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Taschenbücher im Perryversum - Über Planetenromane (0) – Eine Sypnosis

1Taschenbücher im Perryversum
Über Planetenromane (0) – Eine Synopsis

Da ich demnächst  hier im Zauberspiegel eine intensive Reihe mit Rezensionen und deren Veröffentlichungen spezieller Perry-Rhodan-Planenetenromane (im Folgenden immer PLR genannt)  beginnen möchte, will ich mit einem allgemeinen Überlick beginnen, einer kleinen Synopsis.

Also, schon in den sechziger Jahren (1964) kamen  die PLR begleitend zur Hauptserie in den Handel.

Hier konnten die Autoren sich austoben und Themen, die in der Serienhandlung zu kurz kamen, intensiver herausarbeiten oder sich ganz anderen, eigenständig erfundenen Phantasien im Perryversum widmen.Es gab sicher einige Flops dabei – aber den großen Teil empfand ich als durchaus phantasievolle, manchmal sogar herausragende SF, die der angloamerikanischen Science Fiction, die damals neben dem Perry meine Hauptleseliteratur war, in nichts nachstand.

Es begann bereits mit Band 1: „Planet der Mock“, von Clark Darlton. Obwohl ich die Schreibe von Walter Ernsting, sein bürgerlicher Name, nie besonders mochte, versuchte ich immer, so objektiv wie möglich in meinen Beurteilungen zu sein. Hier legte er einen Roman vor, der ein typisches Missverständnis zwischen zwei galaktischen Kulturen aufzeigt, die über extrem, verschiedene Körpergrößen  und -Formen verfügen, obwohl beide intelligent. Eine Kommunikation kommt nicht zustande. Erstaunlich tiefgründig für einen CD-Roman und eine würdige Nummer Eins, wie ich finde. Der Auftakt war gelungen.Den zweiten Band legte dann Kurt Mahr nach mit „Der große Denker von Gol“. Hier nimmt er ein Thema wieder auf, dass er in Band 16 der Hauptserie begonnen hatte, als das Thema noch die Suche nach der Unsterblichkeit für Perry war, mit dem kosmischen Rätsel, dass ES ihm auferlegte.Hier legte Mahr eine spannende, gut erklärte und logisch entwickelte Story vor, die offene Fragen aus der Heftserie erklärte.Bei Mahr ist naturgemäß aufgrund seiner Biographie als Physiker fast alles in seinen früheren  Erzählungen naturwissenschaftlich herhol - und erklärbar.Rational und begründet.Hier geht es eben um einen riesigen, planrtaren Supercomputer, dessen Gedanken sich energetisch im Normalraum als Energieschemen manifestieren.

Als Autoren fungieren die frühen Perryschreiber  der Heftserie auch in den Taschenbüchern. Mit einer Ausnahme: K.H. Scheer. Von ihm gibt es nicht ein einziges Buch in den PLRn. Das liegt wohl daran, dass er mit den Exposés von  PR und seinen eigenen Heften, mit zbV und mit dem Schreiben und der Herausgabe bzw. Nachkorrtektur seiner eigenen, vor Rhodan  unabhängigen SF-Romane, zu sehr beschäftigt war.

Auch Kurt Brand, welcher der Heftserie bis zu Band 208 („Die blauen Herrscher“) angehörte, lieferte nur wenige Beiträge zu Beginn der PLR-Reihe, genauer: Nur ein Buch gleich zum Anfang der Serie. Dafür tauchte mit dem bei PR damals noch nicht aktiven Hans Kneifel bald ein Autor in den Taschenbüchern auf, der die PLR-Reihe wesentlich mitprägen sollte: zuerst durch gut im Perryversum angelegte, phantasievoll entwickelte Einzelromane mit oft angebrochenen Helden voller Unruhe, Krankheit oder Selbstmitleid. Mitunter reichte es auch zu einer inhaltlichen Fortsetzung oder zu einem Doppelband.Später brachte er die sogenannten Atlan-Zeitabenteuer ein, wobei er den Arkoniden die ganze historische Skala vom alten Babylonien und Ägypten bis kurz vor Perrys Abflug mit der STARDUST zum Mond absolvieren ließ.

Ansonsten lieferte Willi Voltz ebenso reichhaltige Beiträge wie auch H.G. Ewers, der seine wirklich überbordende Phantasie, die in den Heften  naturgemäß in der Sache nur allzuoft eingebremst war, hier reichlich elaborierte.Er lieferte dabei Bücher ab, die wirklich dem Begriff der Phantastik voll genügten.Darlton streute ab und zu einen Roman ein (etwa über Ernst Ellert), dessen erste Bücher sogar erstaunlich originell waren (etwa Band 17:“Der Flug der Millionäre“). Ansonsten wurde die Serie der PLR von den eben genannten Autoren geprägt, bis mit Ernst Vlcek ein wirklich origineller Mensch als Schriftsteller auftrat, dessen Ideen vor lauter Einbildungskraft nur so sprühten. Nahm er sich zuerst vor allem des jungen Michael Rhodan an und erzählte, wie er zu Roi Danton wurde, so befasste er sich bald mit eigenen, kraftvollen Ideen:(„Der Untergang des Solaren Imperiums“ oder „Der endlose Alptraum“).

