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Als die Frauen noch Schwänze hatten - Das unbekannte Tier

Als die Frauen noch Schwänze hatten

Das unbekannte Tier

 

In der Steinzeit herrschten raue Sitten – und glaubt man den Drehbucheinfällen einiger renommierter italienischer Filmschaffender, wurden die Männer erst durch das forsche Auftreten einer Frau in die Freuden des Liebesspiels eingeführt – Parallelen zur Bibel nicht ausgeschlossen. Der Erotikklassiker ist nun erstmals ungekürzt und in besserer Bildqualität auf BluRay erschienen.

Wenn ein Film schon den Titel „Als die Frauen noch Schwänze hatten“ trägt, darf man eigentlich keine niveauvolle Filmkunst erwarten. Blickt man allerdings hinter die Kulissen dieses italienischen Films aus dem Jahr 1970, muss man sich schon ein wenig wundern, wer alles daran beteiligt war. Die ursprüngliche Idee zu diesem Steinzeit-Ulk wird niemand Geringerem als Prof. Umberto Eco („Der Name der Rose“) zugeschrieben. Das Drehbuch verfasste u.a. Lina Wertmüller („Camorra (A Story of Streets, Women, and Crime)“), die ihre Karriere als Assistentin des großen Federico Fellini („8½“) begann und später zu einer der wichtigsten (feministischen) Filmemacherinnen Italiens aufstieg. Auch Regisseur Pasquale Festa Campanile („Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel“) hatte bei den Filmen eines der größten italienischen Regisseure mitgewirkt, als er für Luchino Visconti u.a. an den Drehbüchern für „Rocco und seine Brüder“ und „Der Leopard“ mitschrieb. Dennoch ließ sich diese geballte Ansammlung talentierter Filmemacher in die Tiefen des Erotikfilms hinab und dachte sich diesen infantilen Steinzeitfilm aus, der immerhin erfolgreich genug war, um eine Fortsetzung („Toll trieben es die alten Germanen“) und einige Plagiate nach sich zu ziehen.

Sieben Männer leben in der Steinzeit glücklich und zufrieden auf einer einsamen Insel. Ulli (Giuliano Gemma) ist der Starke, der immer wieder Tiere fängt, damit die Truppe „schmackofatzen“ – sprich: essen – kann. Kao (Lando Buzzanca) ist der Erfinder, der sich neue Dinge einfallen lässt, um den Alltag zu erleichtern. Maluc (Renzo Montagnani) ist der reinlichste, immer darum bemüht, die Höhle der sieben sauber zu halten. Hinzu kommen noch der Angeber Grr (Frank Wolff), der Denker Zog (Aldo Giuffrè), der Dumme Put (Lino Toffolo) und der Fette Uto (Francesco Mulè). Der Alltag der Sieben dreht sich im Prinzip lediglich darum, immer genügend Schmackofatz zu haben. Als ein Blitz einschlägt und die Truppe erstmals mit Feuer in Berührung kommt, dauert es nicht lange, bis die ganze Insel in Flammen steht und sie gezwungen sind, diese über das Meer zu verlassen. Sie erreichen neues Land und stoßen dort auf die absonderlichsten Tiere (u.a. ein Kamel). Auch Filli (Senta Berger) halten sie zunächst für ein Tier, weil sie noch nie zuvor einem weiblichen Wesen begegnet sind. Die Dame kann Ulli aber davon überzeugen, dass sie zu mehr taugt, als einfach nur gegessen zu werden. Filli schlägt ihm das Pimmelspiel vor, an dem Ulli bald so viel Gefallen findet, dass sich unter den eingefleischten Freunden Eifersucht breitzumachen beginnt…

Man muss dem Film zugutehalten, dass er sich selbst nie ernst nimmt und einfach nur infantilen Spaß bieten will. Das hat sich auch Karlheinz Brunnemann zu Herzen genommen, der für die deutsche Synchronfassung Wortneuschöpfungen wie Schawüli, Verflixung oder eben Schmackofatz hervorbrachte. Sie werden dem Niveau des Originals weitgehend gerecht. Dass sich die Ideen durchweg in Grenzen halten, wird daran deutlich, dass etliche Füllszenen einfach darin bestehen, dass die Protagonisten durch die Gegend rennen, oder sich verprügeln. Seinerzeit sicherlich ungewöhnlich und neu, hat der Film im Laufe der Jahrzehnte einiges davon eingebüßt. Fans und Liebhaber gibt es aber auch hierzulande zuhauf. Die dürften sich darüber freuen, dass Pidax den Film nun erstmals in der ungekürzten (102 Minuten) Langfassung (bislang unsynchronisierte Passagen sind im italienischen Original mit deutschen Untertiteln) auf BluRay herausgebracht hat und dabei auf eine neu abgetastete Fassung zurückgreifen konnte. Diese bietet ein deutlich besseres Bild (im Widescreen-Format 1,85:1) als die BluRay aus dem Jahr 2009 (was keine große Kunst ist), das aber noch immer Verschmutzungen aufweist und vor allem in den Totalen Kompressionsartefakte zeigt. Der Ton (Deutsch und Italienisch im DTS HD Master Audio 2.0) geht soweit in Ordnung. Alternativ kann man sich auch die deutsche Kinoversion (91 Minuten) ansehen. Die weiteren Extras umfassen den Videobeitrag „Schmackofatz! Der weibliche Blick auf die Steinzeit?“ von Lars Dreyer-Winkelmann (31 Minuten) und eine größere animierte Bildergalerie.

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