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Berndt-Guben und seine Leihbücher der Jahre 1952 bis 1954 - Die Pfeifer Romane (2. Teil)

Leihbücher von ScheerBerndt-Guben und seine Leihbücher der Jahre 1952 bis 1954
Die Pfeifer Romane
(2. Teil
)

Karl-Heinz Berndt, ein heutzutage fast vergessener Schriftsteller, der unter anderem unter dem Pseudonym Berndt Guben schrieb, wurde vor allem durch seine Leihbücher, insbesonders die "Pfeifer-Romane" bekannt, die er in den Jahren 1952-1954 im Reihenbuchverlag veröffentlichte. Nach Teil 1 möchte ich mich hier im 2. Teil mit den Bänden 11-23 von insgesamt 23 Bänden befassen, die nie mehr neu aufgelegt wurden.


Leihbücher von ScheerBerndt Guben schildert die weiteren Abenteuer des deutschen Arztes Michel Baum, der wegen seiner Fertigkeiten als Kunstpfeifer auch der Pfeifer genannt wird.

Diese Romane spielen von der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges bis etwa 1800.

Diese 13 Bände schildern die Reisen und Abenteuer des Pfeifers beginnend mit seinem neuen Leben als Arzt, Vater und Ehemann in Providence. Nach der Ermordung seiner Frau Charlotte und Entführung des kleinen Andreas während einer Reise durch Banditen, Indianer und zuletzt Piraten jagt der Pfeifer in den ersten Bänden seinem kleinen Sohn quer durch Amerika hinterher, bis er ihn zuletzt als Schiffsjunge auf einem Piratenschiff findet und befreit. Mit dabei ist sein alter Freund Ojo.

Dabei trifft er wieder auf die Galeone Trueno und die Gräfin Marina, die dem Pfeifer hilft, dabei gefangen und in Spanien zum Tode verurteilt wird. Der Pfeifer und Marinas todkranker Ehemann machen einen Deal mit den spanischen Behörden und retten ihr so das Leben. Dafür muß Marina als Korsarin für Spanien kämpfen, was zu Konflikten mit der Piratenorganisation der Brüder Hernandez führt.

Nach dem Versuch, die englische Eroberung Trinidads zu verhindern, will der Pfeifer befreite Negersklaven in Afrika ansiedeln. Das mißfällt den Engländern, die eine vermutete Kolonisierung durch die USA  verhindern wollen. Sie verschleppen deshalb den Pfeifer nach London und deportieren ihn nach Australien. Mit Hilfe der Trueno entflieht der Pfeifer und kehrt über Japan in die USA zurück.

Dort will er sich zur Ruhe setzen und die Studien seines Sohnes überwachen, beschließt aber nach seinem entführten Freund Tscham zu suchen, der sich ebenfalls in Providence niedergelassen hatte. Nach einem Showdown in der Karibik gegen die Piratenorganisation der Brüder Hernandez und dem Untergang der Trueno kehrt der Pfeifer nach Providence zurück, wo er die verwitwete Marina heiratet und seine dortige Klinik leitet.

Irgendwie sind Berndt Guben diese Bände nicht so gut gelungen wie im ersten Teil, er läßt den Pfeifer öfters herumirren und grobe Fehler machen, dazu ändert er im Laufe der Erzählung Charaktere von gut zu böse und umgekehrt und versucht krampfhaft dadurch zusätzliche Spannung zu erzeugen.

Irgendwie hat das nicht so gut funktioniert; von der Phantasie eines Karl May ist der Autor diesmal sehr weit entfernt. Wie sagte schon bei Karl May der Hobble Frank: "Getretener Quark wird breit, nicht stark!"

Mit anderen Worten, Guben hat, obwohl er spannende Romane schreiben kann, diese Geschichte viel zu sehr gestreckt, ein Fehler, den auch moderne Autoren gerne machen.
Klappentexte

Klappentexte waren so etwas wie eine kurze Inhaltsangabe eines Buches. Sie hatten im Wesentlichen bis zu 3 Funktionen, nämlich den potentiellen Leser auf das Buch aufmerksam zu machen (damit er es entweder kaufte oder auslieh) und dienten ferner noch als eine Werbung für den Autor und / oder den Verlag.

