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Ein Abend bei Gaisbauers (Teil 18)

Teestunde mit Rolf...Moin Rolf, weiter geht’s mit dem Interview bei Gaisbauers. Dann leg mal los. Der Tee ist serviert …

Ein Abend bei Gaisbauers (Teil 18)

So, nachdem wir uns zwei Teestunden über W.K.Giesas Auto-Leidenschaft ausgelassen haben und meine Kommentare zu den Kommentaren fast eine eigene Teestunde ausmachen, geht es weiter mit dem Interview.

Wir waren bei den ›privaten Dingen‹. Rabe Wotan, Skelett Willibald, Werners Waffenarsenal und so weiter ...


Und ich bin immer noch dran am Reden - habe mich nur unterbrochen, weil dann wieder so diverse Erinnerungen hoch kochen. Da ich mit den Kommentaren zur letzten Teestunde feststellen konnte, das bei manchen Lesern einige meiner Erinnerungen nicht immer erwünscht sind, werde ich künftig am Anfang - wenn es mir nach dem Durchlesen am Schluss nötig erscheint - eine Warnung geben, nicht weiter zu lesen. Aber ich glaube, das wird nicht mehr viel, was die Gemüter erregen könnte. Denn es ist eigentlich alles mehrfach gesagt und eigentlich ist auch die ›Teestunde‹ ein Fossil, das ins Museum gehört - wie ich eben auch.

R.Michael: Einen ähnlich schlechten Ruf erwarben wir uns einmal (in Ahnatal) als wir zu einem Fantasy-Fest fuhren. Werner ist zwar Wehrdienstverweigerer, aber er hat so viele Waffen, dass man damit eine Kompanie ausrüsten könnte. Ich verließ also das Haus mit dem ganzen Arm voller Äxte, Schwerter, Degen, Hellebarden und Morgensterne. Die Leute guckten vor Entsetzen. Ich drehte mich rum und rief zurück: "Helga, ich gehe zur Arbeit!"

Da in dieser Zeit in der HNA, der Zeitung die in ganz Nordhessen gelesen wird, als täglicher Cartoon »Hägar, der Schreckliche« erschien und ich damals (heute wieder) genau so einen wild wuchernden Vollbart trug, wurde der Gag damals von den Leuten genau verstanden.

Werner sammelte Waffen mit einer wahren Leidenschaft. Und das als ›Wehrdienst-Verweigerer‹ - was er immer etwas anders sah. Ich hatte seiner Meinung nach bei der Bundeswehr ›Kriegsdienst‹ geleistet. Und ich war der Meinung, beim ›Kriegsdienst‹ hätte ich nicht nur an Waffen der Bundeswehr ausgebildet werden müssen, sondern auch wissen müssen, die die Knarren anderer Nato-Verbündeter funktionieren - oder auf die des damals angenommenen Feindes.

Das war aber nicht der Fall. Werner konnte mir rasch erklären, wie eine Kalaschnikow funktioniert - ich hatte so ein Ding mal auf einer Abbildung gesehen als man uns zeigte, was die damals vermutete Gegenseite für Uniformen hatte. Und so ist mir die Funktion von Schusswaffen heute noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das Werner sich darauf verstand, war dann allerdings spätestens dann notwendig, als er anfing, Trucker-King Romane zu schreiben, wo man ja in den seltensten Fällen zur Regelung von Meinungsverschiedenheiten Schwerter oder Morgensterne benutzt.

Zu ›unserer Zeit‹ hatte er eben überwiegend mittelalterliche Hieb- und Stichwaffen, die auch für die Filme mit gebraucht wurden. ›Aldonis‹, sein Schwert, hatte er ständig auf dem Rücksitz oder der Hutablage im Wagen liegen. Und ›Vampyr‹, eine etwas größere Klinge, lag immer griffbereit im Kofferraum. Beide Schwerter hatten den Griff des Schwertes ›Tizona‹ das Rodrigo Diaz de Bivar, genannt ›El Campeador‹ oder ›El Cid‹ in den Tagen seines Lebens schwang. Aber wenn ich mich recht erinnere, habe ich über Werners Waffen schon mal ausführlich berichtet.

