Scream 7 - Back to the Roots
Scream 7
Back to the Roots
Das Franchise nahm 1996 seinen Anfang, als das von Kevin Williamson geschriebene Drehbuch „Scream – Schrei!“ von Horrorspezialist Wes Craven („A Nightmare on Elm Street“) mit einem Ensemble hoffnungsvoller Nachwuchsstars auf die Leinwand gebracht wurde. In einer Zeit, in der Teenie-Horrorfilme und Slasher boomten („Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, „The Faculty“, „Düstere Legenden“), stellte Cravens Film noch einmal etwas ganz Besonderes dar, weil sich der Regisseur insbesondere an Genreliebhaber wandte und „Scream“ mit jeder Menge popkultureller Anspielungen zu einem gewitzt-charmanten selbstreferenziellen Werk machte. Drei Fortsetzungen sollte der Altmeister bis ins Jahr 2011 noch inszenieren, die außer dem gelungensten Sequel (Teil 3) alle noch von Kevin Williamson geschrieben wurden. „Scream 4“ besiegelte als schwächster Teil das Ende der Horrorreihe, bis 2022, sieben Jahre nach Wes Cravens Tod, ein völlig neues Team mit „Scream“ wieder neu begann. Dieser Film, in dem sich auch altgediente Stars der Reihe wie Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette ein Stelldichein gaben, kann gleichermaßen als Reboot wie als Sequel gelesen werden. Die Frischzellenkur, die durch neue Nachwuchstalente wie Mason Gooding, Jasmin Savoy Brown und Dylan Minnette ausgelöst wurde, tat dem Franchise offensichtlich gut, denn bereits 2023 folgte mit „Scream VI“ ein weiterer Beitrag. Nachdem der Ghostface-Killer darin New York unsicher gemacht hatte, kehrt der drei Jahre später gestartete „Scream 7“ nun in mehrfacher Hinsicht zu den Wurzeln der Reihe zurück. Das liegt sicherlich auch an der Rückkehr von Kevin Williamson, der hier seit 15 Jahren zum ersten Mal wieder mit am Drehbuch schrieb und den Film sogar inszenierte (nach „Tötet Mrs. Tingle!“ 1999 erst seine zweite Regiearbeit überhaupt).
Das Macher-Haus in Woodsboro, Kalifornien, ist zu einer Touristenattraktion geworden. Dort, wo der Ghostface-Killer einst grauenvolle Morde beging, kann man sich über Nacht einmieten und den morbiden Charme der Location auf sich einwirken lassen. Ein junges Paar wird die Nacht dort allerdings nicht überleben, denn der Ghostface-Killer ist wieder da und macht dessen Aufenthalt in Woodsboro zum Alptraum. Kurze Zeit später steht auch das friedliche Leben von Sidney Evans, geborene Prescott (Neve Campbell), in Pine Grove auf der Kippe. Sidney erhält einen Videocall von Stu Macher (Matthew Lillard), den die ganze Welt eigentlich seit Jahrzehnten für tot hielt. Er droht damit, Sidneys Tochter Tatum (Isabel May) umzubringen, die gerade an ihrer Schule eine Theateraufführung probt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Polizeichef Mark Evans (Joel McHale), eilt Sidney an die Schule und kann Tatum noch retten, aber zwei ihrer MitschülerInnen sind dem Killer bereits zum Opfer gefallen. Just in diesem Moment erscheint die ehemalige Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox) mit ihren Praktikanten Mindy (Jasmin Savoy Brown) und Chad (Mason Gooding) vor Ort. Sie wittern eine sensationelle Story, wollen der alten Freundin und ihrer Familie aber auch tatkräftig zur Seite stehen.
Wer die Reihe kennt, dürfte schon im Vorfeld genau wissen, was ihn hier erwartet. Brutale Mordszenarien, dennoch mit einem humorvollen Twist dargeboten, Jump Scares und eine Agatha-Christie-mäßige Suche nach dem oder den Tätern, während das Ensemble der Verdächtigen schrumpft, weil auch diese niedergemetzelt werden. Nach dem eher durchschnittlichen Vorgängerfilm gibt es hier nun wieder spannendere Momente und auch originelle neue Twists, die u.a. mit der Deepfake-Technologie zusammenhängen und den Machern ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Kevin Williamson weiß besser als jeder andere, worauf es bei seiner Reihe ankommt, und bedient seine Fanbase auf überzeugende Weise.
Die BluRay-Erstveröffentlichung von Paramount Pictures (parallel ist der Film auch auf DVD, 4KUHD und 4KUHD im Steelbook erschienen) bietet ein sehr gutes Bild (im Widescreen-Format 2,39:1). Auch der Ton (Englisch in Dolby Atmos oder als Audiodeskriptionsfassung, Deutsch, Spanisch (für Spanien und Lateinamerika), Französisch (für Frankreich und Kanada), Italienisch und Japanisch in Dolby Digital 5.1, optional mit Untertiteln in 15 Sprachen, darunter auch Englisch für Hörgeschädigte) ist nicht zu beanstanden, wenngleich es wieder schade ist, dass nur die Originalversion in Atmos aufgespielt wurde. Die Extras umfassen die Features „Scar Tissue: The Making of Scream 7” (22 Minuten), „Building Tension: Production Design” (8 Minuten), „Dance of Death: Stunts” (6 Minuten), das Musikvideo „Ice Nine Kills Presents ‘Twisting the Knife’ featuring McKenna Grace” (3 Minuten) und sechs geschnittene Szenen (zusammen 5 Minuten).




Kommentare
Während früher die sogenannte Metaebene der Fortsetzungs-Filme im Vordergrund stand, geht es jetzt eher um KI und die damit verbundene Manipultation. Auch wenn man dabei thematisch ziemlich aktuell ist, verliert die Reihe doch ein bisschen ihren eigentlichen Charakter, während das Handlungsmuster gleich bleibt.
Jetzt steht eben Sidney Prescotts Tochter im Mittelpunkt - als Ziel des Killers.
Es wird wohl nicht der letzte Teil bleiben. Und ich frage mich dann schon, was man nach filmischer Metaebene und KI dann noch bieten will, um ein inzwischen abgenutztes Slasherkonzept
doch interessant wirken zu lassen.