Berge, Bären, Biberjäger11. Berge, Bären, Biberjäger
Mit dem vorigen Band war die große Weltreise des  Pfeifers abgeschlossen. Mit diesem beginnt nun die Beschreibung einer neuen Etappe seines Lebens. Wir können sie die amerikanische Etappe nennen.
Michel Baum ist mit seiner Frau nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika ausgewandert. In der Stadt Providence gründet er eine langsam berühmt werdende Klinik. Seine Frau Charlotte schenkt ihm einen Sohn. Tscham von Bihar baut sich in der Nähe einen Palast nach indischem Geschmack. Und obwohl Freund Ojo das Leben in der Stadt schon nach kurzer Zeit satt kriegt und in den Westen geht, scheint das Glück der anderen ungetrübt zu sein. Der Pfeifer hat sein größtes Ziel endlich erreicht: als Freier unter den Freien zu leben.
Unsere Erzählung setzt da ein, wo die dreizehn nunmehr unabhängigen Kolonien als festgefügter Staat mit der freiesten Verfassung der Welt ihren Weg beginnen.
Wir begegnen Michel Baum in Begleitung seines Sohnes in den Straßen von Providence an jenem Tage, da der erste Präsident der Vereinigten Staaten seinen Amtseid leistet. Froh und beschwingt sind alle Bürger, daß das große Werk vollendet ist. Und Michel macht seinem kleinen Söhnchen die Bedeutung dieses Tages klar. Sie wollen zu Hause den Tag festlich begehen und haben Gäste geladen. Da erreicht Michel die Nachricht, daß sein alter Freund, General Hawbury, nach Kanada versetzt worden ist und nunmehr Kommandant der Stadt Montreal ist. Hawbury hat ein Schreiben an Michel gerichtet, und dieser beschließt, ihn mit seiner ganzen Familie und in Begleitung Tschams zu besuchen.
Damit beginnt ein neues schweres Schicksal für den Pfeifer. In wilden Gebirgspässen werden sie überfallen. Fort Edward und die großen Seen werden zum Mittelpunkt der spannenden Handlung. Wie wird der Schicksalsweg des kleinen Andreas Baum sein? Wird der Pfeifer seinen geraubten Sohn wiederfinden? Wer ist der junge Indianer Tecumseh, der, von einer großen Reise kommend, mitten in das Geschehen hinein gerät?
Bunte Gestalten und vielfältige Abenteuer stellen uns mitten hinein in die wilde Geschichte des Nordwest-Territoriums.
Der neue Abschnitt im Leben des Pfeifers beginnt in ebenso schillernden Farben, wie der erste geendet hat.

Flüche, Flammen, Flintenschüsse12. Flüche, Flammen, Flintenschüsse
Tecumseh, der junge Häuptling der Shawnees hat den Sohn des Pfeifers in seinen Stamm aufgenommen. Unter dem Namen "Kleines Wiesel" hat sich der Junge sehr schnell unter seinen indianischen Freunden eingelebt. Eines Morgens wird er beim Spiel von dem Mörder seiner Mutter, Red Fox, geraubt, der für ihn von dem Pfeifer ein Lösegeld erpressen will. Auf der Flucht nach dem Süden wird er jedoch von einem indianischen Streifzug gestellt und das "Kleine Wiesel" befreit. Bei den Indianern befinden sich einige Weiße, unter ihnen auch Ojo, der alte Freund des Pfeifers. Er erkennt das "Kleine Wiesel" wieder und versucht mit ihm über den Ohio zu entkommen. Er wollte dem Pfeifer seinen Sohn zurückbringen.
Als er amerikanisches Gebiet erreicht, wird er von Parteigängern des Generals Harmar erkannt und soll gelyncht werden. Das "Kleine Wiesel" wird von Tecumseh gefunden und in sein Indianerdorf zurückgebracht. Ojo gelingt es, nach einer tollkühnen Flucht zu entkommen. Der Pfeifer begleitet die Armee des Generals Harmar nach Norden, um dadurch in das Indianergebiet zu kommen.
Der Feldzug scheitert an dem Verrat des Banditen Red Fox, der sich als Kundschafter in die Armee eingeschlichen hat. Er macht die Tragödie dieses Feldzuges von Anfang bis Ende mit. Dem Rückzug schließt er sich nicht an, sondern versucht, in einem Marsch durch Schnee und Eis Tecumseh zu finden.
Erst im Frühjahr gelingt ihm das. Dort trifft er mit Ojo zusammen, aber auch mit dem Mörder seiner Frau, Red Fox. Diesem gelingt es, die Indianer gegen den Pfeifer aufzuhetzen. Unter schwierigen Umständen kann Ojo die Indianer aufklären. Inzwischen hat aber Red Fox den Sohn des Pfeifers erneut geraubt und ist mit ihm in der Wildnis verschwunden. Der Pfeifer und Ojo brechen auf, um den Mörder zu jagen.

