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Der Versuch einer Einleitung (Mit Trailer)

Schrott auf DVD und BluRayDer Versuch einer Einleitung
(Mit Trailer)

Was ist ein schlechter Film? Nun, diese Betrachtung ist sehr subjektiv, denn es liegt immer im Empfinden des Zuschauers.

Filme die ich schlecht finde muss ein anderer nicht zwangsläufig auch so ansehen. Für mich sind zum Beispiel die weitaus meisten der heutigen A-Filme schlecht.

Da wird es manch einen Leser geben, der nun die Stirn runzelt und ein Fragezeichen über dem Kopf trägt.

Ich habe mich abgewendet. Die Seelenlosigkeit der großen Filme hat dafür gesorgt, dass ich selbst jene, die ich früher noch als interessant eingestuft hätte, heute nicht mehr schaue. Man könnte auch sagen, dass ich ein Cinemasochist geworden bin. Mit Freude sehe ich mir Gurken an, die noch weit unterhalb des C-Films anzusiedeln sind. Filme die ein paar tausend Dollar gekostet haben geben mir mehr als Multimillionenproduktionen. In ihnen steckt noch der Wille etwas zu schaffen - und wenn es nur darum geht den eigenen Traum zu verwirklichen.

Ich habe die Kommentare im Anhang zum Artikel von Christian Spließ mit einem Schmunzeln verfolgt. Einer der Auslöser war die Erwähnung des Films ZOMBIBER, der meines Erachtens ein wenig zu unrecht als einfach schlechter Film abgetan wurde. Diese kleine Liebeserklärung an das Trashkino der 80'er ist ganz bewusst so inszeniert worden. Mir zeigte es außerdem, dass manche Leute so richtig schlechte Filme gar nicht kennen, nach deren Genuss sie so etwas wie ZOMBIBER in den Himmel loben würden. Veröffentlichungen von TomCat-Films oder itn-distributions etwa, deren Budgets unterhalb des Verkaufspreises einer DVD liegen (sinnbildlich gesprochen).

Der Trash ist inzwischen Kulturgut geworden. Anders ist der Erfolg eines Franchises wie SHARKNADO wohl kaum zu erklären. Übrigens brilliantes Entertainment wie ich finde. Die Trashfirma TheAsylum pflegt diese Art des Filmschaffens, wohl wissend, dass sie von den meisten Leuten dafür gehasst wird. Ich finde es erstaunlich, wenn man so die Rezensionen im Netz verfolgt, dass eigentlich niemand ein gutes Haar an den Filmen von TheAsylum lässt. Komischerweise schauen die Leute aber immer wieder hin. Sind die Dinger am Ende doch nicht so schlecht wie sie hingestellt werden? Sie werden gesehen und sogar gekauft. Unser Elektromarkt vor Ort hat inzwischen ein Extraregal eingerichtet, das nur solchen Trashfilmen gewidmet ist. Eine wirkliche Fundgrube für jemanden wie mich.

TheAsylum oder auch New Horizons, die Firma von Roger Corman, sind nur die Spitze des Eisbergs. Seit der Jahrtausendwende sind zahlreiche Firmen wie Pilze aus dem Boden geschossen, die sich auf so etwas spezialisiert haben. CineTelFilms, UFO, Active Entertainment, es nimmt kein Ende - wobei CineTel eine etwas gehobenere Klasse darstellt. Unterhalb dieses Levels finden sich dann solche Ramschlabel wie TomCat oder itn-distributions. Was dort veröffentlicht wird spottet zum Teil jeglicher Beschreibung. Sie produzieren und/oder vertreiben ausschließlich für den US-Kaufhausmarkt, wobei sie nicht wählerisch sind und selbst den blödsinnigsten Amateurquark noch in ihr Programm nehmen.

