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Der Alte - Erwin Kösters Fälle: Folge 21: Der Spieler

Der Alte: Erwin Köster und seine FälleFolge 21
Der Spieler

Maskierte Männer verüben einen Überfall auf zwei Geldboten. Es kommt zu einer Schießerei, nach der einer der beiden Boten verwundet liegen bleibt. Die Spurensicherung findet die Fingerabdrücke eines polizeibekannten Schwerverbrechers und einer der Fluchtwagen gehört dem bisher unbescholtenen Stefan Bornthin, dem eine solche Tat eigentlich nicht zuzutrauen ist. Stefan wird verhaftet. Doch so sehr Hauptkommissar Köster sich auch bemüht, ihm ein Geständnis zu entlocken, Stefan bleibt völlig ruhig und alles prallt an der glatten Fassade des Studenten ab. (1)

SzenenfotoAutorendebüt
Diese Folge ist das Debüt des wohl fleißigsten Drehbuchschreibers der Reihe - Volker Vogeler. Sein erster Fall behandelt auch gleich dessen Lieblingsthema: Überfall auf einen Geldtransport. Noch viele seiner Beiträge in der Köster-Ära werden dieses Thema behandeln. Auch andere "Räuberpistolen" wie Entführungen, Banküberfälle u.ä. waren Vogelers Sache. Sein Markenzzeichen waren z.T. recht bizarre Geschichten. Wie gerufen kam da die Zusammenarbeit mit Regisseur Brynych, der ebenfalls als ein „Exzentriker“ seines Faches gilt. Beide treffen auch hier zusammen und machen aus der 21. Folge gleich eine der Folgen, die ich als langweilig empfand.
 
Über weite Strecken farblos
Während 55 Minuten passiert überaus nichts. Köster und Bornthin bieten sich ein recht farbloses Psychoduell. Nur der Schluss weiß etwas zu gefallen, da man Köster hier nicht nur mit Dienstwaffe in der Hand sieht, er macht auch zum ersten und einzigen Mal Gebrauch davon.
Köster versucht 55 Minuten lang ein Geständnis aus dem Studenten heraus zu bekommen. Das gelingt jedoch kaum, obwohl glasklar ist, dass er der Täter ist. Später erlebt man Bornthin wie er minutenlang durch Münchens City irrt, ohne dass etwas Nennenswertes passiert. Auch für den Tschechen Zbynek Brynych war diese Folge der Einstand als Regisseur in der Reihe. Er dreht insgesamt 44 Folgen für Der Alte.
 
Personalien
Die Schauspieler sind gut, agieren aber m.E. auch völlig lustlos. Leider ist die Folge ein Paradebeispiel für viele Vogeler/Brynych-Folgen. Trafen beide zusammen, kam m. E. selten etwas Gutes dabei heraus. Übrigens wird Kösters dritter Assistent Meyr Zwo hier von Werner Asam gespielt. Zum einzigen Mal. Später übernahm Wolfgang Zerlett diese Rolle.
Kösters Gegenspieler Bornthin wird von Bernd Herzsprung gespielt, der im selben Jahr auch in der neuen Serie SOKO 5113 erstmals als Ermittler auftauchte.
Musik lieferte Richard Clyderman.
Die Folge stand als Nr. 23 auf dem Drehplan und wurde bei der Ausstrahlung etwas vorgezogen.(2)

Darsteller: Siegfried Lowitz, Michael Ande, Henning Schlüter, Jan Hendriks, Bernd Herzsprung, Arthur Brauss, Ulrich Beiger, Sepp Wäsche, Willy Schultes, Werner Asam u.a.
Buch: Volger Vogeler, Titelmusik: Peter Thomas, Musik: Richard Clayderman, Produzent: Helmut Ringelmann, Regie: Zbynek Brynych. Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Erstausstrahlung: 24.11.1978 (ZDF)
 
Diese Folge ist enthalten auf der DER ALTE-Collector´s Box Vol .1
MORE Home Entertainment GmbH & Co. KG

(1) Quelle 3sat
(2) Krimiserien.heim
Bild: 3sat
(c) by author
 
Nächster Fall: Der Alte - Erwin Kösters Fälle: Folge 22: Marholms Erben
Vorheriger Fall: Der Alte - Erwin Kösters Fälle: Folge 20 - Die Rache
 
17.07.11

Kommentare  

#1 Anke Rüdiger 2020-12-10 23:24
Ich kann diese Kritik überhaupt nicht teilen. Es ist eine meiner Lieblingsfolgen, sie ist überhaupt nicht farb- oder spannungslos, jede Minute muß genau so sein. Auch die Schauspieler sind nicht lustlos. Aber klar: Wem als einziges gefällt, daß Köster mit der Dienstwaffe rumballert, der kann mit allem anderen nichts anfangen. Vor allem aber: Die Musik ist nicht von Richard Clayderman, sondern von Leonard Cohen (Suzanne).
#2 Christian Naton 2021-01-08 21:54
Ich schließe mich Anke an, die Folge ist hervorragend, Brynych und Vogeler bieten hervorragende Arbeit, Lowitz und Herzsprung sind bestens in Form, und Brauss hat in jeder Sekunde seiner Auftritte eine enorme Präsenz. In den 90ern habe ich solche Qualität bei deutschen Krimiserien nicht mehr gesehen.
#3 Avantado 2022-08-08 20:14
Auch wenn es schon wieder zwei Jahre her ist, aber in den Gästebüchern zu diesen alten Serien scheint immer viel los zu sein, und man landet unweigerlich beim Zauberspiegel, oder z.B eine Derrick Fanpage, hier geht es um den Alten.

Mein Hinweis an "Anke Rüdiger, warum eigentlich fällt mir auf, dass es gerade bei Kritiken und Umständen zu alten Serien verbal deftig hergeht und immer gleich so ein beleidigender Duktus entsteht?

Empfindungen sind subjektiv, deswegen kann man ja den Tonfall normal gestalten.

Sie haben Recht, dass auch Leonard Cohen gespielt wird, aber die tragende und häufig wiederkehrende und im Hintergrund anklingende Melodie ist und bleibt Richard Clayderman, "Ballade pour Adeline" ein Klassiker der Schnulzen seit der Erscheinung 1977.

Nichts für ungut, aber wenn man schon Wert auf Details legt, dann bitte beim verbalen Rumpeln auch korrekt bleiben. Danke.
#4 G. Walt 2022-08-16 11:34
@Avantado: Du sagst es. Und natürlich ist die Musik von Clayderman, wie ich sorgsam recherchiert habe. Wer schon verbal ausholt, sollte wenigstens besser recherchiert haben als ich. Natürlich ist niemand unfehlbar und in einem Fanprojekt kommt es hier und da zu Nachlässigkeiten. Ich bin froh und dankbar für jeden konstruktiven Verbesserungsvorschlag und freue mich auch über Kritik. In der Sache verbal hart kann man im Diskurs immer noch werden, aber gleich so drauf los zu schlagen, muss nicht sein.

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