Rancher, Räuber, Revolverschüsse13. Rancher, Räuber, Revolverschüsse
Bis hinauf in den amerikanischen Norden, bis an die Ufer des Erie-Sees, verfolgt Michel Baum den Räuber seines Sohnes. Endlich steht Ojo dem Freunde wieder bei den gefährlichen Abenteuern zur Seite.
Tecumseh hat sich mit seinen Stammesbrüdern auf kanadisches Gebiet zurückgezogen: noch scheinen die englischen Truppen den Alkonkin und den übrigen Stämmen Schutz gegen die Pioniere der Vereinigten Staaten zu bieten. Aber auch bei den Engländern zeigt sich die verderbliche Überheblichkeit der Weißen, die kein Mittel scheuen, die roten Krieger zu täuschen und zu hintergehen.
Der Pfeifer, immer weiter getrieben von der Sehnsucht nach seinem Sohne, erlebt in Fort Detroit eine furchtbare Enttäuschung. Abermals findet er sich von seinem Ziele weiter entfernt als je.
Der Leser wird den großen Ohio-Krieg des Jahres 1791 miterleben. Wir lernen die historischen Gestalten des Wilden Westens kennen — Kentuckische Jäger, die sich nicht an die Disziplin eines regulären Armeekorps gewöhnen wollen, Generale, die keine Schlacht gewinnen können, und auf der anderen Seite begegnen wir den großen tragischen Gestalten, die uns schon bekannt sind: Blaujacke, Tecumseh, Kleine Schildkröte.
Auch in diesem Roman wird die Spannung von Seite zu Seite gesteigert, auch dieser Pfeifer-Band ist wieder erfüllt von dem bunten, packenden und großen Geschehen, das sich in Nord-Amerika abspielt. Der Pfeifer aber kann nicht mehr in den Vereinigten Staaten bleiben, im nächsten Band — soviel sei dem Leser schon verraten — treibt ihn das Schicksal weiter, zuerst an den Mississippi und dann hinunter in den heißen, farbenprächtigen Süden, in das sonnendurchglühte Land Louisiana am Golf von Mexico, dort, wo der Neger unter dem drückenden Joch der Sklaverei seiner schweren Arbeit auf den Baumwollfeldern nachgehen muß.

Freunde, Feuer, Fährtensucher14. Freunde, Feuer, Fährtensucher
Ueber dem Pfeifer, dessen Abenteuer früher so oft vom Schicksal begünstigt waren, scheint ein unglücklicher Stern zu stehen. — Was nützt es, daß der niederträchtige Red Fox bei einem Ueberfall auf ein Mississippi-Floß ums Leben kommt, wenn der von ihm entführte Andreas nicht in die Hände freundlich gesonnener Menschen fällt, sondern von den Mississippi-Gangstern nach New Orleans verkauft wird? — Doch trotz aller Hindernisse weiß Michel Baum mit seinen Freunden die Spur des Sohnes weiter zu verfolgen. Gewiß hätte er diesmal die Schuldigen gestellt, wenn ihm nicht durch korrupte Regierungsstellen in der Hafenstadt am Mississippi, in New Orleans, abermals sämtliche Pläne durchkreuzt worden wären.
Aber alle Rückschläge vermögen nicht, den unbeugsamen Willen des Pfeifers zu brechen.
Die Suche nach seinem Sohne führt Michel Baum den Mississippi abwärts bis zur Mündung. Das Geheimnis des größten Stromes der Welt umfaßt den suchenden Vater ebenso wie seine Freunde, und in dem wilden Leben der Hafenstadt New Orleans sind die unerschrockenen Männer den gleichen Gefahren ausgesetzt wie jeder andere Fremdling in dem heißblütigen Süden Amerikas.
Gerissene Flußräuber und schmierige Spelunkenwirte, arrogante Garnisonsoffiziere und schlaue Geschäftemacher, Piraten und jähzornige Pioniere, das sind die Vertreter einer raubgierigen Welt, gegen die der Pfeifer mit seinen Freunden anzukämpfen hat, "Freunde — Feuer — Fährtensucher", ein Band, noch spannender als die vorhergehenden Abenteuer, ein Pfeifer-Band, wie ihn der anspruchsvolle Leser erwartet.