Das ich später auch eine hübsche Schwerter-Sammlung hatte - das lag lange nach ›unserer Zeit‹. Und davon ist nur noch eins vorhanden. Der ›Greif‹, mein Kurzschwert im Stil des alten Babylon. Alle anderen Schwerter habe ich an Freundinnen und Freunde weiter gegeben, die dessen würdig waren. Zuletzt ›Schneefall‹, mein Wikinger-Schwert an meine Freundin Kerstin, deren Schwert zusammen mit ihrem Haus verbrannt war. Eine ›Walküre‹ darf nicht ohne Schwert sein ...

R.Michael: Die Waffen waren natürlich alle von historischer Art und (jedenfalls damals) nicht waffenscheinpflichtig. Darunter übrigens auch ein Hammer zu Zweck des "In die Wand schlagens" von Nägeln. In der Hand des Kundigen (ist ein Hammer) eine tödliche Waffe - jeder FOLLOWer sollte das wissen.

Wie wir seit dem »Schweigen der Lämmer« wissen, genügt schon ein Kugelschreiber, um jemanden zu töten. Und wer diverse asiatische Kampfsportarten beherrscht, ist selbst eine Waffe und benötigt gar nichts.

Jetzt kommt noch was, das ich schon erzählt habe - der Vollständigkeit hier aber im Interview noch mal bringe ...

Der Rabe lebt übrigens noch (damals lebte er jedenfalls noch). Als ich heiratete und wir nach Kassel in die Stadt zogen, konnte ich "Wotan" nicht mitnehmen. Ich gab ihn an Hexen-Hermann weiter, der ihn im Freigehege seines Hühnerstalls unter brachte. Das ging so lange gut, bis der Rabe versehentlich frei gelassen wurde. Er ließ sich nicht wieder einfangen und schloss sich einem Krähen-Schwarm an.
H.H.v. Allwörden: Ich versuchte drei Wochen lang, den Vogel wieder einzufangen. Aber jedes Mal, wenn ich mich näherte, flog der Krähen-Schwarm auf und der Rabe mit. Man kann ihn immer noch gut erkennen, denn der Krähen-Schwarm fliegt immer auf eine Halbinsel und verteilt sich dort auf verschiedene halbhohe Bäume. Nur einer ist so dumm und fliegt auf die höchste Pappel, wo man ihn von Weitem sehen kann und wo er arg mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hat, wenn Wind geht.

Das ist so beim Auswildern von Tieren. Die Gefahren, die alle anderen kennen, sind ihnen fremd. Nicht nur, dass Wotan auf der Pappel im Wind hin und her wehte wie ein Seemann im Mastkorb einer Vier-Mast-Barke vor Kap Hoorn - er war auch die ideale Zielscheibe für jeden Jäger. Und für Krähen gab es damals ja keine Schonzeit - ob es sie heute gibt, weiß ich nicht. Irgendwann hat Hermann ihn dann nicht mehr sehen können und so ist zu vermuten, das er mit so vielen anderen Tieren, die einen Teil meines Lebensweges mit gegangen sind, am Ende des Regenbogens auf mich wartet. Die Insel der Seligen und die Asphodelos-Wiese brauche ich nicht ...

Gustav Gaisbauer: Warum wurdest du, lieber Michael, eigentlich oberster Bierzapfer von Kassel. Vor oder nach deiner Beurlaubung?
R. Michael: Nachher. Ich wollte ohnehin von meiner alten Stelle weg. Ich hatte Jahr und Tag um die Versetzung gekämpft. Als meine Freistellung beendet war, war die Stelle im Ordnungsamt gerade frei geworden. Man sprach mich darauf an und ich schlug sofort ein. Zwar habe ich ungünstige Arbeitszeiten, etwa wenn ich Nachts die Sperrzeiten kontrollieren muss, was teilweise nicht ganz ungefährlich ist.

Zu diesem Thema könnte ich viel erzählen, was jedoch so nicht ganz in den Rahmen passt. Richtig ist jedoch, dass sich durch die Ereignisse des Jahres 1986 der völlig verpfuschte Versuch, von den Schriftstellerei zu leben, von daher als gut erwies, dass ich beim Ordnungsamt der Stadt Kassel einen ›Traumjob‹ bekam. Jedenfalls für mich.

