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Katastrophenfilme der 70er Jahre- Airport

Katastrophenfilme der 70erAirport
(Airport)

Ein Geisteskranker, der private Geldsorgen hat, kapert eine Maschine und will eine Bombe detonieren lassen. In der Hoffnung, das seine Frau dann eine Lebensversicherung kassiert führt er den Plan durch. Die Bombe tötet den Attentäter und verletzt einige Crewitglieder. Durch die Explosion wird ein Loch in die Bordwand gerissen. Doch die Maschine ist noch manövrierfähig. Bis zur Landung vergehen jedoch noch einige Minuten und Komplikationen erschweren die Rettung.


AirportUnter anderem blockiert eine defekte Maschine die einzig verfügbare Landebahn...

Katastrophenfilme hatten in den 70er Jahren Hochkultur. Neben den vielen Aiport-Filmen, in denen Flugzeuge Schauplatz des Schreckens waren, gab es auch einige Filme über verunglückte Schiffe. Ich danke da vor allem an den Klassiker "Poseidon Inferno". Mit "Flammendes Inferno" wurde auch einmal ein Hochhausbrand inszeniert und mit "Erdbeben" musste eine Naturkatastrophe herhalten. Katastrophenfilme waren die Actionfilme der 70er. Aufgrund der hohen Einspielergebnisse wurden für die Filme immer wieder eine Reihe von bekannten Stars verpflichtet. In den meisten Filmen traten sie in hoher Besetzungsdichte auf.

Airport läutete die Katastrophenfilmwelle der 70er Jahre in den USA ein. Das hatte einige Gründe. Zum Beispiel konnte man mit sehr viel ausgepfeilteren Techniken arbeiten als noch vor 10 Jahren. Farbfilme waren inzwischen auch längst gängig und Breitbild und Cinemascope waren dazu gekommen. Katastrophen konnte man unter diesen Voraussetzungen grandios im Bild darstellen. Da wirken Katastrophenfilme aus früheren Jahrzehnten geradezu dilettantisch. Allein die frühe "Titanic"-Version war misslungen und sorgte für ein abruptes Ende von Katstrophenfilminszenierungen, ehe diese überhaupt beginnen konnten.

Mit Airport ging man gleich die schwierige Thematik einer Flugzeugkatastrophe an. Bei der Story kam es im wesentlichen darauf an, dass das Flugzeug nicht gleich zerstört würde. Denn wären alle Menschen tot und die Story zuende. Es ging eher darum das Flugzeug nur zu beschädigen und Spannung dadurch zu erzeugen, die Menschen irgendwie zu retten. Arthur Hailey ("Hotel") lieferte die Romanvorlage. Er war ein Spezialist wenn es darum ging menschliche Geschichten inmitten eines einzigen Ortes zu erzählen. Hier innerhalb eines Flugzeuges. Einzelne Charaktere werden näher beleuchtet und bekommen eine kleine Geschichte. Dieses Schema behielt man auch in späteren Katastrophenfilmen mehr oder minder bei.

Ebenfalls beibehalten hatte man auch, dass viele bekannte Stars die Filme zieren sollten. Hier startete man mit Burt Lancaster, Dean Martin und George Kennedy. Bisher waren diese Gesichter eher im Krimi und Western zuhause. Doch diese Genre liefen aus, bzw. die Stars für den Krimi erneuerten sich. So packte man die alternden Stars der alten Genres ins Katastrophenfilm-Gebiet. George Kennedy wurde dabei zum Serienstar, da er in allen Airportfilmen den Joe Patroni spielte.

Man lobte den Film vom Spannungsgehalt her, man kritisierte jedoch stark die klischeehafte Charakterzeichnung der Figuren. Verloren ging den meisten Kritikern auch die atmosphärische Dichte der AirportVorlage.

Airport
(Airport)
mit Burt Lancaster, Dean Martin, Jean Saeberg, George Kennedy, Jaquline Bisset, Van Heflin u.a.

Regie: George Seaton, Henry Hathaway
Laufzeit: ca. 137 Min.
USA 1970

(1) = Wikipedia

Kommentare  

#1 Mainstream 2015-01-29 00:52
-
Ich würde dem Artikel insoweit gerne widersprechen, dass er nicht 'beibehielt', sondern der erste Film in der Katastrophen-Reihe war, der das Konzept von einer hohen Anzahl von bekannten Gesichtern in das Genre einfließen ließ.
Burt Lancaster wurde nicht müde zu betonen, das AIRPORT "der größte Müll war, den er jemals gemacht hatte".
Trotzdem ein sehr interessanter Film. Irgendwie.
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#2 Andreas Decker 2015-01-29 11:08
Eigentlich kein Wunder, dass das so ein kommerzieller Erfolg war. Da wird jede vermeintliche amerikanische Tugend abgefeiert, dass es kracht.

Und so neu war das nicht. Hailey hatte ein paar Jahre zuvor schon ein ähnliches Drehbuch geschrieben. Flight into Danger. Nie an Bord den Fisch essen. :-)
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#3 Advok 2015-01-30 00:23
"Airport" war wohl wirklich der Film , der die "Katastrophenfilmwelle" eingeläutet hat. Allerdings gab es mit "Der Flug des Phönix " 1965 bereits einen prominent besetzten Vorläufer. George Kennedy war da auch schon mit dabei ... wenn auch nicht als Joe Patroni.

Charlton Heston war auch ziemlich oft dabei: "Erdbeben", "U-Boot in Not", "Endstation Hölle", "Giganten am Himmel (Airport 2)", zu Zeiten dieser Welle, wobei man durchaus auch "Planet der Affen" und "Rückkehr zum Planet der Affen" dazuzählen kann. Mit "Katastrophenflug 232" (soviel ich weiß ein Film nach einer wahren Begebenheit) und "Alaska" hat er dann noch zwei Nachzügler nachgelegt. Katastrophen tragen also den Namen Charlton Heston! ;-)

Bei "Airport" frage ich mich immer wieder, ob bei dem Film trotz der (mutwillig herbeigeführten) Katastrophe Boeing der Sponsor war. Wie sprach Joe Patroni sinngemäß? "Eine Boeing kann alles, nur nicht lesen!"
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#4 G. Walt 2015-01-30 23:46
Es geht hier um Katastrophenfilme der 70er Jahre und zwar nur um Kinofilme. Flug des Phõnix ist abgesehen von der Tatsache, das er 1965 erschien kein Katastrophenfilm. Und Filme werden auch nicht automatisch zu Katastrophenfilmen wenn Charlton Heston mitspielt.

Mainstream gebe ich Recht. Der Film behielt nichts bei, aber gemeint waren die folgenden Filme, denn Airport 70 war ja erst der Anfang.
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