Marina, Morénos, Marodeure15. Marina, Morénos, Marodeure
"Mit vollen Segeln pflügte die 'Trueno' die glitzernden Wellen der Karibischen See", so beginnt der 15. Band der Pfeifer-Abenteuer.
Die Mannschaft der Gräfin Marina nimmt den Kampf gegen eine sonderbare 'Handelsgesellschaft' auf — was sich aber hinter dem harmlosen Firmenschild einer Befrachtungs- und Handelsgesellschaft verbirgt, ist in Wirklichkeit die größte Seeräuberbande der Karibischen See, eine Bande, deren Chef, Hernando Sanchez, mancherlei Ängste und Unbequemlichkeiten auszustehen hat, denn Marina, die Senora Capitán der 'Trueno', und Jardin, ihr Erster Offizier, lassen nicht mit sich spaßen. —
In Providence trifft der Pfeifer mit Kapitän Paulsen von der 'Lydia' zusammen und sticht mit ihm in See, um die Verfolgung der Räuber seines Sohnes aufzunehmen. Die alten Freunde des Pfeifers auf der 'Trueno' können natürlich nicht ahnen, daß sie durch ihre Kanonade gegen ein Seeräuberschiff den kleinen Andreas — den entführten Sohn des Pfeifers — in höchste Lebensgefahr bringen.
Wieder ein Band, reich an spannenden Abenteuern: der Pfeifer ist voller Sorge um seinen Sohn, aber auch voller Tatkraft — Marina inmitten ihrer verwegenen Mannschaft von der 'Trueno' — abenteuerliche Gefechte auf hoher See; das wird den Leser des Bandes "Marina, Morénos, Marodeure" in Atem halten. Der Pfeifer rüstet sich wieder zum Kampf!

