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Eine Legende wird vierzig Jahre alt - Die Dämonenkiller-Chronik 34

Dämonenkiller zum 40.Eine Legende wird 40 Jahre alt
Die Dämonenkiller-Chronik (34. Teil)

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der Dämonenkiller-Serie habe ich eine Chronik erstellt, die sich mit der Geschichte der Serie beschäftigt.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Dämonenkiller-Exposé 61, daß Ernst Vlcek am 21. Juni 1975 für seinen Wiener Kollegen Kurt Luif schrieb. Viel Spaß beim Lesen...

61DIE TODESGÄRTEN DER HEKATE
IM REICH DER SCHNEEMENSCHEN
Dämonenkiller 61
Schauplatz: Katmandu (Nepal) – Himalayagebiet
Zeit: Mai
Autor: Luif-Davenport

Titelbild:
Riesenaffe stellt sich vier Mitgliedern einer Hochgebirgsexpedition (aus dem Hintergrund kommend); Szene spielt sich vor dem Panorama von schneebedeckten Vieltausendern ab.
!!Titelbildfoto geht mit Exposé an Autor!!

 

Vorbemerkungen:
In Band 60 hat Dorian erfahren, daß das Reich der Hexe Hekate irgendwo im Himalaya liegt, wo sie auch jene geheimnisvolle Pflanze züchtet, die so bedeutungsvoll (deren Wurzel) für die Herstellung des Theriak ist. Bekanntlich besitzt Dorian eine japanische Tuschpinselzeichnung von der Blüte im Schnee. Auch daraus läßt sich schließen, daß die Pflanze wahrscheinlich in großer Höhe gedeiht.
Schon in Band 58 wurde erwähnt, daß Jeff Parker Dorian seine Unterstützung anbietet und ihm helfen will, diese Pflanze zu finden. Jeff Parker hat inzwischen auf eigene Faust recherchiert und Hinweise auf das Himalayagebiet bekommen. Deshalb hält er sich längst in Katmandu auf, als Dorian auf Sardinien von Hekate selbst den ent­scheidenden Hinweis bekommt.

Achtung: Dorian hat als Gefangener der Hekate diese selbst nie gesehen, weil er durch die "Seelenkristalle" geblendet war - er hat also nur ihre Stimme vernommen.

