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H.G. Ewers: Computer-Kid - Perry-Rhodan-Planetenroman Band 188

1H.G. Ewers: Computer-Kid
Perry-Rhodan-Planetenroman Band 188

Im Folgenden will ich hier über die Planetenromane aus der Rhodan-Serie  berichten, die ich nach meiner eigenen Präferenz aus den ersten hundert oder zweihundert Bänden wähle.

Auch einige spätere Bücher können eventuell behandelt werden.

Computer-KidHandlung:
Nach dem Ende der Larenherrschaft werden von überall in der Milchstraße rücksiedlungswillige Menschen zur Erde gebracht. Unter ihnen ist der Mittdreißiger Kyron Barrakun, der bis vor kurzem als Waise an Bord eines larischen Computerschiffes gelebt hat. Dadurch hat er eine starke Affinität zu positronischen, elektronischen und inpotronischen Geräten entwickelt und kann mit Computern Dinge vollbringen, die an Zauberei grenzen. Kaum ein Sicherheitssystem kann ihn aufhalten. Zusätzlich ist Kyron durch die langjährige enge Bindung an Pflanzen an Bord des Computerschiffes in der Lage, Kontakt zu Pflanzen aufzunehmen und sie sogar in seinem Sinne zu beeinflussen. Er ist überzeugter Vegetarier.

Als Kyron auf der Insel Ceylon erfährt, dass er eine Arbeitsstelle in Terrania City bei der Tecy antreten und in der Stadt leben soll, ist er schockiert, denn er will nicht in diese Megastadt. Durch ein Missverständnis beim Gespräch mit den Betreuern der Behörde kommt es zu einer Flucht in die Urwälder der Insel. Dank Kyrons besonderer Fähigkeiten, Pflanzen betreffend, kann er über drei Monate lang im Dschungel überleben, obwohl es einige Male zu brenzligen Situationen mit wilden Raubtieren kommt. Schließlich beobachtet er bei Inginiyagala rücksichtslose Neubaumaßnahmen der Landräuber und eine Demonstration der Gruppe CUSTOS dagegen, die von einer Frau angeführt wird. Kyron schließt sich der Gruppe an und muss erleben, wie alle Demonstranten brutal zusammengeschlagen und weggebracht werden. Ihn lässt man verletzt im Dschungel liegen, doch er beherrscht in Zusammenwirken mit den örtlichen Pflanzen die Fähigkeiten der Schnellheilung.

Als Polizisten auftauchen, beschwichtigen die Unternehmensvertreter sie schnell, und Kyrons Versuch, eine belastende Aussage zu machen, führt nur zu seiner Verhaftung, da er keine ID-Karte besitzt und auch keine Wunden mehr hat. Kyron wird in das Resozialisierungszentrum von Colombo eingeliefert. Dank seiner Computerfähigkeiten kann er aber den zuständigen Computer schnell überzeugen, ihm unbegrenzten Urlaub zu geben und ihn sogar mit prunkvoller Kleidung im Stil eines arkonidischen Admirals zu versehen.

Kyron Barrakun bewegt sich ein wenig über die Insel, wird aber bald wieder verhaftet. Zu Kyrons Glück greift die Anführerin der CUSTOS-Demonstration bei Inginiyagala ein. Sie heißt Carilda Today und ist zugelassene Anwältin. Da Kyron keine Straftat nachweisbar ist, wird er wieder freigelassen. Carilda erklärt ihm, dass CUSTOS gegen betrügerische Machenschaften kämpft. Die Gruppe ist dagegen, dass überhaupt wieder Privateigentum an Grund und Boden auf Terra verteilt wird. Vor allem stört sie aber, dass diverse skrupellose Firmen sich bereichern, indem sie Neusiedler überzeugen, ihre Landansprüche weit unter Wert an sie zu verkaufen. Dazu werden durchaus kriminelle Mittel eingesetzt. Kyron bietet seine uneingeschränkte Hilfe an.

Bei einer Großdemonstration in Kandy reitet Kyron in seiner Kleidung, die an einen Maharadscha erinnert, an der Spitze auf einem Elefanten. Er ahnt nicht, dass er damit den Gegnern aufgefallen ist, und dass diesen jedes Mittel recht ist. Wenig später, als Kyron mit einer Bekannten essen gehen möchte, stellt er schockiert fest, dass seine ID-Karte nicht mehr gültig ist. Damit ist er auf der Erde zu einer nicht vorhandenen Person geworden, denn ohne ID-Karte kann er nicht nur keine Zahlungsvorgänge durchführen, sondern existiert auch für die Sensoren der kostenfreien Einrichtungen wie zum Beispiel die Rohrbahn nicht mehr und kann sein eigenes Hotelzimmer nicht mehr betreten.