Piraten, Prügel, Pulverdampf16. Piraten, Prügel, Pulverdampf
Der Pfeiferband "Piraten — Prügel — Pulverdampf" gehört zu den schönsten Pfeifer-Abenteuern, die wir unseren Lesern bisher vorlegen konnten. — Michel Baum befreit durch einen kühnen Handstreich seinen Sohn, den kleinen Andreas, aus den Händen der feindlichen Seeräuberbande; mit Hilfe des getreuen Ojo und der Gräfin Marina gelingt der Überfall, und Andreas hält sich künftig unter den Freunden des Pfeifers auf, aber — Marina fällt in die Hände der Seeräuber von Cárdenas. Sie zu befreien ist eine viel schwierigere Aufgabe, als es die Freunde von der "Trueno" und "Lydia" zunächst wahrhaben wollten.
Ojo muß sich selbst zum Grafen ernennen, und Michel Baum wundert sich mit Recht, woher der alte, ehrliche Schwarzbart gelernt hat, seine Feinde zu überlisten, wenn man nur mit List zum Ziele kommt. —
Marina befindet sich indessen in größter Gefahr, ihr Schicksal scheint diesmal besiegelt, und wenn es für die tapfere Senora Capitán noch ein Entrinnen gibt, dann nur durch den Pfeifer und seine Freunde.
Ein bestechlicher Gouverneur, gut disziplinierte Polizeitruppen, Geldschneider und undurchschaubare Intriganten sind die Gegner des Pfeifers. Umsicht, Härte und Tapferkeit sind die einzigen Waffen, die gegen solche Elemente Erfolg versprechen.
Wer wird der Sieger in den Karibischen Gewässern sein — ?
Peseten, Pest, Piratentreue17. Peseten, Pest, Piratentreue
Gewiß, der Pfeifer hatte begründete Hoffnungen, die verhaftete Gräfin de Villaverda zu befreien, besonders, da er auf demselben Segler, der Gräfin Marina nach Spanien überführen sollte, als Schiffsarzt Dienst tat. Die Fahrt ging von Habana, der Hauptstadt Cubas, nach Santander an der spanischen Westküste; während der langen Passage müßte sich doch für die Gefangene eine Möglichkeit zur Flucht bieten, zumal das Kriegsschiff der Spanier von der "Trueno" und der schnellen "Lydia" verfolgt wird, so denkt Michel Baum. Es zeigt sich aber, daß die Rechnung des sonst so umsichtigen Pfeifers diesmal fehlerhaft war. —
Mit Recht machen sich die Kampfgefährten der andalusischen Gräfin schwere Vorwürfe und setzen alle Kräfte ein, um die Senorita Capitán doch noch zu befreien. Aber das Netz zieht sich zusammen, ganz Nordspanien beteiligt sich an der Verfolgung der entkommenen Marina. Und der Alkalde von Bielsa spielt seine verderbliche Rolle zu Ende — nicht einmal ein Wunder könnte Marina retten! In dem Band "Peseten — Pest — Piratentreue" finden die Pfeifer-Freunde alles, was diese Romane auszeichnet; inmitten der großen historischen Ereignisse bestehen Michel Baum und seine Kameraden die gefährlichen und spannungsvollen Abenteuer. Diesmal haben sie Unglück, und ein verderblicher Zufall scheint das Schicksal der tapferen Marina zu besiegeln.

Rebellen, Ratten, Raubgesellen18. Rebellen, Ratten, Raubgesellen
Hernando Sanchez, der Chef der gaunerischen Firma »Vermittlung von Großfrachten aller Art«, glaubte, alles würde in Ordnung gehen, nachdem er Michels neuangeheuerte Mannschaft bestochen hatte, so daß die »Trueno« ohne den Pfeifer den Rückweg nach Amerika machte. Aber so lebt man unter Betrügern und Gesindel: Ist der Kumpan in Not oder Gefahr, versucht der andere seinen Gewinn daraus zu schlagen, anstatt dem Genossen zu helfen. Deshalb kommt es, wie es kommen mußte; der dummdreiste Hernando erlebt einige Überraschungen!
Der Pfeifer kaufte in Santander eine schnittige Zweimastbark, die »Aquilon«, auf der er mit den alten Getreuen zurück nach Boston fährt. Er weiß seinen Sohn auf der Trueno, ahnungslos ist er, welches Schicksal den kleinen Andreas bedroht. Aber er findet ihn wohlbehalten wieder. Die Möglichkeit, sich endlich der Erziehung des Sohnes zu widmen, ist Michel Baum jedoch nicht vergönnt, er muß wieder auf See gehen, denn er hat mit den Brüdern Sanchez eine Rechnung zu begleichen; und diesmal wird es wohl nicht so glimpflich abgehen wie bei dem letzten Zusammentreffen mit Antonio, dem stets hungrigen Piratenkapitän, und Hernando, dem feisten Betrüger und Sklavenhändler. In Cárdenas versucht währenddessen der schlaue und intelligente Sekretär Camillo, die Geschäfte und den Besitz der Großfrachtvermittlung aller Art an sich zu bringen, doch auch er verrechnete sich. Er, der selbst seine Herren verraten hat, wird wiederum von einem Untergebenen verraten. Dennoch ist es erstaunlich, mit welcher äußeren Ruhe und Gelassenheit Don Camillo seinem Tode entgegensieht, er verliert seine Fassung auch in dem Moment nicht, da ihm der Strick schon um den Hals geschlungen ist.
Der Pfeifer bleibt mit seinen Leuten aber den wirklich Schuldigen auf der Spur und er weiß sie zu finden!