Und dann gibt es da noch Leute, die es irgendwie schaffen ihren Kram selber zu vermarkten. Meine Favoriten auf diesem Sektor heißen z.B. Rene Pérez, Lou Simon oder Andrew Bellware, die derart billig produzieren, dass es einem die Schuhe auszieht. Ihre Filme sind selbst für jemanden, der den handelsüblichen Trash goutieren kann, absolut unansehbar. Von den Machern ist witzigerweise der größte Teil ihres bisherigen Schaffens bei uns erschienen, wofür ich natürlich dankbar bin. Auch in Deutschland gibt es sie, die Ramschlabels, die sich nicht zu schade sind für Veröffentlichungen dieser Art. Sie heißen Great Movies, MIG, Starmovie, Best Entertainment etc., wobei man nicht sicher sein kann, ob es sich um ein und die selbe Firma handelt. In jedem Fall wird gerne unterlizensiert, sodass der gleiche Film mehrfach unter verschiedenen Titeln bei verschiedenen Vertreibern erscheint.

Aber wie dem auch sei, es ist an der Zeit für mich, über all diesen Quatsch zu schreiben, vielleicht auch zur Ehrenrettung des einen oder anderen Films/Machers zu schreiten. Ich habe in den letzten Jahren über jeden Film, den ich gesehen habe, zumindest eine Kurzrezension geschrieben. So habe ich mich nun daran gemacht, diese zu ordnen und etwas aufzuarbeiten. Es wird jedes Mal zwei bis vier Filme zu einem Thema oder einer Person geben, je nach dem was ich dazu sagen kann/möchte. Häufig findet man selbst im www. gar nichts über diesen billigen Schrott.

Ich gehe gerne auf Entdeckungsreise, entweder in Verleihvideotheken, auf Flohmärkten oder in Kaufhäusern und Elektromärkten. Vielfach ist das Zeug, das in den hinteren Reihen steht, absolut nichtssagend. Gerade hier setze ich an. Alles, was nach einem (un)interessanten Billigfilm aussieht, schaue ich mir an. Die meistens auf den Discs enthaltenen Trailer sehe ich durch, sodass ich immer eine Suchliste bei mir führe, auf der mich interessierende Titel vermerkt sind. So geht es seit Jahren und meine Sammlung an Filmen dürfte das wahre Grauen für viele Leute sein. Die größeren Produktionen darin werden immer weniger.

Ach ja, so nebenbei. Ein Augenmerk lege ich immer wieder mal auf den deutschsprachigen Genrefilm, der ja eh' im Budget meist unterhalb des US-B-Films liegt. Außerdem beschränke ich mich auf Filme die nach der Jahrtausendwende entstanden sind. Die Artikel sollen nachvollziehbar sein, auch wenn ich jedem nur raten kann meine Worte nicht so wichtig zu nehmen. Ich liebe einen Großteil dieses Zeugs, das heißt aber nicht, dass es guckbar ist. Zudem möchte ich Konrad Wolfram nicht ins Gehege kommen, der in seinen hübschen Klassiker-Reihen immer wieder mal einen netten alten Trashheuler ausgräbt.

Auch nebenbei gesagt: Ich habe einige Vorlieben im Trash- und Schrottfilm entwickelt. Wie schon erwähnt sehe ich mir den Bodensatz von Rene Pérez, Lou Simon oder auch eines Andrew Bellware gerne an. Favorisierte Regisseure sind Typen wie Mark Atkins, Hausregisseur bei TheAsylum, oder Steven R. Monroe, der abseits seiner Neuverfilmung von I SPIT ON YOUR GRAVE eine beachtliche Menge an Müll gedreht hat. Ich schaue mir jeden noch billigen Quark mit Lance Henriksen, Danny Trejo und Tony Todd an, die längst an den Gestaden unterhalb des C-Films angekommen sind. Meine Lieblingsschnuckelchen sind derzeit Sara Malakul Lane, die in diversen TheAsylum-Filmen zu sehen ist, Grinsekatze Suzi Lorraine, sowie TomCat-Größen wie Veronica Ricci oder Jenny Allford, letztere tritt auch gerne mal bei Rene Pérez auf. Vorgenannte Leute werden also häufiger bei mir anzutreffen sein.

Es sei noch etwas anzumerken. Wenn man Artikel schreibt, dann muss man das mögen, worüber man seine Ergüsse zu Papier bringt. Gerade deshalb darf der niveauverwöhnte Filmzuschauer das nicht allzu ernst nehmen, was ich hier von mir gebe. Ich liebe den Schrott und manchmal bin ich der einzige Betrachter eines Films, der diesem auch noch Positives abgewinnen kann. Um ein klassisches Zitat abzuwandeln: Ich begebe mich in Abgründe wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.