Nach meiner Ausbildung war ich bei der Hausverwaltung des Rathauses und ich habe Rechnungswesen, Mietverträge, das Kommando über Werkstatt und Hausarbeiter gemacht - einfach das ›Mädchen für alles‹ wenn mal einer durch Krankheit ausfiel. In diese Zeit fällt auch die ›Schwarz-Druckerei‹ unserer Fanzines - als Umstand, der das Interesse der Teestunden-Freunde betrifft - alles andere hat mit der Schreiberei nichts zu tun. Zumal ich ja in dieser Zeit auch noch voll in der Musik drin war und an eine ›Karriere‹ als Schriftsteller kein Gedanke war. Nur Werner hat, wie ich schon geschrieben habe, immer als Fernziel gehabt, nicht als Lehrer den Kindern was beizubringen sondern mit Geschriebenem die Leute zu unterhalten.

Ich war damals eben an den Wochenenden, als wir beide noch Fanzines schrieben, meist mit der Band unterwegs. Erst mit ›Les Copains‹ - später dann mit den ›Mikados‹. Wenn Werner an dem Wochenende da war fuhr er mit und wurde selbstverständlich auch gleich als ›Roadie‹ mit eingespannt. Dafür hatte er die Getränke frei - aber das war die Zeit, als ihm der Arzt die ›scharfen Sachen‹ verboten hatte. Da trank er meist Cola - gelegentlich mal ein Bier.

Dann wurde bei uns im damaligen Hauptamt bei der Beschaffungsstelle eine Stelle frei. Eine Stelle, die ich nicht haben wollte, weil ich wusste, wie die Arbeit ablief und mir das einfach nicht gefiel. Aber da half kein Zetern und kein Lamentieren, ich bekam die Stelle und die, die ich vorher hatte, wurde gestrichen.

Als es mit der Schriftstellerei für mich so richtig los ging, hatte ich im Rathaus einen Job, den ich aus tiefster Seele hasste. Die Musik lief auch nicht mehr gut und ich war dann froh, dass ich mich einigermaßen stressfrei von den ›Mikados‹ trennen konnte. Wobei ich immer mal ausgeholfen habe, wenn ihr neuer Drummer nicht konnte, weil er nebenher noch in einer Rock-Band spielte und sich das Geld nebenher mit der ›Mucke‹ verdiente.

Wie sich andere Zeitgenossen den täglichen Arbeits-Frust mit ein paar Bieren erträglicher machen - so machte ich das mit der Schreiberei. Da konnte ich in eine Welt eintauchen, wo alles so ging, wie ich es wollte und wie es mir vorschwebte. Alle Bewerbungen für andere Stellen, die ich in den Jahren schrieb, waren schon vorher zum Scheitern verurteilt, weil sich Büroleiter ja untereinander absprechen - auch mit dem Personalamt. Ich kam einfach von dieser Stelle nicht weg.

Die Chance bot sich eben, als durch den ›Dämonenkiller‹ und ›Mythor‹ Werner so viele Objekte hatte, dass ihn der wesentlich geringer bezahlte ›Zamorra‹ eben nicht mehr so recht reizte. Zumal ich dann ja bei Bastei-Fantasy voll drin streckte und Dr. Pesch von mir jeden zweiten, mindestens jeden dritten Roman wollte. Dazu die Neueinstiege bei ›Melissa‹ und ›Mitternachtsroman‹ und eben mehr ›Zamorra‹, damit Werner sich enger an Pabel binden konnte - immer mit der Hoffnung, in den ›Rhodan‹ reinzukommen.

Die Sache sah also so aus, das ich mindestens drei Hefte im Monat hätte schreiben müssen. Das wäre nebenberuflich auch dann nicht gegangen, wenn ich noch alleine gelebt hätte. Sicher wäre Werner auch an den Wochenenden gekommen - aber der brachte auch seine Reiseschreibmaschine mit und schrieb im Wohnzimmer - davon habe ich schon berichtet, als es drum ging, beim ›Schwert im Jadestein‹ den Amun-Re von der Platte zu nehmen.

