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Star Trek Vanguard – Intrigen zu Kirks Zeiten

Star Trek bei Cross CultStar Trek Vanguard –
Intrigen zu Kirks Zeiten

Als Cross Cult sich entschied, Star Trek Romane auch auf Deutsch zu veröffentlichen, machten sie verständlicherweise erst einmal einen Testlauf. Als geeignete Serie wählten sie dafür die Vanguard-Serie aus. Warum? Sie ist innovativ, vielschichtig und vor allem: Da sie zu Kirks Zeiten spielt, hat sie mit den anderen Serien nichts zu tun.
Und das ist dann wohl auch ein Grund. Denn während Heyne nun schon seit einiger Zeit die „Star Trek“-Übersetzungen aufgegeben hat, ist die Geschichte in Amerika natürlich weiter geschrieben worden.

 

Gerade nach dem Ende von „Star Trek: Enterprise“ 2005 konnten viele der Buchserien eigenständig weiter schreiten. Teilweise bauten sie aufeinander auf und Ereignisse in einer Serie wurden in einer anderen aufgegriffen.

Vanguard wurde auch 2005 konzipiert. Haupthandlungsort ist die namensgebende Raumstation Vanguard. Sie liegt in der so Taurus Region. Die ist ein Teil des Weltraums der zwischen der Föderation, dem klingonischen Imperium und dem Reich der Tholianer liegt.

Star Trek Vanguard 1 in deutscher und US-AusgabeIm ersten Teil der Reihe Der Vorbote wird dort ein seltsames Meta-Genom entdeckt. Es enthält weitaus mehr Informationen als zum Beispiel die menschliche DNA. Die Bedeutung für die Wissenschaft ist nicht zu unterschätzen. Neue medizinische Produkte könnten damit entwickelt werden, aber auch neue Waffen.

Sofort beginnt die Föderation, eine Raumstation zu bauen.
Die eigentliche Handlung beginnt dann damit, dass Kirk nach dem Pilotfilm von „Raumschiff Enterprise“ eine Reparatur benötigt und Vanguard anfliegt. Er ist überrascht darüber, dass eine so abgelegene Raumstation so schnell fertig gestellt wurde.

Schnell wird klar: Die Entdeckung in der Taurus-Region wurde geheim gehalten. Denn die beiden anderen Mächte in der Region sind der Föderation nicht gerade freundlich gegenüber eingestellt.

Nur das Hauptpersonal der Station ist eingeweiht. Und das ist natürlich ganz anders als auf einem Raumschiff, aber auch anders als zum Beispiel die Crew aus „Star Trek: Deep Space Nine“.

Neben dem befehlshabenden Offizier im Rang eines Commodores, gibt es eine Sicherheitsbeauftragte von Starfleet Intelligence, einen juristischen Offizier, einen Chefbotschafter, einen Journalisten und diverse andere Charaktere, die man so in einer „Star Trek“-Serie nicht erwartet.

Man merkt also, Vanguard versucht deutlich realistischer zu sein, als die bekannten TV-Serien. Leider liegt da dann auch die einzige Schwäche des ersten Buches. „Star Trek“ ist nun einmal in vielen Punkten nicht realistisch. Das gesamt System um die Föderation ist viel zu seltsam und scheint zu undemokratisch, als dass es überzeugen würde, dass es einen Rechtsoffizier gibt, der auf die Einhaltung der Gesetze pocht.

Dennoch funktioniert der erste Teil. Er lebt zu einem großen Teil aus den Ereignissen, weswegen davon keine verraten werden sollen.

Vor allem aber lebt das Buch von den Beziehungen der Charaktere. Liebschaften, Intrigen und Geheimnisse machen den Roman zu einer spannenden Lektüre, der beinahe keine Schwächen hat.

Genial ist Der Vorbote übrigens auch, weil er vor Details nur so strotzt. So wird unter anderem eine kleine Ungereimtheit zwischen Pilotfilm und regulären Folge der ersten „Star Trek“-Serie geklärt.

Star Trek Vanguard 2 in deutscher und US-AusgabeLeider hält der zweite Teil Rufe den Donner dieses Niveau nicht. Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind bei weitem nicht mehr so differenziert. Auch die Intrigen wirken nicht mehr so glaubwürdig.

Dafür tritt ein mysteriöses Volk auf den Plan, das eindeutig etwas mit dem Meta-Genom zu tun hat. Kurz darauf passieren Ding, mit denen wohl niemand – auch der Leser – gerechnet hätte.

Leider sind das aber wieder Katastrophen in so einem Ausmaß, dass man nicht mehr so direkt davon berührt ist, wie noch in dem ersten Teil.

Positiv ist, dass die Charaktere schon im zweiten Teil äußerst natürlich agieren. Zwar gibt es, wie bereits erwähnt, keine neuen Beziehungen zwischen den Charakteren, der Status Quo bleibt also bestehen, dafür wirkt es aber, als würde einfach Alltag herrschen. Und die meisten „Star Trek“-TV-Serien haben diesen Status erst nach zwei Staffeln erreicht.

Trotzdem wirkt Rufe den Donner eher durchschnittlich. Für die Handlung ist das Buch zwar sehr wichtig und einige Momente sind auch wirklich gut, aber irgendwie ist der Roman dann doch nur ein typischer zweiter Teil. Denn insgesamt passiert zwar etwas, die Handlung kommt aber nicht voran, denn Geheimnisse werden nicht gelüftet.

Dass die Veröffentlichung der Vanguard-Serie die richtige Entscheidung war, hat sich ja herausgestellt. Denn mittlerweile veröffentlicht Cross Cult ja schon vier „Star Trek“-Romanserien. Nun sind sie auch alle (The next Generation, Deep Space Nine, Titan, Vanguard) auf dem Zauberspiegel vorgestellt.

Der nächste Teil fängt daher wieder von vorne an und handelt von dem dritten und vierten Teil des „Next Generation“-Relaunchs.


Daten zu den Büchern:
Star Trek Vanguart 1: Der Vorbote und Star Trek Vanguard 2: Rufe den DonnerstagDer Vorbote
Star Trek – Vanguard 1

von David Mack
Taschenbuch
392 Seiten/12,80€
ISBN: 978-3-936480-91-7
Cross Cult

Rufe den Donner
Star Trek – Vanguard 2

von Dayton Ward und Kevin Dilmore
Taschenbuch
424 Seiten/12,80€
ISBN: 978-3-936480-92-4
Cross Cult

 

Kommentare  

#1 a3kHH 2009-11-28 08:05
Links hätten was.
Etwa zu den übrigen Artikeln.
*grummelnörgelbeschwer*
:-)
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#2 Harantor 2009-11-28 08:27
Sorry, mitten im Umzugsstress eingebaut. Wird nachgeholt.
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