Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Von wegen Frösche - Frogs (Die Frösche)

Frogs (Die Frösche)Von wegen Frösche
Frogs (Die Frösche)

Ein alternder, tyrannischer Familienpatriach will im Kreis seiner Familie seinen Geburtstag feiern. Die Feier soll in einem Anwesen mitten in den Sümpfen Floridas stattfinden.

Alle Anwesenden sind nicht gerade begeistert. Nachdem der Millionär alles Lebende im Umkreis hat vergiften wollen, weil ihn die Frösche nerven, greifen die Tiere des Sumpfs die Gesellschaft an.

PsychoFrösche, Schlangen, Spinnen, Echsen, Krokodile und andere Reptilien machen den meisten Gästen den Garaus. Nur wenigen gelingt am Ende die Flucht...

Der Film ist einer jener Tier-Horror-Filme, der zu einer ganzen Welle gehört, die aber zum Zeitpunkt seines Einstehens bereits wieder am abebben war. Manch einer bezeichnete den Film als Öko-Thriller, da hier das Element der Umweltverschmutzung vorkommt und in den wild gewordenen Reptilien die Rache der Natur gemutmaßt wird.

Unter den Kennern des Genres wird der Film heutzutage etwas verschmäht. Das hat Gründe, denn er ist ohne Zweifel nicht mehr auf Höhe der Zeit und hat auch nur sehr bedingt noch das Zeug zu einem Klassiker. Vielleicht mögen Kindheitserinnerungen und Nostalgie-Bonus dazu beitragen, dass der Film noch seine Freunde hat, denn viele haben den Streifen erstmals in den frühen 80ern im TV gesehen - eventuell im neu gegründeten Privatfernsehen zu später Stunde. Und in aller Regel bekam man nur eine abgespeckte 80-Minuten-Version zu sehen. Doch der Reihe nach.

Versuch einer Wertung
Gedreht wurden die meisten Szenen im Eden-Nationalpark in Florida. Der Film bietet einige für seine Zeit nicht untypischen aber auch schon arg veraltete Ekel- und Horrorszenen mit Trashfaktor. Die Tötungsszenen durch Krokodile, Spinnen und Schlangen werden nur angedeutet. Es gibt auch ziemlich langatmige Passagen, die Zeit benötigen bis sie in Gang kommen. Dazu gibt es eine recht passende Musik, die aber mitunter auch nervig wirkt, da sie nur allzu oft zum Einsatz kommt. Im groben reiht sich der Film meines Erachtens nach gut in die Genrevertreter jener Zeit ein. Jedenfalls kann er noch locker mit Filmen wie "Piranhas" (1978), "King Kobra" (1980) oder "Die Meute"(1977) mithalten.

Wie die Menschen hier zu Tode kommen und wie die Tiere angreifen ist allerdings höchst schlecht gemacht. Sie fallen meist einfach hin, schießen sich ins Bein oder laufen blindlings in den Dschungelartigen Wald um dann von dem Getier angefallen zu werden. Leicht hätten sie sich aus dieser Situation befreien können oder einfach aufstehen können. Aber gut, das fällt unter Trash und wird dann mal akzeptiert.

Die handelnden Personen der Familie Crockett werden alle ausführlich eingeführt mit ihren Eigenarten, aber nur um kurz darauf zu sterben. Es geht dann auch schnell Schlag auf Schlag. Einige Opfer sind sogar unnötig und dienten nur der Dramaturgie, die aber zu dem Zeitpunkt längst auf dem Höhepunkt war. Der Angriff der Vögel auf die Dienerschaft am Ende war allzu sehr aufgesetzt und auch dem Akteur Clint hätte man eine eigene Geschichte gönnen können, indem er sich aus dem Staub macht und gerettet wird. Doch auch er wird es nicht schaffen.

Einzig der zufällig anwesende Fotograf Pickett Smith und die hübsche Crockett-Tochter samt zweier Kinder schaffen es schließlich an die Landstraße des Festlandes, während sich der alte Patriarch Crockett ganz den Fröschen hingibt.

PsychoDarsteller
Das gute an dem Film sind die doch zu 99% gut gemachten Schnitte, die nur einmal nicht so recht überzeugen. Auch die drei Hauptdarsteller retten den Film über weite Strecken. Zum einen Sam Elliot, der bereits durch die Fernsehserie "Kobra übernehmen Sie" bekannt war. Ihm zur Seite steht Joan van Ark, die hier zwar ihr Debüt im Spielfilm hatte, aber später bekannt wurde in unzähligen Serien. Alt-Star Ray Milland, der im Phantastik-Genre eigentlich schon seit Jahren zuhause war, spielt hier den starsinnigen Familienboss, vor dem alle kuschen, weil er viel Geld zu vermachen hat.

