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Hans Kneifel: Das Gesetz der gläsernen Vögel - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 20

1Hans Kneifel: Das Gesetz der gläsernen Vögel
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 20

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Das Gesetz der gläsernen VögelHandlung:
Tharc Aulaire war circa im 20. Jahrhundert ein sehr erfolgreicher arkonidischer Raumpirat. Jetzt, im Jahre 2340, ist sein Nachfahre Tharc Yser, wie die meisten Arkoniden, degeneriert und den Fiktivspielen verfallen. Robert Kara-Neville, ein junger terranischer Psychologe, wird bei Forschungen auf die Familie Tharc aufmerksam. Er vermutet, dass Tharc Aulaire einen großen Teil seiner Beute für einen Langzeitplan verwendet hat, der die arkonidische Degeneration aufhalten soll. Er manipuliert die Neu-Arkonidin Mart Keenra, die mit Yser befreundet ist, und erreicht, dass sie zusammen mit Yser die Katakomben seines Trichterhauses aufsucht. Dort aktiviert ein von Aulaire hinterlassener Armreif eine Geheimschaltung. Eine Stimme spricht zu den beiden und fordert sie auf, Ausrüstung zusammenzustellen und einen Transmitter zu benutzen, um das Erbe Aulaires zu suchen. Beide folgen den Anweisungen.

Yser und Keenra erreichen den Planeten Glynth in M 13. Dort erwartet sie eine relativ einfache Zivilisation von Arkonidenabkömmlingen. Die Männer leben primär als Jäger. Yser und Keenra erfahren, dass sie sich bewähren und einen bestimmten Ort erreichen müssen. Nach Anfangsproblemen, denn Yser ist ziemlich verweichlicht, gelingt es den beiden, Cavans genannte Reittiere zu zähmen, und sie brechen zu einer langen Reise auf. Weiterhin müssen sie erkennen, dass gläserne Robotvögel auf Glynth alle Aktivitäten kontrollieren. Verstöße gegen die Regeln, die Aulaire aufgestellt hat, werden mit Elektroschocks oder schlimmer bestraft. So zerstören die Vögel sofort die mitgebrachten Funkgeräte. Umgekehrt wehren sie aber auch einen nächtlichen Raubtierangriff ab.

Während Yser und Keenra auf Glynth unterwegs sind, fliegt Robert Kara-Nevilles Schwester, Alexandra Kara-MacLeod, die auf dem Raumschiff CUTTY SARK der Terranischen Transstellaren Linie als Chefstewardess arbeitet, zur Erde. Sie nimmt Kontakt mit Nome Tschato auf und kann diesen zu einer Expedition nach Glynth überreden. Tschato holt sich von Julian Tifflor eine Genehmigung, dann fliegt er als Urlauber zusammen mit Walt Heintman, Waso Netronow und Capa Cronell in der Space-Jet CHEETAH III mit Alexandra ab. Alexandra und Nome Tschato kommen sich näher.

Yser und Keenra kommen in Kontakt mit den auf Glynth lebenden Menschen, in diesem Fall einer Gruppe, deren Anführer ein alter Jäger namens Thoogr ist. Da sie offenbar unter dem Schutz der Glasvögel stehen, werden die Besucher gastfreundlich aufgenommen. Sie erfahren, dass die Vögel alle Gesetze kontrollieren. So ist es verboten, Funkgeräte oder ähnlich fortgeschrittene Technologie zu entwickeln, aber Schwarzpulverwaffen und Motorfahrzeuge sind zugelassen. Die Vögel haben auch schon Frauen getötet, die unheilbar krank waren und heiraten wollten, und sie achten darauf, dass ein Mann eine unfruchtbare Frau verstößt. Yser und Keenra beschließen, die Zentrale der Glasvögel zu suchen, obwohl sie gewarnt werden, dass noch nie jemand von dort zurückgekehrt ist.

Tschato und seine Crew entdecken den Planeten Glynth und landen in dem Dorf, wo sich Yser und Keenra befinden. Erst sind die Einwohner feindselig, doch als sie erkennen, dass die Vögel offenbar nichts gegen die Besucher haben, werden diese freundlich aufgenommen. Es wird eine gemeinsame Expedition in die Positronikzentrale beschlossen, die auf einem hohen Berggipfel liegt. Tschato, Yser und Capa Cronell, der sich als erfahrener Bergsteiger erweist, erreichen die Zentrale, müssen aber gegen den Widerstand der Glasvögel vorgehen. Da diese die Energieschutzschirme der Raumanzüge nicht durchdringen können, gelingt es aber recht problemlos, in die Zentrale zu kommen.

