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Österreichische Raritäten - Heftreihen der Jahre 1945 bis 1965 - Klub der Abenteurer (1. Teil)

Österreichische Raritäten - Heftreihen der Jahre 1945 bis 1965Österreichische Raritäten
Heftreihen der Jahre 1945 bis 1965
Klub der Abenteurer (1. Teil)

In den 1940er bis 60er Jahren haben sich mehrere österreichische Heftromanverlage auf allen möglichen Gebieten der Unterhaltungsliteratur versucht - wobei diese Reihen im Laufe der Zeit weitgehend, meiner Meinung nach zu Unrecht, in Vergessenheit geraten sind. Sie dürften letztlich der übermächtigen Konkurrenz der deutschen Verlage erlegen sein; auch sind die Autoren meist unbekannt.

Diese Reihe von Abenteuerromanen ist in den Jahren 1949/51 im Metropol Verlag in insgesamt 19 Heften erschienen. Der Klub der Abenteurer ist eine Vereinigung unter dem Präsidenten Saint Denis, die verzweifelten Menschen die Möglichkeit bietet, statt nutzlos zu sterben, vorher etwas für die Menschheit zu tun.

Die beiden Autoren firmieren unter den Pseudonymen Hel Reiner und Lenardo Piccozza, die auch mehrere Kriminal-Romane im Metropol und anderen Verlagen verfaßt haben. Es handelt sich dabei um folgende Titel:

Frauen am ScheiterhaufenKlub der Abenteurer

  • Band 1: Frauen am Scheiterhaufen (Hel Reiner)
  • Band 2: Die Todesrakete (Hel Reiner)
  • Band 3: Die Amazonen von Paytiti (Hel Reiner)
  • Band 4: Der Teufel von Seralan (Hel Reiner)
  • Band 5: Der Unsichtbare (Hel Reiner)
  • Band 6: Das Geheimnis der ewigen Nacht (Lenardo Piccozza)
  • Band 7: Die Felsen der Götter (Lenardo Piccozza)
  • Band 8: Das vergessene Leben (Lenardo Piccozza)
  • Band 9: Atombombe an Bord (Lenardo Piccozza)
  • Band 10: Der Berg der Vernichtung (Lenardo Piccozza)
  • Band 11: Einer muß der Mörder sein (Lenardo Piccozza)
  • Band 12: Befehl aus dem Dunkel (Lenardo Piccozza)
  • Band 13: Der Mann mit dem Teufelshirn (Lenardo Piccozza)
  • Band 14: Der Tod auf Schloß Monteferro (Lenardo Piccozza)
  • Band 15: Die gelbe Pest (Lenardo Piccozza)
  • Band 16: Der Narr von Kilfenoro (Lenardo Piccozza)
  • Band 17: Die verhängnisvollen Diamanten (Lenardo Piccozza)
  • Band 18: Die Schatzkammer des Todes (Lenardo Piccozza)
  • Band 19: Der schwarze Citroen (Lenardo Piccozza)

Diese Hefte sind im Katalog der österr. Nationalbibliothek enthalten, mehr sind nicht erschienen.

Diese Romanreihe behandelt eine interessante Mischung von Abenteuer- und Kriminalromanen mit einem leichten Hang zum Übersinnlichen, da der Präsident des Klubs über schwache telepathische Fähigkeiten verfügt und damit die Anwärter auf die Mitgliedschaft besser überprüfen kann. Denn wer seine Aufgabe schafft und überlebt, hat dann keine Lust mehr zu sterben, er wird Mitglied im Klub.

Das Konzept dieser Reihe war etwas außergewöhnlich, krankte aber daran, daß nur zwei Autoren die Romane schrieben und ihnen anscheinend die spektakulären Ideen ausgingen.

Da diese weitgehend unbekannten Romane praktisch kaum mehr erhältlich sind, werde ich daher versuchen, etwas über den Inhalt dieser Romane zu erzählen.