Synchronisation
Kommen wir zu dem leidigen Thema Synchronisation. Leidig in dem Fall deswegen, weil es hier unterschiedliche Fassungen gibt. Einmal die TV-Version, die wahrscheinlich aufgrund der FSK-Auflagen gekürzt ist und die Blu-ray-Version. Einige Quellen sprechen sogar noch von einer anderen Version indem die gekürzten Szenen später nicht nachsynchronisiert wurden, sondern einfach nur untertitelt sind. In der Blu-ray-Fassung ist das nicht so. Hier findet sich die komplette Filmfassung mit der alten Synchronisation. Die seinerzeit gekürzten Szenen wurden allen Anschein nach nachsynchronisiert. So spricht Sam Elliot mal mit der Stimme Norbert Langers, mal mit der von Reinhard Glemnitz. Das fällt kaum auf, da beide stimmlich sehr ähnlich sind. Insofern hat man das sehr klug gelöst. Es gibt diese Doppelstimme auch bei anderen Akteuren, bzw. es müsste sie geben. Recht rausgehört habe ich das nicht. Aber Ray Milland wurde wohl auch nachsynchronisiert. Die Synchronkartei gibt einmal Gottfried Kramer und einmal Gerhard Geisler als Sprecher an. Welche Szenen hier herausgeschnitten waren und nachsynchronisiert wurden konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Insofern bleibt es ein Rätsel wer zuerst wem gesprochen hat und wer nachgerückt ist.
In beiden Fällen dürfte es sich aber um ältere Synchros handeln, die für die BD-Version nun endlich zusammengefasst wurden.

PsychoVon wegen Frösche
Frösche sieht man in dem Film aber eher nicht. Es handelt sich um Kröten, also die weitaus größeren Exemplare der Froschlurche. Auch töten tun sie nicht. Sie bedienen sich eher ihrer Helfer wie Spinnen und Schlangen, Vögeln und Echsen. Oder ihnen dient der Zufall, wenn sich ein Opfer selbst ins Bein schießt, stolpert oder im Sumpf stecken bleibt.
Insgesamt kriecht und schwimmt hier so einiges durch den Sumpf. Aber menschenverschlingende Riesenfrösche, wie auch das Kinoplakat seinerzeit suggerierte, trifft man nicht an.

PsychoFazit
Der Film dürfte nur was für Nostalgiker und Liebhaber des Tierhorrorfilms etwas sein. Die Inszenierung wirkt fahrig, an anderen Stellen zu langatmig. Die Story ist sehr platt, die Effekte veraltet und der Trashfaktor hoch. Aber eine gute Besetzung macht einiges wett.

Das Bild der BD ist sehr gut. Aber nicht mehr.

Die Frösche
(Frogs)
mit Ray Milland, Sam Elliott, Joan Van Ark, Adam Roarke, Judy Pace, Lynn Borden, Mae Mercer, David Gilliam, Nicholas Cortland, George Skaff, Lance Taylor Sr., Hollis Irving

Regie: George McCowan
ca. 90 Minuten
USA 1972

Kommentare  

#1 Laurin 2021-06-08 13:31
Nun ja, den Film habe ich nur einmal gesehen und auch das ist bereits wieder eine kleine Ewigkeit her. Was mir da wirklich noch im Kopf hängengeblieben ist, war die damalige Gewissheit, dass man diesen Film auch nur einmal im Leben gesehen haben musste. Oder anders gesagt, ich habe den Film heute eigentlich so in Erinnerung, dass er in Sachen "guter Tierhorror" und "Spannung" vorne nicht runter und hinten nich hoch kam. Da hatte mir damals sogar PIRANHAS (1978 unter der Produktion von Roger Corman) durchaus etwas besser gefallen.
#2 Friedhelm 2021-06-08 20:14
"Frogs" haben wir (meine Wenigkeit und zwei Kumpel) 1973 bei uns im Kino gesehen. Der Grund war natürlich das vielversprechende Filmplakat - da hat man dann fast 80 Minuten umsonst auf die Riesenfrösche (aka Kröten) gewartet. :cry:

Zitat:
Der Film ist einer jener Tier-Horror-Filme, der zu einer ganzen Welle gehört, die aber zum Zeitpunkt seines Einstehens bereits wieder am abebben war
"Der weisse Hai/Jaws, 1975" hat dem Subgenre des "Siebziger-Tierhorrors" dann ja auch einen völlig neuen Schub verpasst. Da gab es einige "Riff-Offs - z.b. "William Girdlers" Grizzly, 1976" oder den hier erwähnten "Piranha,1978", von Joe Dante. Aber ekelige Kleinviecher durften ebenfalls weiterhin ihr Unwesen treiben. Ich denke unter anderem an "Phase IV, 1974"(Ameisen) der gelegentlich auch dem Tierhorror zugerechnet wird (eigentlich mehr SF..) - oder an "Squirm (Würmer), 1976, "Mörderspinnen. 1977" und..."Der tödliche Schwarm/The Swarm,1978", von Katastrophen-Regisseur Irwin Allen.

