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Mad Mikes Fluch, John Sinclair und Tony Ballard

Das Grauen wird 40„am 23.07. wird der Horrorheftroman 40 Jahre alt. Ich sammle Beiträge von Machern, Fans und Autoren zum Thema. Meinst Du, Du schaffst es dazu einen kurzen oder auch längeren Beitrag zu schreiben? So etwa bis zum Juni...“
Horst von Allwörden

Mad Mikes Fluch, John Sinclair und Tony Ballard

Torsten BallTja, was schreib ich nun. Als mich die Mail vom Chefred. Des Zauberspiegel bezüglich eines kürzeren (oder auch längeren) Beitrags zu eben diesem Thema erreichte, dachte ich mir so im Übermut, dass das kein größeres Problem darstellen sollte. Nur, jetzt wo es so weit ist hab ich keinen Plan wie ich anfangen soll. Alles was ich schildern kann sind meine ganz persönlichen Erfahrungen und da mache ich es am besten wie beim Roman lesen, ich fange vorne an.

Zu den Heftromanen bin ich durch meinen Daddy gekommen. Der war zu seiner aktiven Zeit Busfahrer, hatte öfters unterwegs Pausen und da bietet sich so ein Heftroman für Zwischendurch ja an. Er hat zu der Zeit als ich dann (endlich!!!) lesen konnte und nach Lektüre jedweder Art gesucht habe immer Western gelesen (G.F. Unger und so was). Dem entsprechend war mein erster auch ein Western, es war einer aus der Serie „Ronco, der Geächtete“, was eigentlich ulkig ist, da ich in meiner weiteren „Heftromankarriere“ insgesamt höchstens eine Handvoll aus diesem Genre gelesen hab.

Die Geschichten liegen mir irgendwie nicht. Da es hier auch um den Gruselroman im speziellen geht, lasse ich meine weiteren „Lesestationen“ wie die ZBV Reihe, oder den bekanntesten Unsterblichen im Universum mal links liegen. Also, der wirklich absolut erste Gruselheftroman für mich war „Larry Brents Totentanz“, was wiederum interessant ist, da ich auch von dieser Serie (bisher) höchstens 5-6 Romane konsumiert habe.

Ich erinnere mich noch genau an den Roman, ich muss so 8-10 Jahre alt gewesen sein: Auf dem Titelbild war eine zweigeteilte Monsterfratze, die zur Hälfte aus einem „Robotergesicht?“ bestand? Es ging glaube ich um den Erzfeind, Dr. Satanas, der den Chef der PSA in diesem Roman umbringt.

So weit ich mich richtig erinnere, konnte dieser Dr. Satanas die Gestalt eines seiner Opfer annehmen, indem er sich ein Stückchen Haut von eben diesem Opfer auf sein Gesicht legt und dann mittels Magie die äußere Form übernimmt. Im Nachhinein kann mal wohl sagen dass ich mir als Einstieg einen richtigen „Hammerroman“ ausgesucht hab, war ja glaube ich auch ein Jubiläumsroman, die 150 oder so?


Auf jeden Fall ging mir ganz schön die Muffe und ich habe jahrelang keinen Horrorroman mehr angerührt. Bis zu jenem Tag an dem ein Freund von mir einen John Sinclair an schleppte. An den Titel oder gar die Handlung kann ich mich nicht mehr erinnern, nur dass ich ihn als zwar interessant, aber nicht gruselig, sonder einfach nur spannend empfand.

Bei Sinclair blieb ich eine Weile, natürlich wollte ich auch mal in andere Serien rein schauen: Also einen Zamorra probiert, der hieß irgendwas mit „Monster in Marrakesch“ oder so ähnlich. (Komisch dass ich mich an alle Titel außer denen von Sinclair erinnern kann :-)  

Zamorra fand ich seltsam, so ganz anders als Sinclair. Außerdem waren da immer irgendwelche Nackten am Werk. Damit konnte ich damals nicht so viel anfangen.

Also blieb ich bei Sinclair, fürs erste. Als Schüler konnte man sich eh nur ein Heft in der Woche leisten. Und so blieb ich eine Zeit lang bei Sinclair, bis mir ein Tony Ballard in die Hände fiel, es war der Roman „Der Dämonenhenker“ und ich war begeistert!