Klub der Abenteurer
Frauen am ScheiterhaufenBand 1 Frauen am Scheiterhaufen
(Hel Reiner, 1949)

Das gelangweilte Ehepaar Gaston und Germaine Cluny trifft sich mit Saint Denis, dem Klubpräsidenten, der ihnen vor einem Selbstmord die Aufgabe bietet, einen Klub von Frauenhassern zu infiltrieren und unschädlich zu machen. Diese schrecken nicht einmal vor Morden im Stile von Hexenverbrennungen zurück. Als Germaine der Scheiterhaufen droht, erkennt ihr Mann, daß sie ihm doch noch etwas bedeutet, er befreit sie und gemeinsam dringen sie in das Versteck der Mörder ein. Und müssen feststellen, daß das Ganze ein von Saint Denis inszeniertes Schauspiel war, um sie ins reale Leben zurück zu bringen.

Die TodesraketeBand 2 Die Todesrakete
(Hel Reiner, 1949)

Der todkranke Monsieur Dorey wendet sich an den Klub, um sein Leben auf würdevolle Art zu beenden. Er erhält die Aufgabe, eine Rakete als Pilot zum Mond und wieder zurück zu führen. Der Start klappt, aber in der Schwerelosigkeit löst er versehentlich eine Steuerungsrakete aus, was ihn vom geplanten Kurs um den Mond abbringt; die Rakete landet hart am Mond. Zu seinem Erstaunen findet Dorey atembare Luft vor und trifft auf ein Mädchen, das seine Sprache nicht kennt und das er dann Miracle nennt. Nachdem er sich von einer Vergiftung erholt hat, erforschen die beiden die umgebende Wüste, treffen auf ein Beduinendorf und gelangen zurück in die Zivilisation. Die Rakete war nicht am Mond, sondern in der arabischen Wüste gelandet; Laien sollten halt keine Raketen steuern. Da die heiße Luft seine Lungenkrankheit geheilt hat, beginnt für Dorey und Miracle ein neues Leben.

Die Amazonen von PaytitiBand 3 Die Amazonen von Paytiti
(Hel Reiner, 1949)
Professor Bonneau und seine Tochter Fleury leiten eine Expedition im brasilianischen Urwald auf der Suche nach der sagenhaften Stadt Paytiti. Die Expedition wird überfallen, nur der Professor und seine Tochter entkommen dem Gemetzel; sie verstecken sich auf einer Flußinsel in einer Tempelruine. Der Klub motiviert den arbeitslosen Piloten Gamin, nach der Expedition zu suchen. Dieser fliegt mit einem Helikopter, findet die Insel, stürzt aber dort ab. Leicht verletzt schließt er sich dem Professor und seiner Tochter an; während sie auf Hilfe warten, erforschen sie den Tempel, der voller Inkaschätze ist. Auch eine Belagerung durch Amazonen überstehen sie. Um zu entkommen, sprengen sie den Tempel und können in der Verwirrung der Belagerer flüchten. Allerdings haben sie auch keinen Beweis mehr für die Entdeckung des Inkatempels.

Der Teufel von SeralanBand 4 Der Teufel von Seralan
(Hel Reiner, 1949)
Maurice Garraud, von seiner Freundin verlassen, übernimmt die Aufgabe, die entführte Tochter eines Industriellen aus den Klauen eines Radschas auf Borneo zu befreien. Er mietet ein Boot und fährt nach Seralan. Dort findet er das Mädchen Edmee, kann es befreien und übers Meer flüchten. Nach einem Zwischenspiel mit chinesischen Piraten bringt er das Mädchen zu ihrem Vater zurück. Zum Happyend verlieben sich die beiden ineinander.

Der UnsichtbareBand 5 Der Unsichtbare
(Hel Reiner, 1949)
Der Physiker Taillefaire arbeitet mit Strahlen, die Gegenstände unsichtbar machen können und braucht dazu ein menschliches Versuchskaninchen. Der Klub findet einen Verzweifelten, der sich dazu bereit erklärt. Der Apparat explodiert beim Versuch, aber M. Villon wird unsichtbar und verschwindet, um sich an seiner Frau und auch an seiner Geliebten zu rächen, denn beide hatten ihn betrogen. Die Jagd auf den Unsichtbaren beginnt, etliche Verbrechen werden ihm zugeschrieben, biss es dem Physiker gelingt, die Unsichtbarkeit wieder aufzuheben. Als Happyend kann die Polizei den wahren Täter fassen und Villon versöhnt sich wieder mit seiner Frau.