Zitat:
ich habe den Film heute eigentlich so in Erinnerung, dass er in Sachen "guter Tierhorror" und "Spannung" vorne nicht runter und hinten nich hoch kam. Da hatte mir damals sogar PIRANHAS (1978 unter der Produktion von Roger Corman) durchaus etwas besser gefallen.
Naja, Konrad - zum einen muss man bei "Frogs" wohl auch die Entstehungszeit berücksichtigen. Dass dir dann (genauso wie mir) Joe Dantes "Piranha, 1978" besser gefallen hat, dürfte gar kein Wunder sein. Dazwischen lagen nicht nur ganze sechs Jahre sondern, was die Machart betrifft, sogar noch Welten. In dieser Hinsicht kann man beide Filme auch irgendwie gar nicht vergleichen :-* ;-)
#3 Laurin 2021-06-08 23:12
Nun ja @Friedhelm,
ich würde meine Aussage auch nicht gleich als einen "direkten" Vergleich betrachten, auch wenn es so durchaus herüberkommen mag.

PIRANHAS aus dem Jahre 1978 ist späterhin ja auch nochmals mit einem zeitlichen Abstand genauer betrachtet in gewisser Weise eine nette Trash-Perle (was dann bei den diversen Fortsetzungen aber negativ dann sogar weiter überzogen wurde). Dabei ist er auch nur sehr bedingt ein Tierhorror, den man sich nun unbedingt zwischen die anderen Klassiker des Horrorfilm auf DVD oder BD stellen muss. Und selbst eine solche Wertung hätte ich damals einem Film wie FROGS kaum wirklich zugestanden.

Und mit der Entstehungszeit lässt sich da auch nur sehr bedingt etwas entschuldigen. Denn schon 1972 konnte man mit ebensowenig Geld trotzdem einen inhaltlich zumindest ansprechenden wie spannenden Film des Genre drehen. FROGS konnte in dieser Hinsicht allerdings wenn, dann nur mit seiner recht frühen Kritik an der gedankenlosen Umweltverschmutzung punkten.

Was übrigens den Film PHASE IV angeht, so haben wir hier eigentlich einen lupenreinen und in manchen Punkten auch etwas skurrilen SciFi-Film, auch wenn die Idee mit plötzlich bewusstseinsbezogenen Ameisenvölkern die sich strategisch zusammenschließen, recht gruselig sein kann. In Sachen Tierhorror will die Gesamthandlung von PHASE IV nämlich irgendwie nicht wirklich passen. Ist ungefähr so wie beim Film (und auch dem Buch) FRANKENSTEIN, welchen man wegen gewisser inhaltlicher Elemente auch schon mal gerne in Richtung SciFi verschieben möchte, auch wenn die Geschichte selbst eindeutig zur Schauerliteratur gehört. So manche Grenzen sind eben zwischen den Genres schon mal sehr fleißend. ;-)
#4 Friedhelm 2021-06-09 11:54
Zitat:
PIRANHAS aus dem Jahre 1978 ist späterhin ja auch nochmals mit einem zeitlichen Abstand genauer betrachtet in gewisser Weise eine nette Trash-Perle (was dann bei den diversen Fortsetzungen aber negativ dann sogar weiter überzogen wurde). Dabei ist er auch nur sehr bedingt ein Tierhorror,
Das ist so leider nicht ganz richtig. Zum Tierhorror gehören lt. Definition alle Filme in denen Tiere für die Menschen (oder wohlmöglich für die ganze Welt) - zuweilen aus unerklärlichen Gründen- zur tödlichen Bedrohung werden. Ob das nun Monster sind, normalgroße Haustiere oder sonstiges Getier (Würmer und Insekten..ect..), spielt in der Hinsicht eigentlich. keine Rolle.

