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Meine Motordroschke steht bereit - Eine kurze Kurzgeschichte nach einer Idee von meinem Sohn Michael

StoryMeine Motordroschke steht bereit
Eine Kurzgeschichte nach einer Idee von meinem Sohn Michael

Ernst fährt mit seinem Auto in die Firma. Er schaltet seinen Computer ein, checkt die E-Mails, erstellt Tabellenkalkulationen, telefoniert, trifft sich mit Kollegen gegen 10 Uhr beim Kaffeeautomaten. Zu Mittag bleibt er an seinem Arbeitsplatz, weil er viel zu tun hat. Er isst zwei Brote, die seine Frau ihm gerichtet hat, und trinkt eine 0,33-Liter-Flasche Cola. Dann geht es weiter. Am Nachmittag hält Ernst kurz inne und denkt an seine zwei Töchter, die schon zuhause sein müssten.

Ist er zufrieden? Natürlich ist er das, er hat alles geschafft, was er sich vorgenommen hatte.

Plötzlich sieht man Ernst auf einer Kinoleinwand. Altertümlich gekleidet tanzt er mit einer hübschen jungen behandschuhten Frau, die wahrscheinlich einen Bubikopf unter dem Glockenhut trägt, einen lautlosen Charleston in einem Schwarzweißfilm. Nun sieht man in Großaufnahme sein Gesicht, wie er eine Frage an die junge Frau richtet. „Wollen Sie auf ein Gläschen Tee mit mir in meine Wohnung mit Blick auf das Brandenburger Tor kommen, verehrte Dagmar? Meine Motordroschke steht bereit“, wird in Schrift eingeblendet. Die junge Frau blickt daraufhin mit überrascht wirkendem Gesichtsausdruck in die Kamera. „Aber werter Herr Ernst, was denken Sie? Ich bin nicht so wie die anderen Mädchen“, erscheint in Schrift. „Wie sind Sie denn dann, meine liebe Dagmar“, fragt Ernst. „Ich bin ganz anders“, antwortet Fräulein Dagmar, woraufhin beide herzlich lachen. „Das trifft sich ja sehr gut, dass Sie das sind, meine süße Dagmar“, sagt Herr Ernst, „aber man muss auch mit der Zeit gehen. Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert, sondern im Jahr 1927.“

Der Schreibtischmann - von Bright Angel
Zum Autor

Bright Angel (Pseudonym) wurde Mitte der 1960er Jahre in Kärnten geboren. Er ist ein unsteter Geist und ein rollender Stein. Er schreibt Lyrik, Prosa und Hörspiele und fotografiert. Er veröffentlichte Lyrik, Kurzprosa und Fotos in Zeitschriften und Anthologien und bei „Erozuna“, „Zukunftia“, „Gangway“ und „zugetextet.com“ im Internet.

Veröffentlichungen:

  • Gedichte in „Driesch“, Nr. 5  im Jahr 2011.
  • Kurzgeschichte in „Brückenschlag“, Band 27 im Jahr 2011.
  • Kurzgeschichte in „TrokkenPresse“, Nr. 5 im Jahr 2011.
  • Prosatext in „TrokkenPresse“, Nr. 2 im Jahr 2012.
  • Gedichte in und Gedicht auf „Brückenschlag“, Band 28 im Jahr 2012.
  • Miniaturen in „WORTSCHAU“, Nr. 17 im November des Jahres 2012.
  • Gedichte in „Spring ins Feld“, 13. Ausgabe, Dezember des Jahres 2012.
  • Kurzgeschichte in „Brückenschlag“, Band 29 im Jahr 2013.
  • Prosatext in „TrokkenPresse“, Nr. 3 im Jahr 2013.
  • Gedicht in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 59, 09/2013.
  • Kurzgeschichte in der Anthologie „Mein heimliches Auge, Das Jahrbuch der Erotik XXVIII“ vom konkursbuch Verlag
  • Claudia Gehrke im Jahr 2013.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 60, 12/2013.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 61, 04/2014.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 62, 08/2014.
  • Kurzgeschichte und Gedicht in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 63, 11/2014.
  • Gedichte in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 64, 04/2015.
  • Kurzgeschichte und Gedicht in „DATT IS IRRE !“, Ausgabe 67, 04/2016.

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