Stoff anging, war nun der Zauberspiegel von Beginn an als Pressepartner dabei – das Onlinemagazin als Berichterstatter auf der einen und ich  als – quasi  - freier Mitarbeiter  auf der anderen Seite.
 
Ich habe die Kontakte zu den Autoren vermittelt, habe bei der Sprechersuche geholfen, dies und das erledigt. Gleichzeitig unternehmen wir den Versuch, über Gordon Black zu berichten und werden später auch das Endergebnis rezensieren. Man darf sagen, dass weder Malt Whisky noch Wildlachs gereicht wurden, und auch die Ausflüge in die Karibik ausfielen. Aber: Wir können uns in einer gewissen Exklusivität sonnen, haben freien Zugriff auf Sprecher und Regisseur, was Interviews angeht und waren bei Aufnahmen dabei bzw. werden auch weiterhin dabei sein.

Schwierig – ganz schwierig. Im Nachhinein wird sich zeigen, ob wir Hofberichterstattung für Sven Schreivogel und seine Produktion betrieben haben, oder gar – für den alten Traum des Fans, dabei zu sein und dazu zu gehören – die pathetisch hochgesteckten Ideale des Zauberspiegel (festgehalten im ersten Leitartikel „Quo Vadis, Zauberspiegel?“) in die Tonne getreten zu haben. Denn wenn wir allzu positiv berichteten, wenn wir aus der Produktionsmaus einen Ereigniselefanten machten, wenn wir billige Massenware zum potentiellen Bestseller aufgeblasen haben und dabei sinnlos viel heiße Luft produzierten, verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit. – Immerhin trägt die Hörprobe in diesem Punkt schon mal zu meiner Beruhigung bei. Die hört sich schon mal ganz gut an. Wenn das ganze Hörspiel auch so wird, dann wird bei Nocturna ganz ordentliche Arbeit geleistet. – Und der Zauberspiegel (in diesem Fall personifiziert durch G. Walt) kann entspannt auch eine wohlwollende Rezi schreiben. Erfüllt Schreivogels Produktion nicht die Erwartungen, wird G. Walt auch durchaus in der Lage sein, dies auch in deutliche Worte zu kleiden.
 
Aber habe ich nicht völlig euphorisch Artikel über die Heftserie geschrieben? Habe ich damit nicht der Hofberichterstattung Vorschub geleistet? Ich glaube nicht, denn ich habe vor 25 Jahren nichts anderes über die Romane von mir gegeben (das lässt sich in alten Zauberspiegeln nachlesen). Ich bin seit 30 Jahren bekennender Fan der Serie, die zu den besten Serien zählt (da darf der mangelnde kommerzielle Erfolg nicht den Blick trüben). Zu dieser Zeit war von Schreivogel  in meinem Umfeld noch keine Rede, und ich kannte noch nicht mal Horst Hübner. Den habe ich erst kennen gelernt, als ich den Marken Verlag und ihn (als Leserbriefonkel) wissen ließ, dass ich den Nachfolger Blacks Mac Kinsey nicht mochte.
 
Die Gordon Black-Romane haben mich begeistert und tun es noch. Und ich habe bei meinen Berichten (Gordon Black – Aus der Sicht eines Lesers) nicht den Eindruck erweckt, dass diese völlig objektiv ist. Das war und ist meine Meinung. – Insofern nicht schuldig im Sinne der Fragestellung.

Wir müssen uns ständig überprüfen, ob wir unseren kritischen Blick verlieren, ob wir uns vereinnahmen lassen. Auch da hilft uns Gordon Black und unsere Zusamenarbeit mit Sven Schreivogel weiter...