Sozusagen als Trailer folgt nun ein Film des von mir sehr verehrten Schrottfilmers Rene Pérez, dessen Veröffentlichungen ich wirklich mag, von dessen Ergüssen ich aber jedem nur abraten kann.

Alien Predator WarAlien Predator War (2013)
(Alien Showdowb: The Day, The Old West stood still)
mit Robert Amstler, Nadja Lanfranconi, John J. Welsh, Gemma Donato, Andrew Boetjer.
Regie: Rene Pérez,

Und wer nun meint schon schlechte Filme gesehen zu haben, der hat bis heute erfolgreich einen Bogen um Werke von Rene Pérez gemacht. Ganz ehrlich, es gibt nichts was man an diesen Dingern schätzen könnte, es sei denn, man stellt keinerlei Ansprüche und ist schmerzresistent - oder man heißt Norbert Aichele. Ich mag seine Filme, auch wenn ich mir dessen bewusst bin, dass ich mir damit Müll aus der untersten Schublade anschaue. In mir ist die Theorie entstanden, dass sie mich an meine Jugendzeit erinnern, da ich mit einer Super 8 Kamera herum lief und Ambitionen des Filmemachens verspürte. Es kam nie dazu, doch vermutlich hätten die Streifen so ausgesehen wie heute die Filme von Rene.

ALIEN PREDATOR WAR steht symptomatisch für sein Schaffen. Rene gründete seine eigene Produktionsfirma mit dem Namen IDIC-Entertainment und fand zudem in dem mäßig erfolgreichen TV-Schauspieler Robert Amstler einen Co-Produzenten und Hauptdarsteller. Geld gibt es so gut wie keines und so wirken die Endprodukte wie Amateurfilme. Der Wille, etwas zu schaffen, ist vorhanden. Rene ist Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Cutter, Komponist, Maskenbildner und Kampfchoreograf in einer Person, wenn es sein muss, dann übernimmt er auch noch eine Nebenrolle. Aus Kostengründen spielen alle frühen Filme in dem gleichen Wald an einem Berghang irgendwo in Wisconsin, direkt an der Schneegrenze. So auch dieses komische Mischwerk aus Western und SF.

Es war einmal in Amerika im Jahre 1869. - Reinhard (Robert Amstler) ist ein Typ Westerner der sich nicht definieren lässt. Auf ihn ist ein Steckbrief ausgestellt und bei seiner Ergreifung winkt eine hohe Belohnung. Warum? Keine Ahnung. Jedenfalls wird er Zeuge als ein Raumschiff in den Wald kracht. Dem entsteigt ein Alien mit einer mächtigen Wumme und beginnt damit planlos durch den Wald zu stapfen und um sich zu schießen. Kurz darauf trifft Reinhard auf einen anderen Alien, welcher ihm mitteilt, dass der Böse ein Kundschafter ist. Er soll den Planeten bewerten ob er für eine Invasion geeignet ist. So entsteht für den Cowboy die Mission, den Außerirdischen platt zu machen. Das ist jedoch nicht so einfach, denn jener trägt eine Rüstung die Revolverkugeln nicht durchdringen können. Zudem ist das Laserfeuer aus seiner Waffe sehr effektiv und tödlich, was einige Kopfgeldjäger leidvoll erfahren müssen. Der Böse kommt jedoch zu der Erkenntnis, dass die Erde nicht geeignet ist, da es wenig Nahrhaftes gibt. Auch gehen ihm die Angriffe des Cowboys derart auf den Keks, dass er den Planeten sogar als gefährlich ansieht. Deshalb stellt er einen Sender auf, der Außerirdische davon abhalten soll hier zu landen. Reinhard kann den Gegner schließlich mit einem Kopfschuss vernichten.

Gegenwart. Die junge Wissenschaftlerin Marina (Nadja Lanfranconi) wird damit beauftragt diesen Sender zu untersuchen, der im Jahre 1931 entdeckt wurde (sein Kraftfeld leuchtet und trotzdem hat es 62 Jahre gedauert bis man es wahrgenommenen hat?) und bei dessen Erforschung bisher jeder versagte. Man fand das Tagebuch von Reinhard, der unmittelbar nach dem Tod des Alien verstarb. Marina kommt aber ebenfalls nicht weiter. Erst als auch sie von dem guten Alien kontaktiert wird erschließt sich ihr das Geheimnis. Der Sender, der die Warnung vor der Erde in das All trägt, droht zu versagen. Sie muss diesen erneut aktivieren.