Joe Dantes "Piranha,1978" gehört eindeutig in das Subgenre - die vorgegebene Definition wird erfüllt. Dass dieser Streifen aus der "Corman-Factory" ein unterhaltsames Trashmovie ist (und zweifellos eine kleine Perle unter all den "Jaws-Ripp-Offs") bleibt dabei unbestritten. Ob man sich den nun ins Regal stellen sollte, liegt, glaube ich, auch sehr "im Auge des Betrachters".
Ebenso klar dürfte sein, dass "Frogs" einer solchen "Bewerung" natürlich nie standhalten würde. ;-)

Zitat:
Und mit der Entstehungszeit lässt sich da auch nur sehr bedingt etwas entschuldigen. Denn schon 1972 konnte man mit ebensowenig Geld trotzdem einen inhaltlich zumindest ansprechenden wie spannenden Film des Genre drehen.
ES dürfte auch unbestreitbar sein, dass im Bereich Tierhorror, zur damaligen Zeit bereits Filme mit einem höheren Spannungsgrad gab, als dieses "Frogs" bieten konnte. Und obwohl damals nicht unbedingt der erste "Siebziger- Beitrag" für dieses Sujet, nenne ich "Willard,1970" gleich mal als bekanntestes Beispiel; obgleich der "Ratten-PLot" nun auch nicht die ganz große "Thrill-Spitze" war. :cry:

Zitat:
lupenreinen und in manchen Punkten auch etwas skurrilen SciFi-Film, auch wenn die Idee mit plötzlich bewusstseinsbezogenen Ameisenvölkern die sich strategisch zusammenschließen, recht gruselig sein kann.
Drum schrieb ich ja auch: Zitat "Ich denke unter anderem an "Phase IV, 1974"(Ameisen) der gelegentlich auch dem Tierhorror zugerechnet wird (eigentlich mehr SF..).."

Wobei man diesen Film evtl auch nicht als "lupenreinen" SF-Film sehen kann. :-*

Zitat:
Ist ungefähr so wie beim Film (und auch dem Buch) FRANKENSTEIN, welchen man wegen gewisser inhaltlicher Elemente auch schon mal gerne in Richtung SciFi verschieben möchte, auch wenn die Geschichte selbst eindeutig zur Schauerliteratur gehört
Dass "Frankenstein" Elemente aus der "Science Fiction-Ecke" enthält, war zur Blütezeit des klassischen Gruselfilms ganz sicher kein Thema. In jüngerer Zeit zieht man ja gerne Parallelen zu den zahlreichen Robotern und Androiden aus effektereichen, fantastischen Krachern. Und hier steht ganz der "Terminator" ganz besonders an erster Stelle. Wenn man so will, dann ist diese Schöpfung auch nicht mehr als ein kybernetisches Frankenstein-Monster. :-*
#5 Laurin 2021-06-09 12:41
Zitat aus #3 von Laurin: PIRANHAS aus dem Jahre 1978 ist späterhin ja auch nochmals mit einem zeitlichen Abstand genauer betrachtet in gewisser Weise eine nette Trash-Perle (was dann bei den diversen Fortsetzungen aber negativ dann sogar weiter überzogen wurde). Dabei ist er auch nur sehr bedingt ein Tierhorror,

Antwort @Friedhelm:
Das ist so leider nicht ganz richtig. Zum Tierhorror gehören lt. Definition alle Filme in denen Tiere für die Menschen (oder wohlmöglich für die ganze Welt) - zuweilen aus unerklärlichen Gründen- zur tödlichen Bedrohung werden. Ob das nun Monster sind, normalgroße Haustiere oder sonstiges Getier (Würmer und Insekten..ect..), spielt in der Hinsicht eigentlich. keine Rolle.


Oha, vielleicht ist dir das gerade selber nicht aufgefallen, aber wenn man beim letzten Satz von mir einfach beim Komma aufhört und den Rest weglässt, dann wird hier der Sinn des Satzes völlig entstellt, womit man auch dann zu einer solchen Antwort kommt, die aber inhaltlich nichts mit meinem vollständigen letzten Satz zu tun hat. :-*

Hier daher nochmal der vollständige Satz von mir:
Dabei ist er auch nur sehr bedingt ein Tierhorror, den man sich nun unbedingt zwischen die anderen Klassiker des Horrorfilm auf DVD oder BD stellen muss.

