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Der Alte - Erwin Kösters Fälle: Folge 33 - Eine große Familie

Der Alte - Erwin Köster und seine FälleFolge 33
Eine große Familie

Die Hennerscheidts sind eine große, ehrwürdige, alteingesessene Familie mit gewaltigem Stammbaum – in ihren Kreisen geachtet und hoch angesehen. Ein Zweig der Familie, Mutter, Sohn und Tochter, leben fernab der Welt auf einem schlossähnlichen Herrensitz, den auch schon ihre Vorfahren bewohnt haben. In einer stockfinsteren Nacht wird Louise, die Tochter des Hauses, von Willi, dem Hausdiener, ermordet aufgefunden. Auf den ersten Blick weist alles auf einen unbekannten Einbrecher hin – aber Kommissar Köster hat Zweifel.


Horst FrankEr beginnt, sich für das Leben und Treiben der Familie zu interessieren und stößt dabei auf einige Merkwürdigkeiten und Widersprüchlichkeiten. Am meisten interessiert Köster sich für die Tätigkeit von Dr. Gebhard Hennerscheidt, denn der ist ein in Fachkreisen hochgeschätzter Assyrologe, er arbeitet nun schon seit Jahren an einem babylonisch-deutschen Wörterbuch. Dann wird Köster von einem Unbekannten ein Manuskript zugespielt. Als er es aufschlägt, stellt er zu seiner Bestürzung fest, dass es in babylonischer Keilschrift verfasst ist. Dieses Manuskript, davon ist Köster überzeugt, enthält die Lösung des Mordfalles – aber er kann kein Wort lesen …

Zunächst beginnt der Fall recht vielversprechend. Die Tote in dem reichen Herrenhaus. Ein nächtlicher Besucher, der schnell vom Landsitz wegfährt. Und dann die totkranke Mutter, die im Bett liegt und irgendein Geheimnis hütet. Alles das sind hervorragende Zutaten für einen schönen Krimi. Doch die Geschichte lahmt am Tempo. Selbst als die ansehliche Krankenschwester (Diana Körner) ins Spiel kommt, und im Haus für die Mutter sorgen soll, kommt damit keine Fahrt in die Geschichte.

Das der Mord offenbar von eigenen Bruder begangen wurde, oder aber von der totkranken Mutter wird dem Zuschauer schnell klar, da keine anderen Verdächtigen da sind. Zu sehr fixiert sich die Handlung auf die zwei Familienmitglieder und ihrem treuen Butler (Joachim Wichmann).

Auch die plötzlich aufgetauchte babylonische Keilschrift trägt nicht zur Spannung bei. Diese wirkt er wie ein gezwungenes Element um der Geschichte etwas mehr Düsternis zu geben.

Auch Horst Frank, der als bester Darsteller dieser Folge eine Glanzvorstellung abliefert, kann den Krimi nicht aufwerten, der irgendwie nur so vor sich hin plätschert.

Zum Ende kommt heraus, dass die ermordete Tochter ein intimes Verhältnis mit dem Bruder (Horst Frank) hatte. Inszest als Motiv. Das hätte ein durchaus interessanter Fall werden können, wenn er nicht so schrecklich langweilig gewesen wäre…

Besetzung: Siegfried Lowitz (Erwin Köster), Michael Ande (Gerd Heymann), Jan Hendriks (Brenner), Horst Frank, Inge Birkmann, Joachim Wichmann, Diana Körner, Alf Marholm, Rudolf Schündler, Fritz Strassner, Holger Petzold und andere
Stab: Buch: Herbert Rosendorfer,  Titelmusik: Peter Thomas, Musik: Hans-Martin Majewski, Kamera: Heinz Hölscher, Szenenbild: Wolf Englert, Herstellungsleitung: Gustl Gotzler, Redaktion: Peter Renfrantz, Produzent: Helmut Ringelmann. Eine Produktion der Telenova Film und Fernsehproduktion im Auftrag von ZDF, ORF, SRG. Regie: Alfred Weidenmann. Erstausstrahlung: 02.11.1979 (ZDF)

Kommentare  

#1 Dirk Hohensohn 2013-09-12 17:03
Warum ist das Manuskript so schwierig? Wenn Hennerscheidt wirklich ein babylonisches Wörterbuch schreiben kann, dann muß er die Keilschrift lesen können. Darf er das nicht, weil er als Angehöriger des Mordopfers befangen ist? Aber es können noch andere, die Schrift ist seit etwa 1900 entziffert, und dies erregte Aufsehen, weil das so entzifferte Gilgamesch-Epos den biblischen Sintflutbericht bestätigt.
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