Die Idee, dass ein Außerirdischer zu der Erkenntnis kommt, dass der Planet Erde ungeeignet und sogar gefährlich ist, hat was für sich. Auch dass er einen Sender aufstellt, der ein Warnsignal für andere Aliens aussendet, ist nicht von ohne. Leider verpackt Rene das in eine unausgegorene Story mit lachhaftem Ablauf.

Zunächst einmal stellen wir fest, dass wir uns im Wilden Westen befinden. Aus Kostengründen müssen wir auf Pferde verzichten. Also erledigen unsere Cowboys jeden Weg zu Fuß, ganz gleich wie weit jener ist. Die Kleidung wirkt wie beim Pfandleiher ausgeborgt, auch die Waffen und sonstige Requisiten. Immerhin hat er eine Westernstadt gefunden, in der zumindest am Anfang ein paar Szenen spielen können. Ansonsten gibt es Wald, Felsen und Schnee zu sehen, wobei alle Drehorte uns noch in weiteren Filmen von Rene begegnen werden. Die Maske des Alien ist wohl seine eigene. Sie fand vor allem später in den Märchenverfilmungen des Mannes Verwendung. Hier hat er lediglich ein paar Sachen drauf geklebt, sodass wir uns an den Predator erinnert fühlen, der schon Arnold Schwarzenegger (1989) und Danny Glover (1992) das Leben schwer machte. Die Rüstung des Außerirdischen gehört wohl ebenfalls ihm, denn auch diese kommt in weiteren Filmen vor.

Die gefühlt eine Million Logiklöcher und blödsinnigen Handlungen möchte ich gar nicht alle aufführen. Vielleicht jene Sequenz, die in ihrer Doofheit schon einzigartig zu nennen ist:

Der Top-Secret-Sender auf dem Berg wird von einem einzigen Soldaten (Andrew Boetjer) bewacht, der sich vor einer Straßenschranke aufbaut und nicht autorisierten Besuchern den Zugang verwehrt. Einer? Ehrlich? Es ist ja nicht so, dass der Berg eingezäunt oder mit einer Mauer umgeben wäre. Man könnte also einfach an anderer Stelle in das Gebiet vordringen. Unsere Wissenschaftlerin versucht nun an diesem Typen vorbei zu kommen. Da er sich ihren Argumenten verweigert geht sie zu ihrem Wagen zurück (bitte diese Tatsache merken). Sie schnappt sich einen Elektroschocker und begibt sich wieder zu dem Wachmann. Mit der Forderung, er müsse sie ob der Abweisung zu ihrem Auto begleiten (???), lockt sie ihn von der Sperre weg. Er geht darauf ein und sie bringt ihre Waffe zum Einsatz. Er verliert das Bewusstsein und sie läuft den Berg hinauf. Das ist schon so hohl, dass man nur noch schmunzeln mag.

Ein unglückliches Detail ist dann noch das junge Mädel, das im See baden möchte, von dem Alien überrascht und getötet wird. Eigentlich nichts Besonderes, doch hey! - Silikonbrüste im Jahr 1869? Rene wird sich nichts dabei gedacht haben als er es filmte. Außerdem darf er bei seinen Darsteller/innen nicht allzu wählerisch sein. Es ist aber eben ein augenfälliger Anblick.

Es sei jedem vernunftbegabten Menschen davon abzuraten, sich diesen Unfug anzusehen. Ich denke, es ist die Faszination einer kindlichen Naivität, die es mir ermöglicht die Filme des Rene Pérez zu mögen. Der Witz ist, dass ich sie sogar immer wieder mal schaue ohne dabei Reue zu empfinden.

Kürzlich erschien übrigens eine DVD-Box mit dem Titel ALIEN PREDATOR WAR 1-3. Das ist Veräppelung, denn auf jenen Film von Rene gibt es keine Fortsetzung. Der zweite Film ist eine TheAsylum Produktion im Found Footage Stil namens ALIEN ORIGIN (kommt später mal zur Sprache), was der dritte ist weiß ich noch nicht.