Parker hat in Katmandu inzwischen einige Vorbereitungen getroffen und sich finanziell an einer Expedition beteiligt, die ausziehen will, um den Schneemenschen Yeti zu fangen, an dessen Existenz die Bergvölker des Himalayamassivs nicht zweifeln.
Die Initiatoren der Yeti-Expedition haben Parker und seine Crew nur bei sich aufgenommen, weil er sich finanziell mit 50 % an den Kosten beteiligt hat. Außerdem hatte er einen unverhofften Fürsprecher, den er persönlich nicht kennt, der aber von Dorian ein guter Bekannter ist und der sofort Feuer und Flamme ist, als er den Namen des Dämonenkillers hört. Es ist die Rede von
Gregor Yameshi, der in Band 28 einer der Wolfjäger war, die Elmar Larsson auf sein schwedisches Gut gerufen hat. Warren-Appel schrieb in Band 28, daß Yameshi für den Abschuß des Werwolfs 250.000 Schwedenkronen Prämie kassierte und eine gewisse Feodora Munoz mit 50.000 beteiligte. Yameshi ist also recht wohlhabend. Er hat früher schon mal den Yeti gejagt (was ebenfalls in Band 28 ausgesagt wurde - siehe Exposé) und besitzt also einige Erfahrung.
Er hat sich bei dieser Expedition zusammengetan mit Khapa Srong, 40, wohlhabender Gurkha aus der gleichnamigen Stadt, bekennt sich zum Lamaismus. Er ist Jeff Parker und seiner Crew feindlich gesinnt. Vor allem aus religiösen Gründen. Hierzu eine Erklärung:
Die Lamaisten glauben, daß ihr weltliches Oberhaupt, der Dalai Lama (Ozean-Priester) die Inkarnation des Bodhisattwa (werdender Buddha, der auf die Vollkommenheit verzichtet, um den Frommen zu helfen) ist, und daß er nach seinem Tode in einem Knaben wiedergeboren wird.
Dasselbe hat aber Yameshi von Dorian erzählt, nämlich daß der DK früher durch Seelenwanderung unsterblich war und nach jedem Tod in einer anderen Gestalt eine neue Wiedergeburt hatte. Dies hat Dorian dem Mischling nach den Abenteuern in Band 28 in einer schwachen Stunde erzählt. Und Yameshi hat es an Khapa Srong weitergegeben. Der Gurkha hält das aber für Blasphemie, nennt Dorian deshalb den falschen oder den Anti-Bodhisattwa. Haßt ihn deshalb.
Sam Holden und Averell Sharp sind zwei Ethnologen, die der Expedition einen wissenschaftlichen Anstrich geben sollen, in Wirklichkeit aber rechte Spinner sind.
Delphine Bennet heißt die Ärztin der Expedition, 30 Jahre, stämmige Französin, die mehr Strapazen aushält als so mancher Mann. Typ: Bauernmädel. Sie hat die ärztliche Ausrüstung nach neuesten Ge­sichtspunkten ausgesucht, Sauerstoffmasken, Medikamente, Trainings-und Testgeräte obligat.Die Expedition hat bereits fünf Lager errichtet, das höchste in 6000 Meter an einem Gletscherbruch, zwischen denen nun Sherpas pendeln, um die Ausrüstung hinaufzuschaffen.
Gregor Yameshi ist mit Jeff Parker in Katmandu geblieben - besser: oder dorthin zurückgekehrt -, um Dorian und Coco zu empfangen.
Die anderen sind bereits bei den Lagern.
Gregor Yameshi war ebenfalls bereits bei Lager 5 am Gletscher­bruch, wo er ein eindrucksvolles Erlebnis hatte. Das bietet Stoff für die

Anfangsepisode:
Plötzlich einsetzender Schneesturm in 6000 Metern Höhe. Rings um das Lager donnern Lawinen herunter, das in Bewegung befindliche Eis des Gletschers kracht ständig beängstigend.
Der Schneesturm hat fünf Sherpas überrascht, das kommt über Sprechfunk durch. Gregor Yameshi macht sich mit einem anderen Sherpa auf die Suche. Nicht vergessen, daß sie Steigeisen wegen des Eises anschnallen müssen. Natürlich hat man die Transportwege mit Führungsseilen, Sicherheitshaken und Strickleitern abgesichert.
Aber bei dieser schlechten Sicht kann der beste Kletterer vom Weg abkommen. Außerdem gibt es überall heimtückische Gletscherspalten.
Yameshi weiß, daß sie nahe des Lebensbereiches der Schneemenschen sein müssen. Nimmt Gewehr mit.
Da hört er durch den Schneesturm Schreie. Kampflärm. Rennt mit schußbereiter Waffe in die vermeintliche Richtung, aus der die Schreie kommen. Sieht einige schemenhafte Gestalten von 2,5 Meter Größe, die sich die überwältigten Sherpas Schultern und sie ent­führen.
Yameshi nimmt die Verfolgung auf. Entdeckt in einer Gletscher­spalte einen Zugang in ein Tal. Hier ist kein Schneesturm. Yameshi sieht aber dennoch keine Einzelheiten. Er bekommt nur den Eindruck eines gigantischen Bauwerks, das einem Kloster ähnelt, das sich unter Tonnen und aber Tonnen von überhängenden Schneemassen duckt.
Dann wird er von einem Yeti überwältigt.