Tyrannen, Teufel, Trinidad19. Tyrannen, Teufel, Trinidad
Die Freunde der "Trueno" und die beiden Mannschaften der "Lydia" und "Aquilon" stehen vor einer neuen Aufgabe, die viel größere Schwierigkeiten mit sich bringt, als vorauszusehen war.
Hernando Sanchez will nach dem fast vernichtenden Nackenhieb, den er erhalten hatte, ein schon immer betriebenes Geschäft groß aufziehen; er verspricht sich von dem Sklavengeschäft einen riesigen Verdienst. Dem entmenschten Geschäftemacher kommt eine niederträchtige Idee: Sklavenzucht, systematische Sklavenaufzucht will Sanchez betreiben. Aber mit den Sklaven geschieht etwas ganz anderes; sie sehen ihr Heimatland wieder, dort will sie Michel Baum in ein neues Leben führen, ein Leben in einem gerechten und freiheitlichen Staatswesen.
Während aber Michel Baum, der Pfeifer, seine ganze Kraft auf dieses Vorhaben verwendet, zeigt es sich, daß in Kapitän Paulsen ein anderer Kern steckt, als der Pfeifer vermutet hatte.
Der Pfeifer bleibt mit Ojo bei dem neugegründeten Staatswesen an der westafrikanischen Küste, während die drei Schiffe nach Amerika zurücksegeln. So ahnte Michel nichts von der schweren Seeschlacht vor Trinidad, ahnte nichts von dem feigen Verhalten Kapitän Paulsens und den Gefahren, in denen Marina schwebte. Erst viel später würde Michel erfahren, welches Schicksal Kapitän Juan Carúpano erlitt, der einäugige Kapitän, der eine Schuld abzugleichen hatte.

Alarm, Agenten, Afrika20. Alarm, Agenten, Afrika
In rastloser Arbeit entstand unter Michel Baums Anleitung an der Pfefferküste die Stadt der befreiten Negersklaven. — Liberia — so nannte Michel den jungen Staat der Neger, in dem er ein freiheitliches, demokratisches Zusammenleben der Schwarzen durchsetzen will.
Während der Pfeifer und Ojo auf die Ankunft der 'Trueno' warten, die weitere befreite Sklaven mitbringen soll, erleben die beiden Gefährten eine schlimme Ueberraschung: englische Kriegsschiffe fahren in die Hafenbucht des kleinen Negerstaates ein, und es zeigt sich, aus welchem Schrot und Korn jener englische Admiral ist. Michel wird das Opfer einer eigentlich plump gestellten Falle; und Ojo wird seinen Senor für lange Zeit nicht wiedersehen.
Der alte Spanier — in Amerika nannten sie ihn Schwarzbart — lebt nun alleine unter den befreiten Negern, deren junges Gemeinwesen vor eine schwere Belastungsprobe gestellt wird. Michel Baum hat seine Pläne auf falschen Voraussetzungen aufgebaut.
Als die 'Trueno' in jenem kleinen Hafen an der Pfefferküste einläuft, finden Marina und ihre Getreuen den Pfeifer nicht mehr vor, Ojo aber kann von dem Uebergriff der Briten berichten.
Der Plan zur Befreiung des Pfeifers gehört zu den kühnsten Unternehmungen der Freunde, denn es gilt, mit dem in London gefangengehaltenen Michel Baum Verbindung aufzunehmen.
Wie kann es gelingen, den Pfeifer aus seiner Haft in der Hauptstadt Großbritanniens zu befreien? Der "Bloody Tower", das Staatsgefängnis, ist das Grab der Lebendigen, dem niemand entkommt, so lange die Wache nicht den Befehl erhält, die Tore zu öffnen.
Michel Baum wird aus der Kerkershaft entlassen, aber nur um einem noch schlimmeren Schicksal entgegenzugehen.
Nein, die alten Freunde um Marina lassen nicht von ihrem Plan ab, sie folgen dem Gefangenentransport, um noch einmal alles zu Michels Rettung einzusetzen. Doch das Schicksal will es anders.
In diesem Pfeifer-Band erleben wir mit, wie sich eine Handvoll unerschrockener Menschen auch im Unglück zu behaupten sucht.