Kommentare  

#1 Laurin 2018-08-05 14:35
ZOMBIBER kam ja vor nicht so langer Zeit auch im Nachtprogramm des Fernsehen. Also ich fand ihn nicht einmal so schlecht. Aber dafür durchweg lustig. ;-)
#2 Friedhelm 2018-08-05 15:08
Mir geht es fast so wie Norbert Aichele. Ich bin -wie er (und wahrscheinlich die meisten der Zauberspiegel-Leser)- ein "Kind"der Siebziger - einer Zeit, in der Genrefilme auch noch ohne digitalen Overkill zustande kamen.

Nun bin ich ebenfalls ein Liebhaber des Trashfilms - und gelegentlich kann es auch schon einmal ein Ding aus der "Asylum-Schmiede" sein. Die Effekte sind eigentlich immer unterirdisch, aber den Versuch, so etwas wie eine Story zu liefern, muss man da fast schon loben. Vielen anderen Trashern merkt man zuweilen wirklich an, dass Dilettanten mit der Handkamera am Werke waren. In dieser Hinsicht finde ich die Warnungen Aicheles (z.B.: "Es sei jedem vernunftbegabten Menschen davon abzuraten, sich diesen Unfug anzusehen..") mehr als berechtigt.

Von solchen Filmen findet sich kein einziger in meinem DVD-Archiv, soweit reicht meine Interesse für derartige Z-Movies einfach nicht. Da bevorzuge ich dann schon eher die guten, alten "B-KLassiker aus den 60ern und Siebzigern (und meinetwegen auch der 80er..)

Zitat:
da ich mit einer Super 8 Kamera herum lief und Ambitionen des Filmemachens verspürte.
Mit der Super 8 Kamera habe ich übrigens auch experimentiert - und versucht etwas filmisches auf die Beine zu stellen.
Über diese Versuche werde ich dann demnächst in der Fortsetzung meiner Reihe "Back to the Seventies" berichten.
#3 matthias 2018-08-05 17:53
Also ich mag die oben als "seelenlos" bezeichneten A-Filme der Jetzt-Zeit.
Ob die Expendables es krachen lassen, bombastischen Raumschiffe durchs All fliegen, oder Superhelden agieren - mir gefällt's.
Ich zähle mich mit dieser Aussage zu den 99% der Konsumenten in Deutschland und will ganz einfach unterhalten werden. Meine recht große DVD/BR-Sammlung umfasst dann natürlich auch die gängigen Filme der letzten Jahrzehnte.
Als Höhepunkt 2018 sehe ich für mich "Aquaman". Im Kinosessel werde ich ich nicht nach Logigfehlern suchen, nicht nach verpatzten Kameraeinstellung schauen und natürlich nicht die Schauspieler madig machen.
#4 Friedhelm 2018-08-05 20:59
Zitat:
Also ich mag die oben als "seelenlos" bezeichneten A-Filme der Jetzt-Zeit. Ob die Expendables es krachen lassen, bombastischen Raumschiffe durchs All fliegen, oder Superhelden agieren - mir gefällt's.
In mancher Hinsicht muss ich Norbert Aichele zustimmen. Wobei die von dir zitierte Seelenlosigkeit sich eher auf ein "Überangebot" heutiger, digitaler Effektemovies beziehen mag.

Digitale Eyecatcher wie die inflationären "Marvel-Superhelden-Kracher sind dabei zuweilen schon recht nervig, weil es da fast nur um die "Optik" geht. Das spült natürlich Geld in die Kassen, ist aber irgendwann nur noch langweilig.

So ganz verschliesse ich mich dem allerdings auch nicht - da bin ich doch etwas anders drauf als Aichele.