Achtung: Ich weiß, wie ungern der Autor es hat, schon die Anfangsepisode am Schauplatz des Finales spielen zu lassen. Deshalb sollte er auch wirklich keine Einzelheiten schildern - oder diese Anfangsepisode überhaupt weglassen. Dann müßte er aber Yameshi dem DK die ganze Geschichte erzählen lassen.

Haupthandlung:
Dorian Hunter und Coco Zamis werden in Katmandu von Jeff Parker und Gregor Yameshi auf dem Flugplatz erwartet. Nach einer Übernach­tung in der Hauptstadt Nepals, soll es mit dem Hubschrauber zum ersten Lager hinaufgehen. Dieses liegt in 4500 Meter Höhe in der Nähe eines Sherpa-Sommerdorfes. Im Winter ziehen sich die Halbnomaden bekanntlich bis 3000 Meter tief hinunter.
Es kommt sogleich zu einem Zwischenfall. Ein Amokläufer taucht auf, sticht alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt und stürzt sich zielstrebig auf Dorian. Doch Yameshi rettet Dorian das Leben.
Coco hypnotisiert den Amokläufer und erfährt so von ihm, daß er Dorian für den falschen oder Anti-Bodhisattwa hält und ihn deshalb töten wollte. Durch Dorians Tod sollte sich herausstellen, ob er wirklich in einem anderen Körper eine Wiedergeburt erfahren würde. Der Amokläufer hatte keinen bestimmten Auftraggeber, sondern gehörte einem Clique Gleichgesinnter an, die an seine Stelle treten werden, wenn er versagt.

Achtung: Initiator des Anschlags auf den DK ist der religiöse Fanatiker Khapa Srong, der lamaistische Wanderprediger gegen Dorian aufge­wiegelt hat. Das aber dem Leser noch nicht verraten. Es soll aus­sehen, als steckten Dämonen dahinter - der Leser soll auf eine falsche Spur gelockt werden.

Man findet bei dem Amokläufer eine vertrocknete Wurzel, die annähernd menschliche Gestalt hat - und von der ein Stück fehlt. Offenbar hat sich der Attentäter durch Kauen dieser Wurzel in Stimmung gebracht.
Als Coco diese Wurzel sieht, weiß sie sofort, warum es sich handelt: Es ist eine Mandragora, auch Alraune genannt - die Blüte dieser Pflanze ist auf Dorians Tuschpinselzeichnung abgebildet.
Jetzt wird einiges klar: Die Wurzel, die Hekate irgendwo im Himalaya zieht und die sie zur Theriakherstellung den Hexern und Hexen und dämonischen Alchimisten liefert, ist die Alraune!
Yameshi sagt aus, daß man getrocknete Alraunen überall in Katmandu auf dem Schwarzmarkt erstehen könne. Aber es sei noch niemandem gelungen, eine frische - also noch nicht abgestorbene - Alraune zu beschaffen, obwohl so mancher seine Seele dafür gegeben hätte.
Dorian meint sinnierend, daß der Preis für eine frische Alraune wohl auch die Seele sei. Denn in seinen früheren Leben habe er oft genug miterlebt, welche verhängnisvolle Wirkung die Alraune auf die Sterblichen habe. Er deutet auch an, daß er als Georg Rudolf Speyer auf der Überfahrt von der Neuen Welt nach Europa ein schreckliches Erlebnis hatte.

Achtung: Dies aber wirklich nur andeuten, um einen Übergang für die Vergangenheitsepisoden der nächsten Bände zu schaffen.