Als verheirateter Mann hat man eben so seine Verpflichtungen - nicht nur, an die man jetzt normalerweise denkt. Alle Frauen sind da verschieden. Meine spätere Lebensgefährtin hätte mich mit Worten wie »Schreib und verdien Geld, so lange du drin bist und es kannst« an die Schreibmaschine geprügelt. Meine damalige Angetraute war genau das Gegenteil - was mich dann allerdings, als ich durch meine neue Stelle beim Ordnungsamt eine neue Herausforderung hatte, die Schriftstellerei auch aus einem anderen Blickwinkel sehen ließ. Ab dato war das bei mir nicht mehr der Mittelpunkt - sondern etwas, wo ich mich kreativ etwas verwirklichen konnte. Nachdem so langsam der Schuldenberg von 1986 abgebaut war kam ich zu der Überzeugung, dass ich nicht mehr schreiben muss - weil ich mit dem Einkommen meines ›bürgerlichen Berufs‹ mir die Dinge leisten kann, die ich mir noch wünsche. Und die bittere Erkenntnis, für welche Kinkerlitzchen und Kokolores ich Geld verschwendet habe.

Ich hätte vielleicht wieder im Romanheft mitmischen können. Beim ›Trucker-King‹ hatte ich ja trotz des eigenwilligen Themas den Einstieg geschafft - und wäre auch drin geblieben, wenn der Anruf Werners wegen der Serien-Einstellung nicht gekommen wäre, als ich gerade den nächsten Trucker-King Korrektur las.

Ich verrate sicher kein Geheimnis, dass ich auch bei der Zeitreise-Serie ›Torn‹ und bei ›Vampire‹ hätte mitschreiben können. Vielleicht auch einen Einzelroman beim ›Dämonenland‹ - wo ich den ›Reverend Pain‹ als Neu-Produktionen besonders gelungen fand. Aber weder bei ›Torn‹ noch bei ›Vampire‹ gefiel mir das Grundkonzept - wobei ich ja für ›Vampire‹ ein mehrseitiges Exposè schickte, wie man in die Story etwas Substanz bringen könnte. Werner und ich redeten am Telefon recht offen über diese Serien-Konzepte und waren der gleichen Meinung. Nicht viel mehr als 20 Bände. Womit wir ja in gewisser Weise Recht behalten haben.

In dieser Zeit habe ich versucht, beim ›Wartberg-Verlag‹ historische Novellen zu verkaufen, die dann Jahre später zur ›Chatten-Saga‹ und den ›Mittelalter-Geschichten aus Nordhessen‹ wurden, die man im Zauberspiegel nachlesen kann. Vorerst gab es drei Lokal-Krimis für Kassel, Göttingen und Nordhausen. Aber mein Engagement lag mehr in meinem ›bürgerlichen Beruf‹ als in der Schreiberei.

Zur eigenen Freude wurden in dieser Zeit viele Konzepte entwickelt. Eins davon deshalb, weil Werner sagte, niemand können ein gleichwertiges Konzept entwickeln wie er bei Zamorra. Am Telefon hat er dann zugegeben, dass die ›Wächter des Lichts‹ zwar etwas Völlig anderes waren, aber das Potential hatten, den Zamorra, wie er sich ausdrückte, »auf eigenem Platz zu schlagen«. Klar, dass dieses Konzept von mir nie irgendwo vorgelegt wurde. Versatzstücke davon hat der Teestunden-Leser in dem Artikel serviert bekommen, wie ich damals den ›Zamorra‹ nach Werners Tod weiter geführt hätte. Aber das war eben nur ein grob schraffierter Teil des Hintergrundes. Das eigentliche Rahmen-Exposè hat heute mehr als 40 Seiten - mehr noch als ›Visionia‹ - und bleibt unter Verschluss.

Beim Ordnungsamt Kassel war ich dann über zwanzig Jahre und wenn mich meine Krankheiten nicht in den Vor-Ruhestand gebracht hätten, wäre ich wohl noch bis Anfang August im Dienst. Denn dort konnte ich wirklich zeigen, was ich machen kann, wenn man mich lässt. Zur ganzen Circus-Szene habe ich heute noch beste Kontakte - per Mail oder auch per Telefon. Wenn es nach 23 Uhr klingelt ist es meist ein Dompteur - dann ist die Nacht-Fütterung beendet. Raubtiere werden nämlich nach der Abend-Vorstellung gefüttert, damit sie über Nacht in Ruhe verdauen können. Nach 1 Uhr rufen meist die Circus-Direktoren an - meist weil die Probleme mit der örtlichen Behörde haben und entweder Rat brauchen oder einfach mal reden wollen.