... denn wenn wir ehrlich zu uns sind, dann sind Sven Schreivogels Produktionsnotizen natürlich eine Werbung für die von ihm produzierten Hörspiele. Aber als die Idee geboren wurde, war die Prämisse: Information vor Werbung. Die Beiträge des Tagebuchs sollten über den inhaltlichen Nährwert einer Kampagne (Gordon-Black-als-Hörspiel-kommt-und-ist-einfach-toll) hinausgehen. – Ob das gelungen ist? Man mag es uns mitteilen. Wenn wir doch in die Falle gegangen sind, und der Schreivogel von der Nocturna uns ausgetrickst und uns zu seinen Hofnarren gemacht hat, wollen wir das wissen, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Haben wir die Idee so umgesetzt wie vorgesehen, hatten wir naber eine win:win:win-Situation. Jeder der Beteiligten – Sven Schreivogel, unsere Leser und wir als Zauberspiegel – haben von den Produktionsnotizen profitiert: Sven bekommt Aufmerksamkeit  (und damit natürlich auch einen Werbeeffekt) für seine Produktion, der Leser und potentielle Hörer von Hörspielen Informationen, und wir als Zauberspiegel haben interessanten Inhalt, neudeutsch "Content" genannt.

Also: Wenn ich die Frage beantworten sollte, ob wir die Hauspostille von Nocturna Audio sind, so antworte ich mit: Nein, das sind wir nicht. Wenn es jemand anders sieht, hat der die Möglichkeit zu sprechen... beziehungsweise einen entsprechenden Kommentar zu verfassen.

Aber da ist noch mehr als nur Gordon Black. Wir bekommen Rezensionsexemplare, und die wollen wir auch. Und - na klar, nach der Rezension verschwindet das besprochene Werk in der privaten Sammlung. Das ist die Freude des Fanjournalisten. Dafür lebt er unter anderem: Kostenlose Bücher, CDs und DVDs.

Aber: In dem Moment, wo wir uns überlegen, ob eine Rezension besser nicht geschrieben wird, weil sie negativ ausfallen könnte und daher Verlag/Vertrieb/Label/Autor uns nicht mehr lieben könnte, machen wir was grundlegend falsch. Dann brauchen wir uns keine Mühe mehr zu machen. Dann können wir positive Kundenrezis (finden sich immer) bei Amazon rauskopieren, ein paar Schlüsselwörter ändern (aus großartig wird fabelhaft; aus einmalig etwas geniales) und gut ist. Das geht einfacher, und schneller und wir können uns im Glanz unserer Rezensionen sonnen, damit uns die Presseabteilungen auch noch immer schön lieb haben... (Um Mißverständnissen vorzubeugen - wir haben noch nie Vorgaben von Presseabteilungen erhalten wie positiv die Rezension zu sein habe, noch sind wir nach Verrissen mit "Liebesentzug" bestraft worden).

Wenn wir also nun ernstlich in Erwägung ziehen würden nur noch positive Besprechungen abzuliefern, sollten wir den Laden, Zauberspiegel genannt, dicht machen. Feierabend. Dann sind wir kein (Fan-)Magazin mehr, sondern nur ein Haufen gieriger Vollidioten, die nur abstauben und sich mittels (vorgetäuschter) Rezensionen wichtig machen möchten. Und damit täuschen wir nicht nur den gemeinen Leser, sondern letztlich auch uns selbst. – Wenn es nur darum gehen würde uns wichtig zu machen, auf der Buchmesse uns neben Prominenz ablichten zu lassen und uns ansonsten mit der Rolle von Hofnarren zufrieden geben, sind wir nichts anderes als – und nun greife ich wieder tief in die Kiste mit dem Pathos – Schmarotzer...

Daher müssen wir Herausgeber und Mitarbeiter uns selbst im Auge behalten. Zusätzlich bauen wir darauf, dass unsere Leser es nicht stillschweigend hinnehmen, sondern uns auf derlei Fehlverhalten aufmerksam machen. Dazu gibt es ein Forum, wo auch Gäste Einträge hinterlassen können (leider inzwischen mit so genannten „Captschas“ vor Spammern geschützt) und natürlich  existiert für unsere registrierten User die Kommentarfunktion, mittels der man uns Rüffel erteilen kann, wenn was nicht stimmt.