Eine Stimme, die wohl die von Tharc Aulaire ist, begrüßt Tharc Yser als Erben. Es leben wohl zwei Millionen aktive Arkoniden auf Glynth, und Yser bekommt volle Entscheidungsgewalt, solange er nicht gegen die Grundprinzipien Aulaires verstößt. Gemeinsam mit Keenra, die seine Gefährtin geworden ist, will Yser zukünftig von Glynth aus an Arkons Wiedergeburt arbeiten.

Eine entsprechende Information geht an Atlan, der seine uneingeschränkte Hilfe anbietet und vor allem Tschato und Robert Kara-Neville für ihren Einsatz zugunsten seines Volkes dankt.

Das Gesetz der gläsernen VögelKritik:
Ein typischer Hans-Kneifel-Roman mit einem durchaus spannenden Thema für damals. Kneifel nimmt sich der Tatsache an, dass die Arkoniden des Großen Imperiums von Tantur Lok, dem Kugelsternhaufen M13 bzw. des Arkon-Systems selbst total verblödet und degeneriert sind und nur noch ihren Fiktivspielen frönen.Zwar war bereits im Heftband 81 (Clark Darlton:Raumschiff der Ahnen) noch im Jahre 2044 ein Haufen alter, nichtkaputter Arkoniden gefunden worden, doch waren das nicht sehr viele. Dennoch gelang es Atlan als Imperator Gonozal VIII. wohl, sie erfolgreich ins Imperium zu integrieren. Viel nützte das aber auch nicht, denn er dankte ja später dennoch ab und die paar Hansels konnten das marode Imperium, wenn sie auch antik frisch waren, auch nicht mehr retten.Hier treten zum erstenmal die „Neu-Arkoniden“ auf, die als solche gezählt werden, also keine Zaliter etc.

Kneifel benutzt mit Tschato hier eine Heftfigur von Voltz, die bein WiVo nur einige Male im Heft vorkam, allerdings auch in einigen Taschenbüchern. Kneifel legt den Roman von Anfang an mehrschichtig an, zeigt die Probleme eines jungen Arkoniden, wie ein terranischer Psychologe eingreift und auch Nome Tschato mit einbezogen wird. Hier wird das Geschehen um Tarc Aulaire, den Piraten und die gläsernen Vögel, die nur harte Arkon-Völker  auf dem Planeten des Piraten erziehen wollen, ohne höhere Erfindungen, akkurat geschildert.Eigentlich haben ja zu diesem Zeitpunkt weder Terra noch Atlan, der inzwischen  Lordadmiral der USO ist, mit den Arkoniden noch irgendetwas zu tun, da das Vereinte Imperium bereits aufgelöst ist und die Geschichte wohl nach den Blueskriegen spielt (2327-2328).Hier aber ist 2340.Aber so ganz kann sich ein Terraner natürlich der Verantwortung auch für andere galaktische Völker, insbesondere die Arkoniden, nicht entziehen.Schließlich verdankt man denen eine ganze Menge (Crest/Thora/Atlan).Daher erforscht Tschato den fremden Planeten und entdeckt so die hart und einfach lebenden Neu-Arkoniden, die durch das Gesetz der Glasvögel so herangezüchtet werden, wie Aulaire sich das dachte.Ob diese gesamt gesehen, geringe Menge an Volk genügt für eine Blutauffrischung aller Arkoniden, wird im Band nicht explizit gesagt.

Aber auch 500 Millionen Neuarkoniden sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Na, egal. Die Story ist gut und spannend erzählt. Nach Logik fragen wir hier eher nicht. Immerhin könnten diese neuen Arkoniden zumindest nach einiger Ausbildung, die Spitzenpositionen einnehmen.Fragt sich nur, wer das alles steuern soll. Atlan und die USO kommen ja eher nicht in Frage, wenn sie auch sicher ein Auge auf der Situation behalten werden.  Bleibt nur Tharc Yser, der alte, neue Arkonide, der hier eine große Aufgabe vor sich hat und endlich erwachsen werden kann.Alles in allem ein ganz gut geschriebenes Buch mit vielen Facetten als Entwicklungs-und Entdeckerroman.

Kann auch heute noch gelesen werden für die, die mit dem Stil von HK zurecht kommen.

Das Gesetz der gläsernen VögelDas Gesetz der gläsernen Vögel
Perry Rhodan Planetenroane Bd. 20
von Hans Kneifel
Titelbild von Johnny Bruck
(5. Auflage) Alfred Kelsner
Erscheinung: 1966
Handlungszeitraum: 2340 - 2341
Handlungsort: Glynth
Untertitel:
Tharc Aulaire, der Pirat, gibt den Arkoniden eine neue Chance – doch seine Gesetze sind hart.

(5.Auflage)
Tharc Aulaire ist ein Pirat – aber er will Arkons Niedergang stoppen

© 2021 by H. Döring

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