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Keine Superintelligenz aber eine Materiesenke - Bemerkungen zum aktuellen Zyklus

1Keine Superintelligenz aber eine Materiesenke
Bemerkungen zum aktuellen Zyklus

Zuförderst eine Korrektur. Natürlich spielt auch eine SI in  der periodisch aktuellen Handlung mit, aber die ist passiv, weil eingesperrt in einer Art hyperdimensionalem Gefängnis.

Dafür hat  man die Latte diesmal mal wieder etwas höher gelegt.Eine Materiesenke tritt auf. Dass die Erde wie ein Jojo an der Schnur wieder einmal verschwunden ist, ist ja hinlänglich bekannt. Nichts Neues unter Sol.

Der Zyklus ist ja fast zur Hälfte herum; das hat sich also auch bereits bei den Peripheren herumgesprochen, die als Nicht-oder ehemalige Leser nur so das Ohr an der Zyklushandlung haben, Spoilerleser etwa.

Hier also nun einige konkrete Bemerkungen zum laufenden Zyklus; nicht, wie sonst von mir gewohnt, allgemeine Ansätze und Reflektionen über die Grundlagen der Serie.

Lange blieb man als Leser im Dunklen, was da nun wirklich an Hintergrund kommt, die kosmischen Handlungen waren zwar klar konturiert, aber die eigentlichen Motive von Cairanern und andetren Völkern blieben lange im Unklaren; der Zyklus dehnte sich, wollte nicht handlungstechnisch wirklich voranschreiten. Dann lüfteten die Expokraten das Geheimnis um den Zylinderhut und zogen den kosmischen Konflikt, die multiuniverselle Fehde zwischen den Guten und den Bösen wieder hervor. Voilà, das weiße Kaninchen war da, herausgezogen aus den ersten dreißig Heften des Zylinders, in denen nicht wirklich etwas passierte und das große Gähnen bereits die große Leere kosmisch zu ersetzen drohte.Galaxien in Form von drei Fragezeichen schienen sich beim Leser im Kopf verdichten zu wollen … doch dann kam doch endlich die Klärung der Vorfälle.Hurra! Nun weiß man auch als Leser mehr! Eine  Materiesenke will Kalif werden … nicht anstelle sondern zusätzlich zu den anderen Chaotarch-Kalifen. Da sei doch Isnogud vor …

Jedenfalls liegt nun Klarheit in der Handlung vor, wenn der Leeser auch in meiner unwerten Person enttäuscht ist über die ewiggleichen Themenwahlen; hatte der langre Verzögerungsvorlauf doch höhere Erewartungen an die Phanatsie geweckt, als dann eingehalten wurde … und ich als Leser wieder auf dem Boden der kosmischen Tiefe landete.Die Beschränktheit des Faktischen in der Variation als ästhetische Aufgabe … so könnte Adorno den laufenden Zyklus titulieren (und natürlich nicht nur den, doch dürfte er kaum Perry Rhodan gelesen haben ;-)).

Jedenfalls liegt nun Klarheit in der Handlung vor. Eine  von Perry als bäsartig einzustufende Kosmische Über-Entität hat eine andere, nämlich eine SI, die VECU, eingesperrt und deren Mächtigkeitsballung gekapert, um sich selbst eine Ebene in der Evolution höher zu schwingen.Eine Kosmokratin, die aber momentan nix tut, weil sie ja andere Zeitwahrnehmungen hat, spielt auch noch eine Rolle am Rande.Selbst eine Spur der Erde ist von den Perrynauten wieder entdeckt worden. Das ist ein großer, quantitativ weiter Entwurf, der trotz seiner in der Phantastik beschränkten Möglichkeiten da ausgebreitet wird; das ist endlich wieder ganz großes Kino im Kopf des Lesers (nachdem dieser, also ich, seine Enttäuschung über die Begrenztheit des Entwurfes überwunden hatte, denn irgendwie hatte man nach dem langen Vorlauf doch qualitativ mehr erwartet.Aber der Berg kreißt und gebiert eben nur einen sich wiederholenden kosmischen Mausbiber).Immerhin sind viele gute, phantasievolle Einzelbände dabei; die wenigen Hefte, die wir nicht „Füllbände“ nennen, seien davon ausgenommen.

Das entschädigt doch für eine so langsame Rätselentwicklung der ersten dreißig Hefte, die nun endlich halbwegs offen daliegt und in ihrer Grundsituation geklärt erscheint. Nun kann es sich abspielen! Jetzt kann die Handlung forciert werden.Wird Terra wieder auftauchen, und wenn ja, wann und wie? Das ist ja hier letztlich der große Impetus, der Perry als Möhre handlungstechnisch erzählend vor der Nase hängt.Was Bully verschlampt, muss Perry eben wiederfinden.Aber wir wollen nicht auf Chaoten-Bill (uups, Tippfehler: Bull natürlich, Chaoten-Bill gehörte zu Harry Harrison), also auf dem chaotarchisch geprägten ZAC von Bully herumreiten, der diesen immerhin noch nicht in Verwirrung gestürzt hatte.

Bull also ist (momentan) nicht zur dunklen Seite übergelaufen wie weiland im APHILIE-Zyklus, bevor er gerettet werden konnte.Er hat sich sogar recht achtbar geschlagen in den Chaoswirren der letzten fünfhundert Jahre, trotz Datensintflut und allgemeinem Positronik-Tohuwabohu.Bull ist eben ein guter Stewart, ein guter Verwalter; einer, der die Dinge konsolidiert und auf den König (in Gondor=Terra) wartet, bis der zupackende Perry wieder auftaucht und gleich das anpackt, wofür Bully fünfhundert Jahre lang keine Zeit hatte.“Das muss warten; lass` das `mal den Perry machen, wenn er wieder da ist!Ich verwalte inzwischen die LFG.“

Der arme Reginald hatte es auch so schwer genug. Nun aber ist Perry hopplafrisch zurück von der Spritztour nach Wanderer, denn der Weltenbrand ist lange gelöscht und trotz einer notwendig gewordenen Neuorientierung, die er recht schnell hinbekommt, ist er wieder der vorwärts stürmende Rhodan, der die Geheimnisse der Gegner und Feinde entschlüsselt und sie am Kragen packt.Ob das Ergebnis am Ende des Zyklus den Leser, also mich, zufriedenstellen wird, kann man natürlich jetzt noch nicht sagen.Ob die Cairaner und Konsorten wieder abziehen werden oder die Sozialsysteme der  hiesige Galaxie mit noch mehr hungernden, fremdkulturellen Flüchtlingen füllen werden … das ist noch nicht abzusehen.Ob es ein Ende geben wird mit klarer Kante, ob der Zyklus fließend in den nächsten übergehen wird, ob eindeutige Ergebnisse oder nur faule Kompromisse erzielt werden … das ist bis jetzt ein Geheimnis  der Expotaten. Als Leser muss man ja nehmen, was kommt (oder aufhören zu lesen) … und nicht immer gefällt das … aber hoffentlich immer öfter.Seien wir guten Mutes ...

© 2019 by H. Döring

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