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Ich bin Legende - Tote Welt

Ich bin Legende

Tote Welt

 

Menschenleere Straßen, Leichen vor den Häusern – der Tag der Apokalypse scheint gekommen. Einsam streift ein Mann umher, sammelt die Toten auf und wappnet sich für die Nacht, wenn die untoten Bestien wieder umherziehen. Die erste Verfilmung des Richard-Matheson-Romans „I Am Legend“ ist nun wieder neu bei Ostalgica als BluRay zu haben, dieses Mal als limitierte abgespeckte Version.

Als der Roman „I Am Legend“ 1954 erstmals veröffentlicht wurde, war dessen Autor Richard Matheson (1926-2013) noch unbekannt, was sich danach schlagartig ändern sollte. Die Dystopie über das Ende der Menschheit, ausgelöst durch einen Virus, der diese zwar innerhalb kürzester Zeit tötet, sie aber als Untote zurückkehren lässt, verstörte und faszinierte die Leserschaft gleichermaßen. Matheson war es damit gelungen, einen neuen Topos der Science-Fiction- und Horrorliteratur zu kreieren, der in den kommenden Jahrzehnten nach und nach zu einem festen Bestandteil der Genreunterhaltung werden sollte. Natürlich hatte es auch vor ihm schon Zombie-Geschichten und entsprechende Verfilmungen gegeben, Matheson platzierte diese Ideen aber in einem wissenschaftlichen Kontext und inmitten der Alltagsrealität der Menschen, was sein Szenario umso glaubhafter und erschreckender machte. Dreimal wurde der Roman bislang verfilmt (hinzu kommt die Asylum-Variante „I Am Omega“), diese erste entstand 1964 unter dem Originaltitel „The Last Man on Earth“ als amerikanisch-italienische Koproduktion. Da dieser Film dem deutschen Publikum bis 2009 komplett vorenthalten wurde, sind hierzulande die nachfolgenden Versionen „Der Omega-Mann“ mit Charlton Heston und „I Am Legend“ mit Will Smith wesentlich bekannter.

Dr. Robert Morgan (Vincent Price) hat eine globale Pandemie überlebt, die u.a. auch seiner Frau Virginia (Emma Danieli) und der gemeinsamen kleinen Tochter Kathy (Christi Courtland) das Leben gekostet hat. Ein mysteriöses Virus hat im Handumdrehen die Menschheit global dezimiert. Das Perfide an der Sache ist, dass die Personen an der Krankheit zwar sterben, trotzdem aber nicht komplett tot sind und als zombiehafte Kreaturen nachts umherstreifen, stets auf der Suche nach frischem Blut. Morgan hat sich bereits seit drei Jahren erfolgreich gegen die Vampir-Zombie-Armeen gewehrt, die verzweifelt versuchen, auch in sein Haus einzudringen. Mit Hilfe von Spiegeln (die Kreaturen können ihr eigenes Antlitz nicht ertragen), Knoblauch-Ketten und Kruzifixen war es ihm in all der Zeit möglich, unversehrt zu bleiben. Tagsüber zieht er mit seinem Kombi durch die Straßen, beschafft sich neue Lebensmittel und sammelt die Leichen von den Straßen ein, um sie in der Grube zu verbrennen. Außerdem ist er mit zugespitzten Holzpflöcken bewaffnet, mit denen er die Zombies an ihren Schlafstellen aufstöbert und mit einem gezielten Schlag ins Herz endgültig tötet. Auf einem seiner täglichen Streifzüge trifft Morgan auf eine verängstigte junge Frau, Ruth Collins (Franca Bettoia). Da sie sich ebenfalls im Sonnenlicht aufhalten kann, scheint sie noch kein Zombie zu sein…

Sidney Salkow respektive Ubaldo B. Ragona (die Angaben zum Regisseur gehen in der US- und der italienischen Fassung auseinander) hat „Ich bin Legende“ mit einfachen Mitteln sehr effektvoll inszeniert. Die menschenleeren Straßen zu Beginn verursachen beim Publikum ein wachsendes Gefühl der Beklemmung. In den Szenen, die in Morgans Haus spielen, schleichen sich im weiteren Verlauf dann mitunter einige Plattitüden ein, insgesamt bietet der Film aber durchaus spannende und innovative Unterhaltung. Nicht zuletzt George A. Romero ließ sich von „Ich bin Legende“ zu seinem Genremeilenstein „Die Nacht der lebenden Toten“ inspirieren. Für Genreliebhaber ist dieser atmosphärische Schwarz-Weiß-Film auf jeden Fall zu empfehlen. Die BluRay-Wiederveröffentlichung bei Ostalgica ist die abgespeckte Version von deren Erstveröffentlichung aus dem Jahr 2017. Damals ließ man für den erstmals 2009 deutsch synchronisierten Film eine Neusynchronisation anfertigen, die allerdings ebenfalls nicht das Gelbe vom Ei ist und durch eher mäßige Schauspielerleistungen auffällt. Das Bild (im Widescreen-Format 2,35:1) ist sehr scharf und nicht zu beanstanden, alternativ ist auch eine nachkolorierte Fassung verfügbar. Der Ton (Deutsch, Deutsch im Retro-Mix, Englisch und Italienisch jeweils im DTS HD Master Audio 1.0, optional mit deutschen und englischen Untertiteln) ist immer gut zu verstehen. Als Extras dieser auf 500 Stück limitierten Ausgabe gibt es einen englischen Audiokommentar, ein Interview mit Synchronsprecher Martin Schäfer (3 Minuten) sowie die um 2 Minuten längere italienische Schnittfassung. Das 16seitige Booklet ist in dieser Ausgabe nicht mehr beigelegt.

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