Das kommt also nun davon, wenn der Herausgeber des Zauberspiegel ein öffentlich-rechtliches Medienmagazin guckt. Er beginnt sich Gedanken zu machen, reflektiert und gibt diese dann hemmungslos an die Leser weiter. Denn was den Söldner treffen kann, der für Geld schreibt, kann auch den Amateur- und erst recht Fanjournalisten treffen. – Und dessen sollten wir uns bewusst sein, damit wir unsere kritische Distanz und den klaren Blick nicht verlieren. Denn uns und bis zu 1.600 Leser am Tag zu veräppeln, das wollen wir nicht. Aber interne Kontrollinstanzen (eben Herausgeber, Redaktion und Mitarbeiter) könnten nicht reichen: Also behaltet uns im Auge und sagt Bescheid, wenn wir anfangen Quatsch zu machen.

Ich möchte kein Gefälligkeitsmagazin und Marketinginstrument herausgeben, das kritiklos alles weitergibt, was Druckerpressen und Presswerke so ausstoßen.  Kritikloses Bejubeln und Abfeiern – das sollte keiner machen.  Ich möchte aber nicht ausschließen, dass es Szenarien gibt, wo ich in Versuchung geraten könnte, diese hehren Grundsätze über Bord zu werfen. Da sollte ich mich wappnen. Und - wieder um Missverständnisssen vorzubeugen - fast alle der denkbaren Möglichkeiten sind mehr oder weniger ideeler Natur.
 
Die Fanpresse hat andere Aufgaben, als Gefälligkeiten zu erweisen. Mit Fachwisssen und Distanz, Dinge zu  begleiten und zu beurteilen, ohne dabei päpstlicher zu sein als der Papst. Vertrauensvolle Zusammenarbeit  mit Verlagen/Labels/Vertrieben: Ja, das darf sein. Aktionen ja. Aber nicht nur erfüllend, sondern kreativ und kritisch mitgestalten. Und zum Glück versucht uns niemand etwas aufzuzwingen. Die Gefahr liegt vielmehr bei uns, denn wir sind eben Fans...

Fazit des Ganzen ist: Wir müssen aufpassen... und brauchen die kritische Begleitung unserer Leser.

 

Kommentare  

#16 horror1966 2009-02-04 22:21
Ich nehme Deine Anregung gerne auf Norbert, dann werde ich ab sofort auch die teilweise sehr schlechten Filme einstellen, ich habe da gar kein Problem mit. Ich möchte Dir halt nur noch einmal versichern, das ich definitiv keine Gefälligkeist-Rezis schreibe und auch nie schreiben werde.

Und natürlich haben nicht nur die genannten Firmen Horrorfilme rausgebracht, aber es ist doch auch legitim, das ich mir zugesendete Exemplare zuerst rezensiere, das ist jedenfalls meine Meinung.
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#17 Norbert 2009-02-04 22:43
Letztlich kam es mir nur darauf an. Es geht in diesen Kommentaren um den Artikel, den Horst geschrieben hat. Und diese Einseitigkeit in den Rezis erweckt dann halt den Eindruck dessen, was Horst kritisierte. Und das ausgerechnet in dem von ihm herausgegebenen Magazin.
Ich will Dir ja glauben, dass es keine Geälligkeitsrezis sind. Die Zukunft wird es zeigen.
Und ich gebe gern zu, dass ich Dir diese Quellen zumindest ein bisschen neide, wenn ich auch nicht wirklich jeden Film als Rezi-Exemplar anfordern würde, nur weil er nach Horror/Phantastik riecht.
Eine Antwort auf G.Walts letzte Frage würde mich dennoch interessieren.
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#18 Holzi 2009-02-04 22:57
zitiere horror1966
Zitat:
Um es abschließend auf einen Punkt zu bringen, ich schreibe keine Gefälligkeits-Rezis, ich bringe lediglich meine Meinung über den jeweiligen Film zum Ausdruck und das werde ich auch weiterhin tun. Das nicht alle diese Meinung teilen werden, ist mir vollkommen klar, aber ich stehe dazu.
Zitat:
Zweitens bin ich nicht der Meinung, das ich gewisse Titel schön rede, denn eine Rezension ist doch eine subjektive Meinung, oder sehe ich das falsch? Warum soll ich nicht schreiben, das mir ein Film gefällt, wenn dem so ist?
Deine Meinung sei Dir unbenommen, aber so kommt das definitiv nicht rüber. Da steht nicht "ich bin der Ansicht" oder ähnliche Formulierungen, sondern (sinngemäß) "der Zuschauer muss begeistert sein" (und Ähnliches). Das ist inhaltlich wie sachlich falsch. "Den Zuschauer" gibt es nicht (sondern viele verschiedene davon), allein deswegen kannst Du schon nicht für ihn sprechen. Die Art und Weise wie Deine Filmrezis verfasst sind, läßt aufgrund der verwendeten Formulierung schwerlich auf "eigene Meinung" schließen, wenn ständig "der Zuschauer" bemüht wird. Das will den Anschein der Objektivität erwecken, obwohl die Rezis selbstverständlich rein subjektiv sind. Das sind Rezis nämlich immer.

