Interview mit Marilyn Monroe
Interview mit Marilyn Monroe
Die Zurückgekehrten sind offiziell keine Gefangenen, aber sie können sich auch nicht frei bewegen. Es gelingt dem Interviewer, so nennt sich der einzige Mensch aus dem Jahr 2033 mit dem die Stars Kontakt haben, immer wieder, diese zu beruhigen und dazu zu bewegen, in der Einrichtung zu bleiben.
Es gehe darum, sie auf die neue, ihnen unbekannte Welt vorzubereiten, vor allem durch die Interviews des Mitarbeiters mit ihnen.
Langsam werden die Stars unruhig, Dynamiken brechen auf, es kommt zu Konflikten. Während die einen sehr zufrieden mit der aktuellen Situation sind und sich in der beschützenden Atmosphäre der Einrichtung wohl fühlen, sind andere unruhig und vermuten, dass mehr dahinter steckt. Wie soll es gelingen in einer Welt heimisch zu werden, die offenbar so extrem anders ist als die Welt, aus der sie kommen?
Peter Osteried schrieb mit dem "Interview mit Marilyn Monroe" seinen ersten Roman, wie er im Interview, das heute parallel erscheint, erzählt.
Inzwischen, dieser Roman erschien "bereits" im Mai 2024, sind weitere Romane von ihm erschienen, darunter zum Beispiel "Mord in Geektown" und der Folgeroman, den ich gerade zum Lesen hier liegen habe.
In dem "Interview mit Marilyn Monroe" zeichnet Peter Osteried gekonnt die (möglichen) Charaktere der Stars, die sich in diesem komfortablen Käfig bewegen. "ich glaube, dass diese Leute so gewesen sein könnten", erzählt Peter Osteried in dem Interview mit ihm. Die Isolation, es wirkt fast als würden die Hollywoodgrößen wie ein Ameisenhaufen im Labor unter einer Lupe agieren, sorgt für emotionale Explosionen. Gerade die Charakterzeichnungen und die zunehmenden Spannungen haben mich besonders angesprochen und machen das Buch ausgesprochen spannend.
Man fragt sich nicht nur, was um Himmels Willen da nur geschehen ist, dass die Hollywoodstars plötzlich wiederkehren und erlebt mit ihnen die Interviews, die Frustration und Unklarheiten ihres aktuellen Daseins, sondern man erlebt auch die sich zuspitzende psychische Situation der isolierten Menschen. Und dann ist da auch noch der Interviewer, dem es nicht so gut gelingt wie erhofft, seine eigenen Emotionen aus seiner Arbeit heraus zu halten.
Peter Osteried hatte merklich Spaß am Schreiben, und man merkt dem Buch an, dass es von einem echten Fan von Filmen geschrieben wurde.
Das Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen, ich kann es Filmliebhabern wirklich empfehlen. Es hat Tiefgang ohne diesen ständig zu bemühen, ist amüsant ohne flach zu sein und bietet gute Unterhaltung.




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