Die ersten hundert Bücher waren oft erstaunlich ausgefallen, voller Phantasie und beleuchteten Aspekte, also Nebenschauplätze des Perryversums, die in der Hauptserie zu kurz kommen mussten. Dadurch wurde die Erstauflage aber inhaltlich unterfüttert, das ganze Perryversum kompakter, dichter und konkreter in seiner tatsächlichen Ausgestaltung.

Auch wenige Bände unbekannterer Autoren erschienen (H.J. Frey, Klaus Fischer). Später übernahmen auch die Autoren, die erst im Laufe der Zeit eingestigen waren, PLR, etwa Terrid, Griese, Francis, der sich etwa des jungen Tekener als USO-Agent annahm, nachdem er dessen Beschreibungen von Ewers aus dem USO-Zyklus der Atlanserie übernommen hatte. Oder Feldhoff mit seinen eher dystopischen Geschichten.Selbstverständlich lieferten auch Haensel,Ziegler, Ellmer und Castor Beiträge ab.

Ich selbst finde allerdings die ersten hundert PLR am originellsten. Später flachten die Ideen ab, wie ich finde und die Einbindungen wurden  kommerzieller und die Themen langweiliger.(Von Castors dichter Trilogie um das Temur-Fünfeck abgesehen,die ich sehr mag).Rein subjektiv, aber die zweite Garde der Autoren brachte nicht mehr die wirklich sprühenden Ideen der ersten hundert Bände ein.Jedenfalls liefen die PLR über die Zeit hinweg bis über 400 Bände erschienen waren,wobei sie mehrmals die Verlage  wechselten.Von Pabel/Moewig über Heyne bis zu Burgschmiet.  Dann wurden sie leider eingestellt.Obwohl der PMV später keinen Buchverlag mehr besaß, wurden sie, vor einigen Jahren teilweise neu aufgelegt. Zuerst einzeln mit seltsamem, merkwürdigem  Layout, dann in nicht immer glücklichen Zusammenstellungen als Zweierband, aber oft mit tollen Titelbildern und einem klugen, kundigen  Nachwort von Dr. Rainer Nagel, der mit  seiner fundierten Fachkenntnis die Autoren und den Inhalt immer kurz kommentierte.

Demnächst also will ich hier einige Rezensionen speziell ausgewählter PLR vorstellen. Eine Liste wird noch folgen. Ich werde nicht jeden Einzelband rezensieren, mich aber auf die wichtigsten Bücher der ersten hundert PLR beschränken, wobei ich die Atlan-Zeitromane  von Hans Kneifel auslasse, da sie eigentlich eine eigene Untersuchung verdient haben.Ansonsten untersuche ich die Reihe nach meinem eigenen Lesevergnügen.Einige Bände werden über der ersten Hundert liegen, weil es durchaus auch hier noch phantasievolle Geschichten zu erzählen gab, insbesondere Rainer Castors Trilogie.Auslassen werde ich neben den Atlan-Zeitabenteuern von Kneifel auch nichtssagende Gucky-Romane von Darlton und die meisten Romane von HGE über Raumkapitän Nelson sowie Vlceks Klackton. Aber erwähnt mit mindestens einem Band werden sie alle.

© 2020 by H. Döring

Kommentare  

#16 Larandil 2020-10-08 12:36
zitiere Robert Martschinke:
Naja. Nach Peter kamen 300 Jahre zaristischer Terror- und Gewaltherrschaft durch die Romanowsippe, die erst mit der Oktoberrevolution ihr wohlverdientes und längst überfälliges Ende fand. Im Perryversum war, ist und bleibt die klassenlose Gesellschaft - trotz allen technischen Fortschritts - eine Utopie. Da waren die Bolschewiki vor hundert Jahren schon mal weiter...

Auf Exota Alpha wird's jedenfalls erst mal 140 Jahre unter der Oberherrschaft der Laren und Überschweren geben - und danach dann die GAVÖK oder die LFT.
Und die Bolschewiki haben ja letzten Endes den Blut- durch den Parteiadel ersetzt, nicht wahr?
de.wikipedia.org/wiki/Nomenklatura
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#17 Robert Martschinke 2020-10-09 21:50
Dass der Stalinismus mehr oder weniger eine Pervertierung des Marxismus-Leninismus darstellt, steht außer Frage, selbst unter den Bedingungen eines jahrzehntelangen "kalten" Weltkriegs, der sich militärisch auf Stellvertreterkriege beschränkte und aus "westlicher" Sicht primär auf die ökonomische Vernichtung der UdSSR und der dort lebenden Menschen abzielte. Indes: Auch die (parlamentarische) Demokratie ist anfangs übel gescheitert. (1789 endete in der Zweiten Republik; Weimar im Dritten Reich.) (Über die existierenden Pervertierungen des demokratischen Konzepts, nicht zuletzt hierzulande, gehe ich hier mal hinweg.) Historisch betrachtet hat Perry mit seiner "Dritten Macht" auf jeden Fall nichts revolutioniert; er dient allenfalls dazu, den Imperialismus als ur-menschlichen Charakterzug zu verbrämen und zu idealisieren. Schade eigentlich; Chance verpasst. Aber die Ur-Autoren waren wohl auch alle ehemalige Wehrmacht ...
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