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H. G. Ewers: Die Fischer des Universums - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 26

1H. G. Ewers: Die Fischer des Universums
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 26

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Die Fischer des UniversumsHandlung:
Im Jahr 2114 startet das private Forschungsraumschiff LANCET unter dem Kommando von Aissa Bhugol zu einem Erkundungsflug nahe dem Perseus-Arm. An Bord ist neben dem Ersten Offizier François Petit, dem Kyberno-Mathematiker Samuel Peck und dem humanoiden Roboter Benjamin Tinskin erstmals eine Frau, die Exo-Biologin Anna Pastuchaja. Nach dem Ende einer Linearetappe wird Alarm ausgelöst, denn die Sensoren zeigen in der Nähe unerwartet einen marsgroßen Planeten an. Genauere Ortungen ergeben, dass sich sowohl der Planet als auch die LANCET mit 10-millionenfacher Lichtgeschwindigkeit bewegen. Das bedeutet, dass nach 36 Stunden Flug die LANCET so weit von der Milchstraße entfernt sein wird, dass eine Rückkehr aus eigener Kraft unmöglich wäre.

Das Raumschiff fliegt den Planeten an, auf dessen Oberfläche einzelne Häuser zu erkennen sind. Da löst Ben Alarm aus: Es ist ein Fremder an Bord gelangt. Kurz darauf wird festgestellt, dass in der Kombüse eine größere Menge Konservendosen verschwunden ist. Wenig später begegnet Anna Pastuchaja einem Gnom, der sich als Wurghs Androind bezeichnet und sie mit einer Waffe bedroht. Der Gnom spricht Interkosmo und verlangt, dass die Terraner sofort die Blockade der Andro-Lenkimpulse beenden. Außerdem will er Anna als Partnerin. Sie gerät in Wut, greift den Gnom wie rasend an, und dieser löst sich in Nichts auf. Kurze Zeit später kommt aus der Kombüse die Meldung, dass die fehlenden Vorräte zurück sind.

Die LANCET-Crew kombiniert, dass auch die Planetenbewohner nichts mit der Raumblase zu tun haben, in der sie eingeschlossen sind – sonst hätten sie kaum verlangt, die Blockade ihrer Lenkimpulse zu beenden. Außerdem scheinen die Planetarier grundsätzlich friedlich zu sein. Die LANCET landet. Tausende fremde, gnomartige Wesen, die sich Thutas nennen, versammeln sich, dann erscheint eine Thuta-Frau. Sie ist 180 cm groß und ungeheuer fett. Mit Hilfe von Ben kann Kontakt mit der Frau, die Horghida heißt, hergestellt werden. Dann lässt sich auch der echte Wurgh ausfindig machen. Es stellt sich heraus, dass auf Thuta Frauenmangel herrscht und die Frauen daher die Macht haben. Zur Ablenkung haben die Männer so genannte Andro-Lenkanlagen gebaut, die es ihnen ermöglichen, aus geeigneter Materie in der Ferne Doppelgänger, die sie Androinds nennen, zu erzeugen. Der Planet wurde aber vor geraumer Zeit von unbekannten Kräften aus seiner Bahn gerissen.

Die LANCET startet wieder, um die Ursache der Manipulation zu ermitteln. Ein Versuch, in den Linearflug zu gehen, scheitert, vermutlich, weil die sie umgebende Raumblase mindestens sechsdimensionaler Natur ist. Die Zeit vergeht. Nach drei Tagen verlassen die LANCET und Thuta die Milchstraße und nähern sich schließlich einer anderen Galaxie, die sie ebenfalls durchqueren. Kurz darauf wird eine riesige Raumstadt von 8000 Kilometer Durchmesser in der Blase geortet. Die LANCET fliegt die Stadt an, wird aber beschossen und muss abdrehen. Sie landet erneut auf Thuta.