Aber auf jeden Fall aussagen, daß eine frische Alraune etwas ganz und gar Besonderes haben muß, das der getrockneten, toten, verdorrten Wurzel längst nicht mehr anhaftet.
Bei der Lagebesprechung erzählt Yameshi dem DK auch sein Erlebnis mit den Yeti, endet damit, daß er, nachdem er einen kurzen Blick auf den gewaltigen Tempelkomplex geworfen hat, überwältigt wurde und sich dann in der Nähe des Lagers 5 wiederfand. Keine Ahnung, wie er dorthin gekommen ist. Seine Erinnerung setzt einfach aus. Der Mischling glaubt aber, daß er den Weg ins Reich der Yeti wieder finden könnte und traut sich zu, die Expedition hinzuführen.
Am nächsten Tag fliegt man mit dem Hubschrauber los. Zum Lager 1 in 4500 Meter Höhe. Hier oben ist die Luft schon ganz schön dünn. Delphine Bennet erwartet die Ankömmlinge, um sie ärztlich zu unter­suchen. Dorian erfährt dabei, daß es mit seiner körperlichen Verfassung nicht zum Besten steht, weil er zuviel raucht und sauft.
Gregor Yameshi verweigert die Untersuchung unter einem Vorwand!
Die Sherpas wissen viel über den Yeti zu erzählen. Einmal wurde einem Hirtennomaden eine ganze Yakherde geklaut - Yeti sind gefräßig - und ein andermal raubten sie ein Mädchen, ließen aber als "Bezahlung" Alraunenwurzel im Gewicht des Mädchens zurück. Also sind die Schneemenschen vielleicht gar nicht so böse? Egal, man fürchtet sie.
Delphine zieht mit Dorians Gruppe zum nächsten Lager. Von nun an geht es zu Fuß weiter. Sherpas begleiten sie. Dorian entgeht die feindliche Stimmung der Bergführer nicht. Die Stimmung spitzt sich zu, als sich ihnen ein Mönch, der sich angeblich auf dem Weg zu einem hochgelegenen Kloster befindet, anschließt. Er steckt bei jeder Gelegenheit mit den Sherpas die Köpfe zusammen.
Aber man erreicht ungehindert das nächste Lager, wo man über Nacht bleiben will. Hier befinden sich die beiden Ethnologen. Sie sind überaus aufgeregt, denn sie behaupten, die Spur eines Yeti entdeckt zu haben. Sie haben auch schon ein halbes Dutzend Yaks als Köder ausgesetzt.
In der Nacht nähert sich tatsächlich etwas Unbekanntes der Herde, die immer unruhiger wird. Man sieht schon die Silhouette des Yetis. Doch Gregor Yameshi verjagt ihn, bevor die Falle zu­schnappen kann, indem er zu früh Alarm gibt. War das Absicht? fragt sich Coco.
Als man zu der Stelle kommt, wo der Yeti zuletzt war, staunt mannicht schlecht, als man sieht, daß dieser kein Yak gerissen hat, sondern daß der lamaistische Wandermönch dort liegt. Er hat eine Brustwunde. Delphine verarztet ihn.
Am nächsten Morgen - Wunder über Wunder - ist die Wunde des Mönchs narbenlos verheilt. Jetzt wird auch der DK mißtrauisch.
Der Wandermönch wirkt beim folgenden Marsch total verändert. Und als man nach einer kurzen Rast am Lager 3 zu dem Kloster kommt, zu dem der Mönch pilgern wollte, zeigt er keinerlei Gelüst, dieses aufzusuchen. Als die Klosterinsassen kommen und ihn gewaltsam zu den Gebetsmühlen zerren, dabei ihr liturgisches "Om mani padme hum" (was in etwas heißt: "Der Edelstein ist im Lotus", aber eine viel tiefere Bedeutung hat) murmeln und auch die Gebetsmühlen drehen, auf denen diese magischen Worte stehen, da wird der Wandermönch zu einem zuckenden Bündel Fleisch.
Dorian legt ihm die Brust frei - und siehe da: aus seiner Brust sprießt die Blüte einer Alraune. Unter den heiligen Worten der Lamas verdorrt die Pflanze. Delphine versucht, sie ihm aus der Brust zu schneiden, doch sie rettet den Mönch nicht mehr, der mit der parasitären Pflanze stirbt.
Der DK vermutet: Der Yeti hat dem Mönch den Samen der Alraune in die Brust gepflanzt. Und spätestens jetzt muß der DK auch gegen Yameshi mißtrauisch werden: Haben die Yeti auch nicht in ihn den Samen der Alraune gepflanzt, als er in ihr Tal eindrang? Das könnte die Erklärung dafür sein, daß sich der Mischling nicht von Delphine untersuchen ließ.
Dorian kommt aber mit Coco dahingehend überein, nichts gegen Yameshi zu unternehmen - er soll sie zu den Schneemenschen führen, aber man wird auf der Hut sein.