Deswegen in Zukunft vielleicht mal klar formulieren und nicht verallgemeinern (was Du ja ohnehin nicht magst).

Und zum Thema "gibt es Filme, die so schlecht sind, dass sie keine Rezi verdienen": Ja, die gibt es. Üblicherweise verreisse ich auch mal nen schlechten Film, wenn ich mich drüber ärgere, aber bei dem meisten internationalen Trash lohnt das gar nicht erst. Billig produziert und für einen Nischenmarkt, insbesondere bei etlichen Machwerken im Bereich Horror. Da weiß ich doch vorher dass es schlecht ist und versammle mich um solche Filme mit ein paar Kumpels und ner Kiste Bier, um drüber herzuziehen und ein wenig abzulachen. Die Leser hier muss ich aber deswegen noch lange nicht mit einer Rezension solcher Machwerke belästigen. :lol:
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#19 horror1966 2009-02-04 23:10
zitiere Holzi:

Deswegen in Zukunft vielleicht mal klar formulieren und nicht verallgemeinern (was Du ja ohnehin nicht magst).



Gut, in dem Punkt stimme ich Dir sogar zu, die von mir gewählte Formulierung ist manchmal wirklich falsch zu interpretieren, ich werde mich bemühen, das zu ändern.

Und Norbert, ich habe mittlerweile auch schon 2 Rezis zu wirklich schlechten Filmen eingestellt, die dann demnächst erscheinen. Ich hoffe, das ist erst einmal in Ordnung.

Ab sofort werde ich dann auch Rezensionen über Filme verfassen, die meiner Meinung nach keine verdienen, damit keiner auf die Idee kommt, ich suche mir nur meine Favoriten aus.
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#20 Harantor 2009-02-04 23:17
Zum ersten: Marc soll natürlich erstmal die Rezensionsexemplare abarbeiten und wenn die soviel liefern, muss er sich ranhalten. Doch es zeigt sich, dass wir die Verleiher da vielleicht abbremsen müssen und uns auf Neuheiten konzentrieren sollten. - Vielleicht auch mehr - vermutete - Rosinen picken. Vorauswahl treffen. Vielleicht ist weniger mehr. Und die schlechten nicht ins Kröpfchen, sondern ab auf den Grill (der kritischen Begutachtung).

Und: Unseren Rezensenten ist ihre Art zu rezensieren freigestellt. Denn: Das ganze ist subjektiv. Und so mag der Leser über die Nützlichkeit von Rezensionen für sich selbst beurteilen...

