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Sie sind dann mal weg: Perry Rhodans Weggefährten

1Sie sind dann mal weg
Perry Rhodans Weggefährten

Ein paar wenige Auserwählte haben Perry Rhodan über viele Jahrhunderte begleitet – manchmal sogar  Jahrtausende. Doch immer wieder gibt es Einschnitte beim Stammpersonal der Serie. Das erste große Ausdünnen trug sich schon kurz nach PR 150 zu, als ES offenbar in Panik die Koffer packte und schnell mal eben fünfundzwanzig Zellaktivatoren in der Galaxis verstreute als Ersatz für die Zellduschen auf Wanderer, mit denen Perrys Mitarbeiter alle 62 Jahre dem Alter ein Schnippchen schlagen konnten.

Reginald BullDamals wurden nicht einmal alle Zellaktivatoren gefunden. Der Großadministrator stand vor schweren Entscheidungen, und im Zweifelsfall gaben Mutantenfähigkeiten den Ausschlag. Viele Mitglieder des Mutantenkorps bekamen einen Aktivator, außerdem Reginald Bull und Julian Tifflor. Homer Gershwin Adams und Allan Donald Mercant qualifizierten sich als Halbmutanten mit. Gucky winkte seinerzeit dankend ab und verwies auf die Langlebigkeit der Ilts. Conrad Deringhouse, Rod Nyssen und Michael Freyt schauten in die Röhre.

Neues Personal reicherte die Serie an. Don Redhorse, Melbar Kasom, Lemy Danger, Omar Hawk Die Woolver-Zwillinge. Perry heiratete die neue Obfrau von Plophos Mory Abro und hatte zwei Kinder mit ihr. Und so richtig viel Zeit verging ja auch nicht zwischen dem Krieg mit den Blues, dem Kampf gegen Iration Hondro von Plophos, dem großen Ärger mit den Herrscher:innen über Andromeda und dem Einsatz der Zeitpolizei, bei dem sich noch Roi Danton, König der Freihänder alias Michael Rhodan einbrachte. Zwischendurch erbeutete USO-Spezialist Ronald Tekener einen Zellaktivator im Einsatz und gab ihn nicht an Lordadmiral Atlan zur Verfügung ab. Michael Rhodan war dafür am Zyklusende aus einem Einsatz nicht zurückgekehrt.

Und dann – Zeitsprung. Diesmal satte tausend Jahre, und als Erstes erfuhren die Leser, dass der Großteil des bekannten Mutantenkorps während einer "Second-Genesis-Krise" draufgegangen war und dabei auch Allan Mercant mitgenommen hatte. Schon damals dürfte ein Aufschrei durch die Fangemeinde gegangen sein. Da glücklicherweise nicht alle Zellaktivatoren zerstört oder gestohlen wurden, blieben diesmal auch welche für Michael Rhodan und Perrys Schwiegersohn Geoffrey Abel Waringer übrig, Top-Wissenschaftler des Solaren Imperiums – und Witwer, seit Perrys Frau und Tochter bei einem Aufstand umgebracht worden waren. Alaska Saedelaere betrat die Bühne, zusammen mit Galbraith Deighton, der Allan D. Mercants Rolle übernommen hatte.

Alaska SaedelaereNeue Mutanten kamen und gingen wieder. Balton Wyt, Takvorian, Irmina Kotschistowa. Icho Tolot und Gucky kamen schließlich auch in den Besitz eines Aktivators, wobei Gucky schon tausend Jahre vorher in einer Anlage des „Konstrukteure des Zentrums“ praktisch runderneuert und mit Vitalenergie aufgeladen worden war. Irgendwie kam auch Ronald Tekeners Partnerin Jennifer Thyron an einen Aktivator, und ebenso der auf wundersame Weise in der Vergangenheit geborgene Michael Rhodan, der dem sicheren Tod mit einer experimentellen Zeitmaschine von der Schippe gesprungen war..