Gegen Abend erreicht man Lager 4. Hier kommt es zu einem neuerlichen Anschlag auf den DK. Fanatische Angehörige eines Berg­volkes wollen Dorian als Anti-Bodhisattwa killen. Es ist Yameshi, der sich besonders hervortut, um Dorian zu beschützen.
Am folgenden Tag erreicht man endlich Lager fünf am Gletscher. Ringsum donnern die Lawinen, das Gletschereis kracht. Khapa Srong erwartet sie bereits, zeigt Dorian gegenüber offene Ablehnung, wenn nicht Feindschaft und Haß. Dorian weiß sich das zuerst nicht zu erklären. Bei dem folgenden Gespräch spielt der Gurkha jedoch auf Dorians frühere Leben an, nennt ihn einen Lügner, spricht von Blasphemie. Da weiß Dorian, wem er die Anschläge zu verdanken hat und erkennt das Motiv. Er kann Khapa Srong jedoch nicht von seinem Irrglauben abbringen, egal was er auch versucht.
Es bilden sich zwei Gruppen. Auf der einen Seite Khapa Srong und die ihm hörigen Sherpas. Auf der anderen Dorians Clique mit der Ärztin und den beiden Ethnologen. Natürlich schließt sich auch Gregor Yameshi Dorian an.
In dieser feindseligen Atmosphäre beschließt man am nächsten Tag, den Zugang zum Reich der Schneemenschen zu suchen. Yameshi übernimmt die Führung.
Als sie in einen breiten und ausgezackten und tiefen Gletscher­spalt vordringen, da schlägt Khapa Srong mit seinen Sherpas zu. Er sprengt einfach eine Eiswand. Alle bis auf die beiden Ethnologen können sich retten - die zwei werden unter den Eismassen begraben.
Da tauchen Schneemenschen auf - Dorian kann nur vermuten, daß Yameshi sie zu Hilfe gerufen hat. Die Yeti wenden sich wohl gegen Srongs-Gruppe, aber auch Dorians Crew flüchtet. Auf diese Weise kommen sie in das Tal. Delphine wird von den Yeti entführt.
Yameshi gibt sich endlich zu erkennen. Er entblößt seine Brust, dort blüht die Alraune. Er sagt, daß Hekate ihn mit dem Auftrag ausgeschickt hat, den DK herzubringen. Und diese Mission habe er erfüllt. Er zieht sich in den Tempel zurück.
Das ist ein gewaltiges Bauwerk, ähnlich groß wie der Potala, die Residenz des Dalai Lama in Lhasa. Nicht vergessen, daß der Tempel an Felswänden steht und unter überhängenden Schneemassen.
Dorian, Coco und Parker sind nun allein, werden von den Yeti bedrängt, müssen sich in die Tempelanlagen zurückziehen. Und jetzt soll der Autor die Gelegenheit ergreifen und sich besinnen, daß er einen Gruselroman schreibt. Die Atmosphäre im Tempel phantastisch und unheimlich schildern.
Das ehemalige Kloster ist von den ursprünglichen Bewohnern längst schon verlassen. Statt lamaistischer Reliquien finden sich überall solche der Schwarzen Magie.
Als unsere drei Helden zu den Gebetsmühlen kommen, erkennen sie, daß darauf nicht sie Worte "Om mani padme hum" stehen, sondern magische Symbole. Und als sich die Gebetsmühlen zu drehen beginnen, vereinigen sich die Symbole zu beweglichen Bildern. Dorian kann sich noch rechtzeitig abwenden, doch Parker schreit auf, glaubt von den Bildern verschlungen zu werden - und tatsächlich stürzt er sich auf die sich rasend drehenden Gebetsmühlen, seine Gestalt wird immer kleiner, er stützt in die Bilder.
Dorian und Coco beginnen die Suche. Sie kommen in den Innen­hof des Klosters, ständig von Schneemenschen belauert. Dort bietet sich ihnen ein schauriger Anblick.
Der Boden ist von Menschenkörpern in verschiedenen Stadien der Auflösung (nicht unbedingt Verwesung) übersät. Und aus den verschieden gut erhaltenen Körper sprießen Alraunen. Die Menschen­körper bilden den Nährboden für diese Hexenpflanze! Und die Yeti sind die Gärtner im Todesgarten der Hekate.
Doch die Nährkörper für die parasitäre Hexenpflanze sind nicht tot. Über die Lippen der herumliegenden Wirtskörper kommt ein Singen, das sich glücklich anhört.
Dorian entdeckt auch Gregor Yameshi. Der Mischling ist in der Lage, sich mit ihm zu unterhalten. Yameshi sagt sinngemäß, daß er sich kein größeres Glück als dieses vorstellen könne: der Nährboden für die Alraune zu sein. Dorians Hinweis, daß der Parasit sein Leben, ja, seine Seele, für dieses kurze Glück nimmt, reißt Yameshi nicht aus seiner euphorischen Stimmung.