Ich hatte meine Serie gefunden, viel viel besser als Sinclair, der damals (Ende der achtziger?) schon relativ unspannend daherkam. Die Serie war klasse, mit einer richtig durchdachten Konzeption, sympathischen Charakteren (von Vicky mal abgesehen) und spannenden Romanen. Wie jeder weiß wurde die Serie mit Band 200 eingestellt, (schnief).

Also was nun ? Zurück zu Sinclair? Nein! Ich bin dann dem Heftroman für einige Zeit „untreu“ geworden und habe „richtige“ Bücher gelesen. Das Heft aber nie aus den Augen verloren.

Irgendwann muss mir dann das gute alte Dämonenland aufgefallen sein, es war eine wahre Freude die alten Klassiker zu lesen, in besonderer Erinnerung sind mir hier die Romane: “Der schwarze Tod, und Das Grauen geblieben,  und natürlich der total durchgeknallte Leserbriefonkel namens „Monster Mike“.

Das Dämonen Land hatte zwar im Einzelnen gute Romane, nur leider bin ich ein passionierter Serien Leser. Ich brauche meine wiederkehrenden Charaktere Eine Reihe,und sei sie noch so gut kann meine Bedürfnisse auf Dauer nicht befriedigen. Aber ansonsten war ja tote Hose im Gruselbereich zur damaligen Zeit.

Aber es gab ja auch noch einen Lichtblick: Durch die Hinweise auf der Dämonen Depesche muss ich dann auch auf die -für mich bis dato- beste Serie die es gegeben hat aufmerksam geworden sein: „Die Abenteurer“.

Das war als Indy Fan genau das was ich lesen wollte.  allem waren die Romane ineinander verzahnt, sprich zyklisch angelegt. Meiner Meinung nach muss eine Heftromanserie so ausgelegt sein, sonst taugt sie nix.

Leider wusste ich damals noch nichts von Monster Mikes Fluch der leider auch die Abenteurer ereilte, die Serie wurde mitten im Zyklus, mit zig losen Fäden einfach eingestellt. :-(

Das war ein schwerer Schlag für mich, und ich glaube ich hatte vom Heft damals die Schnauze voll, was hatte für einen Sinn eine wirklich gute Serie zu lesen die dann einfach sank und klanglos eingestellt wird? I

ch muss es wirklich einige Zeit durchgehalten haben, als ich dann doch wieder ein Auge auf den Markt geworfen habe, war der erste Vampira Zyklus gerade am auslaufen. Und dann wurde auf das Taschenheft umgestellt.

Ich fand gerade nach der selbst auferlegten Abstinenz die Romane am Anfang gut, später dann richtig genial. Ich habe selten so atmosphärisch dichte und spannende Romane, gelesen wie die im 2. VA Zyklus von Timothy Stahl und Adrian Doyle. Wenn ich mich recht entsinne hatte sich die Storyline etwas verselbständigt, was Monster Mike auf der BlutDepesche so ähnlich schrieb. Die mussten wirklich sehen dass sie alles wieder auf die Reihe  bekommen haben. Landru ist für mich auch heute noch einer der besten Bösewichter über die ich je gelesen habe.

Aus der Serie stammt auch eines meiner Lieblingstitelbilder, „Der sündige Engel“ hieß der Roman.Leider hat auch bei dieser Serie Monster Mikes Fluch gegriffen. Glücklicherweise am Ende des 2. Zyklus und auch hier nicht voll. Die Serie wurde ja bekannterweise im HC weitergeführt. Ich hab mir auch ein oder zwei davon zu Gemüte geführt (DVDN) aber ganz ehrlich: Das war keine Heftserie mehr.

Deshalb habe ich das nicht mehr weiterverfolgt, aus dem gleichen Grund hat mich auch die Fortsetzung der Abenteurer nicht mehr groß interessiert. Heftromane müssen Heftromane bleiben. Ich brauch das Heft in der Hand, den typischen Geruch, die Leserseite, die Rotaseite, die Vorschau auf den nächsten Romane.

Nach Vampira kam wieder eine größere Pause für mich in Bezug auf die Hefte. Aber, Wie hat mal ein anderer Fan an einer anderen Stelle so treffen beschrieben: Man kommt von dem „Schund“ einfach nicht los. Egal wie voll ich die Nase bei den diversen Einstellungen auch hatte: Irgendwann hat es mich immer wieder gepackt.