Dort bitten die Menschen Wurgh um Hilfe beim Kontakt mit der Raumstadt. Dieser gestattet es Aissa Bhugol, seinen Androind-Projektor zu benutzen. Er projiziert einen Androind von Wurgh in die Raumstadt und sieht, dass diese von humanoiden Wesen bewohnt ist, die ihn aber einfach ignorieren. Wenig später bemerkt er einen Massenunfall, bei dem zahlreiche Gleiter zerstört werden, und glaubt, eine fremde Präsenz zu spüren. Bevor aber weitere Nachforschungen möglich sind, stirbt der Androind, als Roboteinheiten sämtliche Unfallspuren radikal beseitigen. Dies ist aber kein Problem, es wird einfach ein neuer Androind erzeugt. Mit dessen Hilfe vermag Bhugol, Kontakt zu einem Flüssigkeitswesen herzustellen, das in riesigen Tanks lebt. Das Wesen nennt sich Rool, und es ist noch ein Kind, das von »Helfern« erzählt, die ihm diese Stadt gebaut hätten. Alle angeblichen Bewohner sind nur künstlich erzeugte »Spielsachen« für Rool. Im weiteren Gespräch stellt sich heraus, dass Rool einen »Therapie-Projektor« besitzt, den er gegen schizophrene Anfälle einsetzt. Dieser Projektor kann den sechsdimensionalen Raum erreichen. Vielleicht ergibt sich dadurch eine Rettungsmöglichkeit für die Gefangenen der Raumblase.

Die Fischer des UniversumsBhugol löst den Androind auf und erstattet Bericht, muss aber erfahren, dass Petit in einer Panikreaktion mit der LANCET den Planeten verlassen hat. Wenig später erreicht ein unbekanntes kleines Raumschiff den Planeten und verschwindet wieder. Dann kehrt glücklicherweise die LANCET zurück. Wurgh ist bereit, mit an Bord zu gehen und zu Rools Stadt zu fliegen. Unterwegs orten sie einen jupitergroßen Methanplaneten.

Rool ist zur Zusammenarbeit bereit, aber damit der Projektor eingesetzt werden kann, muss Wurgh seinen Körper aufgeben und mit Rool physisch verschmelzen. Tatsächlich gelingt es Wurgh, Kontakt mit einem sehr fremdartigen Wesen aufzunehmen, das sich der Sucher nennt. Der Sucher ist bereit, die Gefangenen wieder freizulassen, er hatte bisher gar nicht realisiert, dass es sich um intelligente Wesen handelt, und bereist wie Tausende seiner Spezies permanent das Universum auf der Suche nach interessanten Objekten.

Dann ergibt sich das Problem, dass Rool dringend Nahrung braucht, denn die Benutzung des Therapie-Projektors ist sehr anstrengend. Als Nahrung wäre Methan geeignet. Also fliegt die LANCET den Methanplaneten an, wird aber mit einer Ultraschallwaffe angegriffen, und nur Bens robotische Natur rettet die Terraner. Das Schiff flieht nach Thuta. Dort geht Ben in Wurghs Haus und erzeugt mit Hilfe des Androind-Projektors von sich auf der Methanwelt einen Androind. Die Methanwelt ist besiedelt, der Androind wird mehrfach zerstört, aber er erzeugt sich immer wieder neu, bis schließlich Kontakt zu der lokalen Rasse, die sich Uum nennt, hergestellt werden kann. Es handelt sich um linsenartige, sehr fremdartige, sich überlegen dünkende Wesen, die aber sofort bereit sind, einen »Linearkanal« – eine Art Situationstransmitter – zu schalten und Methan zu Rool zu liefern.

Noch einmal verschmelzen alle Crewmitglieder mit Rool und Wurgh zu einer geistigen Einheit und kontaktieren den Sucher. Sie überzeugen ihn, dass sie ebenfalls Sucher sind und wieder in ihre Heimat zurückgebracht werden möchten. Der Sucher ist einverstanden und will den Rückflug antreten, der etwa 30 Tage dauern wird.

Dann treten plötzlich höherdimensionale Störungen auf, die von der Methanwelt ausgehen: Eine nochmalige Erkundung zeigt, dass der Planet verlassen ist. Offenbar haben die Uum den Planeten dank ihrer hochentwickelten Technik verlassen.
Die Rückreise geht weiter.