Plötzlich entdeckt Dorian, daß Coco verschwunden ist.
Er rennt durch den Todesgarten, auf der Suche nach ihr. Münder, aus denen Alraunen sprießen singen dazu. Alraunenblüten aus menschlichen Augenhöhlen blicken ihn an.
Dorian findet Coco nirgends.
Er kommt wieder zu den Gebetsmühlen, setzt sie in Bewegung.
Da werden die magischen Formeln zu einem neuen Bild: Er sieht sich auf einmal Hekate gegenüber. Schildern wir ihr Aussehen wie das einer verführerischen Hexe; langes, wallendes Rothaar, grüne Augen, groß, wie sie auch Coco hat, blasser Teint, aber nicht leichenhaft blaß, gerade Nase, vorne etwas zu spitz, volle Lippen, mit einem grünlichen Ton, wie in dieser Farbe bemalt.
Was für ein verführerischer Anblick!
Sie muß sinngemäß sagen, daß sie jetzt eigentlich ganz froh ist, daß sie ihn auf Sardinien nicht töten konnte. Es freut sie, daß er den Weg zu ihr gefunden hat. Ihr wird erst jetzt bewußt, in welch guter Erinnerung sie ihn hat. Sie deutet auch an, daß sie die Herrschaft über die Schwarze Familie anstrebt und es nur noch ein kurzer Weg sein wird, bis sie Herrin der Finsternis ist.
Ob er denn nicht mehr seine Erinnerung an sein Leben als Georg Rudolf Speyer habe? Wenn ja, müsse er sich an sie erinnern. An das Schiff der verlorenen Seelen, das heute noch die sieben Meere befährt...
Dorians Gedanken wirbeln durcheinander. Er stürzt in die sich rasend drehenden Gebetsmühlen, in die Arme der Hekate. Und er hat mit ihr ein unvergleichliches Liebeserlebnis. Sie schmeichelt ihm, indem sie sagt, nun könne sie verstehen, wie sich die Hexe Coco in ihn verlieben konnte. Und vielleicht werde jetzt sie, Hekate, ihn zum Buhler erwählen... Coco - und das sieht Dorian in schrecklich realisten Bildern - und sein Freund Parker seien nun bald schon ein Teil ihres prächtigen Gartens... Coco und Parker werden von den Schneemenschen zwischen die anderen Wirtskörper im Tempelhof gelegt. Bald, schon sehr bald, wird man in ihre Körper den Samen der Alraune pflanzen.
Bitte herausstreichen, daß Hekate durch die Wurzeln der Alraune das Leben - sprich: Seelen - aus den Körpern der Opfer saugt und so immer mächtiger wird.
Dorian versucht verzweifelt, sich aus dem Bann der Hexe zu bringen. Das gelingt ihm auch - das heißt, er merkt, wie sie ihn freiwillig aus ihrem Bann entläßt. Sie wird auf einmal zu einer rasenden Furie, geifert, spricht von Eindringlingen, die ihren Garten zerstören wollen.
Dies kann in einer Einblendung geschildert werden. Khapa Srong und seine Sherpas haben sich ebenfalls in dieses Tal geflüchtet. Aber anstatt in den Tempel zu kommen, haben sie die Felswände er­klommen. Jetzt sind sie unter den überhängenden Schneemassen. Khapa Srong will sie sprengen, damit Dorian, der Anti-Bodhisattwa, unter dem Schnee und Eis begraben wird.
Das will Hekate verhindern, weil sonst ihr Alraunengarten ver­nichtet wird. Dorian nutzt die Gelegenheit, um Coco und Parker aus dem Garten zu holen, bevor die Yeti ihnen die Alraune ein­pflanzen können. Es kommt zu einem Kampf, Dorian, Coco und Parker flüchten. Gerade als sie aus dem Tempel gelangen, erfolgt die Explosion. Der gesamte Tempel wird unter den Schneemassen begraben.
Damit ist der Alraunengarten der Hekate zerstört. Was aus der Hexe geworden ist, weiß man nicht. Aber zweifellos konnte sie sich mittels ihrer übernatürlichen Fähigkeiten retten.
Unsere drei Helden gelangen aus dem Tal. Dorian ist in sich gekehrt. Er weiß jetzt, von wo er Hekate kennt. Er weiß auch, was sie mit dem "Schiff der verlorenen Seelen" meinte. Da es nach Hekates Aussage immer noch die Meere befährt, wird er es suchen müssen - vielleicht findet er es mit Hilfe der Mystery Press.
Es kursieren ja immer noch Gerüchte von Geisterschiffen, die plötzlich auftauchen und wieder spurlos verschwinden, durch die Weltpresse.
Unsere drei Helden müssen den Abstieg ohne fremde Hilfe beginnen.
Keine weiteren Aussagen mehr machen. 

