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Backrooms - Alptraum hinter der Wand

Backrooms

Alptraum hinter der Wand

 

Einer der größten Überraschungshits des Jahres 2026 im Horrorbereich war das Langfilmdebüt des gerade mal 20jährigen Kane Parsons, „Backrooms“. Ein wahrlich innovativer, origineller und spannender Mystery-Gruselfilm, der über 300 Millionen Dollar eingespielt hat (bei Produktionskosten von gerade einmal 10 Millionen Dollar) und damit der bislang profitabelste Film des Jahres ist. Nun ist er auch fürs Heimkino erschienen.

Kane Parsons, geboren im Jahr 2005, ist ein wahrer Autodidakt. Der auch unter seinem Pseudonym Kane Pixels bekannte Filmemacher hat bereits im Teenageralter über 400 Kurzfilme gedreht, von denen er allerdings nur einen kleinen Bruchteil tatsächlich veröffentlicht hat. Einer davon ist der im Jahr 2022 auf YouTube erschienene, 9 Minuten lange „The Backrooms (Found Footage)“, der den damals 16jährigen Parsons über Nacht zu einer viralen Sensation machte. Mehr als 95 Millionen Mal wurde der Kurzfilm bereits gestreamt, die etlichen Nachfolgefilme und die bislang 24teilige Webserie „The Backrooms“ bringen es auf rund 190 Millionen Zuschauer. Auch Hollywood konnte an diesem Nachwuchs-Talent, das sich das Filmemachen und die Gestaltung von visuellen Effekten selbständig mit Online-Tutorials beigebracht hat, nicht länger vorbeisehen. Genregrößen wie James Wan („Saw“, „Insidious“), Osgood Perkins („The Monkey“) und Shawn Levy („Stranger Things“) schlossen sich zusammen und finanzierten mit „Backrooms“ das Langfilmdebüt von Kane Parsons. Der konnte in dem 10-Millionen-Dollar-Film, der bereits am Startwochenende das Achtfache seiner Produktionskosten einspielte, zwei Oscar-nominierte Schauspieler in den Hauptrollen besetzen: Chiwetel Ejiofor („12 Years a Slave“) und Renate Reinsve („Sentimental Value“).

Im Sommer 1990 ist der Architekt Clark (Chiwetel Ejiofor) auf einem Tiefpunkt angelangt. Seine Frau hat ihn aus dem Haus geworfen, das er komplett selbst finanziert hatte. Um das Studium seiner Angetrauten zu ermöglichen, arbeitet er als Verkäufer in einem Möbelhaus, wo er nun, seit er obdachlos geworden ist, auch übernachtet. Bei der Psychologin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) ist er in Behandlung. Diese überrascht er eines Tages mit einer sensationellen Aussage. Clark behauptet, im Keller des Möbelhauses eine Wand entdeckt zu haben, durch die man hindurchgehen kann. Auf der anderen Seite finden sich unendlich lange Gänge und weitgehend leerstehende Räume, alles in einem seltsamen ockerfarbenen Ton gehalten. Natürlich ist Dr. Kline skeptisch und vermutet, dass diese Hinterzimmer entweder Clarks angespanntem Nervenkostüm oder seinem übermäßigen Alkoholkonsum entsprungen sind. Da Clark die Zweifel bei seiner Therapeutin erkennt, möchte er ihr bei der nächsten Sitzung Beweise liefern. Zusammen mit seiner Kollegin Kat (Lukita Maxwell), deren Freund Bobby (Finn Bennett) und einer Videokamera ausgestattet, begibt sich Clark noch einmal auf die andere Seite. Das Trio entdeckt vor Ort einige schmale und teilweise auch schwer zugängliche Verbindungsgänge, die sie gemeinsam erforschen wollen. Dabei entdecken sie, dass auch etwas Böses und höchst Gefährliches in den endlosen Räumen auf sie lauert…

Was für ein origineller, atmosphärisch stimmiger und verdammt spannender Film! „Backrooms“ ist der Beweis, dass ein Autodidakt wie Kane Parsons mit überschaubaren Mitteln und einem klaren Konzept viel frischen Wind in das beliebte Horrorgenre bringen kann. Ein Stückweit bedient sich der Filmemacher bei Found-Footage-Vorbildern (à la „Blair Witch Project“ oder der „Paranormal Activity“-Reihe) und hat sich stilistisch bei Videospielen wie „The Stanley Parable“, „Portal 1 + 2“ oder der „Half-Life“-Reihe bedient. Trotzdem ist sein Film sehr eigenständig und hat das Setting der Kurzfilme effektvoll erweitert und auch versucht, mehr Licht in die Vorkommnisse zu bringen. Nicht alles wird sich dem Publikum beim ersten Ansehen erschließen, aber „Backrooms“ ist so voller Referenzen und wiederkehrender Symboliken, dass man beim Rewatch etliche weitere Puzzleteile einfügen kann. Kane Parsons hat sein Horror-Franchise hier auf eine neue Ebene gehoben, das uns sicherlich noch jahrelang mit weiteren Geschichten versorgen wird. Die BluRay-Erstveröffentlichung bei Leonine (parallel ist der Film auch in 4KUHD und auf DVD erschienen) bietet ein sehr gutes Bild (im Widescreen-Format 2,39:1) und einen ebensolchen Ton (Deutsch und Englisch in Dolby Atmos, optional mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte). Als Extras gibt es einen Audiokommentar des Regisseurs mit seinem Visual-Effects-Künstler Edward J. Douglas, dem Tondesigner Eugenio Battaglia und dem Komponisten Edo Van Breemen, ein Interview mit Kane Parsons und seinen Hauptdarstellern Ejiofor und Reinsve (6 Minuten), die Specials „Building the Backrooms“ (26 Minuten) und „Deconstructing Backrooms“ (7 Minuten), einen Premierenclip (1 Minute) und den deutschen Kinotrailer.

Kommentare  

#1 Mainstream 2026-09-25 10:07
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Der erste Film seit "Blair Witch Project", der Found Footage perfekt zu nutzen versteht.

Endlich wieder ein Horrorfilm der versteht ohne Blut und Jump Scares allein durch Atmosphäre richtig Spannung und absolute Gänsehaut zu erzeugen.

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