Dann ein großer Abschied: Vor dem Jubiläumsband 1000 verschwand Atlan hinter die Materiequellen, um den Kosmokraten behilflich zu sein. Er kehrte jedoch zurück und brachte damals auch gleich die SOL wieder ins Spiel – was sogar noch für einen Zyklus seiner eigenen Serie reichte.

Ab PR 1400 (wieder einen Zeitsprung später) wurden einige Zellaktivatoren gestohlen, was etwa Geoffrey Waringer, Irmina Kotschistowa und Jennifer Thyron das Leben kosten sollte und Galbraith Deighton in einen Befehlsempfänger der Cantaro verwandelte. Alle, die zu Band 1500 noch einen Aktivator hatten, wurden nach Wanderer einbestellt, um die Geräte abzugeben - auch Perry und Atlan mit ihren kosmokratisch personalisierten Spezialanfertigungen. Fellmer Lloyd und Ras Tschubai waren verhindert und wurden quasi „fernabgeschaltet“.

Alaska Saedalaere verschwand in den Weiten des Universums, kam aber immer mal wieder zurück ins Spiel. Auch Michael Rhodan, Julian Tifflor oder Icho Tolot verschwanden zeitweilig aus dem Blickfeld, um im Laufe des Zyklus wieder zurück zu kommen. Gucky wurde fast getötet, konnte aber gerade noch mal gerettet werden. Damals ging ein Aufschrei durch die Leserschaft – nein, eigentlich zwei Aufschreie: „Das darf nicht sein! Ich höre auf zu lesen!“ und zugleich „Na das wurde aber auch langsam Zeit!“

Michael Rhodan ging schließlich mit der SOL auf eine lange Mission und ist bis heute nicht in die Milchstraße zurückgekehrt. Immerhin langte es aber für zwei Miniserien mit glücklichem Ausgang. Als Nächsten traf die Axt der Expokraten Ronald Tekener. Er wurde von einem tefrodischen Mutanten getötet und blieb tot.

Danach war Julian Tifflor an der Reihe. Er schloss sich den Atopischen Richtern an und bewahrt seitdem das Universum vor folgenreichen Fehlentwicklungen. Auch Gaumarol da Bostich, Imperator von Arkon, musste das Feld räumen. Im Mythos-Zyklus sah es dann auch mal so aus, als ob Gucky kurz und schmerzhaft ermordet worden wäre, aber das war dann doch „nur“ ein Double …

Und jetzt sieht es so aus, als wäre Reginald Bull dran. Ins Führungsgremium eines Chaoporters bestellt zu werden ist freilich ein Karrieresprung. Aber ob ein Quintarch auch mal Urlaub nehmen und in der Heimat vorbeischauen darf?
Gry O'Shannon
Möglicherweise – da zum gegenwärtigen Zeitpunkt von ehemals fünf Quintarchen nur zwei überhaupt noch am Leben sind – werden in naher Zukunft drei von fünf Quintarchen Wurzeln in der Milchstraße haben. Reginald Bull hat die Berufung von Chaotarch Zou Skost persönlich, Gry O’Shannon hatte das Interesse Farbauds geweckt, und Schomek die Lohe wollte Alaska Saedelaere rekrutieren – wenn auch Alaska aus einem parallelen Universum. Wer weiß, was die Zukunft für Addanc den Taucher bereithält?

Farbauds Ausflug in die Zukunft mit Besichtigung des Parks, in dem ehemaliger Quintarchen gedacht wird, ist inzwischen von der Entwicklung überholt. Das ist gut für Reginald, denn dann wird er womöglich auch in 800 Jahren noch leben und den Job machen – ebenso wie Gry O’Shannon. Andererseits ist Quintarch auch keine lebenslange Bestallung, wie Alaska und Gry am Beispiel des Ex-Quintarchen Knomonk sehen konnten. Knomonk lebte noch, als sie ihn verließen, war aber seit der Rückkehr aus einem Chaoversum nicht mehr in der Lage, als Quintarch zu dienen. Können Quintarchen also zurücktreten und die Nachfolge regeln?