Da auch ein Computerzugang unmöglich geworden ist, zieht sich Kyron in den Dschungel zurück. Mithilfe seiner besonderen Fähigkeiten manipuliert er Pflanzensaft, der bei der Arrakherstellung benutzt wird, so dass er Tiefschlaf auslöst. Als Behördenmitarbeiter mit Nachforschungen wie von ihm geplant in seine Nähe kommen, spielt er die Rolle eines Aras namens Barra-Kun, wird verhaftet und zum Inpotron-Palast gebracht. Bei einer Untersuchung seiner Person noch vor dem Beginn des eigentlichen Verhörs schafft er es, NATHAN zu manipulieren und ihm eine neue Identität auszustellen, und zwar in Form einer grünen ID-Karte auf den Namen Kid Kompagnon. Eine grüne ID-Karte macht Kyron zum VIP mit zahlreichen Sonderrechten. Er wird sofort entlassen.

Nachforschungen zeigen Kyron, dass ein Attentat auf das Hauptquartier von CUSTOS verübt wurde. Er kann aber Carilda Today ausfindig machen und bereitet einen Gegenangriff vor. Dazu wird in Terrania City die Firma Computer-Kid & Co. gegründet, eine auf Computerfälle spezialisierte Detektei. Beim Galaktischen Hobby-Versand Arzachena & Co. bestellt Kyron einen Selbstbau-Roboter für die Detektei, doch die gelieferten Teile sind unbrauchbar, da statt einer funktionsfähigen Positronik dreimal die gleichen Teilkomponenten geliefert wurden. Die grüne ID-Karte ermöglicht Kyron jedoch, auf dem Mond einen Roboterfriedhof zu besuchen. NATHAN gestattet ihm, sich die benötigten Teile mitzunehmen, und so entsteht Earny, ein äußerlich hässlich wirkender Roboter mit ungleich langen Gliedmaßen, aber zugleich mit drei zusammengeschalteten Positroniken. NATHAN gibt Kyron zusätzlich den kleinen Roboter Pitman als Begleiter mit.

In den Folgetagen beginnt Kyron einen elektronischen Feldzug. Es fällt ihm nicht schwer, in die Systeme der INTERPLANETARY BROKER'S BUSINESS, der führenden Firma in der Organisation der Landräuber, einzudringen und deren Daten zu manipulieren. Er verfälscht sowohl Grundbuchdaten als auch Meldungen von Werten an die Versicherungen, um das Unternehmen massiv zu schädigen. Leider gelingt es aber den Sicherheitsleuten der Firma, die Zugriffe zurückzuverfolgen, und sie beschließen, einen Killer zu engagieren. Es handelt sich dabei um einen Nichtmenschen namens Ufrach Dallimor und dessen Roboter Krait.

Kyron wird misstrauisch und gibt den Auftrag, das Büro zu verlegen. Das neue Büro ist mit einer SERT-Haube versehen. Als Kyron sich wieder in das Netz einklinkt, fängt er eine Transmission auf, der er entnimmt, dass hinter den Landräubergesellschaften ein Mann mit Parafähigkeiten steckt – und dieser beschlossen hat, einen Putsch durchzuführen und die Macht zu übernehmen. Bevor er etwas dagegen unternehmen kann, müssen er und seine Mitarbeiter sich mit der Gefahr durch Ufrach Dallimor und dessen Roboter kümmern.

Die beiden haben das neue Büro von Computer-Kid & Co. aufgespürt. Nur durch glückliche Umstände scheitert der Anschlag. Der Killer zerstört zunächst Pitman. Er hält Earny für einen Menschen, überwältigt ihn scheinbar und begibt sich in dessen Kleidung in die Geschäftsräume, wo es zum Kampf kommt. Carilda ist eine fähige Nahkämpferin, die erfolgreich Widerstand leistet und den Killer entwaffnet. Als dieser ein Vibromesser zieht, greift der überzeugte Pazifist Kyron in Panik ein und sprüht dem Killer ein Reinigungsmittel für Computerteile in die Augen. Der Killer flieht in Panik, wird – da noch verkleidet – von seinem Roboter Kreit für Earny gehalten und mit Giftgas getötet.

