Spaceballs - Mel Brooks‘ verrückte Raumfahrt - Durchgeknallt im Weltall
Spaceballs – Mel Brooks‘ verrückte Raumfahrt
Durchgeknallt im Weltall
Nicht nur der geniale Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Mel Brooks feiert im Jahr 2026 einen wahrlich runden Geburtstag, auch sein Meisterwerk „Spaceballs“ selbst kann in diesem Jahr auf 40 Jahre seit Beginn der Dreharbeiten zurückblicken. Seine Premiere feierte der Film dann allerdings erst im Juni 1987. Seitdem hat die gleichermaßen charmante wie freche Parodie auf sämtliche großen Science-Fiction-Klassiker immer wieder neue Zuschauer begeistert und mittlerweile schon einige Generationen zu Fans gemacht. Für den EGOT-Preisträger Brooks (er ist damit einer von nur knapp dreißig Personen, denen es in den letzten 60 Jahren gelang, sowohl mit einem Emmy, einem Grammy, einem Oscar und einem Tony ausgezeichnet zu werden) war es 1986 nur eine logische Schlussfolgerung, sich parodistisch dem Science-Fiction-Genre zu nähern, denn die meisten anderen Filmgattungen hatte er zuvor bereits erfolgreich durch den Kakao gezogen. Mit „Is‘ was, Sheriff“ (auch bekannt als „Der wilde, Wilde Westen“) machte er sich 1973 über das Western-Genre lustig, schon im Jahr darauf folgte mit „Frankenstein junior“ seine parodistische Hommage an die schwarz-weißen Universal-Horrorfilme der 1930er Jahre. Mit „Silent Movie – Mel Brooks‘ letzte Verrücktheit“ nahm sich der Filmemacher 1976 der Stummfilmzeit an, um ein Jahr später den genialen „Höhenkoller“ zu realisieren, der die Spannungsfilme Alfred Hitchcocks durch die Mangel zog. Auch noch nach „Spaceballs“ blieb Mel Brooks seinem Lieblingsgenre, der albern-liebevollen Filmparodie treu und drehte mit „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ und „Dracula – Tot, aber glücklich“ noch Verballhornungen von Abenteuer- und Vampirfilmen. Für April 2027 ist „Spaceballs 2“ angekündigt, bei dem Brooks Josh Greenbaum die Inszenierung überließ, aber erneut in seinen beiden Rollen aus „Spaceballs“ zu sehen sein wird!
Die Einwohner des Planeten Spaceball haben stets unverantwortlich gelebt und mittlerweile kaum mehr Luft zum Atmen. Deswegen beschließt Präsident Skroob (Mel Brooks), den nötigen Sauerstoff einfach vom friedliebenden Nachbarplaneten Druidia zu stehlen. Er beauftragt seinen Kommandanten Lord Helmchen (Rick Moranis), Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga) zu entführen, um deren Vater König Roland (Dick van Patten) zur Herausgabe eines Geheimcodes zu zwingen. Vespa ist gerade einer arrangierten Hochzeit mit dem letzten Prinzen der Galaxis entflohen, weil sie den Langweiler nicht liebt. Kurz bevor sie und die Ehren-Druidin Dotty (in der deutschen Fassung gesprochen von Elke Heidenreich) von Lord Helmchen gefangen genommen werden können, eilen ihnen der Weltraumrecke Lone Starr (Bill Pullman) und dessen treuer Begleiter Waldi (John Candy), eine Mischung aus Mensch und Hund, zu Hilfe. Bei einer Notlandung mit ihrem fliegenden Winnebago stranden die streitsüchtigen Vier auf einem Wüstenplaneten, wo sie von einer Horde Zwerge in ein unterirdisches Reich gebracht werden. Dort treffen sie auf den goldhäutigen Weisen Yogurt (ebenfalls Mel Brooks), der sie mit der Kraft des Saftes und den Verdienstmöglichkeiten mit Merchandise-Artikeln vertraut macht.
„Spaceballs“ ist eine köstliche Satire, die alles, was mit Science Fiction zu tun hat, treffsicher karikiert. Gut gewählte Darsteller und zündende Dialoge machen den Film zu einem wahren Vergnügen. Der aufwendigste und bis heute erfolgreichste Mel-Brooks-Film, bei dem der Regisseur populäre Filmstars mit seiner Stammcrew (u.a. Ronny Graham, Rudy De Luca und Dom DeLuise) vereinte und auch bei der Ausstattung viel Wert auf detailgenaue Kopien von publikumswirksamen Kassenschlagern legte. Ein Genuss für Freunde intelligent gemachter Parodien, bei denen es mitunter auch mal albern oder zotig zur Sache gehen kann. Auch nach rund 40 Jahren hat der Film nichts von seinem Charme und seiner Treffsicherheit eingebüßt. Die damals allesamt noch handgemachten Tricks sind sehr gut gealtert, und man merkt, dass die Crew aus den Besten der jeweiligen Gewerke bestand, weil die Effekte sich nicht hinter denen der parodierten Filme verstecken müssen.
Die 4KUHD-Erstveröffentlichung von Capelight Pictures bietet ein sehr gutes Bild, bei dem das Filmkorn mitunter noch erkennbar ist (im Widescreen-Format 1,85:1). Auch der Ton (Deutsch und Englisch jeweils wahlweise im PCM 2.0 Stereo oder DTS HD Master Audio 5.1, optional mit deutschen und englischen Untertiteln) ist nicht zu beanstanden und schöpft die technischen Möglichkeiten des Ausgangsmaterials gekonnt aus. Das Mediabook bietet außerdem eine BluRay des Films sowie eine zusätzliche BluRay mit Bonusmaterial, das komplett Deutsch untertiteltet wurde. Die Extras bestehen aus einem Audiokommentar von Mel Brooks, dem deutschen Lauftext (2 Minuten, von VHS gezogen im 4:3-Format), deutsche und englische Trailer und Teaser, einen englischen Teaser mit Einführung von Mel Brooks (2 Minuten), den gesamten Film mit deutschem Lauftext (96 Minuten, im 16:9-Format), die Specials „Spaceballs: Der Filmbericht“ (30 Minuten, aus dem Jahr 2003), „Skroob-Ellos – Wie Spaceballs das Sci-Fi-Genre durch den Kakao zog“ (17 Minuten, von 2012), „Im Gespräch: Mel Brooks & Thomas Meehan“ (21 Minuten, von 2005), „John Candy: Ein komisches Genie“ (10 Minuten), ein Behind-the-Scenes-Featurette aus dem Jahr 1987 (9 Minuten), ein Storyboard- und Filmvergleich (9 Minuten), Filmschnitzer (1 Minute), den Film in „wahnsinniger“ Geschwindigkeit anschauen (30 Sekunden), ein Filmausschnitt in „Mawgese“-Sprache (30 Sekunden), ein Filmausschnitt in „Dinkese“-Sprache (30 Sekunden) und animierte Bildergalerien mit Setfotos, einer Kostümentwurf- und einer Kunstgalerie (zusammen über 100 Motive). Das reich bebilderte, 50seitige Booklet besteht aus einem im englischen Original belassenen Ausschnitt aus Mel Brooks‘ Autobiografie „All About Me!“, in dem er ausführlich auf „Spaceballs“ eingeht, sowie einem Nachdruck der Presseinformation des deutschen Verleihs UIP aus dem Jahr 1987.




Kommentare
Ich bin mir dennoch nicht so ganz sicher, ob ich mich auf die Fortsetzung freuen soll, die Mel Brooks angekündigt hat. Vielleicht sollte man manche Sachen nicht "aufwärmen". Ich bin gespannt.