Davon mal ab, widerspreche ich dir in dem Punkt ja nicht einmal, was die "vorgegebene Definition" hinsichtlich eines Tierhorror betrifft, zumindest wenn man in einem Zitat nicht mitten im Satz plötzlich aufhört zu zitieren. ;-)

Aber gut, da gehe ich mal von aus, dass im Eifer des Gefechts das Komma als Punkt gesehen worden ist. Kann mal passieren und ist kein Beinbruch und war mit Sicherheit auch keine böse Absicht. ;-)

Was den Film WILLARD von 1970 angeht, da haben wir ein recht gutes Beispiel, wie man es gegenüber FROGS richtig gemacht hatte. Erst bei der Fortsetzung mit dem Titel BEN von 1971 sackte man dann inhaltlich gegenüber der Handlung von WILLARD wieder merklich negativ ab (und nicht nur weil Michael Jackson hier dauernt sein schmalztriefendes Liedchen trällerte).

Was wiederum den SciFi-Film PHASE IV betrifft, kommen wir aber wohl nicht überein, nur weil eben Ameisen da eine zentrale Rolle spielen. Denn die gesamte Handlungsausrichtung ist damals klar ersichtlich vollständig auf die SF ausgerichtet worden. Und das man heute Parallelen ziehen kann zwischen dem Monster von Frankenstein und den Androiden aus der SF wie etwa dem "Terminator", will ich nicht in Abrede stellen. Kann man machen, was aber unter dem Strich keine Rechtfertigung sein kann eine Geschichte aus der klassischen Schauerliteratur nun einfach in den SciFi-Bereich zu verschieben, nur weil nach heutiger Sichtweise die Grenzen der jeweiligen Genre sich nachträglich als durchaus fließend darstellen können. Mir würde da als Beispiel wohl jeder Fan der SF auch auf die Finger hauen, wenn ich plötzlich den Film ALIEN als Horrorfilm bezeichnen würde (nur weil er über gewisse Gänsehautelemente und als Alien über ein Wesen verfügt, das auch alle Kriterien eines entsprechenden Monsters erfüllt).
#6 Friedhelm 2021-06-09 14:10
Jo, Konrad, da muss ich mir jetzt wohl selber "auf die Finger klopfen.." So etwas kommt dabei heraus, wenn man zur selben Zeit verschiedene Dinge erledigen will.

Zitat:
rst bei der Fortsetzung mit dem Titel BEN von 1971 sackte man dann inhaltlich gegenüber der Handlung von WILLARD wieder merklich negativ ab (und nicht nur weil Michael Jackson hier dauernt sein schmalztriefendes Liedchen trällerte)
Stimmt, am Ende, mit dem "Jackson-Song" wurde der Film mir dann auch zu "niedlich" - und Ben verkam zum Kuscheltier. Schon ziemlich weit vom Original entfernt...

Zitat:
Was wiederum den SciFi-Film PHASE IV betrifft, kommen wir aber wohl nicht überein, nur weil eben Ameisen da eine zentrale Rolle spielen.
Ich habe den Film nur erwähnt, weil er zuweilen auch gerne mal dem Tierhorror zugerechnet wird. "Phase IV" sehe ich ebenfalls eher im SF-Bereich. Da gibt es keinen wirklich gruseligen Anteil.

Was "Frankenstein" betrifft, so will den allerdings auch niemand direkt in die Science Fiction schieben - ich jedenfalls nicht. Allerdings: hinsichtlich moderner SF-Streifen, in denen Roboter und Androiden eine "tragende" Rolle spielen. (Siehe einmal mehr "Terminator.."), kann ich schon nachvollziehen, dass man auf solche Ideen kommt. Da wird dann aus dem klassischen Dr. Frankenstein ein Kybernetiker - und aus der Kreatur der Roboter bzw. Android. Im übertragenen Sinne selbstverständlich.. ;-)

Zitat:
Mir würde da als Beispiel wohl jeder Fan der SF auch auf die Finger hauen, wenn ich plötzlich den Film ALIENals Horrorfilm bezeichnen würde (nur weil er über gewisse Gänsehautelemente und als Alien über ein Wesen verfügt, das auch alle Kriterien eines entsprechenden Monsters erfüllt).
Bisher hat auch noch niemand "Alien,1979" als (reinen) Horrorfilm bezeichnet. Du schreibst es ja selber...,der Film enthält eben auch einen gewissen Gruselfaktor - verbindet also, wie sein indirektes Vorbild "Das Ding aus einer anderen Welt/ The Thing,1955", beide Genres. Selbst Ridley Scott hat so etwas in irgendeinem Interview einmal erwähnt. Und ich denke dass es genau dieser Mix war, der "Alien, 1979" an den Kinokassen so erfolgreich werden ließ. ;-) :cry:

Der Gästezugang für Kommentare wird vorerst wieder geschlossen. Bis zu 500 Spam-Kommentare waren zuviel.

Bitte registriert Euch.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.