Carilda und Kyron wollen nun den Putsch verhindern. Mit einem Gleiter durchbrechen sie die Sicherheitszone von Imperium-Alpha und können über einen Nebenzugang und eine Nottreppe in die Anlage eindringen. Dort stellen sie fest, dass ein Betäubungsgas die Räume geflutet hat. Auch Carilda wird bewusstlos, aber Kyron ist gegen das Gas immun, da es in seiner Heimat auf dem larischen Schiff verwendet wurde. Verzweifelt versucht er, Zugang zu einer Nebenzentrale zu erhalten, landet aber versehentlich in der ALPHA CENTRAL STATION, wo ihn Bewaffnete erwarten.

Erneut hat Kyron Glück: Die Männer halten ihn für ein führendes Mitglied der Verschwörer, und er kann sie mit einem Bluff dazu verleiten, die Helme ihrer Schutzanzüge zu öffnen, so dass sie dem Gas zum Opfer fallen. Kyron konnte bereits sehen, dass sich Julian Tifflor in der Nähe verborgen hat. Dank seines Zellaktivators hat er die Gaswirkung überstanden.

Die beiden arbeiten zusammen. Da es nicht möglich ist, sinnvoll einen Notruf abzusetzen, manipuliert Kyron die Gesetzesdatenbanken der Hauptpositronik und macht Landspekulation zu einer schweren Straftat. Wenig später greift NATHAN ein, lässt die Regierung der Putschisten absetzen und beauftragt Tifflor, schnell eine neue Regierung zu bilden. Damit ist die Krise abgewendet. Die Putschisten werden verhaftet. Der Hintermann, der geheimnisvolle Mutant, kann aber entkommen und bleibt unbekannt.

Auf Kyrons Wunsch hin wird er nicht öffentlich genannt. Zusammen mit Carilda Today und Earny wird er die Detektei weiterbetreiben.

Anmerkung
Dem ersten Kapitel vorangestellt ist ein ins Deutsche übersetztes Zitat aus »Adventures of Ideas« des britischen Philosophen und Mathematikers Alfred North Whitehead.

Kritik:
In diesem Roman von HGE  geht wirklich die Post ab, eine Handlung jagt die nächste und sein Protagonist, zwar auch immer wieder in bedrängende Bredouillen gebracht, bewährt sich aufs Beste.Mit Kyron Barrakun alias Kid Kompagnon führt Ewers hier eine neue Figur in die Perryserie ein, die typisch von ihm und auf ihn zugeschnitten ist.Zwar kommt der Antiheld immer wieder in Zwangslagen, kann sich aber aufgrund seiner besonderen zwei Fähigkeiten natürlich immer wieder herauswinden. Letzlich gelingt es ihm sogar, NATHAN zu manipulieren, was man wohl wirklich nur dann kann, wenn man mit larischen Computern aufgewachsen ist.Aber vielleicht hatte  der lunare Großrechner ja auch die wertvollen Fähigkeiten des Barrakun erkannt und sich keineswegs manipulieren lassen, wer weiß?

Jedenfalls ist auch eine gehörige Portion gesellschaftliche  Sozialkritik im Roman enthalten, die durchaus auch auf die Gegenwart zielt bzw. von ihr ausgeht und nur in die Perryserie hinein  extrapoliert wird.

Auch die Nebenfiguren wie Carilda Today, die nicht nur für heute lebt, sind ausführlich herausgearbeitet, so dass sie in der Erzählung überzeugen.Der einzige Nachteil ist allerdings die typische Darstellungsweise von HGE, denn seine Figuren agieren immer wie vierzehnjährige Teenager nach der hoppla-jetzt-komm-ich-Methode (auch „wohin mit dem Klavier?“ genannt) ; jedenfalls hat man öfter diesen Eindruck.Insgesamt liegt aber ein flotter Roman mit reißender Handlung und überzeugenden Protagonisten vor. Nur die Darstellung der Roboter wirkt mitunter etwas lächerlich.Ein noch immer lesbarer, schneller Roman mit guten Ideen.Klar und klassisch im Perryversum verankert und ein gutes Vorwort enthaltend, welches  das Niveau der Trivialliteratur dann ein wenig anhebt.Auch das Titelbild sei kurz erwähnt. Ein klassisches Johnny-Bruck-Motiv : Held mit berühmt-bekanntem  Helm-Styling, Arkonidin(?)  und Springer.

Computer-KidComputer-Kid
Perry Rhodan Planetenromane Bd. 188
von H.G. Ewers
Titelbild von Johnny Bruck
Erscheinung: Januar 1979

Handlungszeitraum: 3586
Handlungsort: Terra
Bezug: PR 842
Zusätzliche Formate: Autorenbibliothek 35
Untertitel:
Ein Fall für Kyron Barrakun, den Freund der Computer


© 2022 by H. Döring 

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