Zur Einleitung - Zum ersten Teil - Zur Übersicht

Kommentare  

#1 Thomas Mühlbauer 2014-02-26 20:33
War nett zu lesen, aber die Schilderung der Yetis, die sich um die Infizierten kümmern, hat irgendwie etwas von Chewbacca in der Schwarzwaldklinik.
Später in der Serie wird diese Sache mit der Infizierung erneut verwendet - Ideenmangel?
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#2 Andreas Decker 2014-02-27 23:45
zitiere Thomas Mühlbauer:
War nett zu lesen, aber die Schilderung der Yetis, die sich um die Infizierten kümmern, hat irgendwie etwas von Chewbacca in der Schwarzwaldklinik.
Später in der Serie wird diese Sache mit der Infizierung erneut verwendet - Ideenmangel?


Immer noch besser als Ewoks :D

Was den Ideenmangel angeht, Vlcek hat diverse Ideen öfters verarbeitet und mutmaßlich bewusst. Körperverwandlungen zwecks Verschleierung der Identität, Zeitschleifen, Behinderte mit besonderen Begabungen und andere Motive. Zwar sicher mit Variationen, aber im Kern die gleichen Konzepte.

Die Bände jetzt sind aber sein letzter großer Wurf, was die Zyklen angeht. Danach stotterte der Motor und diese Ideen funktionieren eher weniger. Vor allem was neue Figuren anging.
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