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Mutige Kriegspiloten - »Midway – Für die Freiheit«

Midway – Für die FreiheitMutige Kriegspiloten
»Midway – Für die Freiheit«

Schon während seiner Studentenzeit zeigte Roland Emmerich ein Faible für Genrekino und grandiose Kinobilder. Das hat sich bis heute nicht geändert. Seit rund 30 Jahren arbeitet der geborene Schwabe in Hollywood und hat dort den Beinamen „Master of Desaster“ verpasst bekommen. Davon kann man sich nun auch in seinem neuesten Film „Midway – Für die Freiheit“ wieder ein Bild machen, Emmerichs Rekonstruktion einer bekannten Seeschlacht im Zweiten Weltkrieg.

Midway – Für die FreiheitSeit Roland Emmerich in Hollywood arbeitet, hat er Städte oder gleich die ganze Erde schon mehrfach in Schutt und Asche gelegt. Seien es sein „Godzilla“-Remake, seine Alien-Invasion in „Independence Day“, seine Apokalypse in „2012 – Das Ende der Welt“ oder seine Bebilderung der Klimakrise, die er schon 2004 in „The Day After Tomorrow“ eindrucksvoll Gestalt annehmen ließ. Die meisten dieser Filme sind ganz offensichtlich inspiriert von den Katastrophenfilmen und dem Event-Kino aus den 1970er Jahren, mit denen Emmerich aufgewachsen ist und die ihn sichtlich geprägt haben. 1976 drehte Jack Smight beispielsweise mit „Schlacht um Midway“ seine Dramatisierung der Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg, die den Ausgang desselben nachhaltig beeinflussten. Schon in Smights Verfilmung waren mit Charlton Heston, Henry Fonda, James Coburn und Toshiro Mifune eine ganze Reihe renommierter Stars in den Hauptrollen zu sehen, und Emmerichs Variante geht in vielerlei Hinsicht ganz ähnliche Wege.

Midway – Für die FreiheitZum Kriegsausbruch 1939 verhielten sich die USA noch neutral, doch als die mächtige Nation zwei Jahre später in Pearl Harbor auf eigenem Boden von der Kaiserlichen Japanischen Marine angegriffen wurde, mussten sie sich verteidigen. Die Streitkräfte im Pazifik wurden verstärkt, und obwohl es zunächst den Anschein hatte, als würde man gegen die Übermacht der Japaner nicht langfristig bestehen können, wendete sich bei der entscheidenden Schlacht auf den Midway-Inseln schließlich doch das Blatt. Roland Emmerich rekapituliert die Ereignisse aus Sicht der amerikanischen Soldaten Lieutenant Dick Best (Ed Skrein), Lieutenant Commander Edwin Layton (Patrick Wilson) und Admiral Chester W. Nimitz (Woody Harrelson), die verschiedene Ränge bekleideten und mit verschiedenen Aufgaben betraut waren, gemeinsam aber das Unmögliche realisieren konnten. Aber auch die gegnerische Seite wird nicht ausgeklammert. Insbesondere Admiral Isoroku Yamamoto (Etsushi Toyokawa) wird als intelligenter Stratege und Planer eingeführt, der kurz vor Kriegsausbruch mit den Amerikanern noch diplomatische Gespräche führte. Auch seine Treue zum Kaiser und seine rational-durchdachte Vorgehensweise werden im Film detailreich nachgezeichnet.

Midway – Für die FreiheitInsgesamt kann man auch diesem Roland-Emmerich-Film seinen Unterhaltungswert nicht absprechen. Der Filmemacher hat die tatsächlichen Vorkommnisse recht klassisch aufbereitet, setzt auf die Starpower seiner Darsteller und das visuelle Feuerwerk, das mit Hilfe der Computeranimationen abgebrannt wird und für die zahlreichen Actionmomente des Kriegsdramas sorgt. Leider ist gerade die Kombination der real gefilmten und der im Computer animierten Szenen nur mäßig gelungen, was an der Glaubwürdigkeit des Gezeigten nagt. Doch spätestens, wenn man sich als Zuschauer von den spannungsreichen Flugmanövern der Protagonisten in seinen Bann hat schlagen lassen, sind diese Mankos vergessen. Für Fans derartiger Filme ist auch „Midway – Für die Freiheit“ ein gelungener Genrevertreter, der inszenatorisch keine Risiken eingeht und die Vorkommnisse ohne allzu auslandende private Hinzudichtungen schnörkellos auf den Punkt bringt. Die BluRay-Erstveröffentlichung des Films beeindruckt in erster Linie durch die Tatsache, dass sowohl der deutsche als auch der englische Ton in Dolby Atmos vorliegen (wahlweise mit deutschen Untertiteln und mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte; optional gibt es auch noch eine deutsche Audiodeskriptionsfassung). Dieser ist sehr gut abgemischt und punktet insbesondere mit tollen Höheneffekten. Das Bild (im Widescreen-Format 2,40:1) ist ebenfalls makellos und entspricht dem Stand heutiger Technik. Als Extras enthält die Scheibe das Making Of „Getting it Right“ (14 Minuten), die Features „The Men of Midway“ (12 Minuten), „Roland Emmerich: Man on a Mission“ (5 Minuten), „Turning Point: The Legacy of Midway“ (15 Minuten), „Joe Rochefort: Breaking the Japanese Code“ (6 Minuten) und „We Met at Midway: Two Survivors Remember“ (9 Minuten), zwei deutsche Trailer zum Film sowie einen Audiokommentar mit Regisseur Roland Emmerich.

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