Kontrollen von Volksfesten, die ich früher alleine gemacht habe, machen heute zwei uniformierte Beamte des Ordnungsdienstes, der auch die Knöllchen schreibt. Die reden dann wenigstens ›Amts-Deutsch‹ und nicht so ein ›Szene-Deutsch‹, was zwar von den Betreffenden besser verstanden wurde aber eben nicht so ganz korrekt ist.

Ich erinnere mich da, als ich mal mit unserem Amtsleiter - also der oberste Chef - auf dem Rummelplatz unterwegs war, um den Leute klar zu machen, dass sie den Fahrbetrieb einstellen müssten. Der ›Alte‹ war entsetzt, als ich zu einem der Kassenhäuschen eines Karussell hinging und mit einem: »Mucke aus! Feierabend!« meine ›dienstlichen Obliegenheiten‹ erfüllte. Der Effekt kam sofort - als wenn der Marshal im Saloon in die Decke schießt. Die Musik wurde leiser ...und die letzte Fahrt angekündigt. »Mach noch eine. Nur die Mucke nicht mehr so laut!« rief ich ins Kassenhäuschen und der Chef hörte nur noch ein »Alles klar« und erkannte am Winken des Schaustellers, das diese Art der ›Sperrzeit-Ansage‹ keine Beschwerden nach sich ziehen würde. Dass mich die Leute auf dem Rummelplatz natürlich alle kannten und ich mit allen ›per Du‹ war - wie man das eben auf der Szene ist - hat unser ›Häuptling‹ ja nicht wissen können. Genau so wenig, wie der Papst weiß, was seine Priester so tun und lassen ...

Aber dann wollte der Chef, immerhin studierter Jurist, mir dann mal zeigen, wie man das korrekt macht. Ich hielt mich etwas im Hintergrund und sah, wie er versuchte, einem vom Aufsichtspersonal der ›Raupe‹ klar zu machen, was er wollte. Der kümmerte sich nicht um einen Dienstausweis, den er vermutlich gar nicht wahr nahm, sondern hatte den Chef gleich vorn am Schlips. Ich bin dann schnell hinzu - ein paar gebrüllte Worte aus dem Szene-Jargon - dann gab es eine Summe von Entschuldigungen - und der Versuch, mit Frei-Chips die Sache auszubügeln. Das allerdings lehnte der Chef ab - ganz klar. Aber die weitere Tour ließ er mich einfach machen. Mich kannten die Leute eben - weil ich ja auch immer schon mal beim Aufbauen dabei war.

Dazu noch zum Schluss eine Episode, wie es so unter Schaustellern zu geht. Die Kasseler ›Messe‹ hat in den meisten Fällen Schausteller, die sich kennen und immer die gleichen Plätze haben. Einem erstmalig teilnehmendem Schausteller mit seinem Karussell gaben wir also einen freien Platz, wo wir wussten, dass der sonstige Platzinhaber nicht kommen würde.

Nun ist es aber so, das Schausteller nach der Platzvergabe ganz gern mal untereinander reden und auch einen trinken. Als sie im Morgen kamen, war das Karussell schon aufgebaut - aber auf dem halben Platz eines anderen Fahrgeschäftes. Der neue Schausteller rief dann bei mir an - er wäre eben jetzt da und würde nicht wieder abbauen. Ich erklärte ihm, ich käme nach der Sprechzeit im Amt raus - das war Nachmittags um 14 Uhr. Als ich dann kam, war die Angelegenheit schon erledigt. Der Schausteller baute sein Karussell am zugewiesenen Ort auf und erklärte mir, die Kollegen hätten ihn bereits überzeugt, dass es so für alle das Beste wäre, wenn man sich arrangiert. Das Veilchen auf dem linken Auge hat er noch ein paar Tage gehabt. Und wo kein Kläger ist, da ist kein Richter ...

So, das wars erst mal für heute. Vielleicht erzähle ich in der nächsten Teestunde noch mal die Story vom Hermanns ›Undercover-Einsatz‹ bei der Überprüfung der Sperrstunden in diversen Problem-Kneipen in Kassel.

Bis dannemann also

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