@Holzi: Unter dem Trash gibt es wunderbare Filme. Aber man muss sie finden und dann - in den meisten Fällen auch noch - mögen, denn Trash-Filme haben oft auch Defizite im technisch-handwerklichen und sehr oft auch im schauspielerischen. Und doch: Viele A-Filme kosten Unmengen und sind auch nicht viel besser. Aber das ist hier nicht das Thema.
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#21 Norbert 2009-02-05 09:13
Zitat:
Zitat Holzi: ...aber bei dem meisten internationalen Trash lohnt sich das gar nicht erst.
Da Du ja sehr viel Wert auf korrekte Formulierungen legst, mal Dieses: Es gibt einen Unterschied, ob es sich bei Filmen (Büchern etc) "nicht lohnt" oder sie es "nicht verdienen". Hinter jeder Produktion steht ein gewisser Einsatz (ganz gleich ob er hoch oder niedrig ist) von den Machern. Sie haben etwas geschaffen und es sich "verdient", Beachtung zu finden, auch wieder ganz egal, ob diese positiver oder negativer Natur ist. Dass es Sachen gibt (und da gibt es sehr viele), die einer Beachtung z.B. in Form einer Rezi nicht "lohnen", steht auf einem anderen Blatt. Aber wer will das letztlich beurteilen, welche Sachen sich lohnen und welche nicht? Denn auch das ist eine rein subjektive Ansichtssache.
Ich zum Beispiel bin ein Anhänger des B- und Independent-Films und setze deswegen sicherlich ganz andere Prioritäten als Du. Und da muss ich sogar mal den vielgescholtenen Marc ein wenig verteidigen. Er ist ein Anhänger des Horrorfilms, ganz gleich ob er billig oder teuer ist, weshalb seine Prioritäten noch anders liegen. Das, was man ihm dann letztlich vorwerfen kann, ist, dass er aufgrund des Interesses ein wenig das Augenmass verliert und deshalb jeden Film im ZS rezensiert, obgleich es dort so gut wie niemanden interessiert. Es wäre sinnvoller, sich wirklich empfehlenswerte gute und abzuratende schlechte Beispiele herauszupicken.
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#22 Holzi 2009-02-05 09:59
Ich hab gar nix gegen B- und Independent, im Gegenteil. Allerdings gibt es viel zu oft Billigproduktionen, denen man auf Anhieb ansieht, dass sie sich an irgend einen gerade aktuellen Trend hängen oder einen Blockbuster zu kopieren versuchen. Da wird von Produktionsfirmen nichts anderes versucht, als mit möglichst geringen Mitteln etwas Geld abzuschöpfen, was man an miserablen Darstellern, lustloser schlampiger Regie und miesem cinematografischem Handwerk bemerkt.
Klar, man findet auch manchmal Perlen, über die schreibt man dann halt, um andere darauf hinzuweisen.

Harantor: Genau, es gibt auch miese A-Filme. Die meinte ich ja auch, wenn ich weiter oben was übers Ärgern schrieb. Ich erinnere an 10000 BC (und selbst der soll ja Leuten gefallen haben).

Und selbstverständlich ist das alles sehr subjektiv. Was auch sonst? Ich schrieb ja auch nur, dass es Filme gibt, die ich nicht rezensiere.

Bei Büchern sehe ich das übrigens anders. Filme sind nach 90 Minuten rum, sind meist Fast Food, mit Büchern muss ich mich über mehrere Stunden beschäftigen. Wenn mir da einer meine ohnehin knappe Zeit mit miserablem Machwerk stielt, dann wird er auch verrissen.
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#23 G. Walt 2009-02-05 12:17
Norbert sagt es. Marc ist ein Fan des Horrorfilms. Für ihn steht die Unterhaltung im Vordergrund. Und da er eine gute Übersicht hat (durch seinen Filmbesitz) und sich gerade bei den Massen-Horrorfilmen auskennt ist er der Richtige Mann für diesen Job.
Allerdings stimmt es, dass man auch schlechte oder umstrittene Filme einmal besprechen sollte.
Ein tolles Beispiels war Marc Jochen Taubert-Artikel.
Vielleicht könnte er hier noch mal gegen forschen. Vielleicht auch ein Interview an Land ziehen...
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