Kommentare  

#1 Cartwing 2022-10-04 08:09
Ich bin damals kurz nach 3000 ausgestiegen.
Lohnt es sich, den Zyklus zu lesen bzw. den nachfolgenden?
#2 Larandil 2022-10-04 15:55
zitiere Cartwing:
Ich bin damals kurz nach 3000 ausgestiegen.
Lohnt es sich, den Zyklus zu lesen bzw. den nachfolgenden?

Na ja - ich bin damals nicht ausgestiegen. Insofern mag meine Einschätzung dir nicht viel helfen.
#3 Laurin 2022-10-04 17:14
Und wann trifft es die Figur Perry Rhodan? :P

Nun ja, man könnte auch die gesamte Menschheit entsorgen und unser Erbschleicher des Universums wird zum Abenteurer zwischen den Sternen für diese Kosmokröten. Quasi so eine Art Silver Surfer im Dienste von Galactus dem Weltenverschlinger. :D
#4 Cartwing 2022-10-04 17:43
Zitat:
Na ja - ich bin damals nicht ausgestiegen. Insofern mag meine Einschätzung dir nicht viel helfen.
Naja, ich bin damals nicht ausgestiegen, weil mir die Serie nicht mehr zusagte, sondern weil es mir zu der Zeit besch...eiden ging.
Insofern hätte ich mit deiner Einschätzung durchaus doch was anfangen können.

Aber die Antwort passt ganz gut zu deinen Beiträgen, in denen nie auch nur ein Hauch von Kritik zu finden ist.

Insofern: Lass einfach stecken...
#5 Larandil 2022-10-07 12:50
zitiere Cartwing:
Zitat:
Na ja - ich bin damals nicht ausgestiegen. Insofern mag meine Einschätzung dir nicht viel helfen.


Naja, ich bin damals nicht ausgestiegen, weil mir die Serie nicht mehr zusagte, sondern weil es mir zu der Zeit besch...eiden ging.
Insofern hätte ich mit deiner Einschätzung durchaus doch was anfangen können.
Ah so. Bei vielen Aussteigern habe ich den Eindruck, sie kehren der Serie den Rücken, weil das nicht mehr die Autoren und der Stil sind, wie es in der goldenen Jugendzeit war. Ganz besonders heftig sind die Altleser, für die vor dem MdI-Zyklus wenig Lesenswertes kam und danach überhaupt nichts mehr.

zitiere Cartwing:
Aber die Antwort passt ganz gut zu deinen Beiträgen, in denen nie auch nur ein Hauch von Kritik zu finden ist.

Insofern: Lass einfach stecken...

Aber mit Freuden. Vielleicht fühlst du dich ja berufen, in ein paar Beiträgen darzulegen, was für dein subjektives Empfinden alles falsch läuft und dringender Korrekturen bedarf? Vielleicht auch eine Namensliste mit den Autoren, die am besten niemals wieder eine Zeile verfassen?

Ich für mein Teil habe die Autoren überlebt, bei deren Romanen ich mir schon am Heftständer die Frage stellte, ob das nun wirklich sein muss und ob diese eine Lücke ... oder das Dutzend ... so sehr im Regal auffällt. Ich wünschte mir bei manchen, sie würden mehr schreiben, aber davor gruselt es dann wieder anderen Lesenden.
»Chacun à son goût«, wie der Welsche sagt.
#6 Cartwing 2022-10-07 17:42
ein einfaches "fand ich gut" oder "fand ich nicht ganz so gut wie... hätte mir schon gereicht...

