Außerirdische Seesterne
Ein Beitrag von Bright Angel
Außerirdische Seesterne
Nach einer Idee meines Sohnes
Auf dem Planeten Gamma-3, so bezeichneten ihre Bewohner ihn, in einer der Nachbargalaxien des irdischen Sonnensystems, lebten radialsymmetrische Wesen, die ähnlich wie die Seesterne der Erde aussahen. Als radialsymmetrisch wird ein Objekt bezeichnet, das um einen Mittelpunkt herum angeordnet ist. Egal, in welcher Achse man das Objekt durchschneidet, ergibt sich stets ein gleiches Abbild. Bei Seesternen ist das der Fall. Die außerirdischen Seesterne, die sich selbst „Bewohner des blauen Lichts“ nannten, kannten keine geraden Strukturen, keinen rechten Winkel. Bei ihnen war alles rund angeordnet.
Als sie bereits sehr hoch entwickelt waren, gelang es ihnen, die Voyager-2-Sonde mit der kupfernen vergoldeten Datenplatte, die einen Umfang von dreißig Zentimetern aufwies, einzufangen, welche Informationen von der Erde für Außerirdische wie sie beinhalteten. Sie waren sehr irritiert von den Linien auf der Gebrauchsinformation der Datenplatte. Das machte ihnen Angst, da ihnen Linien unbekannt waren. Es bestand ein hohes Verletzungsrisiko, würden sie auf diese fremden Wesen treffen, die sich „Menschen“ nannten. Diese wussten etwas, was sie nicht wussten.
Beziehungsweise hatten gewusst, denn die Voyager-Sonden waren im Jahr 1977 gestartet, die außerirdischen Seesterne lebten in ihrem Jahr 202 429, was dem irdischen Jahr 134 211 entsprach. Aufgrund der Selbstbeschreibung der Menschen, wenn man „eins und eins zusammenzählte“, haben sie sich bestimmt längst ausgerottet. Deshalb wären keine Verteidigungsmaßnahmen der Bewohner des blauen Lichts vonnöten, und sie konnten wieder ruhig schlafen.

(Foto: Der Seestern von Bright Angel)
Bright Angel (Pseudonym) wurde Mitte der 1960er Jahre in Kärnten geboren. Er ist ein unsteter Geist und ein rollender Stein. Er schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele und fotografiert. Er veröffentlichte Texte und Fotos in Zeitschriften und Anthologien und bei „Erozuna“, „Zukunftia“, „Gangway“, „zugetextet.com“, „Zauberspiegel“ und dem „Verein Fit for Life“ im Internet.
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