Da fällt mir grad ein: Irgendwann zwischen drin gab es dann nochmal Dino Land, hab ich in Ermangelung an was anderem Heftmässigen auch gelesen, den Charakter Littlecloud fand ich gut. Ansonsten kann ich mich nicht mehr an die Serie erinnern (ist ja auch kein Horror).

Wie gesagt: Einmal Heftleser, immer Heftleser. Wir hatten in meinem damaligen Freundeskreis, es muss so Ende der 90er gewesen sein eine Diskussion über eine gnostische Gemme.

Darüber sind wir dann zu John Sinclair gekommen. Es stellte sich heraus dass alle schon mindestens ein paar JS gelesen hatten. Das war damals überraschend, denn da waren Leute dabei von denen hätte ich das nie erwartet. Im Nachhinein glaube ich, hat JS einen nicht unerheblichen Anteil am schlechten Ruf des Hefts, denn wie bereits erwähnt hat JS schon fast jeder (oder viele ) mal gelesen. Dummerweise ist die Serie aber auch die mit Abstand schlechteste die es im Gruselbereich gibt. Na ja, angeregt durch die Diskussion hatte sich einer meiner Kumpels dazu entschlossen wieder mit dem Sinclair lesen anzufangen.

Ich blieb hart, den Kram würde ich mir nicht mehr antun, so viele gute Serien gingen den Bach runter, der blöde Sinclair war immer noch da. Nein ich würde keinen Sinclair mehr lesen!Das hab ich tatsächlich durchgehalten, so ca. ein Jahr. Dann wollte ich einfach wieder mal Heftromanluft schnuppern. „So schlecht können die Sinclairs ja nicht gewesen sein, ausserdem sind die alten Romane ja gut gewesen“. Also ab ins Internet und Sinclairs bestellt. Maddrax gabs damals auch noch, war aber nicht so mein Fall. Ausserdem war da ja noch MM`s Fluch. :-)

Was soll ich sagen: Ich hab beim allerersten Sinclair „Die Nacht des Hexers“ angefangen und der Roman hat mir gefallen, es lag wohl auch daran dass ich einfach wieder Hefte lesen wollte.

Auf jeden Fall bin ich so. ca. 60 Bände (die ersten 60)dabeigeblieben, mittlerweile gabs dann Torn den ich Megacool fand, MJP ist seitdem einer meiner Lieblingsautoren. Sinclair hatte halt den Vorteil dass man mal ein halbes Jahr pausieren konnte ohne den (nicht vorhandenen) Faden zu verlieren.

Zu der Zeit reifte auch der Wunsch in mir mal einen Perry Zyklus nicht im Silberband, sonder im Heft zu lesen. Das hab ich dann auch gemacht, in der Hauptsache habe ich dann Perry gelesen und Sinclair so nebenher, als Abwechslung.

Zu der Zeit habe ich dann auch eine Familie gegründet, Heirat, Baby und hatte nur noch den Bruchteil der Zeit von früher. Seitdem lese ich fast ausschließlich nur noch Hefte. Die gehen zwischendurch immer mal. Mein Lesegewohnheit hat sich mittlerweile so geändert dass ich die dicken Fantasy Schinken die ich früher verschlungen hab nicht mehr so recht leiden mag, zu langatmig für meinen Geschmack, zu ausschweifend und zu wenig Action. Wenn ich inzwischen ein Buch lese, dann einen Klassischen Krimi, oder einen Thriller. Aber zu 90% lese ich meine geliebten „Schundheftchen.

Momentan bin ich dabei mich in Zamorra einzulesen, beginnend bei Band 111, dem ersten von W.K.Giesa. Nicht unerheblichen Anteil daran hat Rolf`s Teestunde hier auf dem Zauberspiegel.

Auf jeden Fall sag ich an dieser Stelle dem Horrorheftroman alles Gute, Danke für die vielen spannenden und unterhaltsamen Lesestunden, Danke und auf die nächsten 40 Jahre (auch wenn es momentan nicht so aussieht als hätte der Heftroman gleich welchen Genres eine große Zukunft)

Kommentare  

#1 benfi 2008-07-27 21:25
Toll beschrieben, wie du immer wieder rückfällig wurdest! Trotz der ganzen Herzstiche von den Einstellungen her!
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