Ich habe die Romane ab 3000 hier rezensiert, aber dann aus den erwähnten Gründen abgebrochen
#7 Estrangain 2022-10-07 19:15
Bleh! Ich habe nach einer gefühlten Ewers-Ewigkeit dieser gnädig-kosmokratischen Serie den Rücken gekehrt. Kann mich nicht mehr so genau erinnern, wann, aber es muss so um die 1500er gewesen sein. Hat mich einfach nicht mehr gepackt, wie es die Serie früher getan hat. Früher muss auch nicht unbedingt besser gewesen sein, es war eben das zu oft verklärte Früher. Das kennt wohl jeder in seiner individuellen Geschmacksrichtung. Spielt auch keine Rolle, denn das muss jeder für sich selbst ausmachen. Tatsächlich muss ich aber gestehen, dass ich dieses Jahr wieder auf den Geschmack gekommen bin. Aber nicht auf den des Kalten Hundes der glorreichen Siebziger/Achtziger/Neunziger/Legion. Nein, ich hätte es selbst für kaum möglich gehalten, aber ich habe Perry Rhodan neu entdeckt, und zwar im wahrsten Sinne des Worte: Perry Rhodan NEO.
Altbekanntes kommt nicht altbacken daher, sondern frisch und unverbraucht. Alter Wein in neuen Schläuchen mag wohl kaum anders schmecken wie gehabt, doch NEO ist da wie eine edle Beerenauslese.
Jung, frisch und unverbraucht. Keine Spur von alten Zöpfen, antiquiert-peinlichem Humor oder gar martialischem Handgranaten Priapismus.
Nein, Perry Rhodan kann auch anders sein, denn er ist immer wieder neu und überraschend. Und das mag wohl auch zu seinem Erfolg beitragen. Und, Scheiss drauf, Figuren kommen und gehen eben. So ist das Leben, so ist das Schicksal. Erst wenn nichts mehr nachkommt, ist das Ende schon längst vorbei.

Ad Astra!
#8 Cartwing 2022-10-08 05:45
Wo bist du da denn eingestiegen?
Ich habe damals die ersten 20 gelesen und fand sie sterbenslangweilig.
#9 Estrangain 2022-10-08 08:58
zitiere Cartwing:
Wo bist du da denn eingestiegen?
Ich habe damals die ersten 20 gelesen und fand sie sterbenslangweilig.

Bei der aktuellen Staffel "Odyssee". Rhodans Hirn wird nach Naupaum entführt...
#10 matthias 2022-10-08 15:12
zitiere Cartwing:
Ich habe damals die ersten 20 gelesen und fand sie sterbenslangweilig.

Dem möchte ich 100%ig zustimmen
#11 Estrangain 2022-10-08 18:10
Echt? Waren die tatsächlich so schlimm?
#12 Cartwing 2022-10-08 19:37
Was heißt schlimm. Mich hat es damals nicht gepackt. Fand das alles sehr auf Länge gestreckt und die Figuren wirkten auf mich nicht authentisch.

Soll aber heute wesentlich besser sein. Andere Expokraten, andere Autoren usw...
#13 matthias 2022-10-09 17:53
zitiere Estrangain:
Echt? Waren die tatsächlich so schlimm?

PR NEO ist dem Zeitgeist angepasst. Aber das sind die Silberbände wohl auch, aber nicht ganz so furchtbar.
Und das mißfällt mir
#14 Estrangain 2022-10-09 18:18
Von den Silberbänden habe ich mich schon abgewandt...
#15 Andreas Decker 2022-10-10 09:59
zitiere Cartwing:
Was heißt schlimm. Mich hat es damals nicht gepackt. Fand das alles sehr auf Länge gestreckt und die Figuren wirkten auf mich nicht authentisch.

Soll aber heute wesentlich besser sein. Andere Expokraten, andere Autoren usw...


Ist es auch. Nach der Übernahme durch Schäfer hat die Serie einen Sprung nach oben gemacht. Manche alte Konzepte in ihrer neuen Kombination funktionieren gut, manche weniger. Der rote Faden ist in 10er Staffeln aufgeteilt, was zu dem Format passt.

Das ist natürlich Geschmacksache, aber 150 bis 200 - die Mini-Zyklen "Die zweite Insel", Mirona", "die Blues", "Die Allianz" und "Die Bestien", - war wirklich gelungen. Interessante neue Figuren und auch ein paar sehr gelungene Einzelromane. Überraschend mehr Science als Fantasy. Selbst die Atlan und Mirona -Geschichte machte im Gegensatz zur EA mal Sinn.

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