Taue, Terror, Totengräber21. Taue, Terror, Totengräber
Der Fluchtversuch des Pfeifers von dem britischen Segler "Annette" ist gescheitert, und Captain Jogurt, der Kommandant dieses Schiffes, läßt seine Wut und Rachgier auf eine wahrhaft sadistische Weise an den Leidensgenossen des Pfeifers aus, vor allem an jenem Bootsmann Jack Strime, der als Besatzungsmitglied der "Annette" von der ganzen Strenge des Seerechts getroffen wird.
Nicht zu unrecht allerdings verbot die Britische Admiralität die Strafe des Kielholens, dennoch — Kapitän Jogurt läßt Strime kielholen! — Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, auf Schiffen keine Spitzel zum Abhören der Mannschaftsstimmung einzusetzen, Kapitän Jogurt allerdings hält sich daran wenig, er kauft sich Spitzel unter den Deportierten und setzt damit alle, Mannschaft und mitgenommene Gefangene, unter schweren Druck, unter ständige Angst.
Der Pfeifer aber hat nicht umsonst so lange Jahre den Kampf gegen verbrecherische und unsaubere Gewalthaber geführt, er vermag es, der Niedertracht dieses Kapitäns zu trotzen.
Mit der Ankunft in Australien ist der Leidensweg der Deportierten noch keineswegs abgeschlossen, nein, hier entwickelt der bestialische Kapitän noch einmal seinen ganzen Zynismus.
Der Pfeifer schwor sich, das Unrecht, das an ihm und seinen Leidensgenossen begangen wurde, zu rächen, und der Pfeifer hat noch nie sein Wort gebrochen.
Auf fremder Erde, in den fernen Gebieten des Südmeeres, treffen die Schicksalsschläge doppelt hart, das bekommen auch Michel Baum und seine Freunde in vollem Umfang zu erfahren — auch sie werden Zeugen des tragischen Endes eines Menschen aus ihrer Umgebung.
"Taue — Terror — Totengräber" ist ein Pfeiferband, der wieder einmal das wilde Leben einer fernen Welt eingefangen hat.

Hölle, Helden, Harakiri22. Hölle, Helden, Harakiri
Erst in Not und Entbehrung zeigt sich der wahre Kern eines Menschen; doch wenn die Qualen zur Hölle werden, bricht selbst der standhafteste Wille, Mutlosigkeit und Verzweiflung schleichen sich auch in die tapfersten Herzen.
Wochenlang treibt die durch einen Sturm havarierte "Trueno" auf dem Pazifischen Ozean. Die Trinkwasser-Behälter wurden durch das Unwetter über Bord gerissen, und ohne Wasser droht der bewährten Mannschaft der Senorita Capitán ein elendes Ende. Vergeblich sucht das schwerbeschädigte Schiff an der Japanischen Küste Hilfe, denn die Sperre, die Jahrhunderte lang alle fremden Seefahrer vom Reich der Roten Sonne fernhielt, bleibt undurchdringlich.
Feindlich und verschlossen weisen die Japaner alle, die nicht ihres Blutes sind, aus ihrem Hoheitsgebiet. Sie denken nicht daran, eine Ausnahme für die in Not geratenen Seefahrer zu machen; der Wille des Schogun — des obersten Kanzlers der Japanischen Inselreiche — steht höher als alles Leben.
Als einzige europäische Nation durften bekanntlich nur die Holländer — auch nach der Fremdensperre — in Japan Handel treiben, und so gelingt es der "Trueno", den Hafen der niederländischen Faktorei anzulaufen.
Eine fremde Welt, die sich nun den Augen der Freunde darbietet, und dennoch, zwischen einigen Japanern und den Getreuen um Michel Baum findet sich eine Brücke zur Verständigung: der Kampf gegen Willkür und Unrecht.
Das, was der Pfeifer einst einem britischen Gouverneur und einem britischen Gericht vergeblich klarzumachen suchte, das, was selbst seine vertrauten Freunde mitunter nicht begriffen haben, hier in Nagasaki findet er es wieder — das Gesetz, wonach Gerechtigkeit über der Gewalt steht.
Die Mannschaft Gräfin Marinas greift in den folgenschweren Bauernaufstand der Provinz Kiuschiu mit ein, der Kampfkraft dieser Männer und der klugen Umsicht eines großen Weisen wird eine schwere Aufgabe gestellt.