Anmerkung:
Die Handlung wird in PR-TB 27 »Ein Teil der Ewigkeit« fortgesetzt.Dieses wird naturgemäß auch besprochen (nächste Woche).    

Die Fischer des UniversumsKritik:
Für das Perryversum selbst spielt die Handlung in diesem Doppelband wirklich keine Rolle, aber HGE ist in seinem Element. Er kann hier seine bizarre Phatasie spielen lassen und erfindet mit den Fischern  des Universums hier eine höherdimensionale Art von Suchern, die den Urgrund des Seins absucht und sich Proben und Objekte einfischt, etwa Planeten, Raumschiffe etc., also das klassische Viereruniversum, im PR-Jargon „Einstein-Raum“ genannt, wird durchkämmt und es werden hie und da Proben genommen.Das funktioniert natürlich nur, solange die Technologie der Proben den Schutzschirm des Suchers nicht auflösen kann.

Die Terraner sind bei aller Findigkeit noch nicht so weit und so werden sie erst einmal mit auf die intergalaktische Odyssee genommen. HGE gelingt es hier, mit der Raumstadt und auch den anderen, im Laufe der Gescgichte auftauchenden intergalaktischen Wesen eine wirklich gute Gruppe von Lebewesen zu erzeugen, die auch in der Lage ist, zusammenzuarbeiten, um den Sucher zu informieren, dass er ethisch falsch handelt und um ihm dann auch bei der Bedrohung zu helfen, die gegen ihn gerichtet ist.Wie einfach ist doch auch die Aussage der UUM:“Wir sind das UUM, alles andere  ist das O-UUM!“Simpel gestrickt, diese Aussage, nicht wahr? Dennoch sind auch die UUM     höherdimensionmal angesiedelt und von recht hoher  Ethik.In diesem Doppelband kann HGE wirklich seine Phantasie ausspinnen und erzeugt so zwei kurzweilige SF-Romane, die auf der  Science-Fictionebene sehr gut funktionieren.

Zwischen die Haupthandlung ist eine Nebengeschichte geschoben, die Liebesstory von Bhugol und der neuen Biologin,die wirklich komisch in ihren Missverständnissen herüberkommt. Wie verkrampft (zumindest in Romanen) erwachsene Menschen doch manchmal im Umgang miteinander sein können.Auf diese zwischenmenschliche Problematik kann der Autor wohl nicht verzichten, wenn ich dies auch als überflüssig empfinde. Das ging mir eigentlich schon damals so, beim ersten Lesen und dieser Eindruck hat sich nicht verändert.Aber zurück zur Haupthandlung: diese ist gut beschrieben und die intergalaktische Zusammenarbeit der Völker zeigt Früchte, von den Terranern unter Bhugol  tatkräftig beflügelt.Den zweiten Band, der nächste Woche besprochen wird, finde ich dann sogar noch etwas besser, weil, soviel sei vorausgenommen, die Terraner in die fremde, höhere Dimension des Suchers eindringen, die Beschreibungen interdimensionaler und somit noch bizarrer werden im sinne guter SF und auch Perry Rhodan selbst noch eine Rolle spielen wird (oder zwei?).

Jedenfalls ist Horst Gehrmann mit diesem Doppelband ein wirklich großer Wurf gelungen, die SF in ihren besten Zügen zu zeigen. Beide Bände sind daher auch heute noch gut lesbar, wenn man die allzu persönlichen Sachen überblättert und sich auf die Haupthandlung, also die reine SF, konzentriert.

Die Fischer des UniversumsDie Fischer des Universums
Perry Rhodan Planetenromane Bd. 13
von H. G. Ewers
Titelbild von Johnny Bruck
(5. Auflage) Alfred Kelsner
Zaubermond Ausgabe: Arndt Drechsler
Erscheinung: 1966

Handlungszeitraum: 2114
Handlungsort: Mlchstraße
Untertitel:
Keine Welt, kein Raumschiff ist vor ihnen sicher, wenn sie ihre unsichtbaren Netze durch den Kosmos spannen ...

(5.Auflage)
Sie spannen unsichtbare Netze – und diese ziehen sich durch den Kosmos

© 2021 by H. Döring

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