Franchise-Geschichten wie "Star Wars", Star Trek"..ect..ect.. lasse natürlich auch nicht aus.
#5 Norbert 2018-08-06 17:41
Matthias – Es geht mir nicht darum, den Leuten das Blockbusterkino madig zu machen. Jeder sollte sich das anschauen was er mag. Würden wir nach der Meinung Einzelner gehen, dann gäbe es seit der Erfindung des Films nicht viele. Auch ich schaue hin und wieder große Filme, sonst könnte ich meine Ansicht ja gar nicht vertreten. Ich habe nur irgendwann entdeckt, dass ich ein Faible für den billigsten Rotz habe – auch da finde ich weißgott nicht Alles gut und ich würde nie auf den Gedanken kommen, diesen Quark anderen Leuten ans Herz zu legen. Schon deshalb habe ich mich zu den Artikeln entschlossen die noch folgen. Viele Leute wissen nicht, was sie da in Händen halten, wenn sie im Geschäft oder der Videothek stehen. So denke ich, dass ich für die meisten Filme eher eine Warnung aussprechen möchte, damit man nicht aus Versehen ins Klo greift. Dass ich ganz persönlich viele dieser Dinger mag hat damit nichts zu tun.
Ich würde auch nicht so weit gehen das A-Kino als schlecht zu bezeichnen, nur weil mir das Meiste davon nicht gefällt. Eine solche Sichtweise steht mir schon ob meiner Ablehnung nicht zu. Ich finde es auch immer lustig, wenn ein Film an der Kinokasse floppt – der wird dann gleich immer als schlecht bezeichnet. Ich fand z.B. JOHN CARTER von Disney sehr unterhaltsam, auch wenn er vor die Hunde ging. Okay, er ist Trash, scheißteurer Trash, aber er hat mich besser unterhalten als diese völlig mit CGI zugekleisterten Superheldenfilme.
#6 matthias 2018-08-06 19:39
@ Norbert
JOHN CARTER ist ein absolut toller Streifen. Trifft voll meinen Geschmack. Warum der wohl floppte?
Aber "Trash"? Bitte definiere mal diesen Ausdruck in Bezug auf Filme,
#7 Norbert 2018-08-07 18:44
Huh, eine gute Frage. Wie definiert man Trash? Ist natürlich auch eine Empfindungssache. Bleiben wir bei JOHN CARTER. Er hatte mich interessiert weil die Masse ihn ablehnte. Ich kann das in Teilen sogar verstehen, obwohl er eigentlich gutes Popcorn-Kino ist. Solltest du meine Artikel weiter verfolgen, dann wirst du wissen, was ich als Trash definiere und dass ich diesen Begriff nicht immer negativ auslege. JOHN CARTER hat ein seltsames Drehbuch, das meines Erachtens falsche Prioritäten setzt und deshalb beim "normalen" Zuschauer Ablehnung hervorruft. Er versucht ein bisschen zu gewollt originell zu sein und verzettelt sich deshalb bei den Creatures und den Handlungen jener wie der Menschen. Sollte ich das jetzt explizit ausführen wollen, würde ich den Rahmen des Kommentars sprengen. Vielleicht wird es auch dadurch klar: Der Film ist inhaltlich ein schon unverfrorenes Remake von FLASH GORDON (1980), ein Film, den viele Leute nicht mögen weil er auf zu vielen Hochzeiten (Schauplätzen) tanzt und gewollt albern ist. Beide Filme kümmern sich nicht darum absolut schlüssig zu sein und rufen deshalb natürlich zwiespältige Meinungen hervor. Und weil in ihnen hinten und vorne alles hinkt, kann ich nicht anders als sie Trash zu nennen. Das ist durchaus von den Machern auch so gewollt und ich sehe darin nichts Schlimmes. Ich mag beide Filme. Den ollen FLASH habe ich bestimmt schon zehn Mal geschaut, den JOHN bisher zwei Mal, er ist ja auch noch etwas jünger.
#8 Friedhelm 2018-08-08 00:00
Man kann den Trashbegriff allerdings noch einfacher definieren. Ein echter Trashfilm beinhaltet:

1. Eine kaum nachvollziehbare Story, in der es an allen Ecken und Enden "Fragezeichen" gibt.

2. Schauspieler, die wie Laien spielen und wirken, als würden sie umsonst arbeiten.

3. Effekte die billig und durchschaubar wirken,

4. Evtl. ein mieser, dilettantischer Soundtrack

Vielleicht fällt hier jemandem noch mehr ein - aber für sind das die "Zutaten" für einen Trashfilm

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