Himmel, Hölle, Heldentod23. Himmel, Hölle, Heldentod
Nahe einem kleinen Eiland der Karibischen See entschied sich das Schicksal des Pfeifers und seiner Freunde. In einem mörderischen Gefecht gegen den weit überlegenen Feind geht die alte, treue 'Trueno' zugrunde.
Nicht nur 'Wagemut' hat den Ausgang der schweren Kämpfe bestimmt, sondern die Bereitschaft, für den Freund alles herzugeben, wenn er gerettet werden kann, alles — auch das Leben. Und diese Opferbereitschaft bedeutet mehr als Kühnheit.
In einem großartigen Finale klingen die Pfeiferabenteuer aus. Wenn der Leser diesen Pfeiferband aus der Hand legt, wird er wohl das eigene Leben mit dem jenes deutschen Arztes vergleichen. Er wird es vielleicht bedauern, nicht in einer Zeit geboren zu sein, die von den Männern so viel Einsatz und Tatkraft fordert.
Was hat, fragen wir uns, die Abenteuer des Dr. Michel Baum zu jenem großen Erfolg gemacht, warum konnten und wollten wir uns nicht dem Reiz dieser Bücher entziehen? Wer den Band "Himmel — Hölle — Heldentod" liest, der wird sich eine Antwort hierauf geben können, denn in
diesem Band ist alles noch einmal vereint, was die Pfeifer-Bücher auszeichnete: Die farbenprächtigen, buntschillernden Erlebnisse, der Kampf gegen Unrecht und gegen alle Arten der Gewaltherrschaft, aber wir finden hier auch neben allem anderen eine Stimme der Menschlichkeit, und darum wurde Berndt Guben der Freund so vieler Leser.
Jeden Bücherfreund, der die Krönung der Pfeifer-Erlebnisse auf der kleinen Insel El Emboy und schließlich in Providence kennt, bitten Autor und Verlag um seine Meinung über die Pfeifer-Abenteuer.
Berndt Guben, der Schriftsteller spannender, lebensvoller Abenteuer-Romane bleibt seinen Lesern treu!

Anmerkung:
Das ist die Story des zweiten Teils der Abenteuer Michel Baums, des Pfeifers, die mit einem versöhnlichen Happy End sowie der Hochzeit mit der Senorita Capitan Marina schließen.

Diese 13 Bücher wurden seither nicht mehr neu aufgelegt. Das ist einerseits schade, weil Guben durchaus mehrere interessante Charaktere wie die Piraten der Karibik oder Indianer zeichnet, was aber die Schwächen der Story nicht überwiegt.

Besonders die Figur des Pfeifers zeigt gegenüber dem ersten Teil große Schwächen, dieser agiert oft hilflos auf der Suche nach seinem entführten Sohn Andreas, verpasst es knapp, diesen zu finden und landet andauernd in irgend einem Gefängnis. Bei der Rettung Marinas vor den spanischen Behörden agiert er ebenfalls meist glücklos und das Kolonisationsprojekt in Afrika geht er viel zu blauäugig an. Auch seine Fluchtversuche während der Deportation nach Australien enden in einem Desaster. Zuletzt, als er seinen Freund Tscham aus den Händen der Piraten befreien will, gerät er selbst in Gefangenschaft, weil er die Beherrschung verliert und muss von Marina und der Trueno gerettet werden. Dabei sinkt die Trueno im Gefecht mit den Karibikpiraten und der Pfeifer rettet die schwerverletzte Marina, die dann seine zweite Frau wird.

Als Schlussgag landet dann der überlebende Sanchez-Bruder als todkranker Patient in der Klinik des Pfeifers. Irgendwie schade, dass die Story und die Figur des Pfeifer nicht besser genutzt wurden.

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