Das Geheimnis der ewigen Nacht Band 6 Das Geheimnis der ewigen Nacht
(Lenardo Piccozza,1949)
Mr. Bradford will ein versunkenes Schatzschiff aus großer Tiefe bergen lassen und wendet sich dazu an den Klub, der ihm als Besatzung für eine Tauchkugel die Herren Tom Ahlsen und Hans Möhring vermittelt. Sie sollen in über 600 Meter Tiefe die Schätze bergen. Es gibt aber Konkurrenz, die auch eine Tauchkugel bauen läßt. Nach diversen gegenseitigen Sabotageversuchen erreichen Ahlsen und Möhring das gesuchte Wrack und können eine Schatztruhe mit einem Greifer bergen. Sie können aber nicht hochgezogen werden, da sich die Trosse der Tauchkugel am Wrack verhängt hat; sie hängen in der Tiefe fest. Die Konkurrenz versucht zu helfen, kann das Seil befreien, aber dann reißt ihnen das Seil der eigenen Tauchkugel. Möhring läßt sich nochmals in die Tiefe und kann die andere Kugel mittels Greifer bergen, aber die Schätze liegen verstreut und unerreichbar für immer am Meeresboden.

Die Felsen der GötterBand 7 Die Felsen der Götter
(Lenardo Piccozza,1949/50)
Florence Molinard wendet sich an den Klub um Hilfe. Sie würde ein riesiges Vermögen erben, falls sie ihre Abstammung beweisen könnte. Zu diesem Zweck muß sie nach Griechenland reisen und benötigt einen Begleiter, den ihr der Klub vermittelt. Mit Ulf Kjellberg reist sie nach Kalabaka, wo sie die Fährte zu den Felsen der Götter, den Meteoraklöstern, führt. Florence erhielt nämlich einen Brief mit Hinweisen über ihre Abstammung aus diesem Ort. Sie erfahren, daß eine Nonne in einem Kloster allein französische Zeitschriften bezieht, man läßt sie aber nicht zu ihr. Kjellberg klettert auf den Felsen zum Kloster und holt Florence mit dem Aufzug nach. Florence erkennt in der Nonne ihre Vorfahrin, die dank eines geheimen Trankes ihres Gatten nicht altert, solange sie ein unaufgeregtes, langweiliges Leben führt. Florence bekommt den Nachweis ihrer Abstammung, aber ihre Vorfahrin altert plötzlich auf Grund der Aufregungen und stirbt. Florence und Ulf verlieben sich und kehren nach Paris zurück.

Das vergessene LebenBand 8 Das vergessene Leben
(Lenardo Piccozza,1950)
Ein Frachter fischt im Sturm in der Nordsee eine Kiste aus dem Meer und findet darin einen Mann, der durch einen Schlag auf den Kopf sein Gedächtnis verloren hat. Der Klub versucht ihm zu helfen. Unter Hypnose spricht er - den man Gamin genannt hatte - in einem Dialekt der Färör-Inseln. Mit Saint Denis Sekretärin Irmgard reist er dorthin. Dort erkennt man ihn als Einar Einarsson, der wegen Mordes an seiner Frau Halla gesucht wird. Irmgard versucht, die Sache aufzuklären und findet letztlich den wahren Mörder, der Einar damals aus Eifersucht niederschlug, in eine Kiste steckte und diese dann ins Meer warf.

Atombombe an BordBand 9 Atombombe an Bord
(Lenardo Piccozza,1950)
Gustav Laconte, der eine Methode zur Atomspaltung sowie ein neues künstliches Element entdeckte, wird deswegen bedroht und wendet sich an den Klub um Hilfe. Dieser stellt ihm für eine Seereise nach Ostasien eine Begleitung zum Schutz, da Laconte weiter bedroht wird und man seine Unterlagen erfolglos durchsucht. Die richtigen Unterlagen sind in einer Tasche mit einer kleinen Atombombe, die nur explodiert, wenn die Tasche unsachgemäß geöffnet wird. Als die Diebe endlich die richtige Tasche finden und öffnen, explodiert sie und beschädigt das Schiff so sehr, daß es sinkt. Da auch Laconte ermordet wurde, gibt es keine Unterlagen mehr über die Herstellung, die Gefahr von neuen Atombomben ist daher gebannt.

Fortsetzung im 2. Teil des Artikels

Zur Einleitung - Zum 2. Teil


Kommentare  

#1 Sarkana 2019-05-31 20:19
Es war übrigens dank Pseudonym